Leichenwagen sind ein völlig überflüssige Einrichtung. Im Zuge der allgemeinen Rationalisierunsmaßnahmen sollte aus Kostengründen vermehrt auf naturnahe Methoden der Entsorgung von Leichen zurückgegriffen werden. Die Aasgeierzuchtverbände etwa machen seit Langem auf die triste Situation ihrer Schützlinge aufmerksam und verweisen immer wieder auf die Möglichkeit der natürlichen Verbringung unserer Verblichenen.Es kann nicht angehen, daß unsere Gesellschaft kostbare Energiereserven verschwendet, um Leichen zu entsorgen. Die kurzwegige Verbringung der Leichen auf die weit verbreiteten Flachdächer unserer Wohnstätten, Kliniken, Krankenhäuser oder Altenheime in offenen und leicht zu reinigenden Trögen ließe uns verschwenderische Transportkosten vermeiden und würde unsere Ortschaften zu einem Hort des Interesses für alle Arten von malerisch einschwebenden Geiern, trolligen Aasfressern und Fliegenarten werden, die sich hier endlich wieder heimisch fühlen könnten. Der Unterhaltungswert für unsere gelangweilte Bevölkerung und insbesondre der naturentfremdeten Jugend wäre dabei bereits inkludiert und würde helfen, das Überhandnehmen des Fernsehkonsums, der wiederum mit hohen Energiekosten verbunden ist, einzudämmen. Und den Hinterbliebenen wäre es leichter, durch das Gefühl, etwas Nützliches getan zu haben, mit ihrer Trauer umzugehen. Das Einscharren der Leichen in schwer zugänglichen Holzkisten stellt für die heimischen Bodenkulturen ja seit jeher ein schwere psychische Belastung dar. Man stelle sich nur vor, der Mensch müßte sich eine derartige Behandlund gefallen lassen, die man den Untertagebewohnern fortlaufend zumutet. Entsprechend würden dann unsere Speisekammern und Kühlschränke verschlossen und über Monate bis Jahre unzugänglich gemacht sein, und unserer Ernährung wäre ein Riegel vorgeschoben, der zu absurden Situationen führen müßte. Die Menschen müßten dann über lange Zeiträume hungrig und frustriert um die Nahrungskammern herumschleichen, bis sich hie und da die ersten Lücken infolge Materialalterung auftäten und die Nahrungsmittel nach und nach freigäben. Die Kosten für Appetit-stillende Kokablätter, Beruhigungs- und Durchhaltepillen würden ins Unbezahlbare steigen und die Kostenspirale im Gesundheitswesen weiter hochtreiben. Aus diesen Gründen hat man ja seit jeher auf diese belastenden Methoden der Menschenhaltung verzichtet. Hier ist also ein Umdenken im Sinne der Erdbewohner unter Tage längst überfällig. Die Psychiatriekosten für Maden und Bakterienkulturen sind seit Jahren aktenkundig und werden aus Gründen des Fehlens einer entsprechenden Lobby im Bundestag traditionell ignoriert. Der Gesundheitsminister fühlt sich nicht zuständig. Und die Psychiater für Tiere und Kleinstlebensformen versuchen darüberhinaus immer wieder, entsprechende Reformansätze zu torpedieren.
|