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Sarrazin lässt sich den Abgang honorieren
Der wegen seiner Ausländerthesen umstrittene Thilo Sarrazin hat sich seinen Rückzug aus dem Bundesbank-Vorstand offenbar vergolden lassen. Medienberichten zufolge hat er unter Vermittlung des Bundespräsidialamtes eine höhere Pension ausgehandelt. „Er kassiert nun 1000 Euro mehr im Monat“, zitierte das Magazin einen Bundesbanker, der mit den Verhandlungen vertraut sei. Ein Sprecher von Bundespräsident Christian Wulff bestätigte lediglich, dass man zwischen Sarrazin und der Bundesbank vermittelt habe. „Alle inhaltlichen Vereinbarungen wurden ausschließlich von den Vertragspartnern getroffen“, betonte er. Die Bundesbank lehnte eine Stellungnahme ab. Beide Seiten hätten Stillschweigen vereinbart. Der Bundesbank-Vorstand hatte Wulff um die Ablösung des wegen Äußerungen über Einwanderer und Juden ins Kreuzfeuer der Kritik geratenen Spitzenbankers gebeten. Sarrazin kam seiner drohenden Abberufung dann aber zuvor und bat den Bundespräsidenten um seine Entlassung, was Wulff die juristisch heikle Entscheidung über den Rauswurf des Notenbankers ersparte.
Quelle: FR online
Anmerkung Jürgen Karl: Nun, wenn es darum geht, sich die eigenen Taschen zu füllen nimmt man es mit der Moral, die man so gerne von anderen einfordert, nicht so genau.
Ergänzende Anmerkung MB: Diese Einigung ist um so ärgerlicher, als Sarrazin damals ALG-II-Haushalten Empfehlungen gab, wie sie mit weniger als drei Euro am Tag angeblich eine ausgewogene Ernährung finanzieren sollten. Er war während seines gesamten Berufslebens ein teilweise hoch bezahlter Angestellter eines Sozialsystems, welches er verbal demontierte. Zur Haushaltssanierung in Berlin (s. weiter unten) setzte er Gehaltskürzungen in der frühkindlichen Bildung und im Schulbetrieb durch und verantwortete einige der Probleme, die er danach kritisierte. Da muss man sich wirklich zusammen reißen, um nicht in totale Verachtung zu verfallen.
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