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deinestimmegegenarmut(™ schrieb am 18.9. 2010 um 04:24:49 Uhr über

experimentalfilm

DasgoldeneZeitalter

Dieser Artikel behandelt den Film Das goldene Zeitalter. Für weitere Bedeutungen siehe Goldenes Zeitalter (Begriffsklärung).

Filmdaten
Deutscher Titel Das goldene Zeitalter
Originaltitel L'Âge d'Or
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1930
Länge 60 Minuten
Stab
Regie Luis Buñuel
Drehbuch Luis Buñuel, Salvador Dalí
Produktion Le Vicomte de Noailles
Besetzung
Gaston Modot: der Mann
Lya Lys: junge Frau
Max Ernst: Räuberhauptmann
Lionel Salem: Herzog von Blangis
Josep Llorens i Artigas: Gouverneur

Das goldene Zeitalter (Originaltitel: L'Âge d'Or) ist ein surrealistischer Tonfilm des Regisseurs Luis Buñuel aus dem Jahr 1930.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Inhalt
2 Aussage
3 Aufführungen
4 Sonstiges
5 Kritiken
6 Einzelnachweise
7 Weblinks

Inhalt [Bearbeiten]
Der Film beginnt mit Dokumentationsfilmaufnahmen von Skorpionen. Nach dem Zwischentitel „Einige Stunden später...“ klettert ein Räuber auf einen Felsen. Er sieht vier Bischöfe auf einem Riff sitzen und Gebete murmeln. Dann geht er weiter in eine Hütte, in der noch andere Räuber warten. Es sind einige Gesprächsfragmente zu hören („Ihr habt... Akkordeons, Flusspferde und Pinsel“). Die Gruppe geht zu den Felsen, doch ein Räuber nach dem anderen bricht unterwegs zusammen und bleibt liegen.

In der folgenden Szene sieht man viele Menschen - Bürgerliche, Priester, Militärs - die mit Booten das Ufer erreichen. Sie gehen zu dem Felsen, auf dem vorher die Geistlichen saßen und sehen, dass von diesen bloß noch Skelette übrig sind. Man macht sich an die Grundsteinlegung der ewigen Stadt Rom. Es sind Flugaufnahmen von Rom und vom Vatikan zu sehen. Am Rande des Geschehens beginnen ein Mann und eine Frau, sich im Liebesspiel im Schlamm zu wälzen. Sie werden gewaltsam getrennt und der Liebhaber wird von zwei Männern festgenommen. Der Verhaftete reagiert auf die Verhaftung äußerst gereizt, tritt nach einem Hund und einem Bettler und zerquetscht Insekten.

Mit seinen beiden Bewachern gelangt der Mann schließlich in eine Stadt. Um die Bewacher loszuwerden, zeigt er ihnen ein Zertifikat, das ihn als Vertreter derGesellschaft des guten Willens“ ausweist. Anschließend fährt er mit dem Taxi zu einer Feier, auf der er seine Geliebte wiedersieht. Ein mitten durch das Geschehen fahrender Ziehkarren mit betrunkenen Bauern scheint niemandem besonders aufzufallen. Zuvor hatte die Geliebte eine auf ihrem Bett liegende Kuh aus ihrem Schlafzimmer geschickt. Bevor der Mann seine Geliebte treffen kann, wird er von deren Mutter in ein Gespräch verwickelt. Dann sieht man, wie im Hof ein Bediensteter seinen Sohn erschießt, weil dieser ihm den Tabak aus der Pfeife gestohlen hat. Dabei schaut die feine Gesellschaft lediglich leicht empört zu. Auch ein Brand in der Küche interessiert die Gesellschaft nicht. Als hingegen der Mann die Mutter seiner Geliebten ohrfeigt, weil sie versehentlich sein Getränk verschüttet hat, entrüstet sich die ganze Abendgesellschaft. Sie wirft ihn raus und umsorgt die Mutter, als wäre sie ernsthaft verletzt.

Nachts, während eines Konzertes, auf dem auch ein Priester Geige spielt, kommen die Liebenden das nächste Mal zusammen. Doch auch dieses Mal können sie sich nicht lieben, rutschen immer wieder vom Stuhl und schaffen es nicht, sich zu umarmen. Auf einmal wird er zu einem Telefonat mit dem Minister gerufen. Der Mann tobt vor Wut und erschießt den Minister. Die Leiche liegt aber nicht am Boden, sondern hängt an der Decke, als ob die Schwerkraft umgedreht wäre. Nach dem Telefonat kommt der Mann wieder. Das Paar umarmt sich. Schließlich sagt die Frau: „Wie schön, dass wir unsere Kinder ermordet haben“, und streichelt ihrem Partner über das Gesicht, das plötzlich blutverschmiert ist. Er antwortet einige MaleMeine Liebe... meine Liebe“. Die Frau fällt nun jedoch dem Mann, der ihren Geliebten ans Telefon gerufen hatte, um den Hals und küsst ihn. In der nächsten Szene liegt der Geliebte allein im Bett und zerstört die Kissen. Mit Federn in den Händen geht er zum Fenster, öffnet es und wirft nacheinander einen brennenden Baum, einen Bischof, einen Pflug und eine Giraffe hinaus. Schließlich lässt er die Federn aus seinen Händen gleiten.

