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Neo ist noch vom Essen und vor allem Trinken etwas angegriffen. Da hat er mir seinen antiken PC erklärt und siehe da es funktioniert!
Nyima hat ihre Scheu abgelegt, insgesamt hält sie nicht viel vom PIA, nicht viel vom PIA-Chef Spesinalium, eher was von Neo. Mit dem hat sie sich stundenlang über Raumfahrt unterhalten! Ihr damaliger Freund Negro hat ihr einiges erzählt.
Neo meint, Negro habe bei seinen Merkür-Flügen immer gute Chancen gehabt. Er habe gewußt, daß das PIA technisch minderwertig ist, und ohne die Hilfe von russischen und chinesischen Freunden wäre er nicht dreimal zum Merkur und schon gar nicht wieder zurückgekommen. Außerdem sei Negro von todesmutiger Neugier gewesen. Er habe im Merkur-Orbit überflüssige Manöver gemacht und zuviel Treibstoff verbraucht und seine Rückkehr selbst gefährdet. Zuletzt sei, nach dem Start von der Erde, beim Absprengen der letzten Raketenstufe der Hitzeschild der Rückkehr-Einheit beschädigt worden.
Unglaublich sei gewesen, wie Negro auf dem Merkur im Untergrund Wasser entdeckt habe und es sich nutzbar gemacht habe, indem er aus Lehm allerlei geformt habe und in der unglaublichen Sonnenhitze gebrannt. Man kann sich auf dem Merkur nur an der Grenze zu Merkur-Rückseite, die im Schatten liegt, aufhalten. Diese Grenze verschiebt sich nur langsam im Lauf von Monaten. Er hat kleine Vasen geformt, eine haben wir im PIA gesehen, aber die Vasen, die Negro Nyima geschenkt hat, sind schöner. Er hat offenbar nach demselben Prinzip »Booster« hergestellt; mit Wasser gefüllte kleine Tanks, die, wenn von der Sonne erhitzt das Wasser im Innern kocht, als Hilfs-Raketendüsen wirken. Damit hat er den zuviel verbrauchten Raketentreibstoff ersetzt... Außerdem hatte er feuchten Lehm in den Merkur-Orbit, in die Rückkehrstufe mitgenommen und versucht, das Hitzeschild für die Rückkehr auszubessern.
So werden Nachtschwestern zu Raketenexperten!
Heute Abend gibt es nochmal ein großes Besäufnis - morgen früh geht es zurück nach Taschkent, zurück nach Hause.
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