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prediger schrieb am 29.12. 2006 um 12:22:47 Uhr über

SS

Die Schutzstaffel der NSDAP (SS) entstand am 4. April 1925 alsSaalschutzder Partei. Seit dem 4. Juli 1926 war sie eine Unterorganisation der Sturmabteilung (SA). Vom 14. Juli 1934 bis 8. Mai 1945 war sie eine eigenständige, paramilitärische Organisation innerhalb der NSDAP. Unterorganisationen der SS waren maßgeblich am Holocaust beteiligt. Ihr Leitspruch lauteteMeine Ehre heißt Treue“.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Mitgliederanzahl
2 Vorläuferorganisationen der Schutzstaffel
3 Die Geschichte der SS
3.1 Gründung der Schutzstaffel
3.2 Konkurrenz zur SA
3.3 Die SS als eigenständige Organisation
3.4 Beteiligungen der SS an Kriegshandlungen
3.5 Die Verstrickung der SS in Kriegsverbrechen und Völkermord
3.6 Die Deutschen Wirtschaftsbetriebe
3.7 Die Blutgruppentätowierung
4 Siehe auch
5 Literatur
6 Weblinks



Mitgliederanzahl

Reichsführer SS Heinrich Himmler und sein Stellvertreter Ernst Kaltenbrunner mit Franz Ziereis (Mitte) in Mauthausen 1941.Als Heinrich Himmler 1929 die SS übernahm, umfasste diese Organisation formal 1.000 Mitglieder. Von diesen waren allerdings nur 280 Mann alsaktive Mitgliederanzusehen. Himmler gliederte nun seinerseits die inaktiven Mitglieder aus; aus diesen wurden dann die „fördernden Mitglieder der SS“. Es begann ein stetiger Ausbau der SS: Schon 1932 war sie auf rund 52.000 und ein Jahr später auf gut 204.000 Mitglieder angewachsen.

Gegen Ende des Krieges (1944/45) umfasste die SS formal über 840.000 Mitglieder, zu denen auch dasSS-Führerkorps“ (d. h. die Unteroffiziere und Offiziere der Waffen-SS) und auch Polizeioffiziere gehörten, sobald ihr Dienstgrad einem SS-Rang entsprach. Die Zugehörigkeit der Offiziere von Waffen-SS und Polizei zur SS wurde von Amts wegen begründet; für die Mannschaften der Waffen-SS und Polizei war eine Übernahme in die SS erst für die Zeit nach Ende des Krieges vorgesehen.


Vorläuferorganisationen der Schutzstaffel
Die Stabswache und der Stoßtrupp Adolf Hitler

Im Mai 1923 bildete Adolf Hitler aus ausgewählten SA-Angehörigen die kurzlebige Stabswache Berlin.

Nachdem sich Hermann Ehrhardt bereits Mitte 1923 mit Ernst Röhm und Adolf Hitler überworfen hatte, wurde aus 12 SA-Angehörigen der Stoßtrupp Adolf Hitler gebildet, der Hitler vor Übergriffen der parteieigenen Sturmabteilungen schützen sollte.

Dem Stoßtrupp Adolf Hitler standen zwei ehemalige Angehörige der Stabswache vor, die zuvor der Brigade Ehrhardt angehört hatten: Julius Schreck und Josef Berchtold. Die anderen Mitglieder waren: Ulrich Graf, Emil Maurice, Christian Weber, Josef Dietrich, Rudolf Heß, Jakob Grimminger und Walter Buch sowie Karl Fiehler, die ebenfalls Freikorpseinheiten angehört hatten.


Die Geschichte der SS

Gründung der Schutzstaffel
Im Mai 1925 bildete Julius Schreck, später erster Reichsführer-SS, im Auftrag Hitlers eine Einheit aus acht Angehörigen des Stoßtrupps, die den Kern der späteren SS bilden sollten, darunter Rudolf Heß, Hermann Göring und JosefSeppDietrich. Den Namen Schutzstaffel schlug der damalige SA-Führer Hermann Göring in Anlehnung an eine Fliegerbegleitstaffel Manfred von Richthofens vor. Die Aufgaben der Organisation beschrieb Hitler in einem Führerbefehl vom 7. November 1930 wie folgt: „Die Aufgabe der SS ist zunächst die Ausübung des Polizeidienstes innerhalb der Partei.“

Das Symbol der Schutzstaffel bildete sich aus zwei nebeneinander liegenden, einem Blitz ähnlichen „Sig-Runen“.


Konkurrenz zur SA
Mit einer Beschränkung der Sollstärke auf zehn Prozent der Sturmabteilung wollte die SA-Führung die SS kleinhalten. In den Gauen durfte mit dem Aufbau einer Schutzstaffel erst begonnen werden, wenn der Aufbau eines vollständigen SA-Sturmes abgeschlossen war. Mit Ausnahme Berlins, wo die SS die doppelte Stärke haben sollte, wurde die Sollstärke auf höchstens zehn Männer und einen Führer festgelegt.

Unzufrieden mit diesen Regelungen und darüber, dass die SA die ihr unterstellte SS niedere Aufgaben erledigen ließ, trat der zweite Reichsführer-SS, Josef Berchtold, 1927 zurück. Berchtolds Nachfolger wurde Erhardt Heiden, der ein 27-jähriges Mitglied der Röhmschen Reichskriegsflagge zu seinem Stellvertreter ernannte: Heinrich Himmler. Heiden wurde von der SA und ihrer Führung nicht ernst genommen. Die SA bestand in den Augen der SS nur ausRabauken“, während die SA die SS alsfeine Pinkelbetrachtete. Am 5. Januar 1929 trat auch Heiden als Reichsführer SS zurück.


Die SS als eigenständige Organisation
Zunächst der SA unterstellt, entwickelte sie sich zu einer Organisation mit „Polizeifunktionen“ innerhalb der NSDAP. Mit der Berufung Heinrich Himmlers zum Reichsführer-SS 1929 begann ein grundlegender Wandel der Organisation. Bislang eine kleine Gruppierung von wenigen Hundert Mann innerhalb der SA, sollte sie nach Himmler zur Kampftruppe der NSDAP ausgebaut werden, „ein nationalsozialistischer, soldatischer Orden nordisch bestimmter Männer, von denen jeder bedingungslos jeden Befehl befolgt, der vom Führer kommt.“ Die SS wurde von ihm gleichzeitig zu einerElite- und einer Massenorganisation ausgebaut.

Der elitäre Charakter zeigte sich in den rassebiologischen und weltanschaulichen Kriterien, die erfüllt werden mussten, um der SS angehören zu können. Die SS sollte als „Sippengemeinschaft“ eine Verkörperung der nationalsozialistischen Herrenmenschenideologie darstellen und als „Bewahrer der Blutsreinheit“ zur Keimzelle der nordischen Rassendominanz werden. Die Auswahlkriterien beschränkten sich daher nicht auf die Bewerber selbst; auch Ehefrauen der SS-Mitglieder wurden hinsichtlich ihrer „Rassenreinheit“ überprüft. Die Ideologie der SS als Führungsorden manifestierte sich auch in der Anlehnung an Vorstellungen mittelalterlicher Rittergemeinschaften, mit deren Hilfe sie sich - etwa durch Rituale in Weihestätten oder Symbole wie den SS-Totenkopfring und die Verwendung verschiedener Runensymbole (heute umgangssprachlich alsSS-Runenbezeichnet) oder den Ehrendolch - eine quasireligiöse Dimension zu geben versuchte.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten erhielt die SS, wie auch SA und Stahlhelm, polizeiliche Privilegien zur Verfolgung politischer Gegner. Im April 1933 befanden sich bereits über 25.000 Regimegegner inSchutzhaft“. SA und SS begannen mit der Errichtung erster Konzentrationslager (KZ) in Dachau und Oranienburg.

