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Liebe Nina !Ich bin nicht mehr verschlossen, weil mein Mann, der 11 Jahre älter war als ich, vor zwei Jahren sehr plötzlich an einem Herzinfarkt starb. Ich bin nun Witwe und möchte es auch bleiben. Den ursprüglichen Grund der Selbstbefriedigung habe ich mit Hilfe des Gürtels überwunden. Aber der KG und sein Schlüssel sind noch immer ein Erbe meines Mannes, das mich bewegt und fasciniert. Sehr oft schließe ich mich, wenn ich das Haus für einige Stunden verlasse, selbst ein, erlebe den Druck des Taillengürtels und den Druck und die leichte Reibung des Schrittgürtels,fühle mich gut in meiner unantastbaren Rüstung und bin damit unserer gemeinsamen Zeit wieder näher.
Denn die Jahre der Verschlossenheit waren sehr gute und erfüllte Jahre. Ja, ich würde mein Geschenk an meinen Mann immer wieder wiederholen, weil nicht nur ich selbst der Fascination des Gürtels unterlag, sondern auch mein Mann durch den Gürtel unsichtbar mit eingeschlossen erschien. Mein Geschenk hat ihn so erfüllt, daß sich seine Treue ins Unantastbare steigerte. Wir empfanden uns beide in meiner Eingeschlossenheit in einer besonderen Weise geborgen.
Oft denke ich, daß das viel gescholtene Kopftuch der islamischen Frau eine sehr ähnliche Funktion hat. Es ist kein islamisches Kopftuch sondern ein Brauch, der sehr viel älter ist als der Islam. Es war eine westliche Torheit, das Kopftuch der orientalischen Frauen in einen jahrelangen Streit hinein zu ziehen. Unsere Großmütter trugen es auch.
Ich denke, daß Du keine Angst vor den kommenden Jahren zu haben brauchst, besonders weil Du doch schon einige Jahre gut bestanden hast.
Was mir nicht gefällt, ist die Drohung mit der Scheidung, die vielleicht ausgesprochen wurde, um Deiner Verschlossenheit einen ernsthafteren Hintergrund zu geben. Ich aber habe erlebt, daß wir voreinander unsere Wünsche aussprachen und sie erfüllten oder in Kompromisse umwandelten. Es gab in unserer Ehe keine Befehle, keinen Gehorsam, sondern Hingabe, Ausgewogenheit, Dankbarkeit und ein Zueinanderstehen. Versuche doch mal, diese Gedanken mit Deinem Mann zu besprechen.
Zwang und Erpressung im Zusammenhang mit dem KG sollte nicht sein.
Wie Du gelesen hast, trete ich heute für die Keuschheit ein und für den KG, der sie wirksam unterstützt.
Deine Briefe erfreuen mich! Gruß Jolanthe
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