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stormvogel schrieb am 5.12. 2002 um 22:54:08 Uhr über

Sonett

RainerMariaRilke:
Das VII. Sonett


Rühmen, das ists! Ein zum Rühmen Bestellter,
ging er hervor wie das Erz aus des Steins
Schweigen. Sein Herz, o vergängliche Kelter
eines den Menschen unendlichen Weins.

Nie versagt ihm die Stimme am Staube,
wenn ihn das göttliche Beispiel ergreift.
Alles wird Weinberg, alles wird Traube,
in seinem fühlenden Süden gereift.

Nicht in den Grüften der Könige Moder
straft ihm die Rühmung lügen, oder
dass von den Göttern ein Schatten fällt.

Er ist einer der bleibenden Boten,
der noch weit in die Türen der Toten
Schalen mit rühmlichen Früchten hält.

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Rainer Maria Rilke, zwischen dem 2. und 5.2.1922, und kurz vor dem 23.2.1922, Chateau de Muzot



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