Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Freigeld«
Max van der Moritz schrieb am 5.8. 2002 um 13:39:28 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
7) Geld, Tauschmittel oder Wertaufbewahrungsmittel?
Um es gleich am Anfang zu sagen, Geld kann nicht beides gleichzeitig sein. Besser gesagt dasselbe Geld kann nicht beides sein, wohl aber können ein Teil der Geldmenge als Schatzmittel ge(miß)braucht werden. Da es aber keinen Unterschied zu erkennen gibt, weil der Geldschein, der im Tresor liegt nicht anders ausschaut als der umlaufende sind die Grenzen verwischt und niemand kann sagen welcher Teil der Geldmenge seine Arbeit als Tauschmittel tut.
Leider ist das aber nicht nur ein theoretisches Problem sondern entscheidend für den Ablauf der Wirtschaft. Nur die tatsächlich umlaufende Geldmenge und ihr Verhältnis zu den Warenströmen bestimmt den allgemeinen Preisstand und damit den Wert des Geldes. Potentiell kann aber das als Wertaufbewahrung benützte Geld jederzeit auch wieder zum Tauschmittel werden und damit das Verhältnis zwischen Waren und wirksamen Geld verändern. Zu viel Geld bedeutet aber Inflation und wird das von anderen Besitzern von als Wertaufbewahrung gehaltenen Geld bemerkt, stürzen sie damit auch auf den Markt und die Inflationsspirale beginnt sich noch schneller zu drehen.
Solange allerdings nur wenig Geld aus den Geldguthaben nachfragend auf den Gütermarkt strömt, läßt sich die Illusion erhalten, daß diese Geldguthaben das wert sind, was das umlaufende Geld am Markt wert ist und die Geldbesitzer sind zufrieden und erfreuen sich weiter an dem Traum, daß die Guthaben auf den Konten wirklich so viel wert sind. Sie werden in diesen Glauben dadurch bestärkt, daß sie ja jederzeit etwas davon abheben können und sich reale Dinge mit dem Papier kaufen können. Erst wenn das viele Leute tun wollen, stellt sich ihr Irrtum heraus.
Dieselbe Illusion haben übrigens auch die Spieler an den Börsen. Weil niemand Aktien verkauft, die im Preis steigen, werden nur wenig verkauft. Die Börsenspieler sonnen sich im Wohlgefühl ihrer Papiergewinne und glauben, daß die Papiere wirklich so viel wert sind.. Erst wenn mehr Leute verkaufen als kaufen, fällt das Kartenhaus zusammen.
Beim Geld gibt es aber da noch einen anderen Haken. Die Leute haben ja dieses als Schatzmittel gebrauchte Geld meistens nicht im Tresor oder unter der sprichwörtlichen Matratze liegen, sondern sie oder ihre Bank haben es ausgeliehen um Zinsen zu bekommen. Wenn sie nun merken, daß dieser Schatz trotz durch die Zinsen nominal steigender Summe weniger wert wird, bleiben ihnen nur zwei Möglichkeiten. Sie können von ihren Schuldnern mehr Zinsen verlangen um das auszugleichen. Das wird auch getan, nur sind dem Grenzen durch die Zahlungsfähigkeit der Schuldner gesetzt.
Besonders bei den Staaten der dritten Welt stellt sich dann oft heraus, daß die Schulden sehr faul geworden sind und die Geldgeber und deren Banken verwenden dann ihre politische Macht und beeinflussen den Staat und damit den Steuerzahler für ihre Verluste aufzukommen. Wir sind allerdings nun auch am Ende dieser Methode angekommen, weil der einzige Steuerzahler, der Mittelstand, langsam aber sicher zermahlen wird.
