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Jo schrieb am 3.10. 2011 um 17:43:35 Uhr über

Fantasie

Ich ging den marmeladenbewehrten Weg entlang, schnappte ab und zu nach den olivgrünen Äpfeln.

Dann setzte ich mich an das Wasser, das sich je nach Lust der Natur mal violett oder rötlich schimmernd färbte.

Das goldene Glitzern was durch die Baumkrone zu mir drang löste in mir ein Gefühl von Leichtigkeit aus.

Dann stand ein Zigarre rauchender Pferdemensch vor mir. Ich weiß nicht ob er männlich oder weiblich war.

Jedenfalls sagte der Pferdemensch: Wenn du heute um 19 Uhr auf die Uhr schaust und 20 Minuten vergehen, du dich aber fühlst wie 10, dann trinke von dem Wasser. Nach einem Blinzeln meinerseits war er weg.

Ich war verdutzt, es war 1 vor 7.

Ich wartete und irgendwie verging die Zeit, sollte ich nun Sekunden zählen? Nein in dieser Welt ist so etwas viel zu mechanisch und mathematisch, ich sollte ja fühlen.

Die Zeit verging oder kam es mir so vor. Egal ich schloss erstmal die Augen und grinste die mittlerweile purpurnen Blätter über mir an.

Ein Blatt fiel herunter und ich hätte jetzt damit herumspielen können und die Zahl 10 versuchen daraus zu formen, aber nein, ich trank nun von dem Wasser.

Ich nahm einen vorsichtigen Schluck, es schmeckte wie Zuckerrübensirup und doch war es klar.

Für einen kurzen Moment legte ich mich längs des Wassers und konnte es erzählen hören:

»Ich bin die Wasserfee. Geh zu meiner Quelle und es geht weiter..«

Ach mann, aufstehen? Auf das Wasser hören? Wie spät war es jetzt eigentlich.

Huch! Schon 7:45 so viel Zeit vergangen? Aber Zeit ist hier ja etwas seeehr relatives.

Hmm Quelle bedeutet doch nach oben laufen, steigen und so. Irgendwie hab ich dazu keine Lust, ist es doch sicherlich kalt.

Ich mach es umgedreht ich lauf an die Mündung des Wassers.

Ich lief also los. Nach gefühlten 40 Schritten sprang mich ein Fisch an, der aber aussah wie ein Pick-Up.

»Kehr um

Ich biss hinein, denn Pick-Up esse ich gern und warf den Fisch zurück.

Ich ging weiter und sah einen Baum an dem ganz viele verschiedene Geldscheine hingen. Davor stand eine ältere Frau, nicht so alt, dass sie eine alte Frau ist, aber eben auch nicht mehr jung wie ein Mädchen.

Ich: »Was machst du hier
Sie: »Naja ich schaue, dass es diesem Baum gut geht«
Ich: »Was soll das, ein Baum der Geldscheine trägt, wo doch Geld nun ja.. auch nur Papier ist«
Sie: »Ja ich weiß, eigentlich ist es nicht so wichtig, aber die Vergangenheit..«
Ich: »Aha« Verstand zwar nicht, aber gut.
Ich: »Kann ich einen Schein haben
Sie: »Einen kann ich dir geben« Sie gab mir einen 1-Dollar-Schein
Ich: »Eine Pyramide, aha. Mit einem Auge als Herrschaft
Sie: »Das ist ein Symbol der Macht eben.. aus der Vergangenheit. Wenn du verstehen willst, dreh den Schein um. Ich muss mich jetzt um den Baum kümmernSprach sie und wurde eins mit dem Baum, sie verschmolz mit dem Stamm.

Ok, das mach ich später. Wo wollte ich doch gleich hin, achja, irgendwie war mein Ziel die Mündung.

Beim nächsten Schritt rutschte ich arg aus, flog hin und der Geldschein wollte durch den Wind davonfliegen.
Gierig schnappte ich nach ihm. Dabei beschlich mich ein kurzes flaues Gefühl, wie eine Art kleine dunkle Eingebung.
Sie verging aber wieder beim dem Gedanken, was die ältere Frau gesagt hatte.

