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Die hier dargestellte Moschee ward im Jahre 1610 durch Sultan Achmed gegründet; dieser Fürst betrieb den Bau derselben mit solchem Eifer, daß er in eigener Person jeden Freitag Theil an den Arbeiten nahm. Sie steht auf der Südseite des Atmeidan (Hippodroms, Rennbahn), und ist unter allen Moscheen Konstantinopels und des ganzen osmanischen Reiches die Einzige, welche sechs Minarets hat, d. h. zwei mehr als die Sophienkirche, die Suleimanie, ja selbst als die Moschee des heiligen Hauses der Kaabe zu Mekka. Auf einer erhöheten Terrasse erbauet, besteht sie bloß aus zwei großen Vierecken, von denen Eines die Moschee selbst, das Andere den Vorhof bildet. Dieser mißt von dem auf den Atmeidan führenden Mittelthore bis zu dem gegenüber befindlichen Haupteingange der Moschee 56 Schritte in der Länge und 77 in der Breite. Die Moschee selbst hat 100 Schritte ins Gevierte. Das Auffallendste an derselben sind vier ungeheuere Säulen, von denen jede aus drei Theilen besteht, und die im Vergleiche zu ihrer Länge unverhältnißmäßig dick sind. Der Umfang einer jeden mißt 56 Ellen; sie tragen den Dom und erheben sich von außen an den vier Seiten desselben wie eben so viele Thürmchen. Die Kuppel des großen Domes ist von 4 Hauptkuppeln umgeben, an deren jede zwei kleine ganz runde Kuppeln stoßen, welche gerade hinter den vier ungeheuern Säulen die vier Ecken der Moschee bilden. Diese erscheint also von Außen neunfach gewölbt, gleich dem Dome der neun Himmel nach der Lehre des Koran. Auf beiden Seiten der Moschee rechts und links läuft eine doppelte Gallerie, eine äußere und eine innere, hin, in denen unten Bänke für die Leser des Korans, und oben Schatzgewölbe, zur Bewahrung von Gold und anderen Kostbarkeiten, angebracht sind.
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