Stille
Bewertung: 6 Punkt(e)Wenn das, was du zu sagen hast, nicht schöner ist als die Stille, dann schweige! Nachzulesen bei Michel Tournier
| Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) | 128, davon 124 (96,88%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 53 positiv bewertete (41,41%) |
| Durchschnittliche Textlänge | 210 Zeichen |
| Durchschnittliche Bewertung | 0,547 Punkte, 59 Texte unbewertet. Siehe auch: positiv bewertete Texte |
| Der erste Text | am 28.2. 2000 um 21:41:08 Uhr schrieb Tanna über Stille |
| Der neuste Text | am 27.11. 2010 um 19:22:41 Uhr schrieb Mariska über Stille |
| Einige noch nie bewertete Texte (insgesamt: 59) |
am 25.10. 2004 um 17:30:36 Uhr schrieb
am 30.6. 2004 um 11:35:31 Uhr schrieb
am 10.1. 2003 um 10:42:35 Uhr schrieb |
Wenn das, was du zu sagen hast, nicht schöner ist als die Stille, dann schweige! Nachzulesen bei Michel Tournier
Die Sonne, wenn sie aufgeht,
bringt es fertig
ohne Lärm und
ohne Worte
der Erde und dem Mond
Licht und Wärme zu geben.
Die Omis (Achtung, es sind »Bewohner«) sitzen im Aufenthaltsraum nach dem Mittagessen und sehnen das Kaffeetrinken herbei. Keine sagt ein Wort, hier und da wird verzweifelt geröchelt.
Frau Wehmeier (am Stuhl festgebunden, will immer aufstehen und stürzt dabei) beginnt das Ritual. Frau Wehmeier: »Walter!«
1., 2. und 3. Omi:»Frau Wehmeier!«
(Die 1., 2. und 3. Omi, allen voran die fiese Budde, sind empört über den plötzlichen Lärm.)
Frau Wehmeier:»Walter!«
Omis:»Frau Wehmeier!«
Und so geht das jeden Tag.
Stille.
Frau Wehmeier:»Walter!«
Omis:»Frau Wehmeier!«
Stille.
Frau Wehmeier ist die einzige Omi, die noch eine Stimme hat,eine ziemlich laute sogar, die anderen flüstern und ächzen mehr. Aber sie sagt immer nur ein Wort:
Frau Wehmeier:»Walter!«
Omis:»Frau Wehmeier!«
Und wieder Stille. Mannomann, das kotzt einen schon nach einer Woche an. Doch irgendwann, eines schönen Nachmittags, zwischen Mittagessen und Kaffee:
Stille.
Frau Wehmeier:»Wärn wa man zu Hause jeblieben, wärn wa schlauer jewesen.«
stille ist nicht ruhe.
stille ist mehr als ruhe.
es hat eher was ganz eigenartiges. unangenehm kann sie sicher sein, zb wenn man sich alleine fühlt oder angst bekommt, wenn so ein gefühl aufkommt irgendwas stimmt nicht oder es verstummt einfach alles was voher so schön laut und lebendig war.
sei still herrschen manche eltern ihre kinder an.
sei endlich still sagt so mancher partner zu dem anderen.
ich glaube ich mag die stille überhaupt nicht-
die ruhe ja-die stille nein.
Es kommt der Zeitpunkt, dass einem alles zu viel wird, irgendwann. Reizüberflutung. Mancher versucht, durch Änderung der Reize, die Situation zu verbessern. Aber das ist zum Scheitern verurteilt. Schließlich bleibt nur noch die Flucht in die Stille. Leider gibt es sie nicht, denn auf ein mal hört man seinen eigenen Atem. Und wenn man gelernt hat, diesen zu ignorieren, dann fängt man an, sein eigenes Blut zirkulieren zu hören. Und wenn man auch das überhören kann, dann kommt der Tinnitus. Dann wird es wieder Zeit für Reizüberflutung.
Die Stimme in mir ist verstummt. Vor Tagen noch konnte ich mich kaum noch all der Ideen erwaeren, die mich in alle Richtungen zogen. Heute jedoch hoere ich nichts mehr. Ein eiskalter warmer Schleier umgibt mich, bringt jedes Wort zum Verstummen. Bin abgeschnitten von der Umwelt, abgetrennt von mir. Identitätslos, verloren.
Ein tranceartiger Zustand der eher dem Tod als dem Leben ähnelt. Und doch ist es ein Anfang.
sei leise, sonst kann sie sich konzentrieren. halt die klappe und stell die alarme auf stumm: sie ist jetzt ganz hirnstammnah.
kontrolliere deine gedanken, du baust hier ein magnetfeld auf, das sämtlichen elektrosmog in den schatten stellt. und mach das licht aus. das lenkt sie sonst ab.
aber atmen, darf ich noch atmen?
solange du nicht dabei schnarchst.
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