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Dieter schrieb am 14.10. 2009 um 18:25:59 Uhr über

diskuTIERen

Nachfolgend noch weitere Hinweise zur »Schuhprüfstrecke im KZ Sachsenhausen«:

Es gibt eine Studie von der Historikerin Anne Sudrow »Werkstoff-Forschung auf der Schuhprüfstrecke im KZ Sachsenhausen« über dieses
schreckliche Kapitel deutscher Wirtschaftsgeschichte in den Jahren 1940-1945,das bis heute von Historikern und der Öffentlichkeit vernachlässigt wurde.
Beteiligt waren an dieser Schuhprüfstrecke einige renommierte Unternehmen.Am Anfang war die Teilnahme an der Schuhprüfstrecke freiwillig.Die beteiligten Unternehmen wußten laut der Studie von
Anne Sudrow, daß es um Häftlingsarbeit zu KZ-Bedingungen ging.Ein Zeitzeuge berichtete: "Hin und wieder kamen die Direktoren
oder Beauftragten (.....) , um sich von dem Ergebnis der Prüfung an Ort und Stelle zu unterrichten.Eine Zuweisung zu dieser Schuhprüfstrecke wurde unter KZ-Insassen besonders gefürchtet, da sie praktisch einem
Todesurteil gleichkam.Laut der Studie von Anne Sudrow sind als führende Unternehmen für die
Schuhprüfstrecke Salamander AG und Freudenberg und andere angegeben .
Unter

http://books.google.de/books?id=5T986LfxVYIC&printsec=frontcover&=R%C3BCstungsforschung+im+Nationalsozialismus.

können Sie ab Seite 214 bis 249 das wesentliche der Studie, die im
Auftrag der Max-Planck-Gesellschaft erfolgte, lesen (Unter der Fußnote 96 finden Sie weitere beteiligte deutsche Unternehmen).

Interessant in diesem Zusammenhang ist, wie weit diese Thematik in den jeweiligen Unternehmensgeschichten bekannt wurden und aufge-
arbeitet wurden.

Unter www.salamander-zwangsarbeit.de können Sie sehen, wie 1999 eine Firma reagiert, als eine Zeitung das Thema Zwangsarbeit aufgriff.

Interessant ist auch, daß Dr. Elmar Michel nach dem Krieg lange Jahre Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzender bei Salamander in
Kornwestheim war.Michel war während des »Dritten Reiches« Referent für Rohstofffragen im Reichswirtschaftsministerium und schließlich bei der deutschen Militärverwaltung in Frankreich für die »Entjudung« der französischen Wirtschaft zuständig.Die Amerikaner nahmen ihn 1945 in
Haft und er wurde an die Franzosen ausgeliefert.Bei den Franzosen wurde er
bis 1951 inhaftiert.Sein bevorstehender Prozeß vor einem französischen Militärgericht wurde in der Adenauerzeit auf diplomatischem Weg abgebrochen.







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