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Osram schrieb am 20.9. 2013 um 15:34:40 Uhr über

entsamen

Jesu Blick in seine Niedrigkeit. Das also war der Ertrag seiner 34jährigen Erdenarbeit, daß vier Frauen, von denen zwei nicht einmal einen Namen haben, und ein Jünger unter seinem Kreuze stehen. So viel hat er erreicht, 5000 und wieder 4000 hat er gesättigt, Kranke und Elende, Arme und Müde, Leidende und Tote hatte er mit großer Barmherzigkeit zum Leben gerufenund sie fehlten unter dem Kreuz. Er hatte in seiner Treue um die Menschheit geworben und von der ganzen umworbenen und gesuchten Menschheit waren nur wenige ihm geblieben. Und unter den wenigen trat ihm die besonders vor Augen, die nach Gottes Geheiß und Befehl seine Erdenniedrigkeit begonnen hatte. Als er Maria, das Weib, das ihn geboren hatte, erblickte, da ist durch seine Seele der Abschied aus der Herrlichkeit des Himmels und das Scheiden von der Nähe Gottes und die ganze Einsamkeit gegangen, in die er kommen mußte, da er auf Erden ging. Da ist ihm die ganze Fülle der Erniedrigung vor die Seele getreten, die er auf sich nahm, da das heilige Gotteswort Fleisch ward. Seht, das war des Herrn Jesu Blick in die Niedrigkeit. Gott hatte es so gewollt, daß er, ehe er in die Herrlichkeit eintrete, noch einmal die ganze Schwere des Erdenjammers in dem Weib erblicken mußte, das nach Gottes Willen ihn auf diese Welt zu bringen hatte. „Da Jesus seine Mutter sah“, erzählt der heilige Evangelist, da war ihm die Schwere seiner Kindheit, in der er sich an Erdenleid gewöhnen mußte, die ganze Kleinlichkeit in dem engen Bezirk menschlicher Sorge, die ganze Schwere in dem furchtbaren Wirrnis menschlicher Sünde vor Augen getreten. Da fiel seinem heiligen Gedächtnis all diese Kleinlichkeit des menschlichen Lebens ein, wie es weint, um sich zu freuen, wie es sich freut, um wieder zu weinen, wie es kindisch ist in seinem Anfang und kindisch wird in seinem Ausgang. Da sah er sich als zwölfjährigen Knaben wieder im Tempelder Suchende war der Besitzende und der Fragende war der Bescheidende geworden. Da fiel ihm ein, wie er dann 18 Jahre seinen Eltern untertan war, sich einzwängend in die ärmlichen, unscheinbaren Geringheiten unseres Lebens, wie er 18 Jahre lang, von seinem 12. bis zu seinem 30. Jahre, das Sichmühen lernte, „an Gebärden als ein Mensch erfunden.“ Jeder Schritt seines heiliges Lebens nahm Erde mit und jeder Weg seines heiligen Ganges war mit Erde beschwert. Da sah er hinein in das Gefüge der Sorge, die immer höher wächst, bis sie schließlich die Sonne und den Himmel verdunkelt. Da sah er all diese wunderbaren Gewalten der Sünde, wie sie das Große klein und das Kleine groß macht, wie sie das Abmaß für alle Dinge verschiebt und verkleinert. Der Blick in die Niedrigkeitein Schmerzensblick in dieser Scheidestunde!


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