Anzahl Assoziationen zu diesem Stichwort (einige Beispiele folgen unten) 601, davon 554 (92,18%) mit einer Bewertung über dem eingestellten Schwellwert (-3) und 360 positiv bewertete (59,90%)
Durchschnittliche Textlänge 846 Zeichen
Durchschnittliche Bewertung 2,895 Punkte, 12 Texte unbewertet.
Siehe auch:
positiv bewertete Texte
Der erste Text am 17.2. 2001 um 12:24:36 Uhr schrieb
Dr. Josef Spesinalium über Ptolemy-Institute-of-Astrology
Der neuste Text am 29.7. 2026 um 03:02:33 Uhr schrieb
abschrull-scharbban-krotzvonspuk über Ptolemy-Institute-of-Astrology
Einige noch nie bewertete Texte
(insgesamt: 12)

am 17.9. 2015 um 12:49:01 Uhr schrieb
Caspar Nobottin über Ptolemy-Institute-of-Astrology

am 7.12. 2025 um 22:57:12 Uhr schrieb
Schmidt über Ptolemy-Institute-of-Astrology

am 3.2. 2019 um 22:00:42 Uhr schrieb
husch, husch, die Waldfee über Ptolemy-Institute-of-Astrology

Einige überdurchschnittlich positiv bewertete

Assoziationen zu »Ptolemy-Institute-of-Astrology«

neo fausuto/PIA schrieb am 16.3. 2001 um 13:03:09 Uhr zu

Ptolemy-Institute-of-Astrology

Bewertung: 17 Punkt(e)

Heute fühlt sich mein Chef Dr. Josef Spesinalium wie Gott. Das kommt so:
Seit über 1 Jahr läuft in einer Partition unserer alten Maschine ununterbrochen sein Programm GENESE. Dort wird eine Mini-Welt simuliert, die inzwischen aus folgenden Wesen besteht:
# Dreiarmige Seesternartige, sie sind seßhaft, sie bauen Städte und züchten
# Gemüse, das allen zur Nahrung dient, und sie züchten auch
# Blumen.
# Fünfarmige Seesternartige, sie sind Nomaden. Sie bauen Dörfer, die sie wieder abreißen. Sie verfertigen Schmuck, den sie bei den Seßhaften gegen Gemüse und Blumen eintauschen.
# Baumaterial für alle sind überall herumliegende kleine Drei- und Sechsecke.

# Es gab früher Kriege, nun seit Wochen nicht mehr.
# Vor einigen Tagen wurde der Tanz entdeckt. Bei Seßhaften und Nomaden in unterschiedlicher Form.
# Seit gestern tanzen Seßhafte und Nomaden gemeinsam.
# Heute Nacht bauten sie gemeinsam ein großes Haus in der Form eines Vierarmigen Seesterns.
Sie tapezierten es innen mit dem schönsten Schmuck, füllten es mit dem schönsten Gemüse, umgaben es außen mit den schönsten Blumen.
# Seßhafte und Nomaden stehen davor und scheinen zu warten.

Spesinalium meint, sie hätten entdeckt, daß es einen Schöpfer geben muß, und sagt:
»Die meinen mich, die beten mich an!«

Informator schrieb am 9.11. 2003 um 23:00:47 Uhr zu

Ptolemy-Institute-of-Astrology

Bewertung: 17 Punkt(e)

PTOLEMY-INSTITUTE-OF-ASTROLOGY

The Republic of Uzbekistan, established in 1924 as a constituent republic of the former Soviet Union, declared independence as an Islamic nation in 1991. As the nation moves ahead into the 1st century, it struggles to find ways to modernize its industrial and economic systems in order to join the global community. At the same time, it is essential for the new nation to recover from 75 years of repression during the Communist era and strengthen its particular religious, cultural, and intellectual values.

