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Wikipedia schrieb am 31.8. 2010 um 01:07:13 Uhr über

Baltimore

Baltimorebɔːltɪmɔːɹ] (USA) ist die größte Stadt im US-Bundesstaat Maryland und eineindependent city“ (kreisfreie Stadt). Sie ist seit 1851 nicht Teil des benachbarten Baltimore County. Sie hatte im Jahre 2006 640.966 Einwohner (2005: 640.064) und ist einer der bedeutendsten Seehäfen in den Vereinigten Staaten.

In Baltimore befindet sich das Wohnhaus und Grab des Schriftstellers Edgar Allan Poe und das des Journalisten H. L. Mencken. Baltimore ist sowohl der Geburtsort des berühmten Baseballspielers Babe Ruth als auch des Schwimmers Michael Phelps, der als erfolgreichster Olympionike aller Zeiten gilt. Baltimore war außerdem Inspirationsort für die amerikanische Nationalhymne. In der Stadt gibt es viele historische Gebäude und landesweit bekannte Denkmäler. Baltimore umfasst neben zwei großen Universitäten zahlreiche weitere Ausbildungseinrichtungen und Museen.

1729 wurde die Stadt gegründet und nach dem 1st und 2nd Baron Baltimore, den britischen Begründern der Maryland-Kolonie, benannt.

Der NameBaltimoreist irischen Ursprungs (nach Baltimore in der irischen Grafschaft County Longford). Das irische „Baile an Tí Mór“ bedeutetOrt des großen Hauses“. Anfangs als Hafen für den Tabakhandel angelegt, entwickelte sich die Stadt rasch zum Zentrum des Handels mit Europa und der Karibik. Als Philadelphia 1777 von den Briten besetzt wurde, tagte in Baltimore der Kontinentalkongress. Im Britisch-Amerikanischen Krieg von 1812 unternahmen die Briten den Versuch, die von Baltimore aus agierenden Freibeuter auszuschalten. Die daraus resultierende Schlacht im Jahre 1814, die am Fort McHenry stattfand, inspirierte Francis Scott Key dazu, die spätere amerikanische Nationalhymne The Star-Spangled Banner zu schreiben.

Am 28. Dezember 1827 wurde in Baltimore durch die Baltimore & Ohio Eisenbahngesellschaft der Grundstein für die erste Eisenbahnlinie der USA gelegt, die am 24. Mai 1830 feierlich eröffnet wurde. Zunächst als reine Pferdebahn ausgelegt, wurden bereits am 31. Juli 1831 – nach einem Wettrennen zwischen der Lokomotive Tom Thumb und einem Pferdalle Rösser ausgemustert und durch Dampfbetrieb ersetzt, obgleich das Pferd das Rennen gewonnen hatte. 1835 kam es in Baltimore zu einer der schwersten Unruhen im Vorkriegsamerika, nachdem die Bank of Maryland zusammenbrach und die Ersparnisse verloren gingen.[1] Die Bank und die Eigentümer der Bankangestellten wurden dabei beschädigt, beim Eingreifen der Miliz wurden 20 Menschen getötet und rund Einhundert verletzt.[2]

1831 bis 1835 lebte der junge Edgar Allan Poe in Baltimore bei seiner Tante Maria Clemm. Er begann hier in großer Armut seine Laufbahn als Erfinder und Meister der Kurzgeschichte, lebte dann in Richmond (Virginia), Philadelphia und New York City, um 1849 auf bis heute nicht völlig aufgeklärte Art und Weise wiederum in Baltimore, und zwar im Washington College Hospital, zu sterben. Er ist hier auf dem Friedhof der ehemaligen presbyterianischen Westminster Kirche (heute: Westminster Hall and Burying Ground) begraben.
Durch die gute Eisenbahnverbindung in den Mittleren Westen und durch die Einrichtung einer regelmäßigen Dampfschifffahrtsverbindung des Norddeutschen Lloyds von Bremerhaven nach Baltimore entwickelte sich der Hafen zum zweitgrößten Einwanderungshafen der USA nach New York.

1886 entwickelte der deutsche Einwanderer Ottmar Mergenthaler hier die Linotype-Setzmaschine.