Die wirklich Reichen und die großen internationalen Corperationen zahlen ja keine Steuern und die ganz Armen können keine zahlen und wollen noch dazu auch, genau so wie die großen Verlierer vom Staat, also vom Steuerzahler des Mittelstandes subventioniert werden. Immer mehr Mitglieder dieses Mittelstandes fallen aber nun auch aus. Entweder treibt sie der Steuerdruck in die Pleite und sie enden bei den Armen, oder sie geben freiwillig den ungleichen Kampf auf und versuchen mit den geretteten Resten ihres Vermögens ein ruhiges Leben zu führen.
Die zweite Möglichkeit ist die, das Geld einzutreiben und reale Güter dafür zu kaufen. Auch das wird gemacht und oft enden dann die Geldgeber mit den realen Gütern ihrer Schuldner ab, die sie ihnen in Zwangsverkäufen billig abgenommen haben. Ein wahrhaft erbauliches Spiel, welches ein Geld ermöglicht, das als Wertaufbewahrungsmittel benützt werden kann.
Von den Deflationszeiten, wo Geldrückzug fallende Preise und damit Krise und Abeitslosigkeit erzwang wollen wir erst gar nicht reden, aber auch hier ist es dasselbe Geld, welches seinen Dienst als Tauschmittel verweigert, weil es als Wertaufbewahrungsmittel einen größeren Vorteil durch fallende Preise hat.
So geht es seit Jahrtausenden und niemand will sehen, daß dieses Geld einen Konstruktionsfehler hat. »Money does not matter« sagen sie und beziehen dafür noch gute Gehälter als Professoren der Wirtschaftswissenschaften. Kein Historiker kann erklären, warum die alten Zivilisationen untergingen und daß es an diesem Geld liegen könnte, sehen sie als Vertreter der „höheren» Wissenschaften natürlich auch nicht und die Religionen sehen die Schuld an der «Sündhaftigkeit" der Menschen., nur nicht dort wo sie wirklich ist. Im unscheinbaren Konstruktionsfehler unseres Tauschmittels, des Geldes, welches erlaubt, daß es straflos als Wertaufbewahrungsmittel gebraucht werden kann.
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Max van der Moritz schrieb am 7.1. 2003 um 14:24:28 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
Vieles wird mit Freigeld anders sein aber nicht alles. Es wird sicher auch Gogokonten und Gogoüberweisungen geben und nur Kredite, besonders Konsumentenkredite werden viel von ihrer Bedeutung verlieren. Am Anfang, solange Gogos nur lokales Tauschmittel sein werden, wird einiges weiter mit dem anderen Geld gemacht werden und die Gogos werden nur als eine Art Indexklausel verwendet werden. Erst später wird das bei Bedarf geändert werden. Sich darüber jetzt schon Gedanken zu machen, ist vielleicht für einen Gogomeister wichtig, aber die Benützer der Gogos brauchen sich mit solchen Gedanken gar nicht abgeben. Alles was sie tun sollen, ist, daß sie die Gogos gebrauchen und ihren Vorteil von einem umlaufenden und kaufkraftstabilen ehrlichen Tauschmittel genießen.
Wie kauft man ein Auto oder ein Haus mit Gogos?
Manchmal wird die Frage gestellt, wie man mit so wenigen Gogos im Umlauf größere Summen zahlen kann. Diese Frage hätte man auch in Wörgl stellen können. Wie wurden dort mit nur 5,000 Schilling Wörgler Geld Millionen umbesetzt und bezahlt? Die einfache Antwort darauf ist die, daß umlaufgesichertes Bargeld umläuft.
Man braucht gar keine Gogoscheine, um ein Auto oder Haus auf Gogobasis zu kaufen, genau so wenig, wie man einen Indexgeld haben muß, um einen Indexvertrag zu machen. Man zahlt einfach mit normalem Geld oder Geldüberweisungen, deren Summe mit Hilfe des Indexes errechnet wird. Hat man nicht genug Gogoscheine für eine fällige Zahlung, zahlt man einfach mit dem jeweiligen Gegenwert in einer beliebigen anderen Währung. Im Falle der Gogos ist es da wahrscheinlich die Erstwährung des jeweiligen Landes, in dem die Gogos als lokale kaufkraftbeständige Zweitwährung umlaufen. Der Gogostandard ist dann nichts anderes als eine Indexklausel, die verwendet wird, weil sie den Kaufkraftunterschied ausgleicht.