To this end, the government of Uzbekistan has set up a national trust to finance the construction of the PIA, a center for advanced astrological research. The ancient city of Samarkand has been chosen as the site for this facility, which will be the most advanced research institute of its type in the world. A number of Communist-era buildings will be demolished so that the scale and complex spatial hierarchy of the historic quarter can be extended into the modern city. The PIA will comprise lecture halls and classrooms, laboratories, an auditorium, libraries and housing for students and faculty, and it will be equipped with VLT optical and infrared telescopes.

laura\PIA schrieb am 15.12. 2002 um 22:32:13 Uhr zu

Ptolemy-Institute-of-Astrology

Bewertung: 23 Punkt(e)

Kaum noch Menschen in unserem Institut. Wir, Ibi und ich, sind oft allein. Es wird nicht mehr geheizt, trotzdem ist es nicht zu kalt, weil überall die Fenster zugemauert sind. Außerdem tragen wir jetzt unsere neuen Spinnweb - Overalls.
Ich gehe hoch ins „Weltobservatorium“ - jeden Tag üben wir dort etwas TaiChi, etwas Karate, und was uns sonst einfällt. Immer um 3 Uhr, wie früher, als Billy Lehrer war; immer noch hoffen wir, daß er wieder unterrichtet.
Wie oft ist Ibi schon da und hockt nachdenklich auf einem Stapel Bodenmatten. Flüchtig begrüße ich ihn und beginne. Nie mehr werde ich den Fehler machen und ihn zum Mitmachen auffordern, wenn er dort sitzt und eventuell noch eine Erektion besänftigen muß.
Das silberschwarze Spinnweb-Overall ist dünn und weich; es verlockt zum Streicheln.
Ibi ist fast 14, ich bin doppelt so alt.
Bei Partnerübungen kennt er keine Rücksicht, er preßt meinen Kopf gegen seine Brust, rasch und fest schlägt sein Herz.
Neulich, wir saßen im türkischen Bad, es war dunkel und der Ofen glühte, da liebte er mich heftig. Einen Atemzug lang: ein heftiges Ein-, ein langsam stöhnendes Ausatmen.
So ungerührt wie möglich sagte ich zu ihm: wie kräftig du geworden bist! Bald bist du stärker als ich!

neo fausuto\PIA schrieb am 8.2. 2002 um 23:09:03 Uhr zu

Ptolemy-Institute-of-Astrology

Bewertung: 11 Punkt(e)

World-Trade-Center - auf alter Ikone abgebildet?
Die St.Kosmas-und-Damian-Kirche in Samarkand kann zur Zeit nur durch den südlichen Nebeneingang (Seite „Neuer Pferdemarkt“) betreten werden. Dort ist ein Vorraum: rechts die Treppe hinunter zur Krypta, links der Durchgang zu einer Nebenkapelle: darin - immer brennen davor Kerzen - die alte Ikone mit den Heiligen Kosmas und Damian. Sie stehen so dicht beisammen, daß die Heiligenscheine fast zu einem verschmelzen. In der Händen halten beide das Modell einer Kirche - mit zwei besonders hohen Türmen - geformt wie das World-Trade-Center. Mit denselben parallelen Linien, die unten und ganz oben gotisch sich verbinden. Oben aber statt der Antennen goldene, weithin strahlende Sterne. Und - zwischen den Türmen, eine kleine Brücke; „Seufzerbrücke“ , sagt der Pope der Kirche, Ardaljon.
Am 11.9.2001 hätten schon am frühen Nachmittag Gläubige Eintritt in die um diese Zeit gewöhnlich geschlossene Kirche sich verschafft und vor dieser Ikone gebetet, um den Schrecken noch abzuwenden (behauptet Ardaljon).

Caspar Nobottin schrieb am 18.2. 2002 um 14:59:52 Uhr zu

Ptolemy-Institute-of-Astrology

Bewertung: 10 Punkt(e)

Ich komme gern der Bitte meines Freundes »Neo« (wie er genannt sein will) nach: »Beschreibe unbefangen unser PIA«
Ich bin Caspar Nobottin, Ingenieur aus Winterthur/Schweiz. Meine Firma (Sulzer) beliefert und berät UNICAL-Taschkent.(In Usbekistan führend im Öl-Pipelinegeschäft).
Das PIA war zu Zeiten der Sowjetunion eine Art Bodenstation für Raumflüge (Sojuz und Saljut) - um PSI-Phänomene zu erforschen. Außerdem wurde in Usbekistan ein Gebiet für Notlandungen militärisch überwacht. Es war relativ viel Geld da - zu tun war fast nichts. Es arbeiteten dort ein dutzend Leute, alle aus der DDR, meist unfreiwillig abkommandierte NVA-Militär-Personen.Es muß eine lustige Zeit gewesen sein, jeder hatte Zeit für Liebhabereien und Nebenberufe.
Als ich »Neo« kennenlernte, war das PIA heruntergekommen. Rußland zahlt nichts mehr. Zu China bestanden und bestehen noch gute Kontakte. Es gibt sogar amerikanische Sponsoren. Offensichtlich wurde der Afghanistan-Krieg schon vor dem 11.9.2001 vorbereitet - Rußland erlaubte Amerika schon in 9.2001, im PIA eine militärische Dienststelle einzurichten. (Inzwischen sind die Amerikaner umgezogen) .
Das PIA steckt seit Monaten hinter einem Baugerüst - es ist für Renovierung kein Geld mehr da. Die Stimmung ist etwas gedrückt. Man flüchtet sich in allerlei Phantasien. Sooft ich in Taschkent bin und der Terminkalender es erlaubt, fahre ich nach Samarkand, um bei »Neo« und seiner stillen Lebensgefährtin »Laura« die reizendste und großzügigste Gastreundschaft zu genießen.
CN

