An den Mündungen großer Flüsse kann man Gezeitenkraftwerke bauen. Eines steht bereits in Saint Malo in der Bretagne und wird »Tochter des Mondes« genannt. Zur effektiven Gewinnung von Energie ist ein großer Tidenhub nötig, und in St. Malo überwindet das Wasser einen Höhenunterschied von über zehn Metern! Ein Gezeitenkraftwerk funktioniert folgendermaßen: Die Mündung eines Flusses wird mit einem Damm vom offenen Meer abgetrennt. Bei Flut werden Schleusen geöffnet, und das Meerwasser strömt mit aller Gewalt in das entstandene Staubecken. Hat die Flut ihren höchsten Stand erreicht, macht man die Schotten dicht. Das Meer verkriecht sich wieder am Horizont, aber das Wasser hinter dem Damm ist gefangen. Es kann nur abfließen, wenn es die Turbinen im Staudamm passiert!