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Liquidationsdefensive schrieb am 4.8. 2002 um 13:40:25 Uhr über

Ethik

Die Ethik des Utilitarismus - heute manchmal auch Sozialeudämonismus genannt - wurde im 18.Jahrhundert von Jeremy Bentham und John Stuart Mill entwickelt. Ihr allgemeiner Grundsatz basiert auf vier Prinzipien:

1) Folgeprinzip: Die Richtigkeit und der Wert einer Handlung hängt nicht allein von ihr, sondern auch von ihren Folgen ab.
2) Nutzenprinzip: Der Wert einer Handlung bemisst sich an dem Nutzen für die Erreichung eines höchsten Gutes oder Zieles.
3) Lustprinzip: Das höchste Gut ist das menschliche Glück, die Befriedigung aller Bedürfnisse und Interessen und gleichzeitig die geringste Frustration.
4) Sozialprinzip: Entscheidend ist nicht Lust und Unlust des Einzelnen, sondern aller von einer Handlung Betroffenen, sowohl der Lebenden als auch der noch Ungeborenen.

Bentham hat einen »hedonistischen Kalkül« entwickelt, der den Wert einer Handlung berechenbar machen soll. Der Utilitarismus bemüht sich um wissenschaftliche Fundierung seiner Aussagen, ist sozial und sehr pragmatisch orientiert. Im angloamerikanischen Raum ist er äußerst einflussreich und hat sich in viele Varianten verzweigt. Sein Einfluss erstreckt sich weit hinein in die Politik, insofern er als philosophisches Fundament viele ökonomische, gesellschaftliche und politische Reformen angestossen hat.

In Deutschland wurde der Utilitarismus von Nietzsche bis Marx als schnöde Nützlichkeitsmoral, die dem hehren und edlen Ziel einer Ethik nicht gerecht werden kann, lange Zeit verachtet.


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