neo fausuto\PIA schrieb am 26.4. 2003 um 15:40:49 Uhr zu

Ptolemy-Institute-of-Astrology

Bewertung: 22 Punkt(e)

Erwünscht war weniger die Regie, eher die Ausstattung dieser Szene in einem der Gärten des Kanal - Inspektors.
Meine Tastatur fühlte sich anders an und klang anders - das fiel zuerst auf. Als ob kleine Kapseln, mit Samen oder Sporen prall gefüllt, bei jedem Tastendruck platzten.
Die Buchstaben wandern groß und golden über einen schwarzen Hintergrund; der Bildschirm ist flach und hoch und oben gerundet. In der Mitte der Rundung dreht sich eine Löwenzahnblüte und Blütenstaub fällt immerzu herab.
Löwenzahn blüht überall, sogar am Rand der Beton-Kuppeln auf den Dächern rings umher.
Ich sehe in der Ferne Ibi und Yamin einen Eimer mit Wasser tragen, sie gehen langsam über das betonierte Flußbett das Salsabil-Kanals und kommen näher. Die Häuser des Kanal - Inspektors, obwohl im Flußbett errichtet, haben kein fließendes Wasser - es muß in der Mitte des Kanals aus einem Rinnsal geschöpft werden.
Sie bringen das Wasser in die Küche, wo Laura und Cato einen großen Fisch zubereiten und wo Cato soeben protestiert, weil Laura den besten Weißwein über den Fisch gießt. Dann fehlen Zitronen und daran ist Cato schuld, das ist aber nichts, verglichem mit der Schuld von Ibi und Yamin. Die behaupten, nichts sei schwieriger, als Wasser aus dem Salsabil zu schöpfen. Mutwillig ziehe sich das Wasser vor dem Eimer zurück, um gleich darauf, zum Erschrecken der beiden, doch noch in den Eimer hinein und nach Lust und Laune bald spritzend wieder hinauszupringen und es sei ein Wunder, daß der Eimer wenigstens halb noch gefüllt sei. Ibi wird losgeschickt und tut nichts lieber, als Zitronen zu besorgen und mit dem Motorrad nach Pyrgo zu rasen. Yamin muß gehen und Salbei pflücken. Der beste Salbei werde in Pyrgo angeboten, sagt Ibi, Yamin müsse mitkommen. Nein, Yamin bleibt hier, Salbei werde sofort benötigt, trotzdem könne Ibi auf dem Markt nach Salbei fragen. Während Yamin jammernd auf die Suche geht, wird Ibi mit weiteren Aufträgen überhäuft.
Das Getöse von Ibis Motorrad verliert sich in der Ferne. Aus der Küche kommen beruhigende Geräusche und Stimmen.
Yamin ist bei mir, mit einem Salbeizweig.
Ist das Salbei? Ich zerreibe ein Blatt: da, riech!
Er beugt sich herab und schließt die Augen.

cato\PIA schrieb am 6.3. 2003 um 20:51:26 Uhr zu

Ptolemy-Institute-of-Astrology

Bewertung: 10 Punkt(e)

Jetzt wo das PIA geschlossen wird und niemand mehr berichtet will ich Cato berichten was mir paßt. Wie freundlich alle sind ich werde gebraucht in Amerika. Daß JHU nichts mit Pentagon zu tun hat heißt es immer wieder. Soll es doch. Welche Ehre mein Hirn ist gefragt für neue Versuche für neue Medikamente wie sind sie um meine Gesundheit besorgt und alle haben ihre Tickets auch ich eine kranke Cato darf nicht einreisen.

