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Ben schrieb am 11.11. 2006 um 17:22:55 Uhr über

Armbanduhr

Welche Armbanduhr jemand trägt, hängt meist davon ab, welche Wichtigkeit er ihr beimisst.
Es gibt Menschen, die nur wissen wollen, wie spät es ist, und vielleicht welches Datum heute ist.
Diese Leute tragen häufig, aber nicht immer, Quarzuhren. Sie sind in der Regel deutlich günstiger als mechanische Uhren und gehen meist auch noch genauer. Zudem haben sie oft mehr Funktionen (z.B. Stoppuhr), da diese aufgrund der relativ einfach zu konstruierenden Quarzwerke wesentlich leichter zu realisieren sind als bei mechanischen Uhren.
Leute, die heutzutage mechanische Uhren (also mit Handaufzugs- oder Automatikwerken) tragen, sind dagegen häufig Uhrenliebhaber. Sie sind oft nicht primär an der Uhr als Zeitanzeigegerät interessiert, sondern schätzen die dahinter stehende Kunst des Uhrmacherhandwerks. Eine mechanische Armbanduhr besteht aus bis zu 800 Einzelteilen (im Extremfall sogar noch mehr), eine Quarzuhr kommt meist mit ca. 50 Einzelteilen aus. Durch die wesentlich zeit- und arbeitsaufwändigere Konstruktion einer mechanischen Uhr kostet diese normalerweise deutlich mehr als eine Quarzuhr. Für eine qualitativ anerkannt gute mechanische Uhr ohne besondere Zusatzfunktionen (ausser Datum und evtl. Wochentag) muss der Käufer heutzutage in jedem Fall mehrere Hundert Euro auf den Tisch legen; die Preise können aber im Extremfall auch die 1-Million-Euro-Grenze übersteigen. Die günstigsten mechanischen Uhren stammen aus asiatischer Produktion. Sie erreichen zwar nach wie vor in der Regel nicht die Qualität einer Schweizer Uhr (oder auch einer guten Uhr aus Deutschland), haben aber qualitativ aufgeholt.
Eine gute Quarzuhr kostet heute normalerweise über 100 Euro; es gibt natürlich auch welche für 9,95 Euro. Je nach Ausstattung kann aber auch der Preis einer Quarzuhr in die Tausende oder in Einzelfällen noch höher gehen.
Mechanische Armbanduhren sind, nachdem in den 70er- und 80er Jahren überwiegend Quarzuhren angeboten wurden, seit Anfang der 90er-Jahre wieder stark im Kommen. Man kann hier durchaus von einer »Renaissance der mechanischen Uhr« sprechen. Eine interessante Frage in diesem Zusammenhang ist, warum es im Bereich der mechanischen Uhren derart extreme Preisunterschiede gibt. Dies ist sicherlich teilweise durch unterschiedliche Qualitäten der einzelnen Teile der Uhr bedingt. Natürlich ist es ein Unterschied, ob eine Uhr ein Stahl- oder ein Platingehäuse aufweist, oder ob das Zifferblatt aus Plastik oder aus Gold ist. Eine wesentliche Rolle spielt hier auch die Feinbehandlung der Einzelteile, z.B. ob das Zifferblatt oder der Aufzugsrotor einer Automatikuhr handguillochiert ist (d.h. mit einer aufwändigen Gravur von bestimmten Mustern versehen), oder ob die Schrauben des Werks gebläut sind, ob die Unruh eine hohe Qualität aufweist (z.B. Glucydur-Unruh) und ähnliche Dinge mehr. Ferner spielt der Prestigefaktor bei mechanischen Uhren eine nicht unerhebliche Rolle; wer hier eine der zehn führenden Uhrenmarken sein Eigen nennen und präsentieren kann, ist häufig bereit, für den Namen noch eine Extrasumme hinzulegen, ohne zu prüfen, ob diese Uhr wirklich mehr bietet, bzw. ob sie auf die Bedürfnisse des Käufers wirklich optimal zugeschnitten ist.
Die Ganggenauigkeit spielt bei mechanischen Uhren ebenfalls eine große Rolle, sie wird durch Chronometerprüfungen oder Tourbillons positiv beeinflusst. Eine mechanische Armbanduhr, die täglich ca. eine Sekunde abweicht, erreicht hervorragende Gangwerte. An eine Quarzuhr, die oft nur ca. eine Sekunde im Monat abweicht, kommt sie jedoch bei weitem nicht heran. Hier könnte sich der Käufer allerdings die Frage stellen, wie wichtig es für ihn wirklich ist, die Uhrzeit immer auf die Sekunde genau zu wissen. Andererseits muss man schon ein besonderes Uhrenfaible haben, um sich statt einer mechanischen Uhr mit Chronometerprüfung eine solche mit Tourbillon anzuschaffen, die im Regelfall (bei gleicher Marke) ungefähr zehnmal so teuer ist wie die erstere, ohne die Genauigkeit weiter nennenswert zu verbessern.
Zum Schluss möchte ich gerne noch einen Tipp loswerden: viele heute angebotene mechanische Uhren weisen eine Menge an funktionslosem Zierat auf, der die Uhr im Grunde nur teuerer macht, dem Käufer aber (außer dass es vielleicht schön aussehen mag) keine echte Qualitätsverbesserung bietet. Wer also nicht gerade Millionär ist und sich aus Prestigegründen Uhren für Hunderttausende von Euro leisten, aber dennoch z.B. eine mechanische Uhr von wirklich guter Qualität für längere Zeit besitzen will, sollte sich fragen, welche Funktionen (und welche Verzierungen) er an einer Uhr wirklich braucht, also welche ihm tatsächlich etwas nützen. Es gibt hier einige Uhrenmarken aus Schweizer, aber auch deutscher Produktion, die mechanische Uhren im dreistelligen Euro-Bereich anbieten, an welchen man lange Freude haben kann, da sie optisch und technisch sehr ansprechend verarbeitet sind.


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