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wuming schrieb am 12.5. 2003 um 05:18:35 Uhr über

Repräsentationen

Hakim Bey

Netz kann uns sehr behilflich sein, um wirtschaftlich zu arbeiten und mehr freie Zeit für uns zu haben.

Enzo 23: Als ich dein Buch Die Temporäre Autonome Zone gelesen habe, fiel mir besonders ein Satz auf: »Endgültige Überwindung des Körpers - Cybergnosis«. Vielleicht ist das der Grund, warum die digitale Welt sich nicht mit unserer dreidimensionalen verbindet. Weil wir durch die digitale Welt ja irgendwie schon vor der dreidimensionalen fliehen?

Hakim Bey: Das stimmt. Das Medium selbst lädt dazu ein, sich von der körperlichen Realität loszulösen. jedes Medium tut das auf seine Weise, weil die Definition von Medium gerade ist, daß es eine Verbindungsbrücke darstellt. Aber Brücken können auch trennen.

Im Interuiew mit Public Netbase t0

t0: Du meinst, daß es besser wäre, die Leute kämen wieder persönlich zusammen
und teilten Raum und Zeit miteinander, redeten, berührten sich, tanzten und was
sonst noch. Daß alle Versuche, solche Situationen zu vermerkten, verboten gehören und diese temporären Echtheits-Erfahrungen unter Glas geschätzt werden müßten?

Hakim Bey: Wir können nichts verbieten. Es gibt keinen Papst der Temporären Autonomen Zonen, der dogmatisch bestimmt, was geht und was nicht. Allerdings glaube ich schon, daß Vermarktung die ungeeignetste Form ist, um Ideen zu verbreiten. Im Augenblick begegnet man oft einer ablehnenden Haltung gegenüber den Medien, aber die Idee dahinter bleibt dieselbe: immer noch mehr Leute anzusprechen als über einen medialisierten Event. Einmal von den Medien aufgegriffen, erkennst du deine eigenen Ideen nicht wieder, weil irgendwer sie sofort zu einer Ware formt, die sich verkaufen läßt. Sie werden so zu Repräsentationen anderer Leute Wünsche und Bedürfnisse. Die Vorstellung, man könne in die Medienwelt eintauchen wie in ein großes, gleichförmiges Meer voll bunter Diskurse, ist fehl am Platz. Gerade im Augenblick ist diese naive Haltung eine ziemlich schlechte Strategie, denn die Medienwelt lechzt nur so nach falschen Bildern von Dissidenz und Widerstand. Das liegt wahrscheinlich daran, daß alle irgendwie des Vermarktungs-Business müde geworden sind und sich nach was anderem sehnen, aber gleichzeitig können sie sich auch nicht vorstellen, daß eine Ware oder ein Lifestyle-Markenzeichen wie z.B. bestimmte T-Shirts die Sache selber sind, nicht bloß für eine Sache stehen. Ich sehe da eine gewisse Gefahr im promisken Umgang mit den Medien.

Temparäre Echtzeit

t0: Also brauchen wir doch physikalische Räume - 1 sikalische Räume ... sollten wir uns nicht virtuellen dings wäre das ein Widerspruch zu deinem Konzept Medium ablehnt, um sich wieder im physikalischen

Hakim Bey: So habe ich das nicht gesagt. Ich sagte, um. Natürlich tonome Zone ohne physikalischen Ra
ge zwischen Cyberspace und physikalischen Räum Was ich meine ist, daß sich Freiheit nicht definiere per miteinzubeziehen. Wenn also meine Augen frei dann ist das keine Freiheit. Ich behaupte, es gibt Cyberspace - wenn sich die virtuellen Ereignisse nicht durchdringen, ist es sich wieder bloß eine For als Un-Freiheit erlebt wird, müssen wir uns einfach sentationen wehren. In dieser Hinsicht scheint es berspace kritisch gegenüberzustehen. Er mag ja ein manchen Momenten, aber als Repräsentationen nicht freier. Klar kann ich mich in der virtuellen R wandeln und alle möglichen Phantasien ausleben. sentationen, es ist nicht mein Leben. Repräsentati space und Repräsentationen vom Cyberspace für kein Weg hinaus - kein Entkommen aus dem Te sche und nicht physikalische Welt schließen sich gibt keine Freiheit in der einen ohne die andere.

to: Wie sieht es aus mit dem Zusammenhang von

Hakim Bey: Wir müssen erstmal ein kritisches Be gegenüber dem ganzen Konstrukt der sogenannt ist weder neutral noch gottgegeben, sie entspringt noch der Antimaterie. Sie wird von Menschen ge menschliche Gesellschaft immer schon eingeschr dann wiederum jede Maschine zu einer Kraft wir zuschreiben. Du kannst diese negativen Aspekte sein, warum nicht? Das bestreite ich gar nicht. von mir, fordere, ist, ein kritisches Bewußtsein entwickeln.

to: Was hälst du vom Internet? Siehst du in der lichkeit, wie Menschen ihr Wissen organisieren



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