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kontextslow schrieb am 11.8. 2003 um 02:46:20 Uhr über

1000

Schichten, die Segmentierungen, die Seßhaftigkeit und den Staatsapparat. Aber wozu braucht man noch ein Modell? Sind diese Bücher nicht immer noch ein »Bild« der Kreuzzüge? Halten sie nicht immer noch an einer Einheit fest, bei Schwob an einer Achseneinheit, bei Farrachi an einer verkümmerten Einheit und im schönsten Beispiel, den Pforten des Paradieses, an der Einheit des toten Grafen? Braucht man ein tiefergehendes Nomadentum als das der Kreuzzüge, ein Nomadentum der echten Nomaden oder derjenigen, die sich nicht einmal mehr bewegen und nichts mehr imitieren? Das Nomadentum derjenigen, die nur noch Gefüge bilden. Wie kann das Buch ein adäquates Außen finden, mit dem es im Heterogenen ein Gefüge bilden kann, anstatt eine Welt zu reproduzieren? Kulturell gesehen ist das Buch zwangsläufig eine Kopie: die Kopie seiner selbst, die Kopie eines vorherigen Buches desselben Autors, die Kopie anderer Bücher, wie unterschiedlich sie auch sein mögen, ein. unendlicher Abklatsch feststehender Konzepte und Wörter, ein Abklatsch der gegenwärtigen, vergangenen oder zukünftigen Welt. Auch das antikulturelle Buch kann mit einer schweren kulturellen Last beladen sein, doch wird es sie aktiv benutzen: Vergessen statt Erinnerung, Unterentwicklung statt Fortschritt zur Entwicklung, Nomadentum statt Seßhaftigkeit, Karte statt Kopie. RHIZOMATIK = Pop-ANALYSE, selbst wenn das Volk etwas anderes zu tun hat als es zu lesen, selbst wenn die Blöcke an universitärer Kultur oder Pseudowissenschaftlichkeit darin noch zu genau oder schwerfällig sind. Denn die Wissenschaft würde völlig verrückt werden, wenn man sie sich selbst überließe. Man braucht sich nur die Mathematik anzusehen: das ist keine Wissenschaft, sondern ein phantastischer und nomadischer Jargon. Sogar und vor allem im Bereich der Theorie ist ein prekäres und pragmatisches Gerüst mehr wert als ein Abklatsch von Begriffen, deren Einschnitte und Fortschritte nichts ändern. Lieber ein unmerklicher Bruch als ein signifikanter Einschnitt. Die Nomaden haben eine Kriegsmaschine gegen den Staatsapparat erfunden. Die Geschichtsschreibung hat das Nomadentum niemals begriffen, das Buch hat das Außen niemals begriffen. Der Staat als Modell für das Buch und das Denken hat eine lange Geschichte: der Logos, der Philosoph als König, die Transzendenz der Idee, die Innerlichkeit des Begriffs, die Gelehrtenrepublik, das Tribunal der Vernunft, die Sachwalter des Denkens, der Mensch als Gesetzgeber und Subjekt. Die Anmaßung des Staates, das verinnerlichte Bild einer Weltordnung zu sein und den Menschen zu verwurzeln. Aber die Beziehung einer Kriegsmaschine zu einem Außen ist kein anderes »Modell«, es ist ein Gefüge, das das Denken selber nomadisch macht und das Buch zu einem Teil aller beweglichen Maschinen, zu einem Strang für ein Rhizöm (Kleist und Kafka gegen Goethe).

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Auf n hin schreiben, n-1, in Slogans schreiben: Bildet Rhiz keine Wurzeln, pflanzt nichts an! Sät nichts aus, sondern ne leger! Seid weder eins noch multipel, seid Mannigfaltigkeit Linien, setzt nie einen Punkt! Geschwindigkeit macht den P Linie!26 Seid schnell, auch im Stillstand! Glückslinie, H Fluchtlinie. Laßt keinen General in euch aufkommen! Ihr keine richtigen Ideen zu haben, nur habt eine Idee (Godar kurzlebige Ideen. Macht keine Photos oder Zeichnungen, Karten. Seid der rosarote Panther und ihr werdet euch li Wespe und Orchidee, Katze und Pavian. Vom "Old man ri man:
He don't plant tatos
Don't plant ("otton
Them that plants them is soon j@)rgotten
But old man i-iver he just keeps rollin'along.

Ein Rhizom hat weder Anfang noch Ende, es ist immer in zwischen den Dingen, ein Zwischenstück, Intermezzo. Der Filiation, aber das Rhizom ist Allianz, einzig und allein All Baum braucht das Verb »sein«, doch das Rhizom findet se

sammenhalt in der Konjunktion »und... und... und...... In die junktion liegt genug Kraft, um das Verb «sein" zu erschütte entwurzeln. Wohin geht ihr? Woher kommt ihr? Was wollt eben? Das sind unnütze Fragen. Reinen Tisch machen, bei N gen oder neu beginnen, einen Anfang oder eine Grundlage s all das sind falsche Vorstellungen von Reise und B (methodische, pädagogische, initiatorische oder symbolische lungen). Kleist, Lenz oder Büchner haben eine andere Art und sich zu bewegen, von der Mitte ausgehend, durch die durch, eher gehen und kommen als aufbrechen und ank Diese rhizomatische Tendenz findet sich noch ausgeprägt amerikanischen und auch schon in der englischen Lite wußten, wie man sich zwischen den Dingen bewegt, wie Logik des UND entwickelt, die Ontologie umkehrt, die G außer Kraft setzt, Anfang und Ende annulliert. Sie wußten, Pragmatik aussehen muß. Die Mitte ist eben kein Mittelwert

26. Vgl. Paul Virilio, »Fahrzeug«, in Fahi-en, fahren fahren..., übers. vo Berlin 1978, S. 22, über das Auftauchen der Linearität und die Umwälzung der Wahmehmung durch die Geschwindigkeit.
27. Französisch »Ligne de chance, ligne de hanche...... Refrain eines Liedes und Belmondo in dem Film «Pierrot le Fou" von Godard singen. [A.d.Ü.] 28. Vgl. Jean-Christophe Baillys Beschreibung der Bewegung in der de mantik in seiner Einleitung zu La L@gende di.@per.@@e. Anthologie du roma mand, Paris 1976, S. 18ff.



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