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Elisabeth nimmt ihren bei der Krönung abgelegten Eid sehr ernst. Dies ist ein Grund dafür, warum es höchst unwahrscheinlich erscheint, dass sie jemals abdanken wird. Wie ihre Mutter warf sie Edward VIII. zu Lebzeiten vor, dass er seine Pflicht vernachlässigt und dadurch ihren Vater gezwungen hätte, König zu werden. Durch diese Anstrengung, so glaubte sie, wurde dessen Leben um mehrere Jahre verkürzt. So nutzte sie den Einfluss ihrer Stellung, um zu verhindern, dass ihre Schwester Prinzessin Margaret 1956 Peter Townsend heiratete, der geschieden war. 1997 geriet die Monarchin in die Kritik, als Prinzessin Diana, die geschiedene Ehefrau ihres Sohnes Charles, tödlich in Paris verunglückte und sich die königliche Familie daraufhin in Schottland zurückzog, anstatt öffentlich Gefühl zu zeigen.
In Umfragen gaben 72 Prozent der Briten damals an, dass sich Elisabeth rascher in der Öffentlichkeit hätte zeigen sollen. Die negative Stimmungslage des britischen Volkes verbesserte sich erst, als sich die Königin in London zeigte, während der Trauerfeier die Flagge auf dem Buckingham Palace auf Halbmast hissen ließ und sie in einer Fernsehansprache öffentlich zum Thema Stellung nahm.
Über Jahre weigerte sich Elisabeth, die Beziehung ihres Sohnes Charles mit der geschiedenen Camilla Parker-Bowles anzuerkennen.
Elisabeths politische Ansichten erscheinen weniger eindeutig festgelegt. In der Öffentlichkeit hat sie diese niemals kundgetan. Sie unterhält höfliche Beziehungen mit Politikern aller Parteien.
Die einzigen öffentlichen Angelegenheiten, in denen Elisabeth ihre Ansichten äußert, sind diejenigen, welche die Einheit ihres Königreiches betrifft. Sie hat sich für die fortgesetzte Union Englands und Schottlands ausgesprochen. Damit hat sie schottische Nationalisten verärgert. Indem sie sich positiv zum Abschluss des Karfreitagsabkommens über die Provinz Nordirland aussprach, rief sie Widerspruch unter den Unionisten der Democratic Unionist Party hervor, die sich dem Abkommen widersetzten. Ian Paisley nannte sie gar einen „Papagei“ Tony Blairs. Obwohl sie sich nicht offen gegen eine Separation Québecs von Kanada ausgesprochen hat, so hat sie doch öffentlich die Einheit Kanadas gelobt und ihren Wunsch geäußert, dass Kanada auch in Zukunft vereint bleiben soll.
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