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pars lite schrieb am 9.12. 2009 um 23:11:12 Uhr über

Abschaffung

die Abschaffung der Sklaverei in Brasilien 1888. Ein weiteres Hauptaugenmerk richtete ich auf die besondere Stellung der Sklaven in den jeweils gerade boomenden Wirtschaftsbereichen (im 19.Jahrhundert Zucker gefolgt von Kaffee) und ihr Einsatz auf den Plantagenkomplexen. Anhand der statistischen Veränderungen in den Sklavenanteilen der einzelnen Regionen und der brasilianischen Exporten, sowie dem Faktor der Zuwanderung von Immigranten, verstärkt ab der Mitte des 19.Jahrhunderts, möchte ich auf die besondere, spezifische Situation Brasiliens aufmerksam machen, die schließlich zur Abschaffung der Sklaverei in Brasilien führte.


2. Von der Abschaffung der Sklaverei in den britischen Kolonien 1807


bis zur Abschaffung der Sklavenhandels in Brasilien 1850 Nachdem in den britischen Kolonien der Handel mit Sklaven bereits 1807 und die Sklaverei graduell ab 1833 abgeschafft worden war und damit die Abolitionisten ihre ersten großen Erfolge erzielten, verstärkten die großen Kolonialmächte, allen voran Großbritannien, den Druck auf Brasilien zur Beendigung des Sklavenhandels und der Sklaverei. In Europa setzten sich diese neuen Ideen, die von der Aufklärung beeinflusst wurden und die für die Abschaffung der Sklaverei eintraten, ab dem Beginn des 19. Jahrhunderts immer mehr durch.


2.1. Druck von Außen


Erstmals kam es 1810 im „Allianzvertrag“ zwischen Portugal und Großbritannien zu einer Kooperation, indem sich Prinz Joao bereit erklärte gemeinsam gegen den Sklavenhandel vorzugehen. Das Ergebnis war, dass ab diesem Zeitpunkt keine Sklaven mehr nördlich des Äquators gekauft werden durften. Ob dieses Entgegenkommen des Prinzen rein auf freiwilliger Basis erfolgte ist fraglich, da mit Lord Strangford, ein Engländer die Flucht der portugiesischen Königsfamilie von Portugal nach Brasilien organisierte. Ein weiteres wichtiges Ereignis war die Erklärung der Großmächte über die Abschaffung der Sklaverei auf dem Wiener Kongreß von 1815. In diesem Jahr erzwang England auch das Vorrecht sogenannte „mixed commisions“ einzusetzen, um gegenillegale“ Sklaventransporte auf hoher See vorzugehen.1 Nach der Unabhängigkeitserklärung Brasiliens 1822, bot England dem neu entstandenen Kaiserreich die Anerkennung gegen eine vollständige Abschaffung der Sklaverei an. 1831 verabschiedeten die Brasilianer ein Gesetz, das jeder Afrikaner, der von diesem Tag an das Land betrat, als frei galt. Da im März 1845 das Recht auf die Durchsuchung nach Sklaventransporten auslief, übernahm Großbritannien mit dem im August 1845 von William Aberdeen eingebrachten Gesetz „Aberdeen Billdie Vorreiterrolle im Kampf gegen die Sklavenhandel. Doch wurden diese beiden Gesetze von 1831 und 1845, wie auch alle weiteren Bestimmungen, vor allem durch Schmuggel seitens derjenigen Teile der brasilianischen Bevölkerung, die von dem Einsatz der Sklaven profitierten, unterlaufen. Bis 1851 wurden deshalb 724 brasilianische Schiffe entweder auf hoher See oder in den Häfen aufgebracht.2 Wie diese kurze Beschreibung gezeigt hat, wehrte sich Brasilien trotz offizieller Zustimmung, gegen die von den Briten geforderten Maßnahmen zur Einschränkung bzw. zur Abschaffung des Sklavenhandels und der Sklaverei. Brasilien war außerdem nie in der Lage sich entsprechend gegen die Übermacht der englischen Seemacht zur Wehr zu setzen.


2.2. Abschaffung des transatlantischen Sklavenhandels


Erst im Jahr 1850 gab das brasilianische Parlament dem Druck von Außen nach und verkündete am 4. September das Gesetz zur Abschaffung des Sklavenhandels. Wie auch Philip Curtin in seinem Werk andeutet, erfolgte die Intention der Briten zugunsten des Verbots des Sklavenhandels, vorwiegend um ihre eigenen Interessen zu wahren:“ External pressure to end the slave trade and slavery came principally from Great Britain. It was partly diplomatic, backed by potential economic sanctions and Britain´s naval action to supress the trade at sea.“3 Warum die politische Meinung in Brasilien schließlich doch dem Verbot des Sklavenhandels zustimmte, bringt Karl-Dieter Hoffmann auf einen Nenner:“ Als 1850 die Briten beschlossen, ihre Verfolgung der Sklavenschiffe auch in brasilianischen Hoheitsgewässern fortzusetzen, bedeutete dies den Todesstoß für den transatlantischen Sklavenhandel“.4 Da die Brasilianer wirtschaftlich von Großbritannien abhängig waren und militärisch der Übermacht der britischen Flotte wenig entgegenzusetzen hatten, lässt sich daraus erkennen, dass der britische Druck ein wesentlicher Punkt zur Abschaffung des Sklavenhandels in Brasilien war.




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