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oldhansi schrieb am 7.2. 2010 um 16:56:43 Uhr über

Sex

Was ist Sex? Sicher mehr als »nur« Geschlechtsverkehr!
Stellt man Erwachsenen diese Frage, so lächeln viele verlegen ohne sich zu äussern. Andere antworten grobschlächtig: „Anbaggern, küssen, knutschen, ficken, onanieren“, und Dritte behaupten: „Für jede Person etwas Anderes; denn dieser Begriff ist nicht definiert.“ Analysiert man jedoch die sexuellen Probleme, so zeigt sich, dass sie oft damit zusammenhängen, dass die Betroffenen nicht wissen, was Sex und Sexualität bedeuten. Zur Lösung von Problemen ist es aber unumgänglich zu wissen, worum es geht, im vorliegenden Fall also, was die Betroffenen unter Sex verstehen.

Sex ist etwas, was der Mensch tut, Sexualität hingegen etwas, was der Mensch hat”, schrieb vor etwa 70 Jahren Anna Freud, die Tochter, Sekretärin und Mitarbeiterin des berühmten Psychoanalytikers Sigmund Freud. Dieser Satz erklärt deutlich den Unterschied zwischen Sex als Akt und der Sexualität als Veranlagung. Sex ist somit das Ausleben der Sexualität. Wie andere Veranlagungen variiert auch die der Sexualität von Mensch zu Mensch, begleitet aber das Individuum lebenslang unverändert, es sei denn, dass sie durch Eingriffe zwangsweise verändert wird.
Die Antwort auf die Frage: „Was ist Sex?“ hängt stark vom Befragten ab. Ein Biologe mag dabei den Koitus im Geschlechtsverkehr, als Akt der Fortpflanzung, in den Vordergrund stellen, ein Physiologe die Wechselwirkung der Hormone in unserem Körper, ein Psychologe die Möglichkeit, innere Spannungen abzubauen, und ein Arzt wird vielleicht sagen, Sex spielt sich vor allem im Kopf ab und damit unser Gehirn als das wichtigste Sexualorgan betrachten. Alle diese Aussagen sind zwar richtig, aber nur ein Teil der Antwort. Für einen Verliebten ist Sex nämlich vorab eine der Formen, die Liebe unter Beweis zu stellen, für einen Masturbierer die Möglichkeit, unkompliziert und sofort seinen Trieb zu befriedigen, für einen Mönch eine Versuchung des Teufels, ihn von der Liebe zum Göttlichen abzulenken und im Widerspruch dazu für gewisse Sektengurus gar eine Form Gott zu dienen. Dies zeigt, dass es wohl weder eine umfassende noch eine allgemein anerkannte Definition für Sex gibt. Deshalb darf man nur die Frage stellen, was verstehen meine Mitmenschen und ich unter Sex, und die Antwort wird natürlich so vielfältig sein wie die Vielfalt der tatsächlich ausgelebten Formen von Sex. Immerhin erachte ich es für unumgänglich, dass sich dauerhafte Sexualpartner über die Frage: „Wie wollen wir unsere Sexualität ausleben?“ bewusst aussprechen. Leider ist dies bei vielen Paaren selbst nach langjähriger Beziehung nicht der Fall. Trifft dies bei Ihnen zu, so ist es nie zu spät, diese Aussprache nachzuholen.
Wenn schon eine allgemeine Definition des BegriffsSexunmöglich erscheint, so ist es doch sinnvoll zu fragen, was gehört unbedingt zum Sex und was ist sicher kein Sex. Einig dürften sich die meisten Menschen sein, dass Sex stets mit seelischer und physischer Erregung verbunden ist. Das heisst, dass sich unsere Gefühle auf das sexuelle Geschehen fokussieren, die Sinne darauf konzentrieren und in der Regel beim Mann sich der Penis versteift und die Vulva der Frau feucht wird. Dazu braucht es keine Kopulation, schon Gedanken allein oder Blicke oder Worte genügen. Optische Eindrücke, Düfte und Aromen, namentlich die natürlichen des Partners, sowie Klänge können Sex vermitteln. Sex ist also Körpersprache! Sex ist ein Blick! Sex ist ein Kuss! Sex ist alles, was mit einem Gefühl zusammenhängt, das in einem aufsteigt, wenn man an einen »Partner« denkt, ihn ansieht, berührt, begehrt. Sex beginnt also nicht erst, wie die meisten schlechthin glauben, mit dem Geschlechtsverkehr! Sex können schon Liebesworte, ein Kuss, ein Spielen der Zungen und leichte, erregende Berührungen sein. Wenn ich einen Anfang setzen müsste, wann Sex beginnt, dann würde ich es so definieren: „Sex beginnt, wenn im Kopf der Wunsch nach mehr entsteht!“
Schwieriger ist festzulegen, wo Sex seine Grenzen hat! Die vielen Arten sexueller Neigungen und Praktiken lassen hier weder eine allgemeine noch endgültige Antwort zu. Sex ist dann krankhaft oder sogar verbrecherisch, wenn er, auf welche Art auch immer, mit Gewalt genommen oder mit Kindern getrieben wird, die keine Entscheidungsgrundlagen haben, ob sie das wirklich wollen oder nicht! Das heisst nicht, dass Jugendliche keinen Sex miteinander haben sollten. Im Gegenteil! Mit der Pubertät setzen die Lust am eigenen Körper und die Lust, andere Körper zu erforschen, ein. In diesem Alter stehen als sexuelle Betätigungen die Selbstbefriedigung und das so genannte Petting im Vordergrund. Diese Sexformen üben viele Menschen das ganze Leben lang aus. Ihre Bedeutung nimmt im höheren Alter, wenn die Potenz und die Beweglichkeit abnehmen, sogar wieder zu. Zusammengefasst hört Sex dann auf, wenn nicht beide, resp. alle Partner mit den Handlungen einverstanden und dazu bereit sind. Also ist jegliche Anwendung von Gewalt, ob psychisch oder physisch, eine krankhafte und kriminelle Neigung, deren Bekämpfung das Ziel aller sein muss. Auch Sex mit Tieren gehört nicht zur menschlichen Natur. Es gibt sehr wenige Tiere, die sich ausserhalb ihrer Art paaren. Dies gilt erst recht für uns Menschen. Die Befriedigung des Sexualtriebes kann und muss im menschlichen Rahmen geschehen.
Die Frage, ob Selbstbefriedigung Sex sei, wurde und wird immer noch weit herum verneint und die so genannte Onanie verpönt. In der modernen Welt sagt heute die Mehrzahl bedingungslos ja zur Selbstbefriedigung. Unabhängig, was sonst alles an Möglichkeiten besteht, ist sie gegenüber anderen Menschen neutral, vorausgesetzt, dass sie kein öffentliches Ärgernis erregt. Konfrontiert man aber Leute direkt mit dieser Frage, so erlebt man erstaunliche Reaktionenauch solche, die in unserer aufgeklärten Welt nichts mehr verloren haben. Viele Diskussionen und Ergebnisse von Umfragen zur Selbstbefriedigung decken sich in einem Punkt! Fast alle tun es, und kaum keiner gibt es zu! Das wichtigste ist: Sex bereitet Freude, und Sex muss, wenn er partnerschaftlich geschieht, allen Beteiligten Spass machen.



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