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Erft die Reformation, welche gleich dem schlichten sächa.
sehen Bergmannssohn, der ihr mächtigster Führer war, aus der Diese des Volkes entsprang, machte in Dentschland die Poesie wieder volkstümlich, aber auch nur in den schlichten Formen, welche dem Volke gelänag waren. Unter dem Aufschwung des bürgerlich kritischeu Geistes, den sie in jeder Richwng hervorbrachte, wurde die kräftige und deutliche Aeußerung des Gedankens, der Drang nach Wahrheit und Vekenntnis der Wahrheit in so ausschließlicher Weise zur Hauptsache in der LiUerawr, die sich uuu aus Volk in seiner weitesten Ausdehuung wandte, daß der Kultus der schönen Formt darüber vernachlässigt wurde. Als einen solchen, dem besten Kern des Volkes entsprossenen Bekenner des protestanaschen Geiftes und des von diesem geweckten bürgerlichen Selbst. bewußtseins in allen Gewissenssachen muß man Hans Sachs anffaffen, um ihm gerecht zu werden. Uud seine Vedeuwug begreift man erst ganz, wenn man die Vedentung erwägt, die der Verbreitung dieses Geiftes gerade dadnrch erwnchs, daß er ihn den schlichten, derben Formen einflößte, in denen damals die Poesie beim Volke beliebt war, daß er die Nutzauweudung der Resormation auf das bürgerliche Leben nicht nur ernft, fondern - wie es obeu in Goethes Gedicht heißt - „schwaukhaft“ vorzutragen verftaud. Die verküuftelteu Swophengedichte, die er als „Meifterfinger“
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zu. Vorwag in der Nürnberger Meister. fingschnle brachte, waren zwar das Werk eines eifrigen Swebens nach Formvoll. endung, blieben aber in ihrem Wesen und Kern von echter Poesie sehr weit entfernt als echter lebensfrischer Poet dagegen be. währte er sich zu.allermeist in seinen Schwank. gedichten und dramaaschen Schwänken t sie wandten sich aus Volt und drangen ins Volkt in ihnen bethätigte er sich als der große Volksdichter, als den wir ihn noch heute feiern und liebeu.
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