Am 30. Juni und 1. Juli 1934 ermordeten die bewaffneten SS-Verbände Leibstandarte-SS Adolf Hitler und SS-Totenkopfverbände im Rahmen des Röhm-Putsches die Führung der SA sowie zahlreiche politische Gegner, darunter viele aus dem konservativen Lager. Am 20. Juli 1934 erklärte Hitler: „Im Hinblick auf die großen Verdienste der SS, besonders im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 30. Juni 1934, erhebe ich dieselbe zu einer selbständigen Organisation im Rahmen der NSDAP.“ Die SS übernahm nun in alleiniger Verantwortung die Zuständigkeit für alle Konzentrationslager (KZ) im Reich, die bis dahin teilweise noch von der SA kontrolliert worden waren. Die SS-Totenkopfverbände wurden nun ausschließlich mit der Bewachung der Lager beauftragt.

Im November 1934 wurde das Prinz-Albrecht-Palais in der Wilhelmstraße 102 in Berlin in den Komplex der Gebäude an der Prinz-Albrecht-Straße 8 miteinbezogen und zum Sitz des Sicherheitsdienstes des Reichsführers-SS.


Ränge und Abzeichen der SSAb 1935 benannten sich die Verwaltungseinheiten der SS in Allgemeine SS um. Sie wollten sich dadurch von ihren inzwischen bewaffneten Verbänden, der SS-Verfügungstruppe und den SS-Totenkopfverbänden unterscheiden, die später die Waffen-SS bildeten. Diese Allgemeine SS, nun auch Heimat- oder Schwarze-SS genannt, unterstand nun dem neuen Kommandoamt der Allgemeinen SS in Berlin.

Damit kam es zur klassischen Dreiteilung der SS, die informell bis 1945 Bestand hatte:

Allgemeine SS
SS-Totenkopfstandarten
SS-Verfügungstruppe
Der BegriffSSbildete ab 1939/40 denDachverbandfür verschiedene Hauptämter und deren Unterabteilungen:

Das Führungshauptamt (FHA) war die betriebliche Stabsstelle (Hauptquartier) der SS. Es leitete und verwaltete die Offiziers-Schulen, medizinische Versorgung, Transportvorgänge, Lohnzahlungen und Ausrüstungen.
Rasse- und Siedlungshauptamt (RuSHA) hatte die Aufgabe, eine „rassisch wertvolle“ Führungselite herauszubilden.
Das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) entstand aus der Zusammenlegung von SD und SiPo und war die zentrale Stelle zur Ausübung der polizeilichen Funktionen der SS.
Das SD-Amt Reinhard Heydrichs diente als Geheimdienst zur Bekämpfung äußerer wie innerer Gegner und zur Bespitzelung der Bevölkerung.
Die Sicherheitspolizei (Sipo) war für die Kriminal- und die Geheime Staatspolizei (Gestapo) zuständig.
Militärischer Zweig der SS war die aus Verfügungstruppen und Totenkopfverbänden gebildete Waffen-SS
Das Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt (WVHA) steuerte die Konzentrationslager und deren Konstruktion und verwaltete die SS-eigenen Industrien, Gewerbe- und Landwirtschaftsbetriebe.

Beteiligungen der SS an Kriegshandlungen
Am 13. März 1938 nahmen auch Truppenteile der SS-Verfügungstruppe am Einmarsch der Wehrmacht in Österreich teil, wo sie in Wien ein bewaffnetes SS-Regiment aufbauten: die SS-Standarte Der Führer.

Im Oktober zog die SS-Verfügungstruppe ins tschechische Sudetenland ein. Wenig später wurde die Tschechoslowakei aufgeteilt (Münchener Abkommen). Der tschechische Teil wurde zum „Reichsprotektorat Böhmen und Mährenerklärt und die SS mit der Zerschlagung des Widerstandes beauftragt. Der Chef des Reichssicherheitshauptamtes Reinhard Heydrich wurde später Reichsprotektor des besetzten Gebietes. Im Herbst 1939 wurden die Leibstandarte, die Verfügungstruppe und die Totenkopfverbände langsam zur Waffen-SS verschmolzen. Heinrich Himmler wollte als Reichsführer-SS seine Schutzstaffel zu einem umfassenden Staatsschutzkorps ausbauen, das an allen Fronten die inneren und äußeren Feinde des NS-Staates bekämpfen sollte. Trotz aller Differenzen innerhalb der verzweigten SS-Organisationsstruktur blieb die SS auf ein einheitliches ideologisches Ziel ausgerichtet. Dementsprechend gab es eine einheitliche Ausbildung der Führungskräfte in den beiden SS-Junkerschulen in Bad Tölz und Braunschweig. Die militärische und ideologische Schulung unterschied nicht, ob die Führungskräfte in der SS-Verwaltung, an der militärischen Front, im SD oder in den Konzentrationslagern eingesetzt werden sollten.

Der erste Kampfeinsatz der SS erfolgte beim Überfall auf Polen 1939. Die Wehrmacht befürchtete eine zunehmende Konkurrenz durch die SS-Verfügungstruppe, konnte aber die Zusammenlegung der bisherigen Regimenter Germania, Der Führer, Totenkopf und der Leibstandarte-SS Adolf Hitler zur SS-Verfügungsdivision nicht verhindern. Aber: Die kämpfenden SS-Verbände dieser SS-V-Division unterstanden weiterhin dem Oberkommando der Wehrmacht und wurden nun auf verschiedene Heeresteile verteilt, d. h. die SS-V-Division kämpfte nicht als einheitlicher Verband. Seit 1943 beteiligten sich insbesondere die Panzerverbände der SS am Kampf im Osten, so z. B. in der Orel-Kursk Schlacht im Rahmen der Operation Zitadelle. Ab 1943 wurden auch wehrpflichtige Deutsche und Männer aus Nordwesteuropa in die SS-V-Division eingezogen, um an der Front neben den Wehrmachtsoldaten zu kämpfen, später wurde auch der Versuch unternommen, SS-Einheiten aus anderen Ländern wie z.B. Albanien aufzustellen. Diese Versuche hatten allerdings eher geringen Erfolg, so zerfiel die albanische SS-Division „Skanderbeg“ bereits vor ihrem ersten Kampfeinsatz.

Weitere, vom Oberkommando unabhängige SS-Verbände (einige Totenkopfstandarten und nichtmilitärische Verbände) kamen hinter der Front bei „Säuberungsaktionen“ zum Einsatz und begannen mit der systematischen Verfolgung und Ermordung von Juden und Angehörigen der polnischen Intelligenz. Gemäß den Richtlinien zu Zusammenarbeit des Heeres mit den Einsatztruppen rückten die SS-Verbände unmittelbar nach der Wehrmacht in die eroberten Ortschaften ein. Aus rassenideologischen Gründen verfolgte Menschen mussten sich auf Befehl des ranghöchsten Offiziers der Wehrmacht im Ort an einem bestimmten Platz versammeln und wurden von dort oft sofort durch die SS zu einem abgelegenen Ort gebracht und ermordet. Wehrmachtssoldaten waren oftmals Zeugen dieser Hinrichtungen und auch die Wehrmacht und deutsche Polizeibataillone führten Massenexekutionen durch.

