Einige überdurchschnittlich positiv bewertete
Assoziationen zu »Ptolemy-Institute-of-Astrology«
neo fausuto/PIA schrieb am 12.4. 2001 um 23:14:51 Uhr zu
Bewertung: 14 Punkt(e)
In den Notizen von Negro, unserem verstorbenen PIA-Piloten, fand ich diesen Traum. Negro hatte 3 Mal den Merkur besucht und dort jedesmal diesen Traum - eher Alptraum geträumt.
Negros Sonnenkampf und Todespreis.
Und wieder hatte ich im Traum die Weltraum- mit einer Ritterrüstung vertauscht. In der Nacht eines Felsenschattens liege ich und erwache vom Ruf des Sonnen-Ritters. Im Nu gerüstet auf meinem Pferd und ihm entgegen. Auf dem Schild meines Gegners und auf dem Brustpanzer das goldenen Sonnen-Zeichen. Wir umkreisen uns, bald habe ich die niedrige blendende Sonne, bald die Nacht vor Augen. In diesem Wechsel erscheinen antike Trümmer rings umher: stehende und gestürzte Säulen, Torbögen, Mauern, ferne Zuschauer. Wir umkreisen uns, die Lanzen berühren sich. Ich träume dies nicht zum ersten Mal, deshalb bin ich siegessicher. Wir umkreisen meinen nachtspendenden Felsen. Und jetzt schon ekelt mich, was gleich folgen wird: nach einer panischen Wendung stößt meine Lanze mitten ins Sonnen-Zeichen, eine pulsierende Fontäne aus Blut wird die Szene verschleiern. Die Sonne über dem Horizont wird langsam erlöschen, zugleich immer größer werden. Wir umkreisen uns noch immer, bis ich vor Erschöpfung vom Pferd gleite. Da liegt auch er, der gar nicht mein Feind ist, am blutnassen Boden.
Ich aber erhebe mich und fühle vor dem, was nun kommt, das noch größere Entsetzen: vollkommene Nacht, alle Sterne vom Himmel verschwunden. Aus alten Zeiten der Tod: das Skelett steht groß und ruhig vor mir. Knochen, Schädel mit feinsten Lichtern übersät. In leeren Augenhöhlen alle Trauer des Weltalls. Ich lege meinen Helm ab. Der Tod überreicht mir den Siegespreis: einen silbernen Lorbeerkranz - und ist verschwunden. Mich erstaunt der Glanz, die feine Arbeit der Lorbeerblätter, ich erwache, meine Finger tasten noch immer an erträumten feinen Silberblättern.
neo fausuto\PIA schrieb am 26.4. 2003 um 15:40:49 Uhr zu
Bewertung: 22 Punkt(e)
Erwünscht war weniger die Regie, eher die Ausstattung dieser Szene in einem der Gärten des Kanal - Inspektors.
Meine Tastatur fühlte sich anders an und klang anders - das fiel zuerst auf. Als ob kleine Kapseln, mit Samen oder Sporen prall gefüllt, bei jedem Tastendruck platzten.
Die Buchstaben wandern groß und golden über einen schwarzen Hintergrund; der Bildschirm ist flach und hoch und oben gerundet. In der Mitte der Rundung dreht sich eine Löwenzahnblüte und Blütenstaub fällt immerzu herab.
Löwenzahn blüht überall, sogar am Rand der Beton-Kuppeln auf den Dächern rings umher.
Ich sehe in der Ferne Ibi und Yamin einen Eimer mit Wasser tragen, sie gehen langsam über das betonierte Flußbett das Salsabil-Kanals und kommen näher. Die Häuser des Kanal - Inspektors, obwohl im Flußbett errichtet, haben kein fließendes Wasser - es muß in der Mitte des Kanals aus einem Rinnsal geschöpft werden.
Sie bringen das Wasser in die Küche, wo Laura und Cato einen großen Fisch zubereiten und wo Cato soeben protestiert, weil Laura den besten Weißwein über den Fisch gießt. Dann fehlen Zitronen und daran ist Cato schuld, das ist aber nichts, verglichem mit der Schuld von Ibi und Yamin. Die behaupten, nichts sei schwieriger, als Wasser aus dem Salsabil zu schöpfen. Mutwillig ziehe sich das Wasser vor dem Eimer zurück, um gleich darauf, zum Erschrecken der beiden, doch noch in den Eimer hinein und nach Lust und Laune bald spritzend wieder hinauszupringen und es sei ein Wunder, daß der Eimer wenigstens halb noch gefüllt sei. Ibi wird losgeschickt und tut nichts lieber, als Zitronen zu besorgen und mit dem Motorrad nach Pyrgo zu rasen. Yamin muß gehen und Salbei pflücken. Der beste Salbei werde in Pyrgo angeboten, sagt Ibi, Yamin müsse mitkommen. Nein, Yamin bleibt hier, Salbei werde sofort benötigt, trotzdem könne Ibi auf dem Markt nach Salbei fragen. Während Yamin jammernd auf die Suche geht, wird Ibi mit weiteren Aufträgen überhäuft.