Die ungeheuren Räder dort oben wie sie tönen. Nicht die Schmerzen nicht die Medikamente sind es die mich Cato ängstigen sondern das Getöse der Räder die alles aufrollen und wieder abrollen im Vorführraum über mir. Webmaschinen Bandmaschinen Räder überall. Geschrei der Räder niemand vernimmt es. Nicht die hebräischen Zeichen auf den Bändern nicht was sich mir Cato manchmal offenbart nein das ist es nicht nein es ist der ungeheure Mißton im Himmel oben.


Es gibt einen Ort die Garage im Hof neben dem toten Baum die Tür ist angelehnt innen der Beiwagen eines Motorrads ein Kohlehaufen ein Ofen für Teer auf Rädern teerübergossen dort nur dort ist es still im Beiwagen findet ihr mich.

neo fausuto\PIA schrieb am 29.4. 2004 um 21:09:22 Uhr zu

Ptolemy-Institute-of-Astrology

Bewertung: 10 Punkt(e)

Ben Tiber hat sich im SCWS etwas entfalten können. Schnellere Maschinen. Größere. Im PIA war er noch stolz auf ein Programm, das jede Minute ein neues Händel -Orgelkonzert ausspuckte ... nur die nackte Partitur ... jede Partitur musste stundenlang von Hand nachbearbeitet werden, dann war sie von einem virtuellen kleinen Barockorchester abspielbar ... ohne Dirigent natürlich ...
Jetzt braucht er nicht mehr als einen Tag - für eine Händel - Variante ... jawohl, er ändert Händel selbst ... eine virtuelle Clique von Händeln ... dicke, noch dickere, aber auch dünne ... ausgezehrte ... alle schreiben Tag und Nacht Konzerte, Opern ... jeder hat seinen eigenen Stil ... man kann natürlich nur Stichproben betrachten. Unser SCWS wird eine eigene Radiostation aufmachen - Barock-Gedudel für Hörer, die sowas lieben ... virtuelle Riesenorchester ... von ebenfalls virtuellen Dirigenten dirigiert ... kein Stück wird je wiederholt ... bis auf die auf der Hitliste ... wenn ich bedenke, daß Ben mit simulierten Meeresbrandungen angefangen hat ... im „Neptun“ hören Gäste das noch heute ... müssen es sich anhören ... hat jemand jemals „Yoga für Gestresste“ in irgend einem zweistelligen TV-Kanal gesehen? Das nächste Mal nicht gleich weiterzappen, die Brandung kommt von Ben Tibers CD - das PIA ist allgegenwärtig ...

neo fausuto\PIA schrieb am 21.4. 2003 um 17:13:18 Uhr zu

Ptolemy-Institute-of-Astrology

Bewertung: 10 Punkt(e)

Das Rätsel der „dunklen Materie“ war gelöst. Im Traum hat es sich mir eröffnet, mit überwältigender Logik: dunkle Materie besteht aus Kakao. Pulver oder Staub, fein und bitter. Wird von einem Schwarzen Loch (leeren Magen) angesogen, mit einer gleichfalls angesogenen jungen Galaxis verrührt, in einem Sternreaktor erhitzt, in helle, sichtbare Materie verwandelt, in glänzende, fühlbare, schmeckbare Masse. Mir fließt das Wasser aus dem Mund, ich erwache. Schmerzhafter Hunger.
Muß sofort an Catos Zimmer denken und dort gehortete Süßigkeiten. „Cato hortet Süßigkeiten“ hieß es immer.

In Catos Zimmer ist Sonnenlicht.
Ihr Fenster wurde zuletzt zugemauert. Sie hat sich heftig gewehrt. Hat erreicht, daß eine halbe Ziegelbreite ausgespart blieb.
Ihr Zimmer ist leer.
Mein Spiegelbild steigt mir schräg aus der Tiefe entgegen, in den ausgehängten, an die Wand gelehnten Fensterflügeln.
Schränke, Schubladen: leer. Auf dem Bett ein Kopfkissenbezug, mit Wäsche vollgestopft. Auf dem Boden ein Berg leerer Schachteln.
Vor dem Spalt im Fenster pendelt ein Stück Glas an einem Faden.
Dreht sich langsam, über die Wände bewegen sich Lichter.

Kein Hunger mehr, dafür ein Schwindelgefühl.
Ich lege mich auf Catos Bett.

