Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) 307, davon 224 (72,96%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 130 positiv bewertete (42,35%)
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positiv bewertete Texte
Der erste Text am 13.7. 2017 um 12:24:07 Uhr schrieb
ich sagte voilà! und über Donnerstagsbeichte
Der neuste Text am 14.10. 2018 um 10:57:51 Uhr schrieb
masXin über Donnerstagsbeichte
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Einige überdurchschnittlich positiv bewertete

Assoziationen zu »Donnerstagsbeichte«

masXin schrieb am 7.10. 2018 um 11:53:35 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 10 Punkt(e)

Mein Freund, der Magister Federer, setzt sich für mein Werk ein. So sagt er.
Wie das klingt: Werk.
Vom Tod in Venedig hat er 1 Exemplar nach Lübeck sogar schicken lassen ins dortige Buddenbrookhaus, ein anderes ins Literaturhaus in München, nach vorheriger Anfrage natürlich. Auch die Oper hat eines übernommen und in das sogenannte Spielplanarchiv einsortiert.
Somit wären alle 20 Exemplare, welche der Arcadia Opera Shop in Kommission genommen hat, verkauft - verteilt jedenfalls; eines habe ich ja selbst erworben, indem mein Donnerstagsbub eins der signierten Bücher sich gewünscht hat mit einer persönlichen Widmung.
Meine stille Hoffnung ist gewesen, dass weiterer Bedarf gemeldet würde, an meinem Buch »John und Alexander« etwa, wo es ja auch um die Wiener Staatsoper geht zu einem großen Teil.
Indes, oft bedauere ich auch diesen Schritt in die Literaturwelt (es war ja einzig die Initiative des Federer gewesen).
Draußen vor der Tür von meinem Buchladen in der Garbergasse, in der Kiste mit preislich herabgesetzten anderen Büchern, ist das nicht am angemessensten. Sie können mir auch gestohlen werden.
Der Federer ist mir zwar als Leser schon immer sympathisch gewesen. Aber da ist außer ihm dieser Malte Regow, der auch alles von mir liest, wohnt sogar gleich um die Ecke, den empfinde ich als einen unguten Einschleicher.

masXin schrieb am 28.9. 2018 um 10:43:56 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 8 Punkt(e)

Da muss also erst ein Magister Federer kommen und mich über diesen mir noch bis vor kurzem doch sehr suspekten Hornschnitzer Malte Regow aufklären.
Einen anerkannten Lehrmeister habe der gehabt, Japaner, der Name ist Oyama, welcher einst in Wien gelebt und unterrichtet habe. Das Wort Nezke höre ich zum ersten Mal aus Federers Mund: so werden in Japan gewisse Kleinkunstwerke aus Holz oder Horn genannt.
»Er hat alle deine Werke gelesen«, der Regow nämlich, so Federer. »Und einen Nezke aus Regows Werkstatt habe ich dir mitgebracht! Kein Geschenk! Du darfst aber anfassen

Mir fällt sofort diese Szene ein, welche ich mir einst erdacht hatte, aber in welchem meiner Bücher? War es in »John und Alexander« oder in den »Memoiren eines Neffen«?
Dargestellt und kunstvoll gefertigt sind, außer dem Protagonisten, drei Buben, ich weiß die Namen noch genau: Maximilian, René, Sebastian. »Seliges Ineinander« hatte ich diese Phantasie genannt.
Auch eine Lupe hat der Federer mitgebracht zum genaueren Hinschauen.
Ich kann nur staunen, staunen, staunen! Indem ich genau erkenne, wer wie und wo seine Lust findet, sogar eine winzige Hand entdecke ich, welche bei einem Einführen behilflich ist. Meister Redow hat das von mir Ersonnene weit, weit übertroffen! Und dies alles aus Elfenbein und nicht größer als ein Äpfelchen!



masXin schrieb am 7.10. 2018 um 15:23:59 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 14 Punkt(e)

