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Ich habe mir immer braune Augen vorgestellt, warm, sehend, interessiert. Aber es passiert mir jetzt gelegentlich, dass ich nur einfach so einen Text hierein schreibe (und ich denke das merkt man den Texten auch an), die im grunde nicht mehr dem konzentrierten Gedanken an einen speziellen Menschen entspringen. Und wenn ich Deine Texte auch mal so unter diesem Gesichtspunkt betrachte, dann habe ich auch manchmal Mühe in Deinen Texten wirklich noch ein »Du« zu entdecken. Und die Menge an zu erklärenden Dingen ist jetzt so angeschwollen, dass ich sie allesamt auf einmal zur Seite dränge und auch gar nicht mehr wirklich beachte. Das ist etwas, dass ehrlicher weise auch nur dann geht, wenn man sich nicht mehr durchdringend und forschend mit dem anderen beschäftigt. Ja, was soll ich sagen. Das war jetzt ein ehrlicher Versuch. Ich denke und fühle nicht ständig so, aber manchmel, zum Beispiel jetzt. Ich kenne noch das Tagträumen und lachend daraus aufwachen, das unbändige Glücksgefühl, wenn ich an Dich denke, aber es ist nicht allgegenwärtig, und das Gegenteil hierzu ist nicht, wie zuvor das verzweifelte Zweifeln, sondern geschäftige Beschäftigung und eine Gestaltung, die eigentlich keinen Platz für Dich findet und braucht. Und den Du, ehrlich gesagt, ja auch gar nicht zu wollen scheinst, insofern müßte dies alles Dich ja nicht traurig machen. Ich möchte Dich nicht traurig machen.
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