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wuming schrieb am 4.4. 2010 um 13:44:27 Uhr über

Professor

Bazon Brock[1] (eigentlich Jürgen Johannes Hermann Brock[2]; * 2. Juni 1936 in Stolp in Pommern) ist ein ehemaliger Professor für Ästhetik und Kulturvermittlung an der Bergischen Universität Wuppertal. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Entwicklung einer Neuronalen Ästhetik.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Leben
2 Arbeit
3 Action-teaching
4 Besucherschule
5 Aktionen
6 Veröffentlichungen
6.1 Schriften
6.2 Video-Dokumentationen
6.3 TV-Produktionen
6.4 Hörspiele
7 Anmerkungen und Quellennachweise
8 Literatur
9 Weblinks


Leben [Bearbeiten]
Brock besuchte das humanistische Gymnasium Kaiser-Karl-Schule Itzehoe, die er mit den Abiturprüfungen in Latein und Griechisch abschloss.

Ab 1957 absolvierte er eine Ausbildung in Dramaturgie und arbeitete ab 1960 als Dramaturg, zunächst am Stadttheater Luzern. Von 1957 bis 1964 studierte er parallel Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaften in Zürich, Hamburg und Frankfurt am Main. Ebenfalls ab 1957 schrieb er erste Aktionslehrstücke und es erfolgten erste Publikationen. Das Fach Kunst, mit dem er oft in Zusammenhang gebracht wird, studierte er nicht universitär, gilt dennoch als ausgewiesener Kunstkenner, sowohl alter als auch zeitgenössischer Werke. Er beteiligte sich zusammen mit Friedensreich Hundertwasser, Joseph Beuys und Wolf Vostell an Happenings.

Nach dem Studium wurde Brock als ordentlicher Professor (19651976) an die Hochschule für Bildende Künste in Hamburg berufen, später, zwischen 1977 und 1980 auch an die Universität für angewandte Kunst Wien. Anschließend übernahm er eine Professur an der Bergischen Universität Wuppertal, wo er 2001 emeritiert wurde.

Arbeit [Bearbeiten]

Zitat von Bazon Brock auf einem Schild in einem Berliner HinterhofBrocks Arbeitsschwerpunkte liegen auch nach seiner Emeritierung vor allem in der Neuronalen Ästhetik und „Imaging Sciencesam Fachbereich „Architektur, Kunst, Design, Musik“, wo er lange Jahre Dekan war und im besonderen als Fachdozent das Fach fürNicht-normative Ästhetik“ betreut.

Er ist Mitglied derForscher-Familie bildende Wissenschaften“. Diese „fruchtbringende Gesellschaftbeschäftigt sich vorrangig mit der Kulturgenetik, um Konzepte zur Zivilisierung der Kulturen auszuarbeiten. Die Ergebnisse werden in der ReiheÄsthetik und Naturwissenschaftenim Springer-Verlag Wien/New York veröffentlicht.

Von den Assistenten, Promovenden und Habilitanden Bazon Brocks der Jahre 19801995 sind inzwischen 23 als Universitätsprofessoren tätig; weitere wirken beispielsweise als Museumsdirektoren und Kuratoren.

Bazon Brock wurde am 21. November 1992 der Ehrendoktor der Technischen Wissenschaften von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich verliehen.

Action-teaching [Bearbeiten]
Von Bazon Brock in den 60er Jahren entwickeltes Unterrichts- und Schulungskonzept, welches die künstlerischen Programmatiken von Fluxus, Happening (it happensund ich bin dabei) und Agitprop vereint, um sie für die Rezipientenschulung nutzbar zu machen. Dabei kommen insbesondere dramaturgische und inszenatorische Effekte aus der analytischen Theaterarbeit zur Geltung. Der Seminarraum wird zur Bühne für Selbst- und Fremdinszenierungen. So hat Brock während seiner Seminarveranstaltungen Eis verteilt, umwenigstens das Rezeptionsniveau einer Kinoveranstaltung zu erreichen“, sich einen weißen Kittel angezogen, um das Phänomen der Autoritätsgläubigkeit zu konterkarieren, Vorträge im Kopfstand gehalten, usw.

