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Richie schrieb am 3.6. 2001 um 23:32:10 Uhr über

Mach

Ein interessanter Physiker. Nach Mach ist die Schallgeschwindigkeit benannt. Mach ist aber, ich schätze, neben Heisenberg, einer der in der Philosophie stark rezipierten Physiker, der in der Lage war, interdisziplinär zu denken.

Auf Mach stiess ich während einem Buddhismus - Seminar.

Ich zitiere einfach mal was aus den antimetaphysischen Vorbemerkungen.

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Als relativ beständig zeigt sich ferner der an einen besonderen Körper (den Leib) gebundene Komplex von Erinnerungen, Stimmungen, Gefühlen, welcher als Ich bezeichnet wird. Ich kann mit diesem oder jenem Ding beschäftigt, ruhig und heiter oder aufgebracht und verstimmt sein. Doch bleibt (pathologische Fälle abgerechnet) genug Beständiges übrig, um das Ich als dasselbe anzuerkennen. Allerdings ist auch das Ich nur von relativer Beständigkeit. Die scheinbare
Beständigkeit der Ich besteht vorzüglich nur in der Kontinuität , in der langsamen Änderung. Die vielen Gedanken und Pläne von gestern, welche heute fortgesetzt werden, an welche die Umgebung im Wachen fortwährend erinnert (daher das Ich im Traum sehr verschwommen, verdoppelt sein, oder ganz fehlen kann), die kleinen Gewohnheiten, die sich unbewußt und unwillkürlich längere Zeit erhalten, machen den Grundstock des Ich aus. Größere Verschiedenheiten im Ich verschiedener Menschen, als im Laufe der Jahre in einem Menschen eintreten, kann es kaum geben. Wenn ich mich heute meiner frühen Jugend erinnere, so müßte ich den Knaben (einzelne wenige Punkte abgerechnet) für einen anderen halten, wenn nicht die Kette der Erinnerungen vorläge. Schon manche Schrift, die ich selbst vor 20 Jahren verfaßt, macht mir einen höchst fremden Eindruck. Die sehr allmähliche Änderung des Leibes trägt wohl auch zur Beständigkeit des Ich bei, aber viel weniger, als man glaubt. Diese Dinge werden noch viel weniger analysiert und beachtet, als das intellektuelle und moralische Ich. (Anm.1) Als ich diese Zeilen schrieb (1886), war mir Ribots schönes Buch »Les maladies de la personalité«, in welcher dieser die Wichtigkeit der Gemeingefühle für die Konstitution des Ich hervorhebt, noch nicht bekannt. Ich kann seiner Ansicht nur zustimmen.

Das Ich ist sowenig absolut beständig wie der Körper. Was wir am Tode so sehr fürchten, die Vernichtung der Beständigkeit, das tritt im Leben schon im reichlichen Maße ein. Was uns das Wertvollste ist, bleibt in unzähligen Exemplaren erhalten, oder erhält sich bei hervorragender Besonderheit in der Regel von selbst. Im besten
Menschen liegen aber individuelle Züge, um die er und andere nicht zu trauern brauchen. Ja zeitweilig kann der Tod, als Befreiung von der Individualität, sogar ein angenehmer Gedanke sein.
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Ich fands sehr nachdenkenswert. Und auch jenseits des Spiritualitätsgefasels, das gerne als Gegenposition zur Wissenschaftlichkeit von irgendwelchen Esoterikern dahergelabert wird. Erkenntnis kann faszinierend sein.



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