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13) Gläubiger und Schuldner!
Da habe ich in einem vorhergehenden Beitrag an Hand der Schulden der USA die Unmöglichkeit einer jemaligen Rückzahlung aufgezeigt und auch festgestellt, daß nicht einmal die Zinsen dafür bezahlt werden können außer mit neuen Schulden und nun wollen wir uns einmal die Kehrseite dieser Medaille ansehen.
Allen Schulden müssen gleich hohe Guthaben gegenüber stehen!
Wer sind nun die Besitzer dieser riesigen Guthaben? Wie sicher können sie sein, daß die Schuldner ihre Schulden jemals zurückzahlen werden oder ihnen überhaupt dafür Zinsen zahlen können?
Diese Frage auch nur zu stellen reißt einen Schleier weg an den niemand zu rühren wagt. Er müßte sonst feststellen, daß wie die USA, niemand ans Zahlen denkt. Alle Guthaben auf den Banken der Welt, alle Banknoten, alle Aktien, alle Staatsanleihen, kurzum alles ist nur so lange etwas wert als der Schein aufrecht erhalten werden kann, daß es dafür zahlungsfähige und zahlungswillige Schuldner gibt.
Diese Guthaben sind nur solange etwas wert, als nur wenige Gläubiger ihre Schuldner zur Zahlung auffordern. Es ist genau wie bei Aktien, die auch nur so lange etwas wert bleiben als ihre Besitzer sie nicht in größeren Mengen verkaufen wollen. So lange da niemand verkauft und viele sogar kaufen wollen, weil diese Papiere anscheinend immer mehr wert werden, scheint alles in Ordnung zu sein. Da kann sogar ein Buchladen, der nie einen Gewinn abwarf in einigen Jahren Billarden „wert» werden, wenn man seine Anteilscheine „kapitalisiert«, das heißt mit ihren Papierwert auf der Börse multipliziert. Erst wenn dann einige größere Spieler ihre Papiergewinne realisieren möchten, bricht das Kartenhaus zusammen.
Bis jetzt ist es gelungen, viele solcher teilweisen Zusammenbrüche mit neuen ungedeckten Schulden zuzukleistern aber die weltweite Situation wird immer labiler. Die Schulden werden immer größer und wenn nun selbst das reichste Land der Welt unbezahlbare Schulden hat, kann der Krach nicht mehr fern sein.
Die Gläubiger können einem dann direkt leid tun, weil ihre Papiervermögen dann nichts mehr wert sein werden und selbst die Papiere, die ihnen den Besitz von Land bestätigen sind dann nur mehr von fraglichen Wert. Auch sie sind abhängig von einem funktionierenden Gemeinwesen und das ist dann nicht mehr garantiert. Großer Landbesitz ist dann eher eine Gefahr für den Besitzer, wenn die Landlosen rebellieren. Beispiele in der Geschichte gibt es da genügend und man braucht gar nicht weit zurückblicken.
Nun braucht der Mensch aber Land um zu überleben, selbst wenn er es ohne Geld könnte. Die Frage ist nur wieviel? Hat er zu viel, kann er sich auf die Dauer dem Ansturm der Landlosen nicht entziehen und es sind schon sakrosankte Herrscher einen Kopf kürzer gemacht worden.( Die Kulaken in Rußland hatten nicht einmal so viel Land, aber es kostete doch vielen das Leben.) Hat er zu wenig oder gar keines, ist er auf funktionierenden Handel und Austausch angewiesen und hier haben wir ja gerade festgestellt, daß unser Geldwesen in größter Gefahr ist, früher oder später zu versagen. Ein nicht oder nur schlecht funktionierendes Tauschmittel zerstört aber unweigerlich ein Staatswesen. So brachte die andauernde Inflation in China den Kommunismus an die Macht. Hitler wurde durch die Deflationspoltik der Weimarer Republik und die dadurch verursachte Arbeitslosigkeit in den Sattel gehoben. Jugoslawien brach auseinander, weil es die Inflation nicht in den Griff bekam und die Teilrepubliken es müde wurden einer wirtschaftlich unfähigen Zentralregierung Abgaben zu leisten.
Oder weiter zurück in der Geschichte. Das römische Weltreich ging an Geldmangel zugrunde. Das heilige römische Reich deutscher Nation brach durch Geldmangel zusammen wenn die reichen Handelshäuser sich Kaiser kaufen konnten nachdem das dienende Geld der Gotik, die Brakteaten, abgeschafft worden war. Damals wurden dann aus den edlen Rittern Raubritter und Wegelagerer und die heilige römisch-katholische Kirche verfiel dem Hexenwahn.
Aber wir wollten ja von den Gläubigern reden. Nun, die sind auch zugrunde gegangen, wenn die Schuldner, denen sie durch ihre Zinsforderungen die Kehle abgeschnürt hatten und sie zahlungsunfähig gemacht hatten, nicht mehr zahlen konnten oder wollten.
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