Was er berichtet hat, interessiert mich ungemein, und da mein Donnerstagsbub ohnehin ein Fußmallmatch hat am heutigen Sonntag, bin ich sofort hin, zum Arcadia Opera Shop, um Malte Regows geschnitzte Zauberkunst mir anzuschauen.
Ist mir bislang nicht aufgefallen, und war doch eben dort aufgestellt, wo mein Buch zum Verkauf auslag, dasMarimbaphon. Ein Tod in Venedig“.
Ist ja sehr klein, wie alles Schnitzwerk von Regow. Ist aus mehreren Teilen zusammengesetzt, und auch aus verschiedenen Materialien bestehend. Hintergrund bildet die Fassade eines Hotels, jedenfalls sind das oberste Stockwerk und Fenster und Balkone erkennbar, sowie das Dach und auf dem Dach gut lesbar „ALBERGO MORBIDO “, also nichtGrand Hotel Excelsior“ wie im Roman. Im übrigen ist das Hotel hinter einem rot-weiß gestreiften Sonnensegel verborgen, aus einem textilen Material, das bis nach vorne reicht, wo es von einem Gestänge gehalten wird, welches im sandigen Boden steckt. Dieses Sonnensegel wird soeben rechts vorne befestigt, von einem reizenden und stämmigen und fast nackten Buben, Tadzio also, der dabei die Arme nach oben strecken muss, und er ist aus bräunlichem Holz geschnitzt.
Unter dem Sonnensegel, auf einer Liege aus feinst geflochtenem Bambus, befindet sich, und zwar aus bleichem Elfenbein, Gustav Aschenbach. Dieses Stück Elfenbein war ein minderwertiges, indem es einen bräunlichen Fleck aufwies, welchen aber Malte Regow genial in die Mitte der hellen Sommerhose placiert hat, indem der Aschenbach ja am Sterben ist infolge der in Venedig grassierenden Cholera. Indes, ganz tot ist er noch nicht, kann den rechten Arm noch ausstrecken, kann mit letzter Kraft den Po des Tadzio eben noch berühren.

masXin schrieb am 14.10. 2018 um 10:57:51 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 16 Punkt(e)

Haben wir uns nicht verwundert kurz angeblickt, hat er nicht meine Hand in die seine genommen, als wir in der Michaelergruft lasen, was an einer Stelle auf die Mauer gemalt war: 𝐃𝐈𝐄 𝐋𝐈𝐄𝐁𝐄 𝐈𝐒𝐓 𝐒𝐓𝐀𝐑k 𝐖𝐈𝐄 𝐃𝐄𝐑 𝐓𝐎𝐃? Indem wir beide im Apollo das filmische Machwerk »The Nun« gesehen haben, weil Adrian das Fürchten lernen wollte, vergeblich, nahmen wir hier in der Gruft der Michaelerkirche einen neuen Anlauf.
Nicht, ohne zuvor uns in Mozarts Requiem versenkt zu haben, welches in der Michaelerkirche erstmalig exequiert wurde, für einige Minuten wenigstens.
Es waren nicht die zerbrochenen Särge, die Knochenhaufen, die Gesichter der Mumien: unfroh, zerknirscht, gar vorwurfsvoll, nur scheinbar freilich, es war die unfrische Luft, die meinem Donnerstagsbuben unerträglich wurde, so dass wir umgekehrt sind und erst draußen tief wieder durchatmeten und hinüber zur Hofburg schauten.

masXin schrieb am 27.9. 2018 um 11:42:14 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 7 Punkt(e)