Da diese Verbrechen ganz auf der Linie der SS- und NS-Führung im Reich lagen, ging der Ausbau der kämpfenden SS-Verbände rasch voran. Beim Angriff auf Frankreich verfügte die inzwischen gegründete Waffen-SS bereits über drei Divisionen (Das Reich, Totenkopf und die SS-Polizei-Division) und das motorisierte Regiment LAH. Die SS-Divisionen erlitten an der Front teilweise schwere Verluste. Als Freiwilligentruppe hochmotiviert, mit einer Wehrmachtsverbänden in der Regel überlegenen Ausrüstung wurden diese Eliteeinheiten oft an den gefährlichsten Einsatzorten verwendet. Auch im Frankreichfeldzug wurden von SS-Verbänden zahlreiche Kriegsverbrechen verübt. Massaker an hunderten sich ergebender Soldaten und an einer Vielzahl von Kriegsgefangenen sind dokumentiert.


Die Verstrickung der SS in Kriegsverbrechen und Völkermord
Auch im weiteren Verlauf des Zweiten Weltkriegs verübten Truppenteile der späteren Waffen-SS in Zusammenarbeit mit der Wehrmacht zahllose Kriegsverbrechen wie Folterung und Ermordung von Kriegsgefangenen, Massenexekutionen von Zivilisten in den besetzten Ländern und die Vertreibung zahlreicher Menschen aus den besetzten Gebieten in Osteuropa. Berüchtigt ist z.B. die vollständige Zerstörung der polnischen Stadt Karnikowska (ein Massaker an rund 25.000 Menschen) unter Führung der Waffen-SS im Jahr 1942. Dieses Verbrechens machten sich neben zwei SS-Verbänden auch Verbände der Wehrmacht schuldig. Über das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt betrieb die SS die Verwaltung der Konzentrations- und Vernichtungslager, die von den so genannten SS-Totenkopf-Wachsturmbannen geleitet wurden. Die SS war somit hauptverantwortlich für Demütigung, Folterung und Ermordung von Millionen.

In den Nürnberger Prozessen wurde die SS als Gesamtorganisation der NSDAP (d.h., einschließlich der Waffen-SS, der SS-Totenkopfverbände und des SD) – mit Ausnahme der Reiter-SS und des SS-eigenen Vereins Lebensbornals Hauptinstrument des politischen Terrors zur „verbrecherischen Organisationerklärt.
Dies sollte dem Umstand Rechnung tragen, dass bei einer Gesamtzahl von mehreren hunderttausend SS-Angehörigen nicht jeder einzelne direkt an Kriegsverbrechen beteiligt war, allerdings die verbrecherischen Handlungen nicht ohne die organisatorische und moralisch-ideologische Unterstützung der gesamten Organisation hätten durchgeführt werden können. Zudem erwies es sich als schwierig, die Gräueltaten dem Einzelnen zuzuordnen, so dass diese nur einer relativen Minderheit explizit nachgewiesen werden konnten.


Die Deutschen Wirtschaftsbetriebe
Die SS gründete zahlreiche Firmen, u. a. 1938 die Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH (DEST), die sie 1940 in den Deutschen Wirtschaftsbetrieben (DWB) zusammenfasste. Die DWB wurden von leitenden Mitarbeitern der SS-Verwaltung geführt. 1942 wurden sämtliche wirtschaftlichen Angelegenheiten im SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt konzentriert. Dieses betrieb über das Hauptamt Verwaltung und Wirtschaft die Verwaltung der Konzentrations- und Vernichtungslager mit der wirtschaftlichen Ausbeutung der Kriegsgefangenen und KZ-Häftlinge. 1943/44 gehörten etwa 30 Unternehmen mit über 100 Betrieben, in denen mehr als 40.000 Konzentrationslagerhäftlinge arbeiten mussten, zum Wirtschaftsimperium der SS. Der Hauptsitz der DWB befand sich in Oranienburg bei Berlin.

Weiterhin gab es diekünstlerischenUnternehmungen der SS:

Porzellanmanufaktur Allach
Nordland-Verlag
Schwertschmiede der SS

Die Blutgruppentätowierung
Ein wichtiges Kennzeichen der SS-Soldaten und eine große Hilfe bei der Entnazifizierung durch die „Nazijäger“ nach 1945 war die Tätowierung der Blutgruppe, die jeder SS-Soldat auf seinem linken Arm trug (Blutgruppentätowierung). Die Überlebenden tragen sie meist heute noch. Ab Anfang 1944 war die Tätowierung allerdings nicht mehr die Regel, gegen Kriegsende sogar die Ausnahme. Die genaue Lage ist 20cm über dem linken Ellenbogen auf der Unterseite des Oberarms. Die Tätowierung ist 7mm groß und besteht nur aus einem Buchstaben, und zwar der Blutgruppe (A, B oder 0). Ob positiv oder negativ, wird durch die Schreibweise bestimmt. So wurde der Buchstabe bei positiv groß geschrieben und bei negativ klein. Da diese Tätowierung ein eindeutiges Erkennungszeichen war, versuchten viele, sie nach der Niederlage zu entfernen, etwa durch Schüsse in den Oberarm oder Übertätowierungen.

Außerdem gab es diese Tätowierung in zwei verschiedenen Ausführungen: Einmal mit gotischen Schriftzeichen und einmal in der „Latin-Schrift“, welche zu Kriegsende dann ausschließlich verwendet wurde, da sie nicht so aufwendig war. Das spielte vor allem eine Rolle, als man auch Personen in die SS ließ, die normalerweise nicht die Qualifikationen besaßen.


Siehe auch
Organisationsstruktur der SS
Heinrich Himmler
Waffen-SS
SA
Ausländische Freiwillige der Waffen-SS

Literatur
Hans Buchheim, Martin Broszat, Hans-Adolf Jacobsen, Helmut Krausnick: Anatomie des SS-Staates, 7. Aufl., München 1999 ISBN 3-506-77502-2
Heinz Höhne: Der Orden unter dem Totenkopf. Die Geschichte der SS, ISBN 3572013429
Eugen Kogon: Der SS-Staat - Das System der deutschen Konzentrationslager; Kindler-Verlag, München 1974; Lizenzausgabe Heyne Sachbuch ISBN 3-453-02978-X (Die Erstauflage erschien 1946)
Gordon Williamson: The SS: Hitler's Instrument of Terror
Martin Pollack: Der Tote im Bunker, Paul Zsolnay Verlag, 2004, ISBN 3552053182
Guido Knopp Die SS ISBN 3-570-00621-2 Bertelsmann Verlag 2002
Karin Orth: Die Konzentrationslager-SS. Sozialstrukturelle Analysen und biographische Studien, München: dtv 2004, ISBN 3423340851
Gerhard Paul (Hrsg.) Die Täter der Shoah. Fanatische Nationalsozialisten oder ganz normale Deutsche? Göttingen, 2. Auflage 2003.
Ronald Smelser/Enrico Syring (Hg.): Die SS. Elite unter dem Totenkopf. 30 Lebensläufe, Paderborn: Schoeningh 2000, ISBN 3506785621
Jürgen Matthäus: Ausbildungsziel Judenmord? Zum Stellenwert der „weltanschaulichen Erziehungvon SS und Polizei im Rahmen derEndlösung“. in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 8 (1999), S. 673-699.

Die Waffen-SS war eine paramilitärische Organisation der Schutzstaffel (SS). Sie ging aus den so genannten politischen Bereitschaften und den SS-Sonderkommandos hervor und hieß anfangs SS-Verfügungstruppe. Die Bezeichnung Waffen-SS kam erst im Winter 1939/40 auf. Sie wurde in der Hierarchie der Kampfverbände im Laufe des Krieges als militärische Elitetruppe des „Reichsführers” der SS Heinrich Himmler positioniert. Als solche erhielt sie im Krieg die beste und modernste Ausrüstung und wurde propagandistisch mit einem Nimbus der Unschlagbarkeit umgeben.