Wie viele Gogoscheine im Umlauf sein werden, wird sich ergeben. Es werden genau so viele sein, wie gebraucht werden. Nicht mehr und nicht weniger. Werden Autokäufer oder Verkäufer Gogoscheine verwenden, werden es mehr sein, als wenn die Gogoscheine nur für Dinge des täglichen Gebrauchs verwendet werden. Für Verträge und bargeldlosen Zahlungsverkehr braucht man die Gogoscheine nicht, genau so wenig wie man heute Bargeld braucht.
Gogoscheine, Gogokonten und Gogoverträge werden sich mit genau der Geschwindigkeit ausbreiten als notwendig ist, um das versagende andere Geld samt seinen Konten und Verträgen zu ersetzen. Solange das andere Geld noch einigermaßen seine Aufgabe erfüllt, ist das vielleicht nicht so schnell, als sich das Wörgler Geld ausgebreitet hätte. Es ist auch nicht notwendig, nur sollten Gogos schon in ausreichendem Maß in Umlauf sein, wenn das andere Geld entweder durch Deflation oder Hyperinflation als Tauschmittel versagt. In der Zeit von Wörgl hatte das andere Geld durch Deflation schon weitgehend versagt und deshalb war es auch zu spät, um mehr als einen lokalen Erfolg zu erreichen. Die geschlossenen Fabriken konnten mangels Absatz in weiter entfernte Gebiete, welche ja kein Wörgler Geld hatten, nicht mehr eröffnet werden. Der Erfolg des Experimentes mit dem Rückgang der Arbeitslosigkeit um 25 % war trotzdem beachtlich. Nicht umsonst wollten so viele Leute sich am Wunder von Wörgl beteiligen.
Dieses Mal sollte nicht so lange gewartet werden. Die Rettungsboote sollten beim Untergang der Titanik schon fahrbereit sein. Es sollten auch Kredite und Sparkonten auf Gogobasis in Platz sein. Kredite werden mit Freigeld keine so große Rolle spielen als heute. Sie müssen dann ja nicht mehr wie heute das auf dem Markt fehlende Bargeld ersetzen aber im Prinzip wird es sie genau so geben. Später werden allerdings weniger oder sogar keine Zinsen dafür mehr bezahlt werden. Das wird die wesentlichste Veränderung sein. Das Geld als Tauschmittel wird ja nicht abgeschafft, wie es sich die Kommunisten vorstellten und heute noch teilweise vorstellen.
Manches wird sich mit Freigeld sehr verändern aber nicht alles. Freihandel und monopolfreie soziale Marktwirtschaft wird damit erst wirklich möglich sein. Sparen in kaufkraftbeständigem Geld wird erst dann wirklich möglich sein. Leute, die mit Freigeld ein Mehrfaches mit Arbeit verdienen können, weil sie nicht mehr die Zinsen der Finanzhaie bezahlen müssen, werden viel mehr sparen können. Da es keine Arbeitslosigkeit mehr geben wird, können sie das während ihres ganzen Lebens tun und haben dann ihre Ersparnisse in kaufkraftstabilen Gogos in viel höheren Ausmaß auch ohne Zinsen, als sie jetzt an samt Zinsen wertlosem Geld haben.
Wie schon öfter erwähnt, können die Gogos nicht alle Probleme lösen, aber die Vortellungen, die manche Opponenten da von Freigeld haben, sind falsch und werden oft auch gewollt immer wieder herausgestellt, um die Leute zu verunsichern, damit sie nichts gegen den Status quo unternehmen und die Pfründe der Nutznießer nicht in Gefahr bringen.