So einig waren wir uns noch nie, mein Donnerstagsbub Adrian und ich. Ein gemeinsames Manifest geradezu hätten wir verabschieden können am Ende, dabei hat doch alles begonnen mit der Frage von Adrian, was »inkontinent« bedeutet.
Er hat nämlich unserer Obfrau Gerda und ihrem Freund Malte »Malti« Regow heimlich zugehört, und Gerda soll gesagt haben: Hauptsache ist doch, dass du nicht mehr inkontinent bist.
Mit meiner Hilfe konnten wir beide dann so einiges aufschlüsseln und verstehen, indem der Herr Regow sich einer Prostata-Operation hat unterziehen müssen und seitdem unsere Gerda nicht mehr so verwöhnen kann wie früher. Aber dass er da der Gerda einen selbstverfertigten Dildo schenkt! Er hat nahebei eine kleine Werkstatt und schnitzt allerlei, sogar aus Elfenbein; der Dildo allerdings ist aus einem Antilopenhorn gemacht.
Dass eine alte Frau wie Gerda so etwas noch notwendig hat, echauffiert sich Adrian. Überhaupt ist doch Sex und ein Kind zeugen und Schwangerschaft und Geburt peinlich und eklig! Essen und anschließend Scheißen ist auch peinlich und eklig! Was er in der Schule schon für Filme hat anschauen müssen!
Wir beide hoffen sehr auf eine anständige Gentechnik, so dass wir uns nur noch mit Vitaminpillen ernähren brauchen und der Darm ist ein einziger Blinddarm und das Poloch ist einzig und allein nur noch zum Vergnügen da.
Den Sex abschaffen könnte man doch auch. Dafür einen Orgasmus kriegen bei einer schönen Melodie zum Beispiel! Und etwas schlecht Geschriebenes, das tut weh, dass man schreien muss! Jedenfalls soll der Körper nicht mehr weh tun und sterben auch nicht.
Ich sehe schon eine Zukunft für meinen Donnerstagsbuben voraus, indem aus ihm ein begnadeter Transhumanist wird.
Unser schönes Wien wird gerühmt werden als die Stadt eines Ludwig Wittgenstein, eines Adrian Wasserbauer!




masXin schrieb am 7.8. 2018 um 14:40:00 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 7 Punkt(e)

Indem Gerda gestern abend eine besonders schöne Brettljausen angerichtet hat, hätte ich mir schon denken können, dass noch Gäste erwartet werden, ein Gast wenigstens, und der war Adrian.
Es war eine schöne Überraschung, und auch wieder nicht - warum habe ich mich nicht getraut zu fragen? Nämlich, ob er als Gast nur gekommen ist, oder bleiben will, ob er übernachten wird einmal wenigstens, oder ein paar Tage bleiben sogar.
Gerda angerufen also hat er, ist eingeladen worden sogleich, und Gerda sagt mir nichts. Gerda weiß vielleicht noch mehr und macht ein Geheimnis daraus. Ich nicht, Gerda hat am Ende ihn gefragt: kannst du schon überblicken, wie lange du bleiben wirst?
Ein paar Tage doch mindestens, hat da Adrian geantwortet.
Ein schönes T-Shirt hat er angehabt und neue Schuhe. Hat ihm sein Vater spendiert. Ich mag die Geheimniskrämerei der Gerda nicht. Es ist eine üble Bevormundung. Was für einen Appetit der Adrian gehabt hat! Und als ich dann auch einen gekriegt habe plötzlich, war kaum noch etwas übrig, habe mir aber ein zweites Ottakringer aufgemacht.
Dann war endlich eine Gelassenheit, so dass ich einfach zu meinem Donnerstagsbuben gesagt habe: du, ich hab mich gar nicht getraut zu fragen, ob du bleiben willst. Weißt du, wegen einer eventuellen Enttäuschung.
So ist er also diese Nacht geblieben. Es war wie neulich, als Gerda den Deckel vermisst hat von der schönen porzellanenen Zuckerdose mit den Einhornmotiv. Nach Tagen erst ist dieser Deckel mit dem schönen Zipferl zum Anfassen aufgefunden worden, und endlich obendrauf saß der Deckel wieder, wo sein Platz ist.

masXin schrieb am 30.8. 2018 um 17:09:56 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 6 Punkt(e)