Die Waffen-SS war führend an einer Vielzahl von kriegsverbrecherischen Einsätzen im Vernichtungskrieg der Nationalsozialisten beteiligt. Als verbrecherische Organisation gilt sie besonders wegen ihrer aktiven Rolle beim Holocaust.

Des weiteren brach die Waffen-SS mehrfach damals geltendes Kriegsrecht, indem sie Kriegsgefangene hinrichtete oder Zivilisten, darunter auch Kinder, verschiedener Ethnien ermordete und den Vernichtungsfeldzug der Einsatzgruppen unterstützte.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Vorgeschichte der Waffen-SS
2 Geschichte der Waffen-SS
3 Militärischer Aufbau und Konzept der Waffen-SS
4 Unterschiede zwischen den Uniformen der Waffen-SS und der Wehrmacht
4.1 Unterschiede des Kragens und Anwendung der Kragenspiegel
4.2 Tragweise des »Hoheitszeichen des Deutschen Reiches« und Motto der Koppelschlösser
4.3 Verwendung der Waffen-Farben und anderer SS-fremder Abzeichen
4.4 Verwendung von »Sonderbekleidung« (Tarnkleidung)
5 Dienstgrade der Waffen-SS
5.1 Die Waffen-SS-Ränge und die entsprechenden Heeresränge
6 Divisionen der Waffen-SS
6.1 Überblick
6.2 Bewertung
6.3 Unterscheidung zwischen SS-Divisionen und Waffen-Divisionen der SS
7 Ausländische Freiwillige der Waffen-SS
7.1 Besonderheiten der ungarischen Waffen-SS-Einheiten
8 Nichtkämpfende Einheiten der Waffen-SS
9 Besondere Problematik
10 Verbrechen der Waffen-SS
10.1 Einige Verbrechen von Einheiten der Waffen-SS
11 Waffen-SS und Einsatzgruppen
12 Verluste
13 Übernahme von ehemaligen SS-Angehörigen in Bundeswehr und Nationale Volksarmee
14 Traditionsverbände der Waffen-SS nach 1945
15 Bekannte Mitglieder der Waffen-SS
16 Literatur
17 Siehe auch
18 Weblinks



Vorgeschichte der Waffen-SS
Die Wurzeln der Waffen-SS sind in der am 17. März 1933 aus 120 SS-Männern gegründeten Stabswache Berlin der Allgemeinen SS zu sehen. Auch in anderen Städten wurdenzuverlässigeSS-Männer zuSS-Sonderkommandos” zusammengefasst und für pseudo-polizeiliche Aufgaben verwendet. Diese Sonderkommandos (jeweils 100120 Mann stark), wurden später als „Kasernierte Hundertschaften” und dann alsPolitische Bereitschaften” bezeichnet. Ursprüngliche Aufgabe der Bereitschaften war derSchutz höherer SS- und NSDAP-Führer”. Zusammen mit der SA kamen sie in den „Polizeidienst” und waren offiziell als „Hilfspolizei” im Straßendienst eingesetzt. Sie nahmen u. a. „wilde Verhaftungen” politischer und interner Gegner vor und betrieben zum Teil eigene Kellergefängnisse. Teile der Politischen Bereitschaften wurden 1937 auch zu den berüchtigten „SS-Totenkopfstandarten” zusammengefasst und dienten nun ausschließlich der Bewachung von Konzentrationslagern.


Geschichte der Waffen-SS
Die Politischen Bereitschaften bildeten den Grundstock der späterenSS-Verfügungstruppe”, die 1935 aus der Leibstandarte Adolf Hitler mit 2600 Mann und den SS-Standarten „DeutschlandundGermaniamit 5040 Mann bestand. Bis zum Überfall auf Polen achtete die Wehrmacht darauf, dass neben ihr keine zweite Armee entstand. Bereits mit dem Führererlass vom August 1938 (s.u.) wurde der Waffen-SS aber Divisionsstärke zugestanden. Um die Wehrmachtsführung zu beruhigen, wurden die Totenkopfverbände und die Verfügungstruppe offiziell in den Polizeietat übernommen, wo sie bis 1942 blieben.

Adolf Hitler hatte sich damit eine Truppe zu seiner ganz persönlichen Verfügung entwickelt, die sich durchunbedingte Treueihm gegenüber auszeichnen sollte und für Sicherungsaufgaben vorgesehen war. Von diesen beiden Merkmalen blieben die weitere Entwicklung der SS und ihre rechtliche und tatsächliche Stellung im Dritten Reich bestimmt. Heinrich Himmler, seit 1929 Reichsführer-SS, hatte diesen beiden Merkmalen der SS den „Elitegedanken” hinzugefügt. Die SS sollte nicht nur im Einsatz für Hitlerpolitisch zuverlässig” (NS-Sprachgebrauch) sein, sondern zu einer „rassischen” und politischen Führerschicht im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie gebildet werden.

Als eigentlicheGeburtsurkunde der Waffen-SSgilt eine Geheime Kommandosache Hitlers vom 17. August 1938, in der die Aufgabenverteilung der Verfügungstruppe und der Totenkopfverbände festgelegt wurden.

Die Waffen-SS wurde schließlich zu Beginn des Zweiten Weltkriegs aus so heterogenen Teilen wie der Verfügungstruppe und den bis Ende 1941 in die Waffen-SS integrierten KZ-Wachmannschaften, denSS-Totenkopfstandarten”, geschaffen. Menschenversuche, z. B. im KZ Buchenwald, wurden von Ärzten der Waffen-SS geleitet, die auch den Raub von Zahngold abrechneten. Aber auch Mediziner, die nicht der SS, sondern vielfach der Luftwaffe angehörten, nutzen die einmaligen Möglichkeiten, an „frischem MenschenmaterialVersuche durchzuführen, die oftmals jeglicher wissenschaftlicher Grundlage und jeglichen moralischen Bedenkens entbehrten.

Dennoch waren dieSS-Totenkopfstandarten” keine regulären kämpfenden Verbände der Waffen-SS. Zwischen den KZ-Wachmannschaften und der SS-Division Totenkopf gab es jedoch einen regen Personalaustausch.

Der BegriffWaffen-SSwurde Anfang November 1939 informell in den Sprachgebrauch der SS-Administration eingeführt und setzte sich etwa innerhalb eines Jahres gegenüber den alten Bezeichnungen „Verfügungstruppe” undTotenkopfverbändedurch. Das früheste bekannte Dokument, das den BegriffWaffen-SSverwendet, ist ein SS-Befehl vom 7. November 1939, in dem Angehörige der Allgemeinen SS darauf hingewiesen werden, dass sie Reserveführer in der Waffen-SS und der Polizei werden könnten. Dabei erscheintWaffen-SSals Sammelbezeichnung für die „bewaffneten Einheiten der SS und Polizei” (Bundesarchiv: Slg. Schum./v. 432, Bd. 2). Bald darauf, nämlich mit Befehl des Reichsführer-SS vom 1. Dezember 1939, wurde der Umfang der Waffen-SS von diesem wie folgt festgelegt. Demnach gehörten zur Waffen-SS die Angehörigen folgender Verbände, Dienststellen und Ämter:


Organisationsstruktur der SSSS-V-Division
SS-Totenkopf-Division
SS-Polizei Division
SS-Junkerschulen
SS-Totenkopf-Standarten
Ergänzungsamt der Waffen-SS (SS-Erg.Amt)
Waffen- und Geräteamt der Waffen-SS (SS W. u. G.Amt)
Personalamt der Waffen-SS (SS-Pers.Amt)
Amt R. V. der Waffen-SS (Amt RV)
Fürsorge- und Versorgungsamt der Waffen-SS (SS-F. u. V.Amt)
Sanitätsamt der Waffen-SS (SS-San.Amt)
Verwaltungsamt der Waffen-SS (SS-V.Amt)
SS-Gericht
Leibstandarte Adolf Hitler
(Verfügung des OKW vom 8. März 1940 betr. „Wehrdienstverhältnis und Wehrüberwachung der Angehörigen der Waffen-SS während des Krieges” – NA: T-175/36/5973 ff.).