Die Gogos werden deshalb zum Albtraum der Nettozinsbezieher werden, weil sie von niemand mehr verlangen als sie zu akzeptieren und weiter zu verwenden. Ohne Risiko und in geringen Beträgen. Niemand braucht da eine Revolution machen und gegen irgend jemand kämpfen. Niemand braucht eine Gegenmacht gegen die Macht des Kapitals aufbauen. Alles, was jemand tun muß, ist, seine fünf Gogos wert als Zahlung anzunehmen und sie weiter zu geben, wenn er das Glück haben sollte, daß in seiner Nähe ein Gogomeister mit seiner Arbeit beginnt.
Den Rest kann er ruhig den Gogos überlassen und dem Gogomeister. Sein Risiko ist nur, daß er eventuell keinen Menschen finden würde, der ihm die wenigen Gogos wieder abnimmt. Dann kann er sie aber dem Gogomeister wieder geben und bekommt dafür abzüglich 5% den Gegenwert in anderem Geld.
Vieles wird mit Freigeld anders sein aber nicht alles. Es wird sicher auch Gogokonten und Gogoüberweisungen geben und nur Kredite, besonders Konsumentenkredite werden viel von ihrer Bedeutung verlieren. Am Anfang, solange Gogos nur lokales Tauschmittel sein werden, wird einiges weiter mit dem anderen Geld gemacht werden und die Gogos werden nur als eine Art Indexklausel verwendet werden. Erst später wird das bei Bedarf geändert werden. Sich darüber jetzt schon Gedanken zu machen, ist vielleicht für einen Gogomeister wichtig, aber die Benützer der Gogos brauchen sich mit solchen Gedanken gar nicht abgeben. Alles was sie tun sollen, ist, daß sie die Gogos gebrauchen und ihren Vorteil von einem umlaufenden und kaufkraftstabilen ehrlichen Tauschmittel genießen.
Wie kauft man ein Auto oder ein Haus mit Gogos?
Manchmal wird die Frage gestellt, wie man mit so wenigen Gogos im Umlauf größere Summen zahlen kann. Diese Frage hätte man auch in Wörgl stellen können. Wie wurden dort mit nur 5,000 Schilling Wörgler Geld Millionen umbesetzt und bezahlt? Die einfache Antwort darauf ist die, daß umlaufgesichertes Bargeld umläuft.
Man braucht gar keine Gogoscheine, um ein Auto oder Haus auf Gogobasis zu kaufen, genau so wenig, wie man einen Indexgeld haben muß, um einen Indexvertrag zu machen. Man zahlt einfach mit normalem Geld oder Geldüberweisungen, deren Summe mit Hilfe des Indexes errechnet wird. Hat man nicht genug Gogoscheine für eine fällige Zahlung, zahlt man einfach mit dem jeweiligen Gegenwert in einer beliebigen anderen Währung. Im Falle der Gogos ist es da wahrscheinlich die Erstwährung des jeweiligen Landes, in dem die Gogos als lokale kaufkraftbeständige Zweitwährung umlaufen. Der Gogostandard ist dann nichts anderes als eine Indexklausel, die verwendet wird, weil sie den Kaufkraftunterschied ausgleicht.
Wie viele Gogoscheine im Umlauf sein werden, wird sich ergeben. Es werden genau so viele sein, wie gebraucht werden. Nicht mehr und nicht weniger. Werden Autokäufer oder Verkäufer Gogoscheine verwenden, werden es mehr sein, als wenn die Gogoscheine nur für Dinge des täglichen Gebrauchs verwendet werden. Für Verträge und bargeldlosen Zahlungsverkehr braucht man die Gogoscheine nicht, genau so wenig wie man heute Bargeld braucht.