Noch immer ist ein Pallawatsch in unserer Wohnung infolge des gestrigen Mittwochsalons (Thema »Rebellion«), indem alles anders sich entwickelt hat als ursprünglich geplant. Es begann für mich mit der Abholung der Susanne Chelmsford oder Susu, wie sie auch genannt wird. Diese Susu wollte ewig nicht fertig werden, hat mich auf aufreizende Art auch um allerlei Handreichungen gebeten. Aufreizend, indem sie mich, meine Vorlieben bespöttelnd, immer wieder gefragt hat, ob sie nun knabenhaft genug wirke, indem sie etwa die ohnehin kurzen und gescheitelten Haare noch mit einem Gel befestigte, auch weit geschnittene Herrenhemden anprobierte, welche den Busen verbergen sollten.
Jedenfalls, als wir reichlich verspätet im Rennweg ankamen, fiel uns sofort ein in zweiter Reihe vor der Haustür parkenden Catering-Lieferwagen der Firma Al Zaytouna auf, aus welchem Servierplatten mit orientalischem Süßzeug ins Haus getragen wurden.
Wer sonst als Ilyas war der Besteller, der eigentlich nur als Servierhilfe für den ausgefallenen Adrian eingesprungen ist. Von einem akademischen Vortrag wusste er nichts, ein Bankett hatte er vermutet, und war vor der Dürftigkeit unseres kalten Bufetts bitter enttäuscht, wie wir es für den Salon anzurichten gewohnt sind.
Auf das gänzliche Versagen unseres Redners Ambros Purpur, auch auf die von vielen, nicht von allen, sehr bewunderte Bauchtanzkunst des Ilyas will ich ein anderes Mal eingehen.

masXin schrieb am 26.6. 2018 um 10:26:36 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 5 Punkt(e)

Lange haben wir nach einer Hose suchen müssen, indem sich Adrian, der Donnerstagsbub, einen Perfektionisten nennt. Knöchellang sollte sie sein, weicher Baumwollstoff, unten eng anliegend, oben mit Kordel zu befestigen. Und warum nicht sollte, was in Wien angesagt ist, in München ebenso gut zu finden sein. Am Ende hatte der geduldige Angestellte diese Hose hervorgeholt: schwarz, fein gerippt. Wieder warte ich vor der Kabine. Vorhang auf: ist die nicht schön? Jetzt ist alles perfekt.
Auch im Bett hatte er sie an, einen Schlafanzug hatten wir nicht mit.
Im Bett eine Hose anhaben, selbst in einer warmen Juninacht, ist ihm eine Angewohnheit, die mir sehr gefällt. Bedeutet doch das Ausziehen der Hose eindeutig Bereitschaft und Lust zu mehr - ob er sie abstreift oder ich, er muss doch wenigstens den Po anheben ein wenig. Das Ausziehen der Hose hat 2 Akte, der erste ist besinnliches Kooperieren, möglichst ohne Hast. Der zweite ist ein rücksichtsloser Befreiungsakt: achtlos wird die Hose getreten, bis sie aus dem Bett und auf den Boden fliegt. Ganz billig war sie nicht, die neue Hose.
Später, es war eine unruhige Samstagsnacht, weil mitten in Schwabing, und es war beim Versteckspiel. Dieses Mal: eine unheimliche Leere im Hotelzimmer - war er hinausgeschlichen womöglich.
Dann erblicke ich ihn, ich habe dann doch müssen das Licht einschalten, und wo? oben auf dem Kleiderkasten. Ohne Hose, ohne alles, und wie er da oben so sitzt - man könnte es eine klassische Pose nennen, würde er nur lächeln, andeutungsweise lächeln, nicht so grinsen.
Auf dem Kasten oben sitzt er also in einer klassischen Pose und schaut zu mir herab. Es wird mir unvergesslich bleiben, indem ich manches Vorstellbare mir vorgestellt habe bereits, vieles aber noch nie.

masXin schrieb am 6.8. 2018 um 14:03:28 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 5 Punkt(e)