Zwar erfolgte diese Zuordnung durch Himmler ohne rechtliche Grundlage, aber Hitler ließ ihn anstandslos gewähren. Es war in den Augen Hitlers Himmlers persönliche Sache, wie er die SS intern gliederte; insgesamt wurden 179 Dienststellen der Allgemeinen SS der Waffen-SS zugeführt.

Hitler begründete 1940 die Notwendigkeit der Waffen-SS: „Das Großdeutsche Reich in seiner endgültigen Gestalt wird mit seinen Grenzen nicht ausschließlich Volkskörper umspannen, die von vornherein dem Reich wohlwollend gegenüber stehen. Über den Kern des Reiches hinaus ist es daher notwendig, eine Staatstruppenpolizei zu schaffen, die in jeder Situation befähigt ist, die Autorität des Reiches im Innern zu vertreten und durchzusetzen.”

Der ungewöhnlich anmutende Vorgang einer „schleichenden” Neubenennung stellt sich, rückblickend betrachtet, als ein äußerst geschickter, freilich eher psychologisch als machtpolitisch wirksamer Schachzug einer gleichermaßen auf Expansion wie Integration zielenden Politik dar. Denn die Einführung des Sammelnamens „Waffen-SS” signalisierte ebenso den Willen zu einer möglichst wehrmachtunabhängigen SS-Armee wie den Anspruch auf Gleichwertigkeit aller SS-Truppenteile untereinandernahm also die bislang vom Heer abgelehnte militärdienstliche Gleichbehandlung von Verfügungstruppen, Totenkopfverbänden und Junkerschulen begrifflich schon vorweg. Aber nicht nur das: Zu einem Zeitpunkt, als die SS 3 1/2 Divisionen fast gleichzeitig aufgestellt hatte, wurde deren gemeinsamer Name auch zu einer Chiffre für das von Himmler gewünschte, ihm aber noch nicht zugebilligte SS-Generalkommando. (Wegner, Bernd: Hitlers Politische Soldaten. Die Waffen-SS 19331945. 4. Auflage. Paderborn 1990).

Die Waffen-SS umfasste schließlich alle Einheiten der Schutzstaffel, die dem Führungshauptamt und innerhalb dieses Amtes dem Kommandoamt der Waffen-SS unterstellt waren. Dazu zählten sowohl die SS-Divisionen (taktisch dem Heer unterstellt) als auch die SS-Totenkopf-Wachsturmbanne, die organisatorisch ab 1940/1941 dem Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt der SS zugeordnet waren, welches für Konzentrations- und die sog. Vernichtungslager zuständig war (siehe auch die gerichtliche Aufarbeitung: Prozess 1946ff.). Truppendienstlich jedoch unterstanden diese Totenkopfeinheiten weiterhin dem Kommandoamt der Waffen-SS. Es fand auch Personalaustausch zwischen diesen Einheiten statt.

1942 wurde mit Mitteln der Waffen-SS unter dem Dach der Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe e. V. das Institut für wehrwissenschaftliche Forschung gegründet. Dieses Institut führte unter anderem in Konzentrationslagern tödliche Menschenversuche an Häftlingen durch. Diese Menschenversuche waren Gegenstand der Nürnberger Prozesse, besonders des Nürnberger Ärzteprozesses. Die beteiligten Wissenschaftler waren teilweise Mitglieder der Waffen-SS.


Militärischer Aufbau und Konzept der Waffen-SS
Beim Aufbau der SS-Verfügungstruppe taten sich vor allem der ehemalige Reichswehrgeneral und spätere SS-Oberstgruppenführer Paul Hausser und der aus der Wehrmacht ausgeschiedene Felix Steiner hervor. Beide gründeten SS-Junkerschulen zur Ausbildung der Führungskader der Truppe, wobei sie aber ein unterschiedliches Konzept verfolgten. Während Hausser diealte Schuleder Preußen-Militärs in die SS-VT übernehmen wollte, hatte Steiner sich nach Kriegserfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg für das damals revolutionäre Konzept der Kampfführung von kleinen Gruppen aus entschieden (vgl. Stoßtrupp). In eine ähnliche Richtung dachte auch Cassius Freiherr von Montigny, der Ende 1936 zu Steiner stieß und vorher im KZ Dachau für die Ausbildung der SS-Totenkopfverbände zuständig war. Trotz seines Zerwürfnisses mit Theodor Eicke, das von Montigny zur Junkerschule Tölz vertrieb, kehrte er im Oktober/November 1939 nach Dachau zurück. Eicke benötigte nun im Rahmen seiner Divisionsaufstellung die ihm »verhassten« alten Berufsmilitärs. Von Ende 1939 bis 1940 war Cassius Freiherr von Montigny als Chef des Stabes in der SS-Division Totenkopf eingesetzt.

Die Divisionen der Waffen-SS waren äußerlich denen der Wehrmacht ähnlich, besaßen jedoch einige Unterschiede und waren sehr oft von größerer Personal- und Ausrüstungsstärke und entsprechend wesentlich größerer Schlagkraft.

SS-Infanterie-Divisionen:
Diese enthielten im Gegensatz zur Wehrmacht zusätzlich ein Flak- und ein Nachschub-Bataillon.
SS-Gebirgs-Divisionen:
Die Gebirgstruppen der Waffen-SS enthielten in einer Division auch eine Panzer- oder Sturmgeschütz-Kompanie, ebenso ein Flak- und ein Nachschub-Bataillon.
SS-Panzergrenadier-Divisionen:
Obwohl sich die Gliederung dieser Einheiten motorisierter Infanterie an denen der Wehrmacht orientierte, waren sie mit 15 anstatt 14 Kompanien und einem Maschinengewehr-, Flak- und Nachschub-Bataillon wesentlich stärker, als vergleichbare Heeresverbände. Im Vorfeld des Unternehmens Zitadelle wurden die drei SS-Panzergrenadier-Divisionen bevorzugt mit neuen Panzern ausgestattet, so dass sie tatsächlich mehr Panzer hatten, als die Panzer-Divisionen des Heeres.
SS-Panzer-Divisionen:
Diese hatten im Vergleich zur Wehrmacht 15 anstatt 10 Panzergrenadier-Kompanien; die Panzer-Regimenter waren größer und beinhalteten zusätzlich ein Pionier-Bataillon, zwei Brückenleger-Kompanien, Flak-Bataillon, Nachschub-Bataillon und ein Mörser-Bataillon. Später, um 1944, auch oft zusätzlich ein Werfer-Bataillon (vorwiegend mit dem Raketenwerfer Typ „Nebelwerfer” ausgerüstet, gezogen oder auf Halbkettenfahrzeugen montiert). Die innerhalb der Panzerdivisionen selbständigen „schweren Panzer-Abteilungen” der Waffen-SS hatten angesichts ihrer Organisation und der Ausstattung mit den berühmten Panzern Tiger und Königstiger die schlagkräftigsten Panzereinheiten des Krieges.
SS-Kavallerie-Divisionen:
Bestand aus zwei motorisierten Kavallerie-Brigaden mit einer kleineren Artillerie-Einheit und einer Panzer-Bergungs- und Reparatureinheit. Daneben gab es die üblichen Unterstützungsbataillone und wiederum ein Flak- und ein Nachschub-Bataillon.
SS-Fallschirmjägerbataillon 500:
Luftlandetruppe der Waffen-SS. Am häufigsten zu Geheimoperationen herangezogen.
SS-Sonderverbände/SS-Jagdverbände:
Diese Einheiten dienten Aufklärungs-, Sabotage- und Geheimaktionen. Sie wurden im Oktober 1944 aus den ehemaligen SS-Jägerbataillonen und Einheiten der Division Brandenburg der Wehrmacht gebildet. Diese Spezialeinheiten gehörten zu denen, die von Otto Skorzeny bei seinen geheimen Operationen befehligt wurden. Oftmals waren hier auch Elemente aus dem SS-Fallschirmjägerbataillon 500 enthalten.
Die entscheidenden Unterschiede zu den Divisionen der Wehrmacht können so zusammengefasst werden:

