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Karin W. schrieb am 12.7. 2009 um 00:00:37 Uhr über

MeineGeschichte

Hallo, liebe Mit-Mütter,
vielleicht gefällt euch ja meineGeschichte. Ich muss sie einfach erzählen.
Mein Mann und ich hatten 2004 einen sehr schweren Verkehrsunfall mit allem Drum und Dran. Ich lag die erste Zeit im Koma auf Intensiv. Nach einiger Zeit wurde ich in die Uni-Klinik verlegt, wo eine 8-stündige Operation auf mich wartete. Da ich dabei sehr hohen Blutverlust hatte, bekam ich Bluttransfusionen. Ich verbrachte ein Jahr lang in Kliniken. Danach war ich zuhause noch ein halbes Jahr ans Bett gefesselt. Ein weiteres halbes Jahr verbrachte ich im Rollstuhl.

In meinem ganzen Leben war ich noch nie in einem so »tiefen Loch«. Ich dachte die ganze Zeit, was ich verbrochen hätte, dass ich so leiden muss. Eigentlich bin ich kein selbstmitleidiger Mensch, aber dies war die grauenvollste Zeit, die ich jemals erlebt habe. Gott sei dank hatte ich den wundervollsten Ehemann an meiner Seite.

Mein Becken war/ist komplett hinüber. Anstatt eines Beckens habe ich über 40 Schrauben und Platten in dieser Gegend. Einen Eileiter mussten sie mir entfernen und der andere Eileiter ist so kaputt, dass er undurchlässig sei.Ich kann kein Baby mehr bekommen.Mein linkes Bein hatte eine Verbrennung III.Grades und brauchte eine Hauttransplantation. Im KKH zog ich mir Staffilokoken (bestimmt falsch geschrieben) zu. Es dauerte ein ganzes Jahr bis es zugeheilt war. Deshalb auch der lange Aufenthalt im KKH. Aber ich lebe. Ich habe zwar eine Geh-Behinderung und bin Abhängig von Schmerzmitteln, aber ich bin den verdammten Rollstuhl los.

2007 habe ich eine Umschulung begonnen, da ich leider meinen alten Beruf »Kinderpflegerin« nicht mehr ausüben kann. Ich kann am Leben wieder teilhaben und das ist toll.

Eines Morgens wachte ich auf und hatte einen sehr intensiven Traum. Ich habe im Traum einen Jungen bekommen. Er war so intensiv, dass ich zum FA ging. Und was soll ich sagen? Ich war schwanger. WOW. Im 4. Monat. Ich wurde wieder in die Uni-Klinik geschickt, ist es möglich mit meinem Becken?

Die Ärzte ließen mir und meinem Mann die Entscheidung. Ich war erstmal für einen Abbruch. Mein Mann meinte, wir schaffen das. Als ich hörte, wie weit unser Baby schon entwickelt war, konnte ich nicht mehr abtreiben. Der kleine Mann hatte sich so durchgemögelt und durchgekämpft, ich hätte dem lieben Gott ins Handwerk gepfuscht.
Am 3.7.09 brachten die Ärzte unseren Merlin gesund auf die Welt. Er ist so wunderschön, so stark, so lieb und freundlich. Ein Wunder. Mein Wunder. Unser Wunder.


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