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Judith schrieb am 22.11. 2020 um 00:02:26 Uhr über
unartig
Wurde das Wort von älteren Familienmitgliedern ausgesprochen, war ein Hinternvoll nicht weit. Meine Tante war in der Hinsicht besonders streng. Bei ihr gab es die breite Haarbürste aus Ebenholz - und das von Anfang an auf den blanken Po. Ich habe immer schon zu Beginn der Bestrafung geweint. Und wie meine Mutter, die jedoch deutlich weniger hart versohlt hat, musste ich am Ende des Povolls immer versprechen, wieder ein artiges Kind zu sein - dann folgten die härtesten Schläge und ich durfte aufstehen. Nach einer Bestrafung habe ich mir auch immer geschworen, absolut artig zu sein, um nie wieder so einen Hinternvoll zu kassieren, aber wie es nun mal so kommt im Leben... den letzte Hinternvoll gab es mit 23... von meiner Tante.
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Erstaunlich, dass es auch anderen so ging.
Ich bekam den Rohrstock zum letzten Mal mit 24 von meiner Frau Mama, weil ich unhoeflich zu Ihrer Freundin war. Ich war von der Uni zu Hause zu Besuch, weil meine Mutter meine Dissertation ins Reine tippte und ungeduldig noch einiges zu tun war.
Ich musste alle Hosen ausziehen und touch your toes Stellung beziehen.
Als Mama fertig war reichte sie den Rohrstock Ihrer Freundin, die die Einladung erfreut annahm.
Sie war aelter als Mama, schon in den hohen 60ern hatte aber ungemeinen Zug im Rohrstock.
Lustigerweise lud sie uns anschliessend zum Essen in einem Gartenrestaurant ein, und ich musste noch stundenlang mit Ihr Konversation machen, was sie offensichtlich genoss. Beide Damen waren erstaunlich freundlich zu mir, und erwaehnten den Vorfall mit keinem Wort, laechelten aber wissend wenn ich sehr sorgfaeltig nach einer ertraeglichen Sitzposition suchte.
Nicklaas
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