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Mitteilung von Reitlehrerin (30.10.2021 15:10:49):
Mal offen gesagt..

Hallo, Reitfrauen und Pferdemädels, ich lese hier eure Beiträge in denen Ihr schreibt,
was Euch beim Reiten reizt und was Euch beim Zuschauen anmacht. Ich bin seit vielen Jahren
Reitlehrerin und gebe auch Volti-Unterricht und sehe viele Mädels mit der Reiterei wachsen und erwachsen werden
und viele Frauen , die sich beim Reiten ausleben. Deshalb kann ich euch mal eins sagen:
So wir ihr fühlt, geht es ganz vielen Reiterinnen.( Zu den Männern kann ich nicht so viel sagen, die machen ihr Ding
und reden auch nicht so viel darüber).
Wenn sie klein sind, beobachten sie ihre Vorbild-Mädchen und tuscheln:" Die xxx heute, die hat es ihrer Stute aber mal richtig gezeigt,
bis sie endlich pariert hat“ „ hast Du gesehen , wie sie draufgehauen hat: Danach war der sture Friese aber ganz klein mit Hut“
„ toll, wie sie die Sporen vor dem Hindernis reinhaut, der verweigert so bald nicht mehr“ usw.
Und sie wollen nichts mehr, als das selbst auch können und machen und zwar immer wieder!
Und sie machen es , jedenfalls ganz viele: In der Halle stellen sie ihre Pferde in die Ecke und dann gibts Haue und Stiche
für Faulheit oder Widersetzlichkeit, mit der sie die Reiterin blamiert haben, sie reiten mit Gleichgesinnten aus und
nehmen die Pferde so ran, dass die danach völlig fertig sind und die verschwitzten Hintern verstriemt.
Sie steigern die Dressuraufgaben so, daß die Pferde Mühe haben, sie zu schaffen , aber nur mit permanentem Gerten und Sporen-Einsatz.
Was ich sagen will: Dieses Machtgefühl über ihre Pferde macht sie süchtig, macht sie wuschig und sie wollen es haben.
Als Selbstrechtfertigung erzählen sie sich reitpädagogische oder pferdepsychologische Alibis „ die Stute braucht die Gerte, sonst
strengt sie sich nicht an“, „ der Wallach geht nur mit langen Sporen S-Dressur“ , „ich lass mich von dem Luder doch nicht verarschen „
usw. Also: Es ist in ganz vielen Reiterinnen drin, die meistens geben es sich nur selbst zu.
deshalb finde ich das, was Manuela hier schreibt, sehr ehrlich und mutig, aber sie zieht auch ihre persönliche Grenze,
wenn die Angemessenheit überschritten wird. So sehe ich das auch und und so nehme ich auch Einfluß auf
meine mir anvertrauten Schülerinnen.