Beim Action-teaching kommt es nicht nur drauf an, vorgegebene Themen abzuhandeln, sondern Anregungen und auch Störungen aller Beteiligten aufzunehmen und als Thematisierungsangebot zu nutzen. Action-Teaching lebt von der Fähigkeit zu spontaner Problematisierung (vgl. genius loci, Abstraktion). Deswegen ist aktive Mitarbeit der Teilnehmenden unverzichtbar. Das fällt den meisten Menschen allerdings recht schwer, da sie im Wesentlichen in der Rolle des Beobachters geschult sind. Der plötzliche Rollenwechsel vom Beobachter zum Beobachteten unter „Echtzeitbedingungen“ verlangt die Fähigkeit zur Selbstdarstellung. Die Brockschen Schulungseinheiten bieten hierfür eine hervorragende Plattform. [3]

Besucherschule [Bearbeiten]
Auf der Kasseler documenta 4 1968 richtete Brock erstmals eine Besucherschule ein, die den Besuchern der documenta das Verständnis für Kunstbetrachtung nahebringen und Aneignungstechniken für zeitgenössische Kunst vermitteln sollte. Sie wurde auch auf der documenta 5 1972 und documenta 6 1977 von ihm angeboten, ab der documenta 7 1982 nicht mehr. In den 1980er und 1990er Jahren setzte der die Besucherschule bei den Kunstmessen Art Frankfurt und Art Basel fort. Im Mai und Juni 2009 nahm Brock anlässlich der Ausstellung 60 Jahre60 Werke, Kunst aus der Bundesrepublik Deutschland in Berlin seinen Ansatz mit einer täglichen Besucherschule wieder auf.

Aktionen [Bearbeiten]
Wa(h)re Kunst. Der Museumsshop als Wunderkammer, seit 1994 in 18 Städten.
Die Macht des Alters. Strategien der Meisterschaft, Berlin, Bonn, Stuttgart 1998/99.
Marsch durch Theorie. Grabbeigaben…, Frankfurt: Schirn, ab März 2006
Anlässlich seines 70. Geburtstags 2006 zog Brock Bilanz und skizzierte in einem elf Stationen durchlaufenden Lustmarsch durchs Theoriegelände elf Topologien, mit denen er sich 50 Jahre lang in Literatur, Theater, Ästhetik, Film, Fernsehen, Hörfunk, Action Teaching und Ausstellungen beschäftigt hat. Diese Aktion ist seit März 2006 im Zentrum für Kunst und Medientechnologie zu sehen.
Veröffentlichungen [Bearbeiten]
Schriften [Bearbeiten]
Gerüstgrundriß für Übersichtsleser. in »März-Texte 1«, März Darmstadt 1969 u.ö., wieder in »Mammut. März-Texte 1 & 2« ebd. Herbstein 1984, wieder als Reprint »März Texte 1 & Trivialmythen« Area, Erftstadt 2004 ISBN 3899960297, hier S. 9 - 14. [4]
Ästhetik als Vermittlung. Arbeitsbiographie eines Generalisten. DuMont Kunstverlag, Köln 1977, ISBN 3-7701-0671-7
Die Ruine als Form der Vermittlung von Fragment und Totalität. In: Lucien Dällenbach u. Christiaan L. Hart Nibbrig (Hrsg.): Fragment und Totalität. Suhrkamp, Frankfurt/Main 1984. ISBN 3-518-11107-8
Ästhetik gegen erzwungene Unmittelbarkeit. Die Gottsucherbande. Schriften 19781986. DuMont Buchverlag, Köln 1986, ISBN 3-7701-1976-2
Der Barbar als Kulturheld. Dumont Literatur und Kunst Verlag, Köln 2002, ISBN 3-8321-7149-5
Die Macht des Alters, Katalog zur Ausstellung, DuMont, Köln 1998
Die Re-Dekade: Kunst und Kultur der 80er Jahre. Klinkhardt und Biermann, München 1990, ISBN 3-7814-0288-6
Die Welt zu Deinen Füßen, DuMont, Köln 1998
Lock Buch Bazon Brock. ‚Gebt Ihr ein Stück, so gebt es gleich in Stücken‘. DuMont Kunstverlag, Köln 2000, ISBN 3-7701-5436-3
Lustmarsch durchs Theoriegelände, Brock, Bazon (Hg.), Verlag Dumont Literatur und Kunst, Köln 2007, ISBN 978-3-8321-9024-8
Video-Dokumentationen [Bearbeiten]
Wir wollen Gott und damit basta. DuMont, Köln 1985
Selbsterregung – eine rhetorische Oper zur Erzwingung der Gefühle (vom WDR produziert, am 17. April 1992 ausgestrahlt), Schiebener und Jürgens, Köln 1990.
Quer DenkenGerade Gehen 45 Min. / D, PL. Ein Portraitfilm von Ingo Hamacher Bellacoola über Bazon Brock wurde in der Reihe „Querköpfe“ von BellaCoola für den WDR produziert und im April 1991 ausgestrahlt.
Der Körper des Kunstbetrachters, Videokatalog zur Documenta IX im Juni 1992 hergestellt und mehrmals im Fernsehen gezeigt.
Ästhetik als Metatheorie – In zwanzig Kapiteln wird ein strukturierter Einstieg in die Denkwelt des KünstlerPhilosophen und GeistTäters gegeben.
Das Vlog (((rebell.tv))) führt ein „Dossier Bazon Brock“ und dokumentiert die aktuelle Tour (2006).
TV-Produktionen [Bearbeiten]
Bazon Brock zur Geschichte der Kybernetik, 6-stündige Aufzeichnung von 3sat, 1997, anlässlich derInstallation eines Theoriegeländes“ im Portikus, Frankfurt, Februar 1997.
Bazon Brock war von 1997 bis 2008 Moderator der Fernsehdiskussion „Bilderstreit“ in 3sat.
Hörspiele [Bearbeiten]
Hörspiele von Bazon Brock wurden als Kassetten im S-Press Tonband-Verlag, Köln, veröffentlicht.

