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% schrieb am 1.7. 2003 um 02:11:03 Uhr über

1000

ein Experimentieren als Eingriff in die Wirklichkeit orientiert ist. Die Karte reproduziert kein in sich geschlossenes Unbewußtes, sie konstruiert es. Sie unterstützt die Verbindung von Feldern, die Freisetzung organloser Körper und ihre maximale Ausbreitung auf einer Konsistenzebene. Sie ist selber ein Teil des Rhizoms. Die Karte ist offen, sie kann in all ihren Dimensionen verbunden, zerlegt und umgekehrt werden, sie kann ständig neue Veränderungen aufnehmen. Man kann sie zerreißen oder umkehren, sie kann sich Montagen aller Art anpassen; sie kann von einem Individuum, einer Gruppe, einer gesellschaftlichen Organisation angelegt werden. Man kann sie auf eine Wand zeichnen, als Kunstwerk konzipieren oder als politische Aktion oder Meditationsübung begreifen. Es ist vielleicht eine der wichtigsten Eigenschaften des Rhizoms, immer vielfältige Zugangsmöglichkeiten zu bieten. In diesem Sinn ist der Bau ein TierRhizom, in dem manchmal ein deutlicher Unterschied zwischen der Fluchtlinie als Verbindungsgang und den Ebenen für Vorratshaltung oder Wohnen besteht (vergleiche die Moschusratte). Eine Karte hat viele Zugangsmöglichkeiten, im Gegensatz zur Kopie, die immer nur » auf das Gleiche« hinausläuft. Bei einer Karte geht es um Performanz, während die Kopie immer auf eine angebliche »Kompetenz« verweist. Psychoanalyse und psychoanalytische Kompetenz beschränken jedes Begehren und jede Aussage auf eine genetische Achse oder eine übercodierende Struktur, sie stellen immer wieder eintönige Kopien von Stadien auf dieser Achse oder von Bestandteilen dieser Struktur her. Die Schizoanalyse dagegen lehnt jede Vorstellung einer kopierten Zwangsläufigkeit entschieden ab, wie auch immer man sie benennt, ob göttlich, anagogisch, historisch, ökonomisch, struktural, hereditär oder syntagmatisch. (Man merkt, daß Melanie Klein das Problem der Kartographie eines ihrer Kinderpatienten, des kleinen Richard, nicht verstanden hat..Sie begnügt sich damit, vorgefertigte Kopien wieder abzuziehen - Ödipus, der gute und der böse Papa, die gute und die böse Mama - während das Kind verzweifelt versucht, eine Performanz zu erreichen, die von der Psychoanalyse völlig verkannt wird.)10 Triebe und Partialobjekte sind weder Stadien auf der genetischen Achse noch Positionen in einer Tiefenstruktur, sie sind politische Optionen für Probleme, Eingänge und Ausgänge, Sackgassen, die das Kind politisch erlebt, das heißt mit der ganzen Kraft seines Begehrens,
Stellen wir nun doch einen einfachen Dualismus wieder her, wenn wir Karten und Kopien als gut und böse gegenüberstellen? Gehört es nicht zu einer Karte, daß sie kopiert werden kann? Gehört es nicht zu


10. Vgl. Melanie Klein, Dei- Fall Ri"ha,-d. Das t,ollstätidige Pi-otokoll einei- Kiiidei-ana@vse, dui-(,hgejühi-t i,oii Melaiiie Klein, München 197-5: Die Rolle der Kriegskarten bei Richards Aktivitäten.

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einem Rhizom, daß es sich mit Wurzeln kreuzt und m ihnen verwächst? Enthält nicht auch eine Karte redun mene, die schon als ihre eigene Kopie erscheinen? Hat faltigkeit nicht auch ihre Schichten, in denen Vereinheitli Totalisierungen, Häufungen, mimetische Mechanismen, Machtergreifungen und subjektive Zuordnungen ver Führen nicht sogar die Fluchtlinien mit ihren möglichen zur Reproduktion der Formationen, die sie hätten auflös wälzen sollen? Aber auch das Gegenteil stimmt, das ist e Methode: Man muj3 die Kopie immer auf die Karte zui-üUnd diese Vorgehensweise verhält sich durchaus nicht zur vorhergehenden. Denn strenggenommen stimmt es n Karte von einer Kopie reproduziert wird. Sie ist eher so et Photo- oder Radioaufnahme, bei der das, was man au ausgewählt oder isoliert wird, und zwar mit Hilfe künst mit Farbstoffen oder anderen restriktiven Verfahren. Es i Imitation, die sich ihr Modell verschafft und es heranzie hat die Karte schon in ein Bild übersetzt, sie hat das Rhi große und kleine Wurzeln zerlegt. Ihren eigenen Ac gnifikanz und Subjektivierung folgend, hat sie die Mann organisiert, stabilisiert und neutralisiert. Sie hat das Rhiz und strukturalisiert. Die Kopie reproduziert immer nur wenn sie meint, etwas anderes zu reproduzieren. Deshal so gefährlich. Sie injiziert und verbreitet Redundanze Karte oder einem Rhizom reproduziert die Kopie nur di und Blockierungen, die Keime für Pfahlwurzeln oder Str punkte. Sehen wir uns einmal die Psychoanalyse und d an: die eine hat immer nur Kopien oder Photos vom Un andere von der Sprache hergestellt, mit allen Verfäls damit einhergehen (kein Wunder, daß die Psychoanalyse mit dem der Linguistik verbunden hat). Man kann sehe mit dem kleinen Hans geschehen ist, ein typischer Fall analyse: man hat immer wieder sein Rhizom zerstört, übermalt, man hat sie eingegrenzt und ihm alle Ausgän bis er sich schließlich selber seine Scham und Schuld Scham und Schuld fest in ihm verwurzelt waren, die Ph ihm das Rhizom von Haus und Straße versperrt, man ha seiner Eltern verwurzelt, man hat ihn mit seinem eig verwurzelt, man hat ihn durch Professor Freud abgeblockt ausdrücklich auf die Kartographie des kleinen Hans ein nur, um sie auf ein Familienphoto zurückzuprojiziere macht Melanie Klein mit den geopolitischen Karten Richard? Sie macht Photoabzüge davon, Kopien; nehmt richtet euch nach der Achse aus. Ob Entwicklungss



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