Doch nicht Großmutter!“ so Ilyas über diese alte Dame nämlich, die ihn gesalbt und eingekleidet hatte neulich, und die meiner Meinung nach hätte seine Großmutter sein können. Nach allem, was ich erfuhr, ist sie eine Haussklavin eigentlich, indem sie vermutlich illegal in Wien lebt und ganz von des Ilyas Verwandtschaft abhängig ist. Nada heißt sie, und es ist wohl einzig Ilyas, von dem sie etwas Zuneigung erfährt, indem sie all seine Launen erträgt. Dieser hat, ganz unzusammenhängend übrigens, dies und jenes über sie und den Haushalt überhaupt mitgeteilt, wovon mir manches sehr komisch erschien, umso mehr, als er alles ganz ernst vorträgt. So ist die Nada für ganze Batterien von Tages- und Nachtcremes zuständig, derer des Ilyas empfindliche Haut bedarf, und die sachgemäß aufzutragen sie in all den Jahren immer noch nicht gelernt hat. Aber er ist nun einmal auf die Nada angewiesen, und für ihn ist sie gut genug, sagen alle immer. Ja, man hat schon gedroht, die nichtsnutzige Nada aus dem Haushalt zu entfernen und sie dorthin zurückzuschicken, wo sie herkommt, was ein ganz unbedeutendes Kaff in Ägypten sein muss, und er ist doch gelenkig genug, sich selbst überall einzucremen, womit auf eine Dienstleistung der Nada angespielt wird (das einzige, was sie wirklich gut kann, gab Ilyas zu), nämlich den Ort zu pflegen, dessen Eingang und Tiefe einem selbst nur mit Mühe und Überwindung zugänglich ist. Indem ich nicht alles sofort begriffen habe, glaubte Ilyas, ich hätte Zweifel, und sagte, was er schon ein paar Mal meinte bekräftigend sagen zu müssen: „so wahr ich meiner Mutter Sohn bin!“

masXin schrieb am 10.8. 2018 um 09:25:52 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 5 Punkt(e)

So bin ich nach Monaten der Enthaltsamkeit doch wieder zur Mariahilfer gegangen, zwar nicht zur Donnerstagsbeichte, wie sie dort für meinesgleichen eingerichtet ist, indem es sich ergeben hat, dass ich mehr als eine Stunde zu früh angekommen bin.
Also begab ich mich in den Kirchenraum, um zu warten, und bemerkte sogleich, dass auch dort Beichte möglich war, die ganz gewöhnliche Beichte eben.
Schon bei den ersten Worten bemerkte ich, dass mir die Stimme des Beichtigers wohlvertraut war. Indes, es gelang mir nicht, mich an den Inhaber dieser angenehmen Stimme zu erinnern. Mir war auch, als ob auch ich ihm gut bekannt sei.
Jetzt erst wird mir klar, dass er dann aber das eine und andere gar nicht hätte fragen müssen.

Einen Halt habe ich dem Donnerstagsbuben gegeben während einer Zeit, wo er eines solchen dringend bedürftig war, davon ist er überzeugt. Aber ist diese Zeit nicht abgelaufen inzwischen? Bin jetzt vielmehr nicht ich der Haltlose? Der Halt sucht an einem, der zwar gefestigt ist bereits, aber noch üben muss?
Eine Stille ist danach eingetreten. Dann vernahm ich, wie mein Beichtiger sich erhob und davon ging. Ich selbst blieb noch. Ich hätte gerne ihn noch gesehen, ihn erkannt womöglich. Indes, ich blieb noch sitzen eine geraume Zeit.

masXin schrieb am 9.2. 2018 um 15:27:51 Uhr zu

Donnerstagsbeichte

Bewertung: 5 Punkt(e)

Wenn mein Donnerstagsbub Adrian zur Schule gegangen ist, gönne ich mir oft noch einen Nach-Frühstücks-Schlaf auf Gerdas Chaiselongue, indem ich in der Nacht oft wach liege und nachdenke. Auch wage ich es oft nicht, Adrians Schlaf zu stören, es sei denn, er drückt mich allzusehr und ich muss einen Arm vorsichtig hervorziehen und mir eine andere Position suchen. Dann muss ich mir einleuchtend machen, dass es doch in der Welt für mich keine erwünschtere Last und keine erwünschtere Sorge gibt.
Und wie leben wir dennoch in voneinander getrenntesten Universen, denke ich weiter. Dann erinnere ich mich meines (abgebrochenen) Physikstudiums und wie relativ unbedeutend das Früher-Soeben-Später ist (nach Einstein) und sogar das Hier-Dort (nach Planck). Nicht getrennte Universen sind es, in denen Adrian und ich leben, eher doch verschiedene Länder, an einander angrenzende gar und nur durch eine natürliche Grenze getrennt, durch einen schönen mit vielen schönen Brücken überbrückten Fluss vielleicht, auf denen ein schöner und lebhafter Verkehr stattfindet.



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