Das Getöse von Ibis Motorrad verliert sich in der Ferne. Aus der Küche kommen beruhigende Geräusche und Stimmen.
Yamin ist bei mir, mit einem Salbeizweig.
Ist das Salbei? Ich zerreibe ein Blatt: da, riech!
Er beugt sich herab und schließt die Augen.
laura\PIA schrieb am 29.3. 2002 um 17:09:07 Uhr zu
Bewertung: 9 Punkt(e)
Jetzt kann sich mein Freund Neo an den Traum nicht mehr erinnern! Heute Nacht hatte er mich geweckt: „Laura, der Traum von unserem Jahrhundert, dem 22ten!“. Was er mir erzählt hat, ich hab es mir gemerkt.
Ein breites, trockenes, betoniertes Flußbett. Zwischen hohen Ufermauern. In einiger Ferne mehrere Eisenbrücken, auf denen sehr langsam Güterzüge rollen. Uaufhörlich, mit allerlei Fracht, manches wie Flugzeug - Teile.
Das Flußbett übersät mit Müll. Dazwischen weite, leere Flächen im Abendlicht. In der Mitte ein Rinnsal aus klarem, geradezu leuchtendem Wasser.
Am Wasser entlang streunt eine Horde von Kindern. Sie sind verwahrlost, aber friedlich. Manche verletzt oder verkrüppelt. In alten Kleidern, mit Schnüren festgewickelt, auch Uniformen: die mit einem rötlichen Tarnmuster. Alle Kinder haben fabrikneue Rucksäcke.
„Eins der Gesichter habe ich noch ganz deutlich vor Augen: wie verbrannt!“ sagte Neo. Ein Kind mit einem toten Baby im Arm.
Sie seien alle unterwegs zum Meer, zur Stadt Pyrgo. Wo alle Züge hinführen. Der Fluß sei ein Kanal, der zwei Flüsse verbinde: den „Istamponto“ mit der „Istantalatta“. Andere sagen: kein Kanal, sondern einer der beiden Flüsse selbst. Hier, bei den Brücken, seien sie gern: sie sprängen auf die Züge auf (nur wegen der alten Brücken seien die so langsam) und sie könnten sich allerlei besorgen.
Und dort bei den Häusern mit den Gärten würden sie gut verpflegt.
Bevor er wieder einschlief, sagte Neo noch: „Laura, in einem dieser Häuser leben wir schon lange! Die Häuser sind aus Beton wie das Flußbett, die Dächern sind gewölbte Kuppeln. In den Gärten sind Blumen - und Gemüsebeete! Tag für Tag holen wir beide Wasser vom Fluß, Eimer um Eimer!“
neo fausuto/PIA schrieb am 16.3. 2001 um 13:03:09 Uhr zu
Bewertung: 17 Punkt(e)
Heute fühlt sich mein Chef Dr. Josef Spesinalium wie Gott. Das kommt so:
Seit über 1 Jahr läuft in einer Partition unserer alten Maschine ununterbrochen sein Programm GENESE. Dort wird eine Mini-Welt simuliert, die inzwischen aus folgenden Wesen besteht:
# Dreiarmige Seesternartige, sie sind seßhaft, sie bauen Städte und züchten
# Gemüse, das allen zur Nahrung dient, und sie züchten auch
# Blumen.
# Fünfarmige Seesternartige, sie sind Nomaden. Sie bauen Dörfer, die sie wieder abreißen. Sie verfertigen Schmuck, den sie bei den Seßhaften gegen Gemüse und Blumen eintauschen.
# Baumaterial für alle sind überall herumliegende kleine Drei- und Sechsecke.
# Es gab früher Kriege, nun seit Wochen nicht mehr.
# Vor einigen Tagen wurde der Tanz entdeckt. Bei Seßhaften und Nomaden in unterschiedlicher Form.
# Seit gestern tanzen Seßhafte und Nomaden gemeinsam.
# Heute Nacht bauten sie gemeinsam ein großes Haus in der Form eines Vierarmigen Seesterns.
Sie tapezierten es innen mit dem schönsten Schmuck, füllten es mit dem schönsten Gemüse, umgaben es außen mit den schönsten Blumen.