Man wird uns vermissen, sie und mich.
Wird glauben, wir seien gemeinsam geflüchtet.
Wir sind geflüchtet, in entgegengesetzte Richtungen.

lion\PIA schrieb am 12.1. 2006 um 11:35:19 Uhr zu

Ptolemy-Institute-of-Astrology

Bewertung: 11 Punkt(e)

___________E_T_E_R_N_I_T_Y___________


...........I'M TALKIN' ABOUT...........

___________E..T..E..R..N..I..T..Y___________
...........and that's a long time, children!


...........ONE LIFETIME AIN'T NOTHIN'...........

...........we can't grasp it ... it's just a word...........




=========É=T=É=R=N=Í=T=Ý=========



that's deep...









(das ist von Robert Crumb; seine Heiligsprechung ist eingeleitet)

cato\PIA schrieb am 13.5. 2016 um 15:43:54 Uhr zu

Ptolemy-Institute-of-Astrology

Bewertung: 11 Punkt(e)

Hat Staufen nicht zeitlebens von einem Wüstenschloss geträumt. Wie ich immer von einem Tempel träume auf einer Insel mitten im stürmischen Meer. Träumt nun wo Staufen tot ist die Aktis seinen Traum weiter? Schwer Bewaffnete ja ein ganzes Bataillon von schwer Bewaffneten sollte Staufen beschützen Tag und Nacht. Zwar eher herumlungern würde alles überall in diesem Schloss. Im Parterre jedenfalls aber nicht im Obergeschoss abgesehen von vier MP-Posten auf jedem der Ecktürme. Zwar würde alles sich Tag und Nacht betrinken nur die vier Wachtposten oben auf den Türmen hätten vollkommen nüchtern zu sein weil sie sonst sofort exekutiert würden. Staufen selbst übrigens trüge die zerschlissene Uniform eines gewöhnlichen Söldners. Doch hat auch der betrunkenste Soldat Staufen sofort zu erkennen genaugenommen völlig zu ignorieren aber nur scheinbar also keinesfalls zu grüßen aber mit größter Aufmerksamkeit im Augenwinkel ständig zu beobachten so dass der kleinste Wink weitergegeben kann um als strengster Befehl sofort befolgt zu werden. Als ob er nicht vorhanden wäre genau so wollte es Staufen immer. Selbstverständlich geht alles beiseite wenn Staufen die Menge seiner Soldaten durchschreitet aber das Beiseitegehen muss geschehen wie aus irgend einem anderen zufälligen Grund. Nicht Strammstehen und Präsentieren also sondern sich Verdünnisieren. Alle höheren Dienstgrade kennen und begreifen dieses deutsche Wort Verdünnisieren und haben es ganz verinnerlicht.

neo fausuto\PIA schrieb am 21.2. 2003 um 22:38:48 Uhr zu

Ptolemy-Institute-of-Astrology

Bewertung: 21 Punkt(e)

