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voice recorder schrieb am 6.1. 2003 um 03:51:21 Uhr über

Film

ieben sich ständig, wie der Raum' sich verschiebt. Das der schwankenden Anlage der Sätze - dieses Schwanken ein die Figuren herurntappen, zwei Bewegungen, die sich eschieht vermittels des Vollzugs der Imagination über ein ben Moment der Realisation des Textes (Berrigan weist in asms', darauf hin, wie manche der Texte von Augenblick t den vorgegebenen Figuren - oder Stimmen - durch die die zur selben Zeit zwischen seiner Frau und der Frau kelten) ... also: ein aus einem Moment herauswachsendes orstellungen, Bildern, von Raum, sobald die Einpanzerung regeln, Grammatik, logische Sprochabläufe durchbrochen ewußtsein des Schreibers ausschließlich auf Form- und adurch einen Aspekt wiederum aufbläst. Die Beschäftigung blemen führt dagegen zur Paralyse des Bewußtseins ... erwande, Bahnhofshallen, Passagen, Wagen, Schaufenster lungen ... ja, Arsch auslecken, die Klosettbrillen ablecken, ßen an den Häuserwänden entlang und leckt die Pißos Auge aus, stöhnte die Frau, tu das! ... Ob! ... Geh las mich - streichel meine Eier . . . »Ich bin eine Frau, die er Rothaarige roppelte sich hoch, nachdem er alles gefickt ern Mädchen Lutscher an - «Wie soll einer beischlafen in ganze Ding mit Kaugummi und Bananen ve,kleistert ist' due ... Und hier kommt gerade John mit seinem kleinen es dir? Mir geht es gut, was läuft im Kino, nichts Besoneich ... das ist der Tripper, der ausläuft! Das ist vielleicht Mann, du kommst dir doof vor ... ich kanns mir denken. t ist, und dann, sagt Maleen, wenn mcin es ist, ist es das kann man nicht viel machen! ... Noch einmal: tu das! ... m Dunkeln, und heute ist es hell, als ob wir gar nicht da die Liebe! Was das alles mit Literatur zu tun hat, fragen gtabletten, weil ich Kopfschmerzen habe, dann die Ei,Tee' (M. Beach) - Mary Poppins' Drüsen-Krankheitsdie Schranken' (M. Beach) - Ja, sagt John ... Dies ist das chriftsteller, zu seinen eigenen Worten zu stehen, meint Tonorm sanft ab und schwebt geräuschlos und leicht zur ben und sanft auf der Platte sich abzusetzen. Das feine, rn, den du zum ersten Mal deutlich hörst, wohin geht er? uckt, der eine große Rock-Maschine ist. -



scharakter, der in tradierten Ausdrucksformen steckt wie
g zwischen außen und innen, Form und Inhalt,

versuchen en hinter sich zu lassen. Sie gehen oft genug davon aus, er Lustfeindlichkeit und Unsinnlichkeit, die sich in überie besonders häufig dort sich zeigt, wo mit dialektischer cher Tätigkeit manipuliert werden möchte, wird durch ein Dinge' zu verarbeiten, zu bearbeiten, zu erklären, umzu-