# Seßhafte und Nomaden stehen davor und scheinen zu warten.
Spesinalium meint, sie hätten entdeckt, daß es einen Schöpfer geben muß, und sagt:
»Die meinen mich, die beten mich an!«
neo fausuto\PIA schrieb am 21.2. 2003 um 22:38:48 Uhr zu
Bewertung: 22 Punkt(e)
Grüne Kacheln schweben im Weltraum, zu einer halben Kuppel lose gefügt.
Heute, im türkischen Bad meines Instituts, habe ich für mich allein Feuer gemacht und liege in einem Zuber aus Zedernholz. In Becken, dort, wo ein dünner Strahl kochend heißes Wasser aus der Wand in und neben meinen Zuber fällt. Was überfließt, mäandert über den Beckenboden und glänzt ölig. Ein zweiter Zuber mit frischem kaltem Wasser. Ein dritter, umgedreht, dient als Tisch. Auf dem Tisch mein Sanyo-Recorder und fürs Badewasser eine Tüte Badesalz mit betäubender Ginster - Essenz.
Draußen heftiger Wind, der Dampf steigt senkrecht hoch, zieht dann waagrecht durch dunkle und von Feuer beleuchtete Zonen davon. Grün leuchten die Kacheln.
An den Beckenrand gelehnt eine Matratze, ein goldgerahmter Spiegel. Davor ein Holzstuhl. Requisiten einer Filmszene. Später weggeschnitten. Auf der Sitzfläche des Stuhls eine kleine blaue Turnhose, auf der Lehne ein gelbes Unterhemd mit kurzen Ärmeln und einem mit kleinen Knöpfen verschließbaren Ausschnitt. Ich sah Kanister mit Petroleum (Lampen) und Olivenöl (Massage). Der Regisseur wurde entlassen, der Produzent ist geflüchtet. Ich sah alte Handtücher. Militärdecken mit dem geflügelten Äskulapstab zwischen den Buchstaben U und S. Drehbuch-Skripte wurden gestohlen. Fördermittel gestrichen. Ich sehe eine dünne silberne Kette und weiß: sie ist ein zurückgewiesenes Geschenk. Oder ein achtlos vergessenes.
Ein ganzer Schwall heißes Wasser. Dampfwolken. Draußen der unaufhörliche Wind, heller Schein aus dem Ofen, das wenige Holz wird bald verbrannt sein. Rauch ist zu riechen, nicht zu sehen. Ich sehe überall silberne Ketten und weiß: mit ihnen war ich an die Wirklichkeit gekettet, jetzt bin ich entbunden. Diese Erkenntnis muß im Recorder festgehalten werden. Er liegt in unerreichbarer Ferne.
Widerschein in der Kuppel über mir, eine halbe Kuppel aus grünen Kacheln ragt in den leeren Weltraum. Dort, im Weltraum, bin ich in ein Rettungsmanöver verwickelt. Der Ausstieg war nicht einfach. Wie mühsam bin ich aus dem warmen Wasser gestiegen.
Begleiter halfen, haben mich gestützt, fast getragen; durch Schläuche sind wir miteinander verbunden.
Kraterwände, steil abfallende. Hier ist die dunkle, gegenüber die helle Seite. Unten ein dunkleres, oben helleres Grün. Ganz unten, der Kraterboden, ist eine tiefgrüne Ebene. Dort sind Bäume, zwischen den Bäumen glänzt Wasser. Von steilem Bergwald ist ringsum alles Land paradiesisch umschlossen.
So seht doch!
Meine Begleiter wollen umkehren. Sie schieben mich empor und sprechen von Erschöpfung, Höhenrausch und Sauerstoffmangel. Sie sehen nur schweflig verfärbte kahle Wände, hier und dort Rauchwolken. Jetzt, wo sie es sagen, sehe ich es selbst.
Kehrt nur ohne mich um, sage ich. Ich komme später nach. Der Rückweg ist das Allerleichteste.
Carlos-Antonio nimmt mich begeistert an der Hand, zieht mich fort, zeigt mir die urweltlichen Bäume, Äste strecken sich bis an die Kraterwand, einladende, auf die er wie ein Vogel hüpft.
Wie hatte Carlos-Antonio gebettelt und wollte mitkommen. Vergeblich, er ist erst zwölf.
