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3. Lernen, gesund zu werden
Allen Menschen ist die Fähigkeit zur Einsicht und zur Entwicklung
eigener Werte in hohem Maße gegeben und ist ein Teil seiner
Lebensethik, die sich einerseits in Form von Eigenständigkeit,
andererseits in Form von Rücksicht auf den anderen auszeichnet. Der
Mensch nimmt dazu Informationen auf, um sich durch dieselben
weiter zu entwickeln. Diese kreative Grundhaltung, die dem Kind
besonders eigen ist, fördern wir beim erwachsenen Menschen durch
Informationsimpulse, wodurch er themenzentriert an Problemen
arbeitet, seine Krankheit versteht und Informationen auf ihn einwirken.
Das Erleben seiner Selbst, die Diskussion über die Inhalte ist, wie Ruth
Cohn es beschreibt, eine themenzentrierte Interaktion. Der Patient
assoziiert, gewinnt neue Einsichten, neue Ideen und eine neue
Orientierung. Es muss deshalb in der Kommunikation oder
körperlichen Krankheit als Ausdruck einer Störung des Menschen nicht
notgedrungenerweise perspektivlos oder deprimierend sein. Im
Gegenteil: Störung ist ein positiver Impuls, der den leidenden
Menschen motiviert, neue Möglichkeiten der Lebensbewältigung zu
finden.
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