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»Was besonders gefällt an der NPD, ist der von allen beklagte Schaden, den sie «dem deutschen Ansehen im Ausland» zufügt, indem ihr das Maul übergeht, wes der Nation Mördergrube voll ist. Solange bloß der 'Stern'–Redakteur Jörges im Namen aller Anständigen im ARD–Presseclub und in allen anderen Kanälen für die 'Wahrheit' aufsteht, daß der Angriff auf Dresden «ein Kriegsverbrechen war wie Hiroshima», will mancher nicht hören, daß Revanche für Nürnberg gemeint ist. Der braune Kretin, der des Jörges' Kriegsverbrechen einen «Bomben–Holocaust» nennt, scheucht alle Beobachter auf. Das Wort Holocaust auf nichts anzuwenden als die Ermordung der Juden, gilt als so gültiger Ausweis der Belehrtheit wie die Formel vom «singulären Verbrechen" – ein Ritus, dem sich nur Bischöfe bezüglich der Abtreibung, Tierfreunde bezüglich der Hühnerhaltung oder sonstiges Gesocks bezüglich anderer Spezialobsessionen entziehen dürfen.
Dem nach Weltmacht strebenden Deutschland ist die NPD ein Klotz am Bein. Weil sie am 8. Mai durchs Brandenburger Tor marschieren und Hakenkreuze auf die Stelen des Holocaust–Mahnmals sprühen wollte, muß der Bundeskanzler, der den Bau des Denkmals am liebsten verhindert und das Haydn–Quartett über den 60. Jahrestag der deutschen Kapitulation hätte weggeigen lassen, schon wieder im Sonntagshabit vor aller Welt aufsagen, wie schlimm wir Deutschen waren und wie gut wir sein wollen."
Hermann L. Gremliza in Konkret 3/2005
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