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beni schrieb am 28.1. 2001 um 01:17:04 Uhr über

Erwachen

ich erwache.

ein kalter raum.
schwarze, blankpolierte wände.
schmal ist er und lang.
keine decke hat er.
nach oben ist er offen
bis weit in die unendlichkeit.
und trotzdem kein himmel, kein nichts dahinter.
schwarzweiße karofliesen, neonlichtatmosphäre.

am fußende meines bettes eine verzehrte,
schmale, große, alte frau in schwarz.
ein spiegel verrät mein alter.
ich bin steinalt.
die schmale frau umsorgt mich ohne liebe.
stellt mir essen hin, macht mich zurecht.
ich habe keinen hunger.

ich habe keine kraft zu sprechen.
die frau hantiert geräuschlos.
ich frage nicht, warum.
es ist mir gleich.
von oben donnergrollen.
dumpf und weit entfernt.
ich wage nicht zu kucken.

in der tiefe des raums wird es schwarz.
ich bekomme angst.

ich erinnere mich.
ich kriege panische angst, bleibe ruhig.

ich war schon immer in diesem raum.
ich hatte immer schon diese angst.
auch war ich schon immer steinalt.
und immer schon diese frau.
ich weiß jetzt sicher, daß ich schon immer nur hier war.
nur ich weiß nicht, was hier passiert ist.


ich glaube, es ist nie was passiert.


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