interpretieren etc. Von daher erklärt sich auch der zur Zeit herrschende Trend in der amerikanischen Literatur, Witze zu machen: sie löchern den bestehenden Zustand einer Gesellschaft, in der die »Stümmelform des Sterbens' fast gewöhnlich geworden ist. «Wenn die sinnlichen Merkmale des Entsetzlichen nicht zum Erlöschen gebracht werden können, so erlischt das Leben selbst, zum mindesten aber das Licht des Bewußtseins.' (R. Bilz) - Inwieweit ist das, was als avantgardistisch und modern-gesellschaftskritisch etc. in der Nochkriegsliteratur der BRD zum Markeni3rtike@ geworden ist, selber sinnliches Merkmal des Entsetzlichen und hat damit das Bewußtsein erblinden lassen? Vor lauter Abfassung von Wörtern wird nichts mehr gesehen. Und die Reflexion über Wörter produzierte weitere Wörter und Begriffe bis zum total blinden Begriffsfetischismus, der augenblicklich in jener politischen »Avantgarde' wütet ... (noch einmal, ich rede damit nicht für eine neuerliche Betonung des Inhalts«, die finde ich genauso doof und vor allem langweilig!) ... warum sich in »Wörtern' totstellen? Als ob real immer noch auf einem Bomben fielen. Der Totstell-Reflex, der die deutschsprochigen Literaturprodukte weithin kennzeichnet, äußert sich in der praktizierten hemmungslosen Tabuisierung bestimmter Wörter', anstatt auf Wörter oder Sätze und Begriffe so lange draufzuschlagen, bis das in ihnen eingekapselte Leben (Dasein, einfach nur: Dasein) neu daraus aufspringt in Bildern, Vorstellungen, dem synthetischen Leuchten, in einer sinnlichen Oberfülle. Daß jemand Buchstaben-Arrangements sexuell attraktiv findet, vermag ich nur schwer einzusehen, während ein Stiefel-Fetischist mir in seiner auf einen Punkt zusammengedrängten Leidenschaft verständlich erscheint, liebenswürdig und freundlich, das matt-glänzende Leder, das eng um ein Frauenbein sitzt, ohne es einzuengen ... es ist da die sinnliche Qualität des Leders, die mir jene Leidenschaft erklärt, die ich in der Bedeutung isolierter Buchstaben oder Wörter oder «Stil' nicht gegeben sehe. Diesem Begreifen und Praktizieren von Literatur stellen sich die neuen amerikanischen Literaturprodukte gegenüber. Sie polemisieren nicht einmal, sie sind einfach gemacht worden und da', und daß sie das zuerst sind und sagen, mag ihre Provokation für den abendländischen Literaturgeschmack darstellen. Man kann sich herausnehmen, was einem gefällt . . . »Literatur' von der Leine lassen, sie nicht mehr als Kettenhund ansehen, ihr langsames Eingehen an der leeren Forderung nach «objektiver' Bedeutsamkeit überspringen ... diese Angst-Szene »Kultur', die für das abendlandische Territorium bereits so lange typisch ist, d. h. das einzelne Literaturprodukt sollte in seinem in ihm verarbeiteten Verhalten zu dem, was als «Literatur» abstrakt im kulturellen Gesamtverständnis da ist, sich verändert haben, - es sollte die Bezeichnung «neurotisch' nicht fürchten . . . Die wilden Ratten reagieren in der radikalen Ausweglosigkeit radikal' . . . alle Verbindungen gelten nur jetzt, 22. 11. 69, abends 21 Uhr 03 ... das Beispiel, daß die junge amerikanische Literatur (wie Oberhaupt Kunst: Film etc.) für den im abendländischen Bereich seßhaften Schriftsteller wie Leser besitzt, liegt über dem Grad des Gelungenen eines einzelnen Kunstprodukts in dem darin eingelassenen flexibleren Verhalten: es fehlt das Vage eines schlech-

ten Gewissens' angesichts des vorhandenen Materials ... Wenn das Subjekt in einer Situation der Ausweglosigkeit stirbt, so stirbt es an der Bedeutung' (Bilz) - wenn die Literatur

(wie Oberhaupt jede schöpferische Produktivität) in einer Situation der Ausweglosigkeit stirbt, so stirbt sie an der Bedeutung: wer hat hier was und wann, wie, wodurch programmiert - die Situation, die Ausweglosigkeit, die Bedeutung, die Literatur', was da ist. Zitat: Ist die Großmutter verschwunden, so ist doch die Krinoline geblieben.' (S. Kracauer). Die Gegenwart stellt nur einen Sinn in ihrem Begriff dar, der äußerst profan ist und daher radikal: nämlich Zukunft werden zu wollen.

Rolf Dieter Brinkmann
Köln, Februar 1969

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