Am Ende des Films wird in einer Texttafel erklärt, dass vier von Grund auf böse Männer in einer Burg eine vierzigtägige Orgie hielten, bei der acht Frauen starben (eine Anspielung auf Die 120 Tage von Sodom). Die erste von vier Personen, die das Haus verlassen, ist Jesus, der im Film, analog zu einer Hauptfigur im Buch, als Herzog von Blangis bezeichnet wird, dann treten drei adelige Personen nach ihm aus der Tür. Eine Frau kriecht blutverschmiert hinterher, worauf Jesus zurückgeht und sie wieder hineinzerrt. Nach dem Schrei einer Frau sieht man die Tür sich erneut öffnen, und der Herzog tritt wieder heraus, diesmal jedoch ohne Bart. Die letzte Einstellung des Films zeigt ein Kreuz, an das die Skalps der während der Orgie ermordeten Mädchen genagelt sind.

Aussage [Bearbeiten]
Buñuel kritisiert in seinen Filmen die bürgerliche Gesellschaft und die christliche Moral. Er will nicht nur das Bestehende verbessern, sondern er will das ganz Andere. So führte er einmal aus: „Die bürgerliche Moral ist für mich Unmoral, die man bekämpfen muss; diese Moral, die sich auf unsere äußerst ungerechten sozialen Institutionen wie Religion, Vaterland, Familie, Kultur gründet, überhaupt, was man so die Pfeiler der Gesellschaft nennt.“[1]

Aufführungen [Bearbeiten]
Der Film wurde imStudio 28“ uraufgeführt, wo er sechs Mal hintereinander vor ausverkauften Rängen lief. Am 3. Dezember 1930 wurde eine Aufführung des Filmes durch Rechtsextremisten, derAction française“, unterbrochen, die den Kinosaal verwüsteten, die Leinwand mit Tinte bewarfen und eine Ausstellung surrealistischer Bilder zerstörten. Am 10. Dezember erhielt der Film ein Aufführungsverbot, das erst 1981 aufgehoben wurde.

Sonstiges [Bearbeiten]
Der Film war einer der ersten französischen Tonfilme.
Der Produzent Vicomte de Noailles konvertierte später zum Katholizismus und nahm den Film als Gotteslästerung aus dem Vertrieb.[2]
Kritiken [Bearbeiten]
In Übereinstimmung mit der surrealistischen Ideologie ist nur die Liebe, die wilde, anarchistische, irrationale Liebe annehmbar. Alles andere wird dem Spott preisgegeben: die Reichen, die Kirche, der Staat, die Armee, genau wie die typisch bürgerlichen Laster, die da Sentimentalität und Romantik heißen und die Buñuel sein ganzes Leben lang verabscheut hat.“

Amos Vogel[2]

„„Das goldene Zeitalterist sicher einer der provokantesten und kompromisslosesten Filme, die je gedreht wurden. Und Buñuel ist sich selbst treu geblieben

Siegfried König[3]

Einzelnachweise [Bearbeiten]
1.↑ Michael Schwarze: Buñuel. Rowohlt, Reinbek 1981, ISBN 3-499-50292-5, S. 65; zit. nach Elena Poniotowska: Luis Buñuel. Eine Dokumentation, S. A 74
2.↑ a b Amos Vogel: „Film als subversive Kunst“, Hannibal Verlag, St. Andrä-Wördern, 1997, S. 286
3.↑ Rezension auf filmzentrale.com
Weblinks [Bearbeiten]
Das goldene Zeitalter in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
Videoartworld : The Masters Series. Selected Movies from Bunuel. Public Domain Movies Online
EinklappenFilme von Luis Buñuel
Ein andalusischer Hund | Das goldene Zeitalter | Land ohne Brot | Gran Casino | Der große Lebemann | Die Vergessenen | Susanna, Tochter des Lasters | Die Tochter der Lüge | Eine Frau ohne Liebe | Der Weg, der zum Himmel führt | El Bruto, der Starke | Robinson Crusoe | Er | Abgründe der Leidenschaft | Die Illusion fährt mit der Straßenbahn | Der Fluß und der Tod | Das verbrecherische Leben des Archibaldo de la Cruz | Morgenröte | Der Tod in diesem Garten | Nazarin | Für ihn verkaufich mich | Das junge Mädchen | Viridiana | Der Würgeengel | Tagebuch einer Kammerzofe | Simon in der Wüste | Belle de Jour – Schöne des Tages | Die Milchstraße | Tristana | Der diskrete Charme der Bourgeoisie | Das Gespenst der Freiheit | Dieses obskure Objekt der Begierde

Vonhttp://de.wikipedia.org/wiki/Das_goldene_Zeitalter“
Kategorien: Filmtitel 1930 | Französischer Film | Filmdrama | Schwarzweißfilm


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