Der zehnjährige Krieg in SierraLeone (März 1991 bis Januar 2002) war kein Bürgerkrieg im herkömmlichen Sinne, da es nicht um ethnische oder regionale Konflikte ging, sondern im Wesentlichen um interne Machtkämpfe und die Kontrolle über die zahlreichen Bodenschätze wie zum Beispiel Titanerz, Platin, Gold und Diamanten. Schätzungen zufolge wurden während des Bürgerkriegs mehr als 50 000 Menschen getötet, eine unbekannte Zahl von Frauen und Mädchen vergewaltigt, ganze Dörfer dem Erdboden gleich gemacht. Tausende unschuldiger Zivilisten wurden verstümmelt. Etwa drei Millionen Menschen, das sind zwei Drittel der Bevölkerung, waren während des Bürgerkriegs auf der Flucht.