Jede Feld-Division der Waffen-SS hatte ihre eigenen Flak- und Nachschubbataillone.
Jede Gebirgs-Division hatte entweder eine Panzer- oder Sturmgeschütz-Einheit.
Jede Panzer-Division hatte ihre eigene Werfer-Einheit.
Alle Divisionen hatten mehr Infanterietruppen.

Uniformen der SS-Verfügungstruppe.
Unterschiede zwischen den Uniformen der Waffen-SS und der Wehrmacht
Die Uniformen der Waffen-SS unterschieden sich wenig von denen der Wehrmacht, da die deutschen Uniformen einheitlich geschnitten waren und die Waffen-SS bzw. die Verfügungstruppe ihre ersten feldgrauen Uniformen aus Beständen der Wehrmacht erhalten hatten und diese für den SS-Gebrauch abgeändert wurden.


Unterschiede des Kragens und Anwendung der Kragenspiegel
Während der Heeressoldat einen dunkelgrünen Kragen trug, war bei der Waffen-SS ein feldgrauer vorgeschrieben, obwohl auch Fotos bekannt sind, auf denen Soldaten der Waffen-SS ebenfalls einen dunkelgrünen oder auch einen schwarzen Kragen aufwiesen. In der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg trugen die Angehörigen der Leibstandarte auf der rechten Kragenseite einen Spiegel, der die beiden Sigrunen (SS) zeigte. Die Regimenter »Deutschland«, »Germania« und »Der Führer« trugen die Sigrunen mit den jeweiligen Standartennummern (SS1, SS2 und SS3). Besondere Kragenspiegel trugen auch die Angehörigen des SS-Pionierbataillons, der SS-Nachrichten-Abteilung und den Junkerschulen Bad Tölz und Braunschweig (der Bildband »Wenn alle Brüder schweigen. Grosser Bildband über die Waffen-SS« [ISBN 3-921242-21-5], S. 586, zeigt anschaulich die verschiedenen Kragenspiegel). Auf dem linken Kragen wurde bis zum Dienstgrad »Obersturmbannführer« der jeweilige Dienstgrad angezeigt. Bereits im März 1938 war es den Mitgliedern der Regimenter »Leibstandarte«, »Deutschland« und »Germania« erlaubt worden, ihre SS-Schulterstücke mit denen des Heeres zu tauschen. Dadurch wurde der linke Kragenspiegel im Grunde überflüssig, da nun die Schulterstücke den Dienstgrad zeigten. Dadurch kam es beim Kriegsausbruch zu zahlreichen Kuriositäten:

Mit Kriegsausbruch trugen die Soldaten der SS-Division Totenkopf anfänglich das Totenkopfabzeichen auf beiden Kragenseiten, während die Leibstandarte-SS Adolf Hitler die Sig-Runen beidseitig trug. Soldaten der SS-Verfügungsdivision hingegen entfernten die Kragenspiegel. Ab dem 10. Mai 1940 wurde endgültig für die Waffen-SS festgelegt, dass auf dem rechten Kragenspiegel für Soldaten der Leibstandarte und der Verfügungsdivision allein die Sig-Runen und auf dem linken ausschließlich die parteiamtlichen Dienstgradabzeichen der SS zu tragen sei; Ausnahme bildete nur die Totenkopf-Division, die anstelle der Sig-Runen weiterhin nur das Totenkopfabzeichen tragen durfte. Die alten Vorkriegskragenspiegel, die die SS-Runen und den Totenkopf in Verbindung mit Zahlen, Buchstaben und Symbolen zeigten, waren laut dem SS-Befehlsblatt vom 10. Mai 1940, ab diesem Zeitpunkt aus »Geheimhaltungsgründen« verboten und durch die heute bekannten Standardabzeichen ersetzt worden.


Tragweise des »Hoheitszeichen des Deutschen Reiches« und Motto der Koppelschlösser
Der Heeressoldat der Wehrmacht trug das „Hoheitszeichen des Deutschen Reiches” auf der rechten Brustseite, während der Soldat der Waffen-SS dieses seit 1940 verbindlich auf dem linken Oberarm trug. Auf dem Koppelschloss des Wehrmachtssoldaten war das preußische MottoGott mit unszu lesen, auf dem des Waffen-SS-Mannes standMeine Ehre heißt Treue”, dieses Motto wurde 1932 auf den Koppelschlössern der Allgemeinen SS und ihrer Nebenverbänden (SS-Verfügungstruppe und SS-Totenkopfverbände) eingeführt. Es geht auf ein Zitat Adolf Hitlers zurück, der auf einer Parteiversammlung des Jahres 1931 – nachdem Einheiten der Berliner SA unter Stennes versucht hatten, die Berliner Gauleitung zu stürmen und dort von einer Handvoll SS-Leuten aufgehalten wurdenseinen SS-Männern:„... SS-Mann, deine Ehre heißt Treue!” zugerufen hatte.


Verwendung der Waffen-Farben und anderer SS-fremder Abzeichen
Seit Mai 1940 war es den Soldaten verboten, an den Uniformen die Waffenfarben des Heeres zu tragen; als einheitliche „Waffenfarbe der SSwar durch Verfügung Heinrich Himmlers die Farbe Weiß bestimmt worden, die neben derzweiten Waffenfarbe” der Waffen-SS (Schwarz) getragen werden sollte. Damit wären die Farben der Allgemeinen SS, Schwarz-Weiß, auch in den Uniformen der Waffen-SS wieder aufgetaucht. Aber diese Vorschrift wurde von den Angehörigen der Waffen-SS überwiegend nicht eingehalten, da sich diese vielmals Uniformteile der Wehrmacht anschaffen mussten, die dann durch Heeresschneider oder private Schneider für denSS-Gebrauch” abgeändert wurden. So trugen viele Soldaten der Waffen-SS den Brustadler der Wehrmacht als Ärmeladler, oder sie trugen an den Mützen Hoheitsabzeichen der SA oder anderer Organisationen der NSDAP, da die parteiamtliche „Reichszeugmeisterei der NSDAPzur Materialversorgung ihrer Mitglieder wie der SS-Kleiderkasse nicht in der Lage war.


Verwendung von »Sonderbekleidung« (Tarnkleidung)
Erste Muster einer Tarnbekleidung wurden bei der SS-Verfügungstruppe (Regiment »Deutschland«) bereits im Dezember 1937 erprobt und im Januar 1938 verbindlich eingeführt. So sind z. B. Bilder des Regimentes »Deutschland« bekannt, die dieses 1938 in Munsterlager während eines Manövers komplett in Tarnbekleidung zeigen (Herbert Walther: »Divisionen der Waffen-SS im Einsatz« [ISBN 3-7909-0260-8], S. 10). Bereits 1939 waren die meisten Einheiten der Waffen-SS mit diesen Tarnuniformen ausgerüstet, die sich deutlich von den erst 1942/43 eingeführten Tarnuniformen der Wehrmacht unterschieden.


