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Es kotzt mich echt alles so ein! Ein Mensch darf nicht so leben wie er will, denn die Welt formt ihn nach ihren Vorstellungen. Er muss leben und sterben, wie die Menschheit um ihn herum. Niemand ist ein Individuum, alle sind gleich in ihrer Art zu fühlen, zu denken und zu hoffen. Stimmt nicht?
Okay, vielleicht übertreibe ich, aber manchmal fühle ich mich so. Gefangen in einer Welt, die mich nur akzeptiert, nicht respektiert. In der ich nur Gast bin, solange sie es wünscht. Als ob ich in einem Käfig sitze und die Welt erklärt mir, es wäre zu meinem Schutz. Schutz vor wem? Vor den Gefahren der ungastlichen Welt, vor meinesgleichen oder gar vor mir selbst? Im Endeffekt spielt es keine Rolle, denn die Gitterstäbe bleiben.
Und dann frage ich mich: Wozu das ganze Leiden, der Schmerz und die Hoffnung jedes Einzelnen und der gesamten Menschheit? Wozu die Existenz eines Niemands?
Und warum fühle ich so? Es ist so viel passiert, was ich euch sagen müsste, was ich aber nicht in Worte fassen kann. Oder wie kann ich es beschreiben, als ich mit ihm sprach, nachdem mehr passiert ist, als es sollte und er mir sagte da wäre nichts? Wie soll ich euch das Gefühl von Bodenlosigkeit beschreiben, in die ich scheinbar fiel, sie aber nie wirklich erlebt habe? Wie soll ich euch mitteilen, welche Erwartungen und Wünsche zerstört worden sind, von denen nie jemand auch nur etwas ahnte?
Die Gefühle, die ich lebe und die ich verstecke, sind so vielfältig, als das ich es zu beschreiben vermag, wie sie sind. Aber ich denke, die Gefühle eines Jeden auf dieser Welt sind ähnlich und so möchte ich wenigstens versuchen, sie euch begreiflich zu machen. Die Erfahrungen, die ich mit ihm machte, gleichen einer Achterbahnfahrt mit einem ungewissen Ende. Der Wind pfeift einem um die Nase, man denkt nicht an später sondern an jetzt, denn das Jetzt ist spannend und aufregend. Wer denkt schon gern an den Alltag, der nach der Fahrt auf einen wartet? Die Vorfreude auf jede einzelne Kurve und doch auch auf die gesamte Strecke. Die Angst und dabei die gleichzeitige Gewissheit, dass einem nichts geschehen kann.
Warum aber sind die Menschen so verschieden, wenn doch alle im Grunde ihres Herzens das Gleiche fühlen? Jeder macht die freudigen aber auch die trostlosen Erfahrungen. Das Glück, den Schmerz, die Freude, die Enttäuschung, die Liebe, den Verrat. All das und noch viel mehr wird uns in unserem Leben erwarten und doch hat das Leben für jeden von uns ein eigenes, ein individuelles Drehbuch geschrieben. Und doch geht der Einzelne in der breiten Masse unter, bleibt unter seinen Möglichkeiten. Er verpasst sein Leben, das an ihm vorüberzieht, wie ein Zug den man verpasst. Und erst viel später, zu spät, merkt man, dass es der entscheidende, der wichtige Zug war.
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