Auf Ästen sitzen wir, von denen wir mit der größten Lust senkrecht in die Tiefe schauen. Von Ast zu Ast springen wir, schweben, denn starker Aufwind trägt uns. Mit welchem Vergnügen kämpfen wir gegen den Aufwind, um hinab und tiefer hinab an den grünen Grund zu gelangen! An den Fuß der im Wasser wurzelnden Bäume, deren Stämme und Äste bis in den Himmel ragen, dorthin, wo wir unter den dunklen und alles beschützenden Kronen den Abend aller Tage finden werden.
Es ist dunkel und kalt, ich finde kaum die Stufen, die aus dem Becken führen. Der Ofen ist noch warm, beim Ofen finde ich den warmen Bademantel.
Kolumbien, 1984. Ich erinnere mich an alles.
Ein Jahr vor seinem Ausbruch bestiegen wir den gletscherbedeckten Ruiz. Haben wir nicht nachdenklich, auf unsere Eispickel gestützt, die Senke in der Bergkuppe betrachtet, die frischen Kanten und Brüche im alten, gelblich verfärbten Schnee? Dann stiegen wir, noch immer durch das Seil verbunden, in den Krater hinab.
Ich taste mich den dunklen, schrägen Gang vom Bad ins hintere Treppenhaus hoch, gehe durch die Flure meines ganz verlassenen Instituts und erinnere mich an alles.
neo fausuto\PIA schrieb am 23.4. 2003 um 13:00:43 Uhr zu
Bewertung: 13 Punkt(e)
Unerwünscht war dieser kleine Junge mit einer Sonnenbrille, der mich mit harten Fäusten anstieß, lachte, Zähne spitz wie Mäusezähne, und schrill ausrief: »so dünn ist er geworden, so dünn!«
Auf Rollen raste er umher; ich jagte ihn. Er verlor er seine hellblonde Perücke und hatte einen weißen Schädel. Er verlor er alle Kleider und ich sah, daß geradezu natürlich in die Fußknochen je 5 Rollen eingefügt waren, kleine Rollen, wie aus Knochen gedrechselt. Ich jagte ihn, bis er schreiend gegen die Wand fuhr, verstummte, lautlos auseinanderfiel.
Die verstreuten Kleider und Knochen wurden zu Scharen von Kakerlaken, die schnell, irgendwie nicht schnell genug in Ritzen und Winkeln verschwanden. Die Perücke wurde über den Boden gezogen und verschwand Ruck um Ruck hinter einem Heizungsrohr. Die Sonnenbrille blieb liegen.
Wer Unerwünschtes verjagen kann, müsste Erwünschtes herbeirufen können.
neo fausuto\PIA schrieb am 22.4. 2003 um 19:03:53 Uhr zu
Bewertung: 10 Punkt(e)
Jogger ist angetreten, um mir jeden Wunsch zu erfüllen, mir wenigstens ein perfektes Theater zu liefern, und nicht, um einen Bratenduft zu verbreiten, der mich verrückt macht, der mich in die Küche lockt, zu einem Feuer auf dem Boden, ja, Boden, denn die Küche ist eine Ruine, und wo ich mir ansehen muß, wie er, Jogger, drei aufgespießte Ratten übers Feuer hält! Wo ich einen Jogger erblicken muß, der noch ausgezehrter ist als ich! Er, der frei ist, muß sich nicht als Freund aufspielen, der mithungert, um mich in der Kunst des Überlebens zu unterrichten.
Mit einer entschlossenen Geste male ich ein großes X in die Luft, und siehe da: die Szene ist gestrichen, ich bin wieder allein, auch der Geruch ist fort, sogar der Hunger.
Informator schrieb am 9.11. 2003 um 23:00:47 Uhr zu
Bewertung: 17 Punkt(e)
PTOLEMY-INSTITUTE-OF-ASTROLOGY
The Republic of Uzbekistan, established in 1924 as a constituent republic of the former Soviet Union, declared independence as an Islamic nation in 1991. As the nation moves ahead into the 1st century, it struggles to find ways to modernize its industrial and economic systems in order to join the global community. At the same time, it is essential for the new nation to recover from 75 years of repression during the Communist era and strengthen its particular religious, cultural, and intellectual values.
To this end, the government of Uzbekistan has set up a national trust to finance the construction of the PIA, a center for advanced astrological research. The ancient city of Samarkand has been chosen as the site for this facility, which will be the most advanced research institute of its type in the world. A number of Communist-era buildings will be demolished so that the scale and complex spatial hierarchy of the historic quarter can be extended into the modern city. The PIA will comprise lecture halls and classrooms, laboratories, an auditorium, libraries and housing for students and faculty, and it will be equipped with VLT optical and infrared telescopes.
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