Gogoscheine, Gogokonten und Gogoverträge werden sich mit genau der Geschwindigkeit ausbreiten als notwendig ist, um das versagende andere Geld samt seinen Konten und Verträgen zu ersetzen. Solange das andere Geld noch einigermaßen seine Aufgabe erfüllt, ist das vielleicht nicht so schnell, als sich das Wörgler Geld ausgebreitet hätte. Es ist auch nicht notwendig, nur sollten Gogos schon in ausreichendem Maß in Umlauf sein, wenn das andere Geld entweder durch Deflation oder Hyperinflation als Tauschmittel versagt. In der Zeit von Wörgl hatte das andere Geld durch Deflation schon weitgehend versagt und deshalb war es auch zu spät, um mehr als einen lokalen Erfolg zu erreichen. Die geschlossenen Fabriken konnten mangels Absatz in weiter entfernte Gebiete, welche ja kein Wörgler Geld hatten, nicht mehr eröffnet werden. Der Erfolg des Experimentes mit dem Rückgang der Arbeitslosigkeit um 25 % war trotzdem beachtlich. Nicht umsonst wollten so viele Leute sich am Wunder von Wörgl beteiligen.
Dieses Mal sollte nicht so lange gewartet werden. Die Rettungsboote sollten beim Untergang der Titanik schon fahrbereit sein. Es sollten auch Kredite und Sparkonten auf Gogobasis in Platz sein. Kredite werden mit Freigeld keine so große Rolle spielen als heute. Sie müssen dann ja nicht mehr wie heute das auf dem Markt fehlende Bargeld ersetzen aber im Prinzip wird es sie genau so geben. Später werden allerdings weniger oder sogar keine Zinsen dafür mehr bezahlt werden. Das wird die wesentlichste Veränderung sein. Das Geld als Tauschmittel wird ja nicht abgeschafft, wie es sich die Kommunisten vorstellten und heute noch teilweise vorstellen.
Manches wird sich mit Freigeld sehr verändern aber nicht alles. Freihandel und monopolfreie soziale Marktwirtschaft wird damit erst wirklich möglich sein. Sparen in kaufkraftbeständigem Geld wird erst dann wirklich möglich sein. Leute, die mit Freigeld ein Mehrfaches mit Arbeit verdienen können, weil sie nicht mehr die Zinsen der Finanzhaie bezahlen müssen, werden viel mehr sparen können. Da es keine Arbeitslosigkeit mehr geben wird, können sie das während ihres ganzen Lebens tun und haben dann ihre Ersparnisse in kaufkraftstabilen Gogos in viel höheren Ausmaß auch ohne Zinsen, als sie jetzt an samt Zinsen wertlosem Geld haben.
Wie schon öfter erwähnt, können die Gogos nicht alle Probleme lösen, aber die Vortellungen, die manche Opponenten da von Freigeld haben, sind falsch und werden oft auch gewollt immer wieder herausgestellt, um die Leute zu verunsichern, damit sie nichts gegen den Status quo unternehmen und die Pfründe der Nutznießer nicht in Gefahr bringen.
Die Gogos werden deshalb zum Albtraum der Nettozinsbezieher werden, weil sie von niemand mehr verlangen als sie zu akzeptieren und weiter zu verwenden. Ohne Risiko und in geringen Beträgen. Niemand braucht da eine Revolution machen und gegen irgend jemand kämpfen. Niemand braucht eine Gegenmacht gegen die Macht des Kapitals aufbauen. Alles, was jemand tun muß, ist, seine fünf Gogos wert als Zahlung anzunehmen und sie weiter zu geben, wenn er das Glück haben sollte, daß in seiner Nähe ein Gogomeister mit seiner Arbeit beginnt.
Den Rest kann er ruhig den Gogos überlassen und dem Gogomeister. Sein Risiko ist nur, daß er eventuell keinen Menschen finden würde, der ihm die wenigen Gogos wieder abnimmt. Dann kann er sie aber dem Gogomeister wieder geben und bekommt dafür abzüglich 5% den Gegenwert in anderem Geld.
Max van der Moritz schrieb am 5.8. 2002 um 13:49:38 Uhr zu
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21) Gesell über die bereinigte Quantitätstheorie!
Immer wieder wird die Behauptung aufgestellt, daß Gesell den Einfluß des Giralgeldes nicht erkannt hat und daß eine Umlaufsicherung auf Bargeld allein nicht wirksam wäre.
Nun fand ich in einer Broschüre aus dem Jahre 1922 !?! (Die Ausbeutung, ihre Ursache und ihre Bekämpfung) eine Passage, die das Gegenteil beweist. Er schreibt da wie folgt:
/// Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes, heute ein ganz irrationaler Begriff und Hauptfaktor der Preisbildung, der alle Bemühungen für eine wissenschaftliche Erklärung zu Schanden machte, wird mit dem Freigeld in eine Konstante verwandelt und braucht, weil sie eine Konstante geworden ist, überhaupt nicht mehr in Rechnung gezogen werden.
Die Quantitätstheorie, die als die bereinigte Quantitätstheorie bezeichnet wurde, gab von der Preisbildung die mathematische Formulierung:
G x U/W - K = P
Praktisch war damit nicht viel anzufangen, weil Umlaufgeschwindigkeit und Kredit unkontrollierbare willkürliche Größen waren und außerdem die Geldmenge durch die Deckungsvorschriften an ein Gut gebunden war, das Gold, dessen Beschaffung vom Zufall abhängig war.
Mit dem Freigeld wird die mathematische Formel der Preisbildung zurückgeführt auf die Formel, die der ursprünglichen, der sogenannten rohen oder naiven Quantitätstheorie zugrunde gelegt wurde, nämlich: Geldmenge geteilt durch die Warenproduktion gibt den Preis./// EQ
Bemerkenswert daran ist, daß er dabei Kredit ( also Giralgeld) wohl bei der bereinigten Quantitätstheorie anführt (K), ihn aber bei der, durch das Freigeld auf die ursprüngliche rohe Formel zurückgeführte Quantitätstheorie wieder fallen läßt. Er stellt die Tatsache, daß mit Freigeld Kredit bedeutungslos werden wird auch sonst mehrmals in seinen Schriften dar, hat also recht klar erkannt, daß er mit Freigeld kaum mehr preisbestimmende Wirkung haben wird.
Unsere Buchgeldleute glauben hingegen, weil heute bei Inflation und relativ hohen Zinsniveau und durch die aggressive Propaganda der Banken die Bargeldsurrogate sogar dort, wo ihre im Gegensatz zum Bargeldhandwechsel hohen Kosten prohibitiv sein müßten, nämlich bei Kleinbeträgen, immer größeres Ausmaß annehmen, daß das auch bei niedrigen Zinsen der Fall sein wird.
Da täuschen sie sich aber. In dem Moment, wo Bargeld wegen zu niedrigen Zinsen nicht mehr investiert wird, werden auch Geldguthaben nicht mehr investiert. Wenn niemand mehr einen »dritten Mann« finden kann, der die Zinsen zahlen kann, bewegt sich auch das sogenannte »Buchgeld« nicht mehr. Von einem Unterlaufen der Umlaufsicherung kann also gar keine Rede sein. Auch das hat Gesell schon gesagt. Er sagte, daß bei 0% Zinsen Handelswechsel und andere Kreditinstrumente vom Markt verschwinden werden.
Bei so klaren und einfachen Zusammenhängen kann man den Verdacht nicht loswerden, daß all diese Leute, die auf der Buchgeldfrage herumreiten nur eine Agenda haben. Sie wollen die Möglichkeit eines alternativen Tauschmittels mit umlaufgesicherten Bargeld wie in Wörgl als undurchführbar hinstellen.
Damit verunsichern sie manche Leute, die besser daran täten so ein Geld vorzubereiten, um bei der nächsten Deflation gerüstet zu sein, denn das ist der einzige Weg, der sie ohne Krieg überwinden könnte. Auf eine staatliche Einführung von Freigeld zu warten ist sinnlos.
Max van der Moritz schrieb am 5.8. 2002 um 13:40:10 Uhr zu
Bewertung: 1 Punkt(e)
8) Wer wird bei 0 % Zinsen noch sparen?
Ein oft gebrauchtes Argument gegen eine zinsfreie Wirtschaft ist es, daß niemand mehr sparen würde, wenn er keine Zinsen mehr bekommt und daß damit eine Ansammlung von Kapital für notwendige Infrastrukturverbesserungen unmöglich gemacht worden wäre. Wie schaut es aber in Wirklichkeit aus?
Die Menschen sparen aus tausenderlei Gründen und nicht nur, weil sie dafür Zinsen bekommen, die in unseren heutigen System sehr oft samt dem gesparten Geld wertlos werden. Sehen wir was der olle Gesell dazu zu sagen hat:
„Wenn nun jemand Ersparnisse macht, d. h. mehr Waren erzeugt als verbraucht, und findet einen, dem er den Überschuß unter der Bedingung verleihen kann, daß ihm seine Ersparnisse ohne Zins, aber auch ohne Verluste, nach Jahr und Tag erstattet werden, so ist das für den Sparer ein außerordentlich vorteilhafter Handel. Spart er doch die Unterhaltungskosten seiner Ersparnisse. Er gibt 100 Tonnen frischen Weizen in seiner Jugend, und im Alter erhält er 100 Tonnen frischen Weizen gleicher Güte zurück. (Siehe die Robinsongeschichte S. 309 ff.)
Die einfache, zinsfreie Rückerstattung des ausgeliehenen Spargutes enthält also, sobald wir nur das Geld aus dem Spiele lassen, eine recht bedeutende Leistung von seiten des Schuldners oder Borgers, nämlich die Kosten der Aufbewahrung des geliehenen Spargutes. Diese Kosten müßte der Sparer selbst tragen, wenn er niemand fände, der ihm die Ersparnisse abnimmt. Freilich verursachen die geliehenen Güter dem Borger keine Aufbewahrungskosten, weil er diese (z. B. entliehenen Saatweizen) in der Wirtschaft verbraucht, aber diesen Vorteil, der eigentlich ihm selbst gehört, überträgt der Borger im zinsfreien Darlehen ohne Gegenleistung auf den Verleiher. Wären die Verleiher zahlreicher als die Borger, so würden sich die Borger genannten Vorteil in der Form eines Abzuges am Darlehen (negativen Zinses) bezahlen lassen."( End Quote)
Ich finde, damit ist die Frage beantwortet und die Notwendigkeit von Aufbewahrungskosten für das Bargeld zumindest impliziert. Solange es nämlich nicht mit Kosten belastet wird, die den Nachteil des Warenbesitzes ausgleichen, wird es immer Zins ( d.i. arbeitsloses Einkommen) erpressen können. Und solange es einen Zins erpressen kann, wird dieser Zins auch auf das Realkapital übertragen durch die einfache Tatsache daß niemand etwas das ihm arbeitsloses Einkommen bringt gegen etwas austauscht das dieses nicht tut. Oder in anderen Worten: niemand investiert in etwas, was nicht zumindest die gleichen Zinsen abwirft als das Geld. Wann wirft aber Realkapital Zinsen ab, die über Amortisation und Wiederbeschaffung hinausgehen?
Nur wenn ein Mangel daran herrscht! Das sich nicht für Investitionen zur Verfügung stellende Geld verewigt auf diese Weise den Mangel in dieser Welt.
Gesell selbst stellt das so dar:
„Es ist also klar: das sogenannte Realkapital muß Zins abwerfen, weil es nur durch Ausgeben von Geld zustande kommen kann, und weil dieses Geld Kapital ist. Das sog. Realkapital besitzt nicht, wie das Geld, eigene zinserpressende Machtmittel. Es handelt sich bei diesen sogenannten Realkapitalien, genau wie bei den Waren, um vom Geld eigens zu diesem Zweck geschaffene und erzwungene Marktverhältnisse, um eine selbsttätig wirkende, künstliche Beschränkung in der Erzeugung sogenannter Realkapitalien, so daß deren Angebot niemals die Nachfrage decken kann." (End Quote)
So klar sah er schon vor dem ersten Weltkrieg die Zusammenhänge und fand auch den Weg, diesen Teufelskreis zu durchbrechen und er schrieb seine ersten Erkenntnisse schon im vorigen Jahrhundert in Argentinien nieder und veröffentlichte sie. Über 100 verlorene Jahre!
Was hat die Menschheit in diesen 100 Jahren erleiden müssen, nur weil sie Gesell nicht beachtete und was wird sie noch weiter leiden müssen, obwohl das Wunder von Wörgl, Gesells Wunder, ihnen gezeigt hat wie einfach es wäre Krisen und Arbeitslosigkeit zu überwinden?
Realkapital ist nur durch den Mangel daran Kapital, genau so wie ein Monopol nur ein Monopol ist, weil es einen Mangel an anderen Anbietern und Konkurrenten gibt.
Wenn man die Vormacht des Geldes beseitigt, kann durch unbehinderte Arbeit der Realkapitalmangel überwunden werden! Mit einem Geld in der heutigen und seit Beginn der Geschichte unveränderter Form geht das nicht, weil das Geld immer dann streikt, wenn Kapitalfülle den Zins unter 3% senkt.
Diese Streikfähigkeit muß dem Geld genommen werden und es genügt nicht, es nur durch dosierte Inflation in die Wirtschaft zu treiben. Die Übermacht des Geldes erzwingt dann eine zusätzliche Inflationsprämie und Zinssätze in manchmal undenkbaren Höhen. ( bis 40%, Mexico,Brasilien). Der Verdoppelungseffekt durch Zins und Zinseszins ist dann unter 2 Jahren. Es ist schon schlimm genug, daß sich bei 3.6% alle zwanzig Jahre die Schulden verdoppeln und bei 7.2% in zehn Jahren.
Nein, der Hebel muß schon direkt beim Geld angesetzt werden. Da hilft kein wenn und aber.
Mit einer angenommenen Umlaufgebühr von 5% und einer angenommenen Umlaufgeschwindigkeit von 500 mal im Jahr ( die wurde in Wörgl erreicht) sind die wahren Kosten für den einzelnen verschwindend gering. Das Geld wird ja 500 mal weitergegeben und nur einmal belastet. Das ist gerade ein Promille. Nur derjenige, dar das Geld ein ganzes Jahr zurückhält, wird mit den vollen Kosten von 5% belastet.
Damit ist auch das viel gebrauchte Argument, daß Bargeld sowieso keine Rolle mehr spiele und die Leute den Kosten der Umlaufsicherung durch bargeldlosen Verkehr ausweichen würden als das entlarvt, was es ist. Ein durchsichtiger Versuch Freigeld als unmöglich durchführbar hinzustellen. Ein Promille ist weniger als es kostet eine Buchung zu machen und zwar je nach Höhe der gebuchten Summe. Ein Promille ist ein Tausentstel, also durchschnittliche Kosten von einer Währungseinheit für eine Umsatz von 1000 Währungseinheiten und jetzt soll jemand kommen und soll sagen, daß eine Überweisung von 1000 DM nur eine DM kostet. Der Zinsverlust allein bis die Überweisung durchgeführt ist, macht ein Mehrfaches davon aus. Wer Freigeld dazu verwendet, wofür es verwendet werden soll, hat praktisch keine Kosten und nur der wird bestraft, der es aus Erpressungsgründen lange zurückhält.
Nein, macht euch keine Sorgen! Freigeld, einmal eingeführt, ist durch Sachzwänge nicht in Gefahr. Wörgl und Schwanenkirchen fielen der Macht des Staates zum Opfer und nichts anderen. Freigeld sollte deshalb entweder unter Billigung des Staates, der wir ja angeblich selbst sind in einer Demokratie, eingeführt werden oder ohne den Staat, zu einem Zeitpunkt, wenn der Staat andere Sorgen hat und sich nicht um lokale Währungen kümmern kann.
Ungeliebte EZB und Euroumstellung samt Y2K könnten so eine Sternstunde sein.
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