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Wenige Minuten nur hatten wir den Beginn der Chorprobe hinausgezögert. Es kam uns so lange vor!
Wir sind früh schon da, es ist noch Karate. Wir setzen uns hinten hin und schauen zu.
Geraten in eine Art Halbschlaf.
Mit allem vollkommen einverstanden sind wir.
Einverstanden miteinander wir: Friedrich und ich.
Einverstanden mit den in Kämpfer verwandelten Sängern.
Einverstanden mit dem geschickt moderierenden Wilfredo.
Der jetzt »Yamé« ruft.
Einverstanden mit der Stille während der Meditation.
Hat diese Meditation uns so entrückt?
Der übliche Lärm dann - Matten werden eingesammelt, auf die Karre verladen, oben ist Platz für 2 - 3 von den Kleinsten, und die werden umher gefahren.
Welch ein Lärm dann immer, heute aber nicht so laut.
Der Lärm wandert nach hinten, wo sich alle umziehen.
Dann wird es ruhig. Wir müssten nur die Augen öffnen und sähen vorn alle erwartungsvoll aufgereiht.
»Franziska!« hören wir rufen.
»Wach auf« sagt Friedrich, »schau mal nach hinten! Schau mal wer da kommt!«
Aeneas!
Weißes Hemd mit weiten Ärmeln, Weste, Schärpe um Schulter und Hüfte, Kniebundhose, weiße Strümpfe, weiße Schuhe.
Nicht die Schuhe aus unserem Fundus für »Dido und Aeneas«, es sind neue Espadrilles.
Es ist Franziska. Sogar das Stirnband hat sie angelegt!
Immer wieder spielt jemand die Eingangstakte zu dem Stück, das wir zur Zeit einstudieren: Schubert, nicht Purcell.
Eine Flamme von dem Altar an dem Thron
ist in unsre Seele geströmt!
Erst nur einzelne, dann immer mehr singen mit. Auch Aeneas wird den Text von Klopstock singen.
Wir freun uns Himmelsfreuden
dass wir sind, und über ihn erstaunen können!
Fast alle können die drei Strophen auswendig, nach gar nicht vielen Proben.
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