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Höflichkeitsliga schrieb am 29.8. 2002 um 03:36:13 Uhr über

Künstler

Künstler mögen wir gar nicht! Früher schon! Früher haben wir sogar aufgeschaut zu den Künstlern, so als Teenager, haben uns in den dummen Museen rumgedrückt, und jedes dumme Geschmier war uns wie eine Epiphanie auf Leinwand, jeder fotorealistisch getüpfelte RAF-Terrorist, jeder auf den Kopf gedrehte quatsch, jeder mystische Unfug, jeder monochrome Wandteppich, alles spitze, und Kunstmusik haben wir gehört, und eine Kunstfrisur, und die C&A Klamotten haben wir vesucht so künstlerisch mit den Kaufhofklamotten zu kombinieren, daß es eben so richtig »Künstler-billig« aussah, was uns nie so recht gelingen mochte anscheinend, über die Künstler, da bestand gar kein Zweifel, die waren, tja, eben Künstler.
Heute allerdings, wissen wir, Künstler sind deppen, Künstler haben überhaupt keine Ahnung von nichts, früher hatten wir immer gedacht, die Künstler wären sehr sehr gebildete Menschen, die dir im schlaf alle konkurrierenden Deutungen der römischen Bürgerkriege runterbeten könnten, und als Zugabe quasi noch ein grundkurs in Chemie dazu, jaja, aber die Künstler, die wissen nix, NICHTS wissen die, nichts außer ihrem dummen Kunstmüll haben die im Sinn, die anderen Künstler kennen die vielleicht noch, und ein bisschen so Kunstgeschichte, und das soziale interessiert die immer sehr, gääääähn, das soziale, toll, und dann reden die Künstler immer von der Gesellschaft, gäääääähn, als ob die eine Ahnung von der Gesellschaft hätten, und wenn schon, die Gesellschaft interessiert niemanden, zumindest mich nicht, mich interessiert DER STAAT, mich interessiert es nicht, wenn irgendwelche Künstler/Sozialpädagogen einen kricktischen Videofilm machen über den Konsum und Geschlecht, wo sie Barbiepuppen schwarz anmalen und zerschlagen, mich interessiert vielleicht höchstens noch eine ganz eine offizielle Staatskunst, ohne irgendwelche sozialen Anwandlungen und ohne Bewußtsein, Kunst mit Bewußtsein ist ein Unding, so sieht es aus, Kunst sollte IMMER Auftragskunst sein, und nie so ein Autorenquatsch, vergessen kann man das, dem Künstler muss man nämlich 30 Millionen im Vorraus in die Tasche stecken und sagen, so, du machst das jetzt so, das und das, weil sonst fängt der wieder an mit dem sozialen, und den Leuten aus der Nachbarschaft, und die Leute aus der NAchbarschaft, die interessieren mich einen scheiß, das sind nämlich alles Nazisöhne/-töchter/-enkel und wenn es Ausländer sind, dann ist ihnen eh nicht mehr zu helfen, das interessiert mich dann erst recht nicht.
Letztendlich bietet es aber auch keine Sicherheit dem Künstler viel geld zu geben, und ihm ganz fürchterlich einzuengen in seiner Arbeit, weil DER KÜNSTLER HAT EINFACH VON NICHTS EINE AHNUNG! ES FLIEGT IHM EINFACH ALLES ZU, MEINT ER! ABER ES IST NICHT SO! DER KÜNSTLER MUSS BESCHEID WISSEN! UND ZWAR NICHT IN DER FRANZÖSISCHEN MODEPHILOSOPHIE! SONDERN ÜBER ALLES ANDERE! Soll er doch. Soll er doch seine Zigaretten rauchen! Aber wir schmeißen unsere Schachtel weg, und werden was vernünftiges.






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