Dienstgrade der Waffen-SS
Die Allgemeine SS war ursprünglich eine Untergruppierung der SA gewesen und benutzte dementsprechend weitestgehend die SA-Dienstgradbezeichnungen. Eine Tabelle mit allen Dienstgraden der Organisationen der NSDAP siehe unter: Organisationsstruktur der SS.

Angehörige der Waffen-SS trugen zunächst die Dienstgradbezeichnungen der Allgemeinen SS, oft mit dem Zusatz: der Reserve. Mit der Aufstellung von Verbände aus Nichtdeutschen wurde die Bezeichnung SS- durch Waffen- ersetzt. Z.T. führten die nationalen Verbände andere Rangbezeichnungen, die sich an der militärischen Tradition ihrer Herkunftsländer orientierte, z.B. in der 29. Waffen-Grenadier-Division der SS (italienische Nr. 1) wurden die italienischen Ränge geführt.


Die Waffen-SS-Ränge und die entsprechenden Heeresränge
Tabelle der Dienstgrade der Waffen-SS mit Gegenüberstellung der Dienstgrade der Wehrmacht Waffen-SS Wehrmacht (Heer)
SS-Schütze, -Grenadier, - Kanonier, -Funker ...
(je nach Waffengattung) Soldat, Schütze, Grenadier, Kanonier, Funker ...
(je nach Waffengattung)
SS-Obersoldat -Oberschütze ... (usw., wie vor) Obersoldat, Oberschütze ... (usw., wie vor)
SS-Sturmmann Gefreiter
SS-Rottenführer Obergefreiter
keine Entsprechung in der Waffen-SS Hauptgefreiter
keine Entsprechung in der Waffen-SS Stabsgefreiter
SS-Unterscharführer Unteroffizier
SS-Scharführer Unterfeldwebel
SS-Standartenjunker Fähnrich
SS-Standartenoberjunker Oberfähnrich
SS-Oberscharführer Feldwebel
SS-Hauptscharführer Oberfeldwebel
SS-Stabsscharführer Hauptfeldwebel
SS-Sturmscharführer Stabsfeldwebel
keine Entsprechung in der Waffen-SS Stabsoberfeldwebel
SS-Untersturmführer Leutnant
SS-Obersturmführer Oberleutnant
SS-Hauptsturmführer Hauptmann
SS-Sturmbannführer Major
SS-Obersturmbannführer Oberstleutnant
SS-Standartenführer Oberst
SS-Oberführer keine Entsprechung in der Wehrmacht
SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS/Polizei Generalmajor
SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS/Polizei Generalleutnant
SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS General der Infanterie usw.
SS-Oberstgruppenführer und Generaloberst der Waffen-SS Generaloberst
Reichsführer-SS Generalfeldmarschall


Divisionen der Waffen-SS

Überblick
Folgende Divisionen der Waffen-SS wurden bis Mai 1945 aufgestellt:

1. SS-Panzer-Division „Leibstandarte SS Adolf Hitler” (LSSAH)
2. SS-Panzer-DivisionDas Reich
3. SS-Panzer-DivisionTotenkopf” (aus SS-Totenkopf-Verbänden gebildet)
4. SS-Polizei-Panzergrenadier-Division
5. SS-Panzer-Division „Wiking“
6. SS-Gebirgs-DivisionNord
7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-DivisionPrinz Eugen
8. SS-Kavallerie-DivisionFlorian Geyer
9. SS-Panzer-Division „Hohenstaufen”
10. SS-Panzer-Division „Frundsberg”
11. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division „Nordland” (auch „Nordwind” genannt)
12. SS-Panzer-DivisionHitlerjugend
13. Waffen-Gebirgs-Division der SSHandžar” (kroatische Nr. 1) (siehe auch Hadsch Amin)
14. Waffen-Grenadier-Division der SS (galizische Nr. 1), später (ukrainische Nr. 1)
15. Waffen-Grenadier-Division der SS (lettische Nr. 1)
16. SS-Panzergrenadier-Division „Reichsführer SS
17. SS-Panzergrenadier-DivisionGötz von Berlichingen
18. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-DivisionHorst Wessel”
19. Waffen-Grenadier-Division der SS (lettische Nr. 2)
20. Waffen-Grenadier-Division der SS (estnische Nr. 1)
21. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Skanderbeg” (albanische Nr. 1)
22. SS-Freiwilligen-Kavallerie-DivisionMaria Theresia”, (bestand zum Großteil ungarischen Volksdeutschen)
23. Waffen-Gebirgs-Division der SSKama” (kroatische Nr. 2), (frühzeitig wieder aufgelöst)
23. SS-Freiwilligen-Panzer-Grenadier-Division „Nederland” (niederländische Nr. 1)
24. Waffen-Gebirgs-(Karstjäger-)Division der SS, (italienisch-österreichisch-slowenische Provenienz)
25. Waffen-Grenadier-Division der SS „Hunyadi” (ungarische Nr. 1)
26. Waffen-Grenadier-Division der SS (ungarische Nr. 2), auch unter den Ehrennamen Gömbös bzw. Hungaria bekannt
27. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division „Langemarck” (flämische Nr. 1)
28. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-DivisionWallonien” (wallonische Nr. 1), auch: „Wallonie”
29. Waffen-Grenadier-Division der SS „RONA” (russische Nr. 1), (aufgelöst im November 1944)
29. Waffen-Grenadier-Division der SSItalia” (italienische Nr. 1), (auchLegione SS Italiana” genannt)
30. Waffen-Grenadier-Division der SS (russische Nr. 2), (frühzeitig wieder aufgelöst)
30. Waffen-Grenadier-Division der SS (weißruthenische Nr. 1)
31. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division, (wird oft auch mit dem Ehrennamen „Böhmen und Mährengeführt)
32. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division30. Januar”, (inklusive 32. SS-Regiment „Kurmark”)
33. Waffen-Kavallerie-Division der SS (ungarische Nr. 3), (Anfang 1945 in Budapest vernichtet)
33. Waffen-Grenadier-Division der SS „Charlemagne” (französische Nr. 1)
34. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division „Landstorm Nederland” (niederländische Nr. 2)
35. SS- und Polizei-Grenadier-Division
36. Waffen-Grenadier-Division der SS (aus der SS-Sturmbrigade Dirlewanger hervorgegangen)
37. SS-Freiwilligen-Kavallerie-Division „Lützow”
38. SS-Grenadier-DivisionNibelungen


Bewertung
Seit dem 22. Oktober 1944 erhielten die SS-Einheiten fortlaufende Nummern. Insgesamt wurden 38 Divisionsnummern vergeben. Dies bedeutet aber nicht, dass die Waffen-SS zu irgendeinem Zeitpunkt über 38 Divisionen verfügte oder diese Divisionen voll einsatzbereit waren und im aktiven Kampf eingesetzt werden konnten. Insbesondere die Verbände ab der Nummer 21 waren aufgrund ihrer Aufstellung überwiegend im letzten Kriegsjahr lediglich dem Namen nach Divisionen und konnten meist ihre Aufstellung nicht abschließen, bevor sie bereits wieder aufgelöst wurden, um andere Verbände zu verstärken oder im Kampf vernichtet wurden. Auch unterschied sich der Kampfwert der Divisionen, so der Historiker George H. Stein, nach dem Anteil der Volks- und Nichtdeutschen. Nach Burkart Müller-Hillebrandt waren außerdem nie mehr als 22 Divisionen der Waffen-SS im Einsatz.

