In meiner Kindheit hat es eine Weile gedauert, bis ich mich an die Toleranzen gewöhnt hatte, die sich unsere Milch- und Gemüsefrau erlaubte, wenn alles Mögliche ausgewogen wurde. An sich war ich immer empört über ihre Ungenauigkeit, die meinen Gerechtigkeitssinn verletzte. Dass sie in beiden Richtungen ungenau wog, tröstete mich kaum. Im Gegenteil, das fand ich besonders unordentlich. Ganz bin ich das Problem bis heute nicht losgeworden: weniger Toleranz wäre mir immer noch lieber, angesichts der zwanghaften Ausgewogenheit öffentlicher Diskussionsveranstaltungen.