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Biografie meiner Eltern
Sie heilte.
Mit ruhigen Händen,
mit wachen Augen,
mit Nächten, die anderen gehörten.
Sie wusste,
wie man Fieber senkt,
Wunden näht,
Leben festhält.
Nur das eigene Herz
ließ sich nicht verbinden.
Er ging.
Nicht aus der Liebe hinaus,
sondern in die Suche hinein.
Bis ans Meer.
Dorthin,
wo Boote ankommen,
lange bevor ihre Geschichten
erzählt werden.
Er sah Gesichter,
die alles verloren hatten,
außer dem Willen weiterzugehen.
Er reichte Wasser,
eine Decke,
ein offenes Ohr.
Vielleicht suchte er
in jedem Geretteten
auch den Menschen,
den er selbst einmal verloren hatte.
Sie blieb.
Er ging.
Beide zahlten
mit ihrem Leben
für Entscheidungen,
die niemand ungeschehen machen kann.
Ich bin ihre Tochter.
Aus ihren Fehlern
wuchs meine Frage.
Aus ihrer Liebe
mein Leben.
Und zwischen Klagenfurt
und Lampedusa
lernte ich,
dass manche Menschen
Körper heilen,
andere
Wunden der Welt,
und dass beides
nicht immer genügt,
um die eigenen
zu schließen.
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