Also Schein umgedreht: Aha. Jetzt steht die Pyramide auf dem Kopf.
Unten die Spitze von der nach oben alles immer breiter wurde.

Und... ich verstand.

Ich schaute den Geldschein an. Gut. Zweierlei hast du mich gelehrt, das Gefühl der Gier und einen Hinweis gabst du mir.

Ich war nicht wütend über den Schein, ich war es eher über mich selbst. Ich zerriss ihn nicht und ich verbrannte ihn auch nicht.
Aber: Ich musste ihn loswerden.

Dort drüben ist ein Baumstumpf, der komischerweise 4-fach geschlitzt ist.

Dort steckte ich den Schein hinein und ging meiner Wege.

Ein Stück weiter sah ich einen Vogel. Er hatte eine große Uhr auf dem Rücken, die ihm sichtlich zu schaffen machte und einen sehr spitzen Schnabel.

Ich: »Was bedrückt dich

Der Vogel: »Sieh mich an, ich muss immerzu in den Boden stechen weil diese Uhr mich nach unten drückt. Pass auf und komm mit deiner Hand nicht unter meinen spitzen Schnabel

Ich: »Ha, du bist ja ein Stech-Uhr-Vogel«

Der Vogel: »Für dich mag das lustig sein, für mich ist es das nicht..und auch nicht für die anderen..«

Ich: »Welche anderen«

Der Vogel: »Das ist eine zu lange Geschichte. Nur soviel: manche mussten ähnlich wie ich unter dem drückenden Diktat der Uhr ihr Werk verrichten. Dankbar waren sie dann über jedes Gespräch, was sie davon unterbrach.«

Der Vogel: »Ich denke, ich soll das verdeutlichen«

Mich packte ein Unwohlsein. Ich ging hinter den Vogel und nahm die Uhr von ihm.

Der Vogel: »Du hast ein gutes Herz, doch bewahre es dir und das ist leichter gesagt als getan. Du schenktest mir die Freiheit. Die Uhr soll dir ein Hinweis sein. Übrigens: Ich fliege jetzt zu einem Baum, der Geldscheine trägt und treffe mich dort mit meiner Liebsten«

Diese Welt ist merkwürdig.

Nun gut, ich ging weiter, aber mit jedem Schritt mit der Uhr wurde es mir schwerer und ich ging immer gebückter.

Ich schaute mir die Uhr an: Ok, grundsätzlich bin ich der Meinung, dass doch die Sonne den Tag einteilt in zeitliche Abschnitte wozu also diese Uhr?

Ich setzte mich hin. Der Vogel fliegt zu dem Baum der Geldscheine trägt und trifft sich mit seiner Liebsten.
Ok klarer Fall, die ältere Frau steht im Zusammenhang mit dem Vogel.

Beide haben mir etwas gegeben. Sie einen Geldschein den ich umgedreht halten sollte und der Vogel eine Uhr.

Eine Pyramide, die auf dem Kopf steht und die Zeit?

Irgendwie reichte mir das, ich legte die Uhr ab und ging unbeschwert wie nie weiter.

Ich kam an die Mündung des Wassers.

Das komische war, dass an der einen Stelle Ebbe war, an der anderen Flut, dann gab es noch 2m und 4m hohe Wellen.

Aber ok wollen wir uns mal nicht verrückt machen wegen irgendwelcher Ungereimtheiten.

Ich setzte mich in den Sand. Er war warm und angenehm.

Ich nahm eine Handvoll und ließ sie herunterrieseln. Die Sandkörner bildeten Buchstaben vor meinen Augen.

»Glückwunsch

»Du hast deinen eigenen Kopf und bist deinen eigenen Weg gegangen

»Du hast genommen und doch hast du wieder gegeben

»Du hast richtig kombiniert«

»Und weißt du was

Ich: »Ja ich weiß was, Sand ist.. « doch mir wollte nichts einfallen, was ich ein paar Körnern Sand hätte sagen können.

Der Sand: »Dein eigener zeitlicher Weg, innerhalb der Pyramide. Er geht jetzt weiter«

:)


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