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Eduard Kirschmann schrieb am 29.7. 2004 um 15:10:44 Uhr über

altsteinzeitlicheWerfernaturen

Der Begriff »Altsteinzeitliche Werfernaturen« ist irreführend. Wir halten die Altsteinzeit für sehr alt - das Werfen als Bestandteil unserer Natur ist aber noch älter. Der Beginn der Werfer-Anpassungen reicht mindestens 5 Millionen Jahre zurück - die ältesten bekannten Steinwerkzeuge sind etwa 2.6 Millionen Jahre alt. Wir sind immer noch Werfer-Naturen, auch wenn das Werfen in unseren Kulturen keine Rolle mehr spielt, einfach unterlassen und deswegen gar nicht erst richtig erlernt wird. Unsere Schönheitsideale sind z.B. deutlich geprägt von unserer Werfer-Vergangenheit. Wenn Frauen breite Schultern, kräftige aber nicht zu massige Brust- Schulter- und Armmuskulatur und knackige Hintern attraktiv finden, dann nur, weil sie nach Werfer-Merkmalen Ausschau halten (ein Marathon-Spitzensportler hat nichts von alldem zu bieten - soviel zur evolutionären Schlüsselrolle des aufrechten Ganges). Und wenn Frauen diese Merkmale bei den heutigen Männern nur sehr selten finden, dann vor allem, weil die Männer nicht mehr werfen und ihren Körper daher nicht artgerecht entwickeln. Werfer-Merkmale werden als attraktiv empfunden, weil sie im Verlauf unserer Evolution auf gut angepasste Männer hinwiesen, Männer mit guten Genen. Gut angepasst zu sein bedeutete für unsere männlichen Vorfahren gut werfen zu können. Menschen können 17.5 mal weiter werfen als Schimpansen (tierische Weltmeister im Werfen). Zum Vergleich: Geparde rennen nur 2.5 mal schneller als Menschen und Delphine schwimmen 6.8 mal schneller als Menschen. Dass der »stolze«, aufrechte Gang eine Schlüsselanpassung des Menschen sein soll, ist ein Ammenmärchen - Menschen sind Werfer und haben den aufrechten Gang nur nebenbei entwickelt, weil er dem Werfen zugute kommt. Übrigens sind die ältesten Wurfspeere der Menschheit rund 400 000 Jahre alt, kommen also mitten aus der Altsteinzeit. Und sie haben hervorragende Flugeigenschaften die denjenigen der modernsten Sportgeräte nicht nachstehen (s. »Der grosse Wurf der frühen Jäger« von Hermann Rieder in Biologie in unserer Zeit, 2003, Nr.3). Altsteinzeitliche Werfernaturen waren alles andere als plump. Die körperlichen Anpassungen an das Werfen wurden bereits vor etwa 1.8 Millionen Jahren mit dem Übergang zum Homo erectus (oder Homo ergaster, wenn es sein muss - ich halte es für überflüssig dem afrikanischen Homo erectus einen eigenen Namen zu geben) abgeschlossen. An der Steuerung des Wurfs durch das Gehirn mag die Evolution noch ein Weilchen gefeilt haben - aber auch hier wird das Niveau schon vor einer Million Jahren sicher sehr hoch gewesen sein. Die Neandertaler, die sich erst vor ca. 200 000 Jahren entwickelt haben waren zwar recht robust - aber bestimmt alles andere als plump.


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