Grüne Kacheln schweben im Weltraum, zu einer halben Kuppel lose gefügt.
Heute, im türkischen Bad meines Instituts, habe ich für mich allein Feuer gemacht und liege in einem Zuber aus Zedernholz. In Becken, dort, wo ein dünner Strahl kochend heißes Wasser aus der Wand in und neben meinen Zuber fällt. Was überfließt, mäandert über den Beckenboden und glänzt ölig. Ein zweiter Zuber mit frischem kaltem Wasser. Ein dritter, umgedreht, dient als Tisch. Auf dem Tisch mein Sanyo-Recorder und fürs Badewasser eine Tüte Badesalz mit betäubender Ginster - Essenz.
Draußen heftiger Wind, der Dampf steigt senkrecht hoch, zieht dann waagrecht durch dunkle und von Feuer beleuchtete Zonen davon. Grün leuchten die Kacheln.
An den Beckenrand gelehnt eine Matratze, ein goldgerahmter Spiegel. Davor ein Holzstuhl. Requisiten einer Filmszene. Später weggeschnitten. Auf der Sitzfläche des Stuhls eine kleine blaue Turnhose, auf der Lehne ein gelbes Unterhemd mit kurzen Ärmeln und einem mit kleinen Knöpfen verschließbaren Ausschnitt. Ich sah Kanister mit Petroleum (Lampen) und Olivenöl (Massage). Der Regisseur wurde entlassen, der Produzent ist geflüchtet. Ich sah alte Handtücher. Militärdecken mit dem geflügelten Äskulapstab zwischen den Buchstaben U und S. Drehbuch-Skripte wurden gestohlen. Fördermittel gestrichen. Ich sehe eine dünne silberne Kette und weiß: sie ist ein zurückgewiesenes Geschenk. Oder ein achtlos vergessenes.
Ein ganzer Schwall heißes Wasser. Dampfwolken. Draußen der unaufhörliche Wind, heller Schein aus dem Ofen, das wenige Holz wird bald verbrannt sein. Rauch ist zu riechen, nicht zu sehen. Ich sehe überall silberne Ketten und weiß: mit ihnen war ich an die Wirklichkeit gekettet, jetzt bin ich entbunden. Diese Erkenntnis muß im Recorder festgehalten werden. Er liegt in unerreichbarer Ferne.
Widerschein in der Kuppel über mir, eine halbe Kuppel aus grünen Kacheln ragt in den leeren Weltraum. Dort, im Weltraum, bin ich in ein Rettungsmanöver verwickelt. Der Ausstieg war nicht einfach. Wie mühsam bin ich aus dem warmen Wasser gestiegen.
Begleiter halfen, haben mich gestützt, fast getragen; durch Schläuche sind wir miteinander verbunden.
Kraterwände, steil abfallende. Hier ist die dunkle, gegenüber die helle Seite. Unten ein dunkleres, oben helleres Grün. Ganz unten, der Kraterboden, ist eine tiefgrüne Ebene. Dort sind Bäume, zwischen den Bäumen glänzt Wasser. Von steilem Bergwald ist ringsum alles Land paradiesisch umschlossen.
So seht doch!
Meine Begleiter wollen umkehren. Sie schieben mich empor und sprechen von Erschöpfung, Höhenrausch und Sauerstoffmangel. Sie sehen nur schweflig verfärbte kahle Wände, hier und dort Rauchwolken. Jetzt, wo sie es sagen, sehe ich es selbst.
Kehrt nur ohne mich um, sage ich. Ich komme später nach. Der Rückweg ist das Allerleichteste.
Carlos-Antonio nimmt mich begeistert an der Hand, zieht mich fort, zeigt mir die urweltlichen Bäume, Äste strecken sich bis an die Kraterwand, einladende, auf die er wie ein Vogel hüpft.
Wie hatte Carlos-Antonio gebettelt und wollte mitkommen. Vergeblich, er ist erst zwölf.
Auf Ästen sitzen wir, von denen wir mit der größten Lust senkrecht in die Tiefe schauen. Von Ast zu Ast springen wir, schweben, denn starker Aufwind trägt uns. Mit welchem Vergnügen kämpfen wir gegen den Aufwind, um hinab und tiefer hinab an den grünen Grund zu gelangen! An den Fuß der im Wasser wurzelnden Bäume, deren Stämme und Äste bis in den Himmel ragen, dorthin, wo wir unter den dunklen und alles beschützenden Kronen den Abend aller Tage finden werden.
Es ist dunkel und kalt, ich finde kaum die Stufen, die aus dem Becken führen. Der Ofen ist noch warm, beim Ofen finde ich den warmen Bademantel.
Kolumbien, 1984. Ich erinnere mich an alles.
Ein Jahr vor seinem Ausbruch bestiegen wir den gletscherbedeckten Ruiz. Haben wir nicht nachdenklich, auf unsere Eispickel gestützt, die Senke in der Bergkuppe betrachtet, die frischen Kanten und Brüche im alten, gelblich verfärbten Schnee? Dann stiegen wir, noch immer durch das Seil verbunden, in den Krater hinab.
Ich taste mich den dunklen, schrägen Gang vom Bad ins hintere Treppenhaus hoch, gehe durch die Flure meines ganz verlassenen Instituts und erinnere mich an alles.

Einige zufällige Stichwörter

EinverfaulterKadaverkamherausausderMauer
Erstellt am 6.7. 2004 um 23:29:16 Uhr von mcnep, enthält 17 Texte

Lachgas
Erstellt am 11.5. 2002 um 17:15:55 Uhr von miracoolix, enthält 16 Texte

Brehmstraße
Erstellt am 1.5. 2003 um 00:18:43 Uhr von Daniel Arnold, enthält 15 Texte

Fehlspekulation
Erstellt am 6.9. 2012 um 18:15:08 Uhr von Experimentator, enthält 1 Texte

Phenylaceton
Erstellt am 9.5. 2014 um 20:10:01 Uhr von schmidt, enthält 2 Texte


Der Assoziations-Blaster ist ein Projekt vom Assoziations-Blaster-Team (Alvar C.H. Freude und Dragan Espenschied) | 0,1250 Sek.