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Rezension bezieht sich auf: Jenseits des Protokolls (Gebundene Ausgabe)
JA, ich gebe zu, ich habe mir das Buch von Bettina Wulff gekauft! Man muß schließlich etwas dafür tun, daß die arme Familie Wulff nicht finanziell am Stock gehen muß in den nächsten Jahren. Wobei ich nicht weiß, ob man von einem »Autorenanteil« am Verdienst sprechen kann, wenn man nur der Namensgeber ist und nicht die wirkliche Autorin.
JA, ich gebe zu, ich habe das Buch sogar durchgelesen! Wobei das auch kein Kunststück ist, denn es ist nicht unbedingt ein dicker Wälzer. Es kostet nur so viel. Allerdings war Bettina Wulffs Gatte natürlich auch nicht so lange Präsident, daß die Zeit als First Lady des Landes viel mehr Lesestoff hätte hergeben können.
JA, ich gebe zu, ich hatte gewisse Vorurteile gegenüber dem Inhalt von dem Buch. Und JA ich gebe zu, daß sie..........vollkommen begründet gewesen sind. Mal im Ernst, ich wollte der Sache durchaus eine Chance geben, weil man Bettina Wulff ja nicht in vollem Umfang für all das mit verantwortlich machen sollte, was ihr Mann verbockt hat. Aber das Buch stellt sich als ein Machwerk heraus, das die Sache nicht besser macht. In sechzehn Kapiteln geht es um mehr oder weniger wichtige Dinge wie »die Freunde«, »die Promis« und »das Tattoo«. JA, richtig gelesen, ein ganzes Kapitel über eine Tätowierung! Bettina Wulff beschreibt sich in ihrem Buch als eine »normale Frau und Mutter«, zumindestens scheint das ihr Selbstbildnis zu sein, und tatsächlich kommt die Beschreibung ihres Lebens ein wenig bieder rüber, ihr Verhalten ein wenig naiv. All das hatte man aber sowieso schon vermutet.
Das Skandalkapitel Nummer 13, in dem es um die bösen Gerüchte zu Bettina Wulffs Vorleben geht, ist übrigens nur acht Seiten lang und sagt nicht viel mehr aus, als daß Bettina Wulff nicht das war, was man ihr unterstellt hat. Das mag man glauben oder nicht, aber ich finde es merkwürdig, ausgerechnet jetzt nochmal darauf hinzuweisen. Die Gerüchte gab es zwar damals vor allem im Internet, aber der Großteil der Menschen wird doch gar nichts davon mitbekommen haben. Jetzt weiß es natürlich dank dem Buch jeder. Für jemanden, der unter solchen Gerüchten zu leiden hat, ist das ein sehr eigenartiger Schritt, gerade da man als PR-Beraterin die Konsequenzen doch kennen sollte......
Alles in allem braucht man das Buch wirklich nicht zu lesen. Es stecken einfach keine richtigen Informationen drin, zumindest nichts, was man nicht sowieso schon in den unzähligen Berichten zum Buch zitiert und ausgebreitet bekommen hat.
PS: Ich finde es übrigens sehr witzig zu erfahren, daß Nicole Maibaum nicht nur Bettina Wulffs Buch geschrieben hat, sondern auch ein Buch von Carsten Maschmeyers Angetrauter Veronika Ferres. Man bleibt also schön weiter unter sich. Auch keine gute PR-Strategie, denn daß das auffallen würde, hätte jedem Beteiligten klar sein sollen. Aber wenn schon, denn schon!
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