Anhand der vergebenen Divisionsnummern und Namen lässt sich folgendes identifizieren:

7 Panzer-Divisionen
8 Panzer-Grenadier-Divisionen
4 Kavallerie-Divisionen
6 Gebirgs- und Waffen-Gebirgs-Divisionen
5 Grenadier-Divisionen und
12 Waffen-Grenadier-Divisionen
Es wurden noch sieben Divisionen zur Aufstellung vorgesehen und die Namen dafür zugeteilt, jedoch konnten diese Einheiten aufgrund der sich überschlagenden Ereignisse bzw. der Kapitulation Anfang Mai 1945 letztlich nicht mehr aufgestellt werden:

39. SS-Gebirgsdivision „Andreas Hofer
40. SS-Freiwilligen-Panzerdivision „Feldherrnhalle” (ex Pz.-Gr.-Div. FHH und ex 13. Pz.-Div. der Wehrmacht)
41. Waffen-Grenadier-Division der SS „Kalewala” (Der Name war 1943 schon einmal für ein deutsch-finnisches Panzergrenadierregiment in der 5. SS-Division Wiking vorgesehen gewesen, das dann aber wegen politischer Rücksichtnahme nicht aufgestellt worden ist.)
42. SS-DivisionNiedersachsen
43. SS-Division „Reichsmarschall”
44. SS-DivisionWallenstein
45. SS-DivisionWaräger” (Der Name wurde zeitweise bereits für die 11. SS-Division Nordland verwendet.)

Unterscheidung zwischen SS-Divisionen und Waffen-Divisionen der SS
DieWaffen-Grenadier-Divisionen” undWaffen-Gebirgs-Divisionen” bestanden hauptsächlich aus Nichtdeutschen bzw. Freiwilligen nichtgermanischer Abstammung, diese Bezeichnung wurde von Heinrich Himmler zur Unterscheidung von den aus »germanischem« Personal bestehenden Divisionen eingeführt. Die Verbände, die vorwiegend aus Nichtdeutschen bestanden, wurden auch alsLegionenbezeichnet und ihre Angehörigen (häufig in ihren Heimatländern) oft als Legionäre oder SS-Legionäre.

DieFreiwilligen“-Divisionen bestanden überwiegend aus Volksdeutschen, die oft alles andere als freiwillig in der Waffen-SS dienten. Dementsprechend wurde ihr Kampfwert als gering angesehen. Darüberhinaus erreichten die meisten der seit 1944 aufgestellten Divisionen (ab der 18.) niemals ihre Sollstärke und kämpften, wenn überhaupt, als Kampfgruppen im Rahmen größerer Verbände. Auch wurden, vor allem im Frühjahr 1945, SS-Divisionen verstärkt mit Verbänden der Wehrmacht aufgefüllt, wie etwa im Fall der 36. Waffen-Grenadier-Division der SS.

Zahlreiche Divisionen wurden vorzeitig aufgelöst bzw. im Kampf zerschlagen. Ihre Nummern wurden an neugebildete Divisionen weitervergeben. Die 23. Waffen-Gebirgs-Division der SSKama” (kroatische Nr. 2) wurde aus Personalmangel vorzeitig aufgelöst. Die 29. Waffen-Grenadier-Division der SS „RONA“ (russische Nr. 1) unter Waffen-Brigadeführer Bronislaw Kaminski, die aus der berüchtigten Kaminski-Brigade hervorgegangen war, wurde im November 1944 wegen entsetzlicher Verbrechen, barbarischem Verhalten und wilden Plünderungen bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstands aufgelöst. Diese Division bestand nur wenige Monate, wobei nicht alle Elemente davon zur Niederschlagung des Warschauer Aufstands entsandt wurden. Die 30. Waffen-Grenadier-Division wurde wegen Unzuverlässigkeit des Personals früh wieder aufgelöst und unter der neuen 30. Waffen-Grenadier-Division (weißruthenische Nr. 1) sowie der Wlassow-Armee aufgeteilt.

Am 12. Februar 1945 wurden beim Fall von Budapest drei SS-Divisionen (8., 22, und 33.) vernichtet. Einige Divisionen u.a. auch die Leibstandarte, Das Reich, Totenkopf und Hitlerjugend wurden, zum Teil mehrmals, fast vollständig vernichtet, bevor sie aus Ersatzeinheiten neu aufgestellt wurden.

Die meisten der im Frühjahr 1945 aufgestellten Divisionen wurden nicht als geschlossene Verbände eingesetzt, sondern waren zusammengewürfelte Haufen aus Teilen aktiver Divisionen, rückwärtigen Diensten der Waffen-SS und hastig aufgestellten „Freiwilligen“-Formationen.


Ausländische Freiwillige der Waffen-SS

Bosnische Soldaten der Waffen-SS.Siehe Hauptartikel: Ausländische Freiwillige der Waffen-SS

Daneben gab es noch einige kleinere Verbände der Waffen-SS, die zum Einsatz kamen, jedoch keine Divisionsstärke hatten (nur etwa die obere Hälfte der Divisionen bis zur 20. hatten tatsächlich diese Größe):

SS-Kosaken-Kavalleriekorps (bestehend aus 1. und 2. Kosaken-Kavallerie-Division der SS) (ex Wehrmacht)
13. Waffen-Gebirgs-Division der SS „Handschar“ (kroatische Nr. 1)
Waffen-Grenadierregiment der SS (rumänisches Nr. 1)
Waffen-Grenadierregiment der SS (rumänisches Nr. 2)
Panzer-Zerstörerbrigade (bulgarische Nr. 1)
Osttürkischer Waffenverband der SS (hauptsächlich Kalmücken – Einsatz gegen Partisanen)
Kaukasischer Waffenverband der SS (Einsatz gegen Partisanen)
Serbisches Freiwilligenkorps SS (Srpski Dobrovoljački Korpus)
101. und 102. SS-Freiwilligenkompanie (spanische) (bildeten eine kleine spanische Legion an der Ostfront)
Freikorps SS Danmark (Frikorps Danmark)
Norwegisches SS Ski-Jäger-Bataillon
Finnisches Freiwilligen-Bataillon der Waffen-SS (auch SS-Freiwilligen-Bataillon Nordost; kämpfte zeitweise mit der Panzer-Division Wiking)
Indische Freiwilligenlegion der SS (wenige Einsätze am Atlantikwall und in der Normandie 1944)
Britisches Freikorps SS (British Free Corps, Freecorps, St. Georgs-Legion)

Besonderheiten der ungarischen Waffen-SS-Einheiten
Der Dienst ungarischer Staatsangehöriger in der Waffen-SS wurde durch den Vertrag mit der ungarischen Marionetten-Regierung des Ferenc Szalasi vom 14. April 1944 geregelt, der den Dienst in der Waffen-SS mit dem Wehrdienst in der regulären ungarischen Armee gleichstellte.


Nichtkämpfende Einheiten der Waffen-SS
Neben den an der Front eingesetzten Einheiten und Verbänden gab es auch noch einige kleinere, die der Waffen-SS unterstellt waren, jedoch spezielle Aufgaben erfüllten und nicht kämpften:

SS-Bahnschutz (Bahn-Polizei-Einheiten zum Schutz von Reichsbahn und allen Bahnanlagen)
SS-Postschutz (Einheiten zum Schutz der Reichspost, meistens Postbeamte unter Oberaufsicht der Waffen-SS)
SS-Begleitkommando (Hitlers persönliches Eskort-Bataillon)
Begleitbataillon Reichsführer SS (Himmlers Eskort-Bataillon)
SS-Flakabteilung B (SