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wuming schrieb am 7.3. 2010 um 23:40:05 Uhr über

Schriftsteller



Arthur Rimbaud.
Jean Nicolas Arthur Rimbaud (* 20. Oktober 1854 in Charleville; † 10. November 1891 in Marseille) war ein französischer Dichter.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Leben
2 Einfluss
3 Werke
4 Literatur
5 Filme
6 Einzelnachweise
7 Weblinks


Leben [Bearbeiten]
Jean Nicolas Arthur Rimbaud wurde am 20. Oktober 1854 in Charleville in den Ardennen im Nordosten Frankreichs geboren. Sein Vater Frédéric war Hauptmann der Infanterie, seine Mutter Tochter eines Bauern. Sie bekamen fünf Kinder: Frédéric, Arthur, Victorine (gestorben im Alter von einem Monat), Vitalie und Isabelle. Der Vater verließ die Familie, als Arthur sechs Jahre alt war. Schon in frühester Jugend schrieb Arthur seine ersten Verse.

Die Mutter, Vitalie Cuif, litt sehr unter dem Verlust des Mannes und bezeichnete sich vom Tag seiner Abreise als Witwe. Sie erzog Arthur, seinen Bruder und seine beiden Schwestern nach strengen religiösen Grundsätzen und erstickte mit ihrer Ernsthaftigkeit viele von Arthurs Ideen. Die Beziehung zwischen Mutter und Sohn war stets angespannt, wobei sie nicht liebevoll miteinander umgingen. Dennoch respektierte der junge Rimbaud seine Mutter und wandte sich ihr in Krisensituationen immer wieder zu.

Er schloss Freundschaft mit dem Lehrer Georges Izambard. Von seinen Lehren beeinflusst, veröffentlichte er seine ersten Gedichte. Bei Ausbruch des Deutsch-Französischen Kriegs verließ Izambard Charleville. Rimbaud floh zum ersten Mal, gelangte nach Douai und trat dort in die Nationalgarde ein, mit der er die Schrecken des Krieges erlebte. Damals schrieb er Le Dormeur du val[1]. Seine dritte Flucht aus Charleville führte ihn nach Paris, wo er sich als Journalist versuchen wollte.


Paul Verlaine und Arthur Rimbaud (links sitzend; Gemälde von Henri Fantin-Latour, 1872)In Paris nahm Rimbaud auch am Aufstand der Pariser Kommune teil. Diesen Aufstand verherrlichte er im Mai 1871 in L'orgie parisienne ou Paris se repeuple (dt. Die Pariser Orgie oder Paris bevölkert sich wieder). Im August 1871, im Alter von sechzehn Jahren, nahm er Briefkontakt zum arrivierten Dichter Paul Verlaine auf, der ihn zu sich einlud, ihn unterstützte und förderte. Rimbaud und Verlaine hatten eine leidenschaftliche Liebesbeziehung. Im selben Jahr schloss er sich dem von Charles Cros gegründeten Dichterkreis Cercle des poètes Zutiques an.

Arthur reiste in Begleitung von Verlaine, der seinetwegen seine Frau verlassen hatte, nach London und hielt sich längere Zeit in Belgien auf. An beiden Orten experimentierte er mit Drogen und besonders mit Absinth. Während eines Streits zog Verlaine plötzlich eine Pistole, schoss und verletzte Rimbaud an der Hand. Verlaine verbrachte die nächsten zwei Jahre im Gefängnis.

Rimbaud kehrte nach Roche auf den Bauernhof seiner Familie zurück und vollendeteals Reflexion dieser Zeitsein bedeutendstes Werk, die Gedichtsammlung Une saison en enfer (1873).


Rimbaud in Harar (Äthiopien) ca. 1883.Nach seinen Illuminations (1873–1875) gab Rimbaud im Alter von 21 Jahren das Schreiben auf und führte bis 1890 ein unstetes Wanderleben, das ihn nicht nur durch ganz Europa, sondern auch bis nach Aden führte. In Afrika, hauptsächlich in Ägypten, Abessinien (Äthiopien) und Jemen, betrieb er Handel mit Kaffee, Gewürzen, Gold, Elfenbein, Fellen und Waffen. Eine Geschwulst im Knie führte zur Amputation des Beines, nachdem er in Marseille wieder französischen Boden betreten hatte. Seine kleine Schwester Isabelle kümmerte sich in Roche um ihn. Nach einem Monat kehrte er nach Marseille zurück, „um einen schönen Tod zu sterben“.

Am 10. November 1891 starb er in Marseille im Alter von 37 Jahren nach längerem Leiden an Knochenkrebs. Er wurde auf dem Friedhof seiner Heimatstadt Charleville begraben.

Einfluss [Bearbeiten]
Sein Werk wurde ein Vorbild für die Symbolisten und übte eine tiefe Wirkung auf die französische Literatur des 20. Jahrhunderts aus.

Arthur Rimbaud beeinflusste auch Bob Dylan, Fabrizio De André, Klaus Hoffmann, Henry Miller, Patti Smith, Richard Hell (Television), Jim Morrison, Penny Rimbaud (Crass), Wladimir Wyssozki, Georg Heym, Paul Zech, Klaus Mann, Georg Trakl, die Surrealisten, die Beat-Poeten und viele andere Künstler. Die Band »Eloy« benutzte seine 'Sommermorgenröte' als Intro zu 'The Sun-Song'. Der französische Sänger Raphaël veröffentlichte auf seinem zweiten Album La Réalité (2003) das Lied 'Être Rimbaud', dessen Lyrik sowohl Verweise auf Rimbaud und Verlaine als auch auf die Bühnenfigur Pierrot enthält.

Im Jahre 2009 wurde ein Manuskript des 23jährigen Österreichers Thomas Bernhard gefunden, das eine fast grenzenlose Bewunderung für Rimbaud belegt. Das Werk R.s zählt für ihn zum Gewaltigsten und ist das Ursprünglichste, das je in französischer Sprache geschrieben wurde, es sind Delirien von unheimlicher Zauberkraft. Bernhard meint, was sein Werk so groß macht, ist seine geschlossene Unförmigkeit. In ausführlichen Darlegungen zur Vita Rimbauds, denn es handelte sich um einen öffentlichen Vortrag, betonte Bernhard das Abenteurertum des Franzosen, der nach seiner Dichterperiode ruhelos durch die Welt gereist war. In dieser Zeit wandte er sich ganz von der Poesie ab und studierte technische Wissenschaften, z. B. Metallurgie, Schiffahrtskunde u. a. Unter Verweis auf Victor Hugo (über Rimbaud: Shakespeare enfant) und Stefan Zweig, zwei weitere Bewunderer des Frühverstorbenen, zieht Bernhard Schlussfolgerungen, die das geistige Vorbild des Franzosen für ihn selbst zeigen: …war seine Literatur eine einzige, freilich weltweite, geschichtlich freie, ungebundene, unverfeinerte, im Schmutz und in den zerrissenen Schuhen triumphierende Religion. … Nur wer um den ewigen Vater fleht, hat Aussicht, bestehen zu bleiben, kann sagen, wie Rimbaud gesagt hat: Ich bin immer.

Werke [Bearbeiten]
Poésies (Gedichte)
Les illuminations (1872), dt. Illuminationen; Leuchtende Bilder ISBN 3-89086-870-3
Les mains de Jeanne-Marie (1871)
L'orgie parisienne ou Paris se repeuple (1871)
Le Bateau ivre (1871)
Deutsch: Das trunkene Schiff. Gedichte Neu-Übersetzung durch Thomas Eichhorn, ausgezeichnet mit dem André-Gide-Preis Rimbaud Verlag 1991 ISBN 3-89086-871-1, leicht überarb. ebd. 2000. Zweisprachig bei dtv. Die bekannteste Übers. durch Paul Celan: Insel, Frankfurt 2008 ISBN 3458193006. Häufige Aufl. mit versch. Übers., oft in Sammelbänden seiner Gedichte
Une saison en enfer (1873), dt. Eine Zeit in der Hölle oder Ein Aufenthalt in der Hölle ISBN 3-89086-874-6
Lettres (Briefe)
Literatur [Bearbeiten]
Philippe Besson: Brüchige Tage dtv 2006 ISBN 3-423-24530-1
Yves Bonnefoy: Arthur Rimbaud 6. A. Rowohlt, Reinbek 1994 ISBN 3-499-50065-5
Michel Butor: Versuch über Rimbaud Rimbaud Verlag, Aachen 1994 ISBN 3-89086-876-2
Françoise d'Eaubonne: Rebell Rimbaud Paul List, München 1959
Benjamin Fondane: Rimbaud der Strolch und die poetische Erfahrung Hg. Michel Carassou. Aus dem Frz. Matthes & Seitz, München 1991 ISBN 3-88221-257-8 [1]
Elizabeth M. Hanson: My poor Arthur Holt, New York 1960 (engl.)
Henry Miller: Vom großen Aufstand 2. Auflage, Arche, Zürich 1964
Pierre Michon: Rimbaud der Sohn. Suhrkamp, Frankfurt 1991 & 2008 (Originaltitel: Rimbaud le fils), ISBN 978-3-518-22437-3.
Charles Nicholl: Somebody else Cape, London 1997
Rimbaud vivant 2. A. Rimbaud Verlag, Aachen 2004 ISBN 3-89086-970-X
Jacques Rivière: Rimbaud. Mit einem Vorwort von Rolf Kloepfer.. Eckhard Becksmann, Freiburg i. Br. 1930/1968 André Gide gewidmet (Originaltitel: Rimbaud).
Ardengo Soffici: Arthur Rimbaud Vallecchi, Florenz 2002 (ital.)
Enid Starkie: Das Leben des Arthur Rimbaud Matthes & Seitz, Berlin 1990 ISBN 3-88221-765-0
Thomas Bernhard: »Dieser sturmgepeitschte Mensch«. Eine literarische Sensation. … Hymne des 23jährigen Th. B. auf A. R. in: DIE ZEIT Nr. 21, 14. Mai 2009 S. 56f. (Originalvortrag von 1954 in Salzburg. Titelgebung durch Redaktion) ISSN 0044-2070
Filme [Bearbeiten]
1971 Am Rande der bewohnbaren Welt. Das Leben des Dichters Arthur Rimbaud Dokumentarfilm des WDR von Georg Stefan Troller
1995 Total Eclipse – Die Affäre von Rimbaud und Verlaine Regie: Agnieszka Holland, mit Leonardo DiCaprio
Einzelnachweise [Bearbeiten]
Le Dormeur du val
Weblinks [Bearbeiten]
Commons: Arthur RimbaudSammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wikiquote: Arthur RimbaudZitate
Wikisource: Arthur RimbaudQuellen und Volltexte (Latein)
Literatur von und über Arthur Rimbaud im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (Datensatz zu Arthur Rimbaud • PICA-Datensatz • Apper-Personensuche)
Arthur Rimbaud - Biographie et Poésie (französisch)
Rimbaud-Museum in Charleville (französisch)
Rimbaud - Brief an Paul Demeny, 15. Mai 1871 (französisch) im Projekt »Lyriktheorie«
Werke von Arthur Rimbaud: Text, Konkordanzen und Wortlisten
Website der 150. Geburtstag (Charleville-Mézières)
»Rimbaud's holes in space« projekt (Charleville-Mézières)



Personendaten
NAME Rimbaud, Arthur
ALTERNATIVNAMEN Jean Nicolas Arthur Rimbaud
KURZBESCHREIBUNG französischer Dichter
GEBURTSDATUM 20. Oktober 1854
GEBURTSORT Charleville
STERBEDATUM 10. November 1891
STERBEORT Marseille


Vonhttp://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Rimbaud“
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