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Ich war heute einen Trinken. Eigentlich habe ich nur eine Cola getrunken, aber die Gespräche waren gut, wir haben gekickert (ich habe natürlich beide Spiele gewonnen) und auch beim Trivial Pursuit war ich nicht der schlechteste. War eine sehr angenehme Kneipe, das einzige was mich gestört hat waren die Raucher, aber ich habs überlebt.
Angefangen hat alles in der Uni, Sylke hatte am Sonntag Geburtstag und hat für alle FSRler eine Runde gegeben. Timm hat Buchteln gemacht, Rönnie hat die Reste von einem Geburtstagsbüffet vom Vortag mitgebracht (war trotzdem alles noch lecker) und ich hab spontan ein paar Eierkuchen gebrutzelt. Dann gabs für alle den Tequila, und ich habe sogar mitgemacht. Habe aber immer nur halbe Becher genommen, und selbst da hab ich nach 4 Stück gemerkt dass ich nix vertrage. Danach bin ich bei Cola geblieben, während die meisten anderen zu Rum-Cola gewechselt sind. Irgendwann haben wir angefangen Karten zu spielen und rumzuquatschen, was man halt so macht als Studenten nach den Vorlesungen. Um halb zehn mußten wir dann die Uni verlassen und sind noch in besagtes Lokal eingekehrt. Eigentlich waren wir nur noch zu fünft, der Rest hatte sich mittlerweile unauffällig nach Hause abgesetzt. Sylke hat mich viel an T. erinnert, ich dachte eigentlich dass ich darüber weg wäre, aber heute mußte ich wieder viel an sie denken. Es ist mir heute sehr bewußt geworden, dass ich in einer parallelen Welt lebe, das reale Leben findet anderswo statt. Es hat mir so gut getan mit anderen Menschen zu reden, zu lachen, dumme Sprüche zu machen und mal einen trinken zu gehen. Seit der Trennung habe ich mich aus der realen Welt ausgeklinkt, menschliche Kontakte auf virtuelle Welten reduziert weil reale Kontakte einfach nicht vorhanden waren. Im nachhinein betrachtet erscheint mir alles wie ein Traum, und ich träume weiter obwohl ich wach bin und weiß dass ich träume. Auf dem Heimweg mußte ich daran denken wie dieser Traum weiter gehen wird, und eine tiefe Trauer überfiel mich. Ich warte darauf, dass jemand auftaucht und mich aus dem Traum in die reale Welt zerrt, und ich habe Angst davor in der realen Welt nicht zu bestehen. Wie soll der Rest meines Lebens aussehen? Ich habe eine sehr große Angst vor dem alleine sein. Heute habe ich einen Blick durch ein Fenster geworfen, Angst und Neugier streiten in mir ob ich weitere Blicke riskieren kann. Tief in mir schreit alles danach, aber ich fühle mich nicht bereit dazu. Ich fühle, dass ich unter gehen werde, ohne Spuren zu hinterlassen, ohne dass es jemanden interessiert. Also warte ich.
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