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Ein feister Feinkosthändler schrieb am 4.11. 2002 um 14:21:57 Uhr über

HerrYamasakiVerzehrtEinenGiftigenKugelfisch

Ach herrje! Wie ist denn das passiert?
"Man ist hier ein bißchen im Unklaren gelassen, in mancher Hinsicht. Wo verzehrt Herr Yamasaki einen giftigen Kugelfisch, und wann? Soviel Spekulation muß erlaubt sein: Herr Yamasaki wird den gefährlichen Meeresbewohner nicht in irgendeinem Nobelrestaurant bei einem Geschäftsessen vor vier Jahren gegessen haben. Es handelt sich bei dem Fisch mit großer Sicherheit um eben jene Mahlzeit, die Frau Yamasaki so wundervoll zubereitet hat, um das bewußte Abendessen, das, das als Versöhnungsessen der Yamasakis geplant war und das zu munden Herrn Yamasaki nicht geruhte. Davon können wir ausgehen.
Und da drängt sich sofort ein ungeheurer Verdacht auf: Hat Frau Yamasaki ihrem Mann vorsätzlich vergiftet? Eine schreckliche Anschuldigung, aber die Möglichkeit eines evtl. hier begangenen Verbrechens sollte nicht ausgeschlossen werden, zumal die Frau ein Motiv hat. Wir wissen: HerrYamasakiSchlägtSeineFrau. Ist es vielleicht so, daß sich mit der Zeit in Frau Yamasaki ein starker Haß gegen ihren tyrannischen Ehegatten entwickelte? Der unbemerkt in ihrer Seele wuchs, ein stiller Haß, der, von uns unbemerkt, sie schließlich den fatalen Fisch kredenzen ließ?
Möglich. Aber wir wissen auch: HerrYamasakisFrauRedetmitHerrnYamasaki! Scheinbar ist Frau Yamasaki nicht die kleine, stille Frau, die wortlos die Demütigungen Herrn Yamasakis erträgt und in sich hineinfrißt. Möglicherweise ist Frau Yamasaki durchaus in der Lage, sich ihrem Unterdrücker gegenüber zu behaupten. Man beachte die Formulierung: Frau Yamasaki redet mit Herrn Yamasaki. Sie agiert hier aktiv, Herr Yamasaki bleibt passiv. Eine leider nicht mehr auffindbare Quelle deutete zudem an, daß auch Frau Yamasaki der Einsatz körperlicher Gewalt nicht fremd ist.

Eine zünftige Prügelei ist eine Sache. Ein Heimtückischer Giftmord mittels einer toxischen Delikatesse eine andere. Es gibt glückliche und stabile Ehen, in denen Gewalttätigkeiten vielleicht nicht an der Tagesordnung sind, u.U. aber vorkommen kann. Viele Frauen sind auf wundersame Art in der Lage, ihren Mann mit all seinen Fehlern zu lieben und sogar einen prügelnden Lebensgefährten zu erdulden. Aber das soll nicht Gegenstand unserer Betrachtungen sein. Zurück zu den Yamasakis: FrauYamasakiBereitetEinWundervollesAbendessenVor. Vom japanischen Kugelfisch weiß man, daß er als Delikatesse hoch geschätzt, aber nur von einigen wenigen, speziell ausgebildeten Köchen genießbar zuzubereiten ist; diese Tatsachen werden auch Frau Yamasaki bekannt gewesen sein, als sie alles für das gemütliche Kerzenlicht - Dinner einkaufte. Interessant! Ist Frau Yamasaki etwa eine solche KugelfischKöchin? Ziemlich unwahrscheinlich, nicht wahr? Also doch ein Mord? Das ist zu kurz gedacht. Wenn wir davon ausgehen, daß Frau Yamasaki über Aussehen und Gefährlichkeit der fischigen Köstlichkeit und das von ihr ausgehende Risiko bei einer unsachgemäßen Zubereitung bescheid wußte, dann trifft dies mit gleicher Wahrscheinlichkeit auf Herrn Yamasaki zu. Und würde der nicht beim Anblick eines gifttriefenden Kugelfischs auf seinem Teller genauere Erkundigungen über die Zubereitung des Abendessens einfordern? Fragen über Fragen. Hier erweitert sich auch plötzlich der Kreis der Verdächtigen: Könnte nicht Frau Yamasaki das schicksalhafte Tierchen irgendwo bestellt haben? Ein teures Restaurant, mit Kugelfischbringdienst etwa. Hier könnte der wahre Schuldige sitzen, der Giftmörder, jemand, der Herrn Yamasaki mit voller Absicht töten wollte, der vielleicht seine Frau begehrte. Und wo bestellt man Kugelfische? Richtig, beim Feink...VERDAMMMT! VERPLAPPERT! ABER MICH KRIEGT IHR NICHT, HARHAR! SAYONARA, IHR SCHNÜFFLER!"

Der obige Text wurde uns aus gewöhnlich hervorragend informierten Kreisen zugespielt, die zugleich massive Zweifel an seiner Echtheit äußerten. Abschließend möchten wir darauf hinweisen, daß die Formulierung »HerrYamasakiVerzehrtEinenGiftigenKugelfisch« darauf schließen läßt, daß die Ingestion der stacheligen Sterbehilfe nicht notwendigerweise den Tod Herrn Yamasakis zur Folge haben muß. Es könnte sich z.B. um ein Exemplar einer giftigen Kugelfischgattung handeln, die durch professionelle Zubereitung oder genetische Unzulänglichkeiten ihrer tödlichen Wirkung bar ist.
Wieder einmal lassen uns die Yamasakis im Unklaren! Aber wir vertrauen darauf, daß die Zukunft schon Licht in die verworrenen Verhältnisse im Land des Lächeln bringen wird.


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