Anmerkungen und Quellennachweise [Bearbeiten]
Den Spitznamen „Bazon“, was im Griechischen „Schwätzerbedeutet, erhielt er von seinem Lateinlehrer, der damit die Angewohnheit des Gymnasiasten kommentierte, zu allem ellenlange Monologe zu halten.
vgl. Walter-Bolhöfer: Bazon Brock: Künstler, Kämpfer, Kritiker, 2007, S.8
Dr. Stefan Asmus, Ästhetisches System [1]
Dieser Text ist später auch unter dem Titel »Affirmation als politische Strategie« bekannt geworden. In Brocks Werkbiographie wird irrtümlich »Melzer« als Verlag angegeben; Schröder trennte sich damals gerade von Melzer
Literatur [Bearbeiten]
Heller, Martin / Reck, H. U. Hg.): BB. Ästhetik nach der Aktualität des Ästhetischen. Ein Symposium zur Perspektive der Kulturentwicklung. Zürich 1998, ISBN 3-907065-66-2
Mühlmann, Heiner: Kunst und Krieg: Das säuische Behagen in der Kunst. Über Bazon Brock. Köln 1998, ISBN 3-932189-57-4
Stratmann, Nicole: Der Selbstfesselungskünstler – Bazon Brock. Einführung in eine Ästhetik des Unterlassens. VDG Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften, Weimar 1995, ISBN 3-929742-75-6
Walter-Bolhöfer, Cordula (Interview) / Wolf, Bettina (Fotografien): Bazon Brock: Künstler, Kämpfer, Kritiker. ars momentum Kunstverlag GmbH, Witten 2007, 55 S., 33 s/w-Abb., ISBN 978-3-938193-31-0
Weblinks [Bearbeiten]
Wikiquote: Bazon Brock – Zitate
Literatur von und über Bazon Brock im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek (Datensatz zu Bazon Brock • PICA-Datensatz • Apper-Personensuche)
Homepage an der Uni Wuppertal
offizielle Homepage von Bazon Brock
[2] Gesamte Arbeitsbiographie
offizielle Homepage Lustmarsch 2006
rebell.tv begleitete Bazon Brock durch das Jahr 2006
15 Videoclips: Antworten zuFragen zur Kunst
Bilderstreit 3Sat
Kritischer Bericht inDie Welt
Normdaten: Personennamendatei (PND): 11851556X | Library of Congress Control Number (LCCN): n 82158515 | Virtual International Authority File (VIAF): 93453776
Personendaten
NAME Brock, Bazon
ALTERNATIVNAMEN Jürgen Brock
KURZBESCHREIBUNG deutscher Künstler und Professor für Ästhetik
GEBURTSDATUM 2. Juni 1936
GEBURTSORT Stolp, Pommern (heute Polen)

Vonhttp://de.wikipedia.org/wiki/Bazon_Brock“
Kategorien: Künstler (documenta) | Documenta | Hochschullehrer (Bergische Universität Wuppertal) | Ästhetik | Deutscher | Geboren 1936 | Mann


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