Am 7. Februar 1904 wurden bei einem Großbrand weite Teile der Stadt eingeäschert. Vier Menschen kamen durch Brandfolgen ums Leben. Der geschätzte Sachschaden betrug rund 150 Millionen Dollar.

Die Schwerindustrie ist seit 1897 vorhanden, als das Sparrows-Point-Stahlwerk eröffnet wurde. Durch die beiden Weltkriege wuchs die Industrie weiter beträchtlich an, speziell durch Stahlwerke und Erdölraffinerien.
Gelegen an der Chesapeake Bay, liegt in der Stadt einer der größten Seehäfen der USA, der Helen Delich Bentley Port of Baltimore, ein Verkehrszentrum zwischen Washington, D.C. und Philadelphia und unterhält den Baltimore-Washington International Airport (BWI). Er war Ausgangspunkt der Siedlungsgeschichte der Stadt.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde Baltimore weltweit bekannt durch die Baltimoreklipper, meist zweimastige Topsegelschoner, die ganz auf Geschwindigkeit konzipiert waren und ihre große Zeit zwischen etwa 1795 und 1925 hatten. Sie stellten den Durchbruch in die Ära der Schnellsegler dar.

Baltimore ist Sitz von vielen Firmen aus der Gesundheits- und Schönheitsindustrie sowie der Medizin und Pharmazeutik. Ebenfalls haben viele Forschungseinrichtungen, sowohl aus der Wirtschaft als auch staatliche Labors, ihren Sitz in und um Baltimore.

Baltimore ist ein wichtiges Industrie- und Handelszentrum in den USA. Die wirtschaftliche Tätigkeit ist auf Forschung und Entwicklung ausgerichtet, speziell auf Pharmazeutik, medizinischen Bedarf und medizinische Dienstleistungen. Außer privaten Laboratorien beherbergt die Stadt 61 Forschungslabors auf bundesstaatlicher Ebene. Die Stadt Baltimore hat knapp 636.000 Einwohner,[3] die Metropolregion Washington, D.C.-Baltimore etwa 7,6 Millionen Einwohner.[4]

Die weltbekannte, besonders in der Medizin herausragende Johns-Hopkins-Universität befindet sich in Baltimore. Im umliegenden Kreis haben die University of Maryland, Baltimore County und die Towson University ihren Sitz.

Baltimore hat mit am stärksten unter den US-amerikanischen Großstädten mit Armut, Verwahrlosung, Drogenabhängigkeit und Suburbanisierung zu kämpfen. Einige innere Stadtteile geben ein schauriges Zeugnis urbanen Niederganges. So liegt Baltimore auch in den letzten Jahren bei der Verbrechensrate in unrühmlich führender Position, mit unter anderem knapp 300 Tötungsdelikten pro Jahr,[5] wobei diese Rate im Jahr Jahr 2008 auf 234 Tötungsdelikte sank.[6] 2009 stieg die Anzahl der Tötungsdelikte allerdings wieder etwas auf 238.[7] Insgesamt sind diese Zahlen mit den für Baltimore niedrigen Raten aus den 1980er Jahren vergleichbar.

Diese Kriminalitätsproblematik ist vielen US-amerikanischen Fernsehzuschauern durch die Serien „Homicide“ undThe Wirevertraut.

In der sehr erfolgreichen SerieThe Wire" lautet ein Spitzname der Stadt daher auchBody more, Murderland“ (dt. in etwa: „noch ne Leiche, Mordland“), eine Anspielung auf die volle Nennung des Namens mit Bundesstaat („Baltimore, Maryland“), wie es in den USA üblich ist.

Laut der Forbes-Liste der gefährlichsten Städte der Vereinigten Staaten von 2009 ist Baltimore eine der zehn gefährlichsten Städte in den USA.[8]

Die oben genannten Probleme inspirierten Randy Newman zu seinem berühmten Lied Baltimore, das auch von Udo Lindenberg in einer deutschen Version interpretiert wurde.

Die Handlung des Musicals Hairspray, von dem es auch zwei Filmversionen gibt (Original von 1988; Remake von 2007), spielt im Baltimore des Jahres 1962.

Baltimore war der Sitz desBaltimore Gun Clubs“, der in Jules Vernes RomanVon der Erde zum Monddie ersten Menschen zum Mond schickte.




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