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„Er ist verrückt,“ pflegte Frau Toni zur Tante Gruber zu sagen, „er ist ein Pedant! Mir könnt’s wahrhaftig auch lieber sein, ich wäre damals nicht ausgefahren, aber nun’s geschehen ist, kann ich’s doch nicht ändern, und wollte ich mir die Haare einzeln ausreißen! Und so dachte sie auch jetzt wieder, als sie in Begleitung einer der Arnsteinschen Komtessen in der spitzbogigen Pforte des Schloßhofes erschien, die auf die Terrasse führte. Die Komtesse hatte Besorgungen gemacht in der Stadt und war zu ihrer lieben Frau von Kerkow auf einen flüchtigen Besuch gekommen; sie brachte einen kleinen chinesischen Drachen an langem Faden mit für Heini. Toni, in einem Kleide aus zartblauem Leinen mit seidenen Aermeln derselben Farbe und breitem Spitzenkragen, war allerdings nicht zum Wiedererkennen gegen früher, wären nur die blassen kalten Augen nicht gewesen. Als sie Heinz erblickte, wurden sie noch kälter und härter.
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