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Christine schrieb am 23.2. 2016 um 22:38:55 Uhr über

Angestellter

maxens geschichte ist mir so auch mal passiert - mit dem schlagzeuger der walkabouts. ich war zwei stunden zu spät. er war schon beim zusammenräumen, steckte mir aber eine cd zu. mein schönstes konzert überhaupt. thomsenbraune augen hatte der. thomsens augen gibt es kein zweites mal. das war quatsch. aber schön wars. mir vorzustellen, dass thomsen mir was selbstgemachtes zusteckt, tut gut. ein buch, das er geschrieben hat und das penetrant nach vanille stinkt. es gab mal eine zeit, da hat er ohne punkt und komma gequasselt - immer und überall. halblaut, du musstest fast in ihn reinkriechen um ihn zu verstehen. angeschaut hat er dich dabei sowieso nicht, sondern dir die chance gelassen genau das zu sehen, was ihn selbst grad interessiert. die illusion von nähe, die sich dadurch ergab, war wahnsinn. wahnsinnig intensiv. meist eingeleitet durch ein intensives schniefen bei dem die augen immer noch ein bisschen feuchter wurden als sie sonst schon waren. dieses ständige leuchten, an das du dich so schnell gewöhnen konntest und für das du alles getan hättest, nur damit es noch ein paar sekunden länger dich meint. ihn schniefen zu hören und mir vorzustellen, dass es nur ein bisschen infrarot braucht, um in irgendeiner küvette zu messen wie der atem raum verändert, lässt dich den widerstand vergessen, den du dem so malträtierten aufzwingst, nur um ihn besser zu verstehen. dann jahre später eine frau zu treffen, die sich über ihren lungenfunktionstest beschwerte war wie ein verspätetes und dafür umso endgültigeres aufwachen aus fletchers visionen vom single breath test for co2. naja. jemandem einen zu blasen ist das letzte. so wichtig kann kein lungenfunktionstest sein. pappröllchen benutzten die und total schwerfällige mechanik. die reinste schikane. und das dann noch zu irgendwelchen vorhersagen auszulasten resp. zu zweckentfremden, war denkbar bescheuert aber üblich. bereits die trockene pappe zwischen den lippen ließ dich ahnen, dass das kommende beißend scharf schmecken wird. der rußzeiger auf der trommel staubte das einzuatmende zusätzlich ein. nostalgischer muff irgendeines eigenbrödlers hat dieses stück schrott die wende überleben lassen. aber das war wie gesagt alles nix gegen die küvette, die an glücklichere tage erinnerte, in denen vater seine lichtreaktion in plexyglas verpackt auf dem institutsinnenhof ausbilanzierte. bereits in den 1960-ern konnte er seine umgebung davon überzeugen, dass seine epoxidharzskulpturen zwar raumgreifend sind aber schon einen gehörigen umweg wert sind, wenn man zur kantine wollte. das laub umwehte also immer ein hauch aus lauwarmem kartoffeldunst und abwaschwasser zu mit soßenpulver angerührtem glibber, serviert von einer kellenschwingenden schönen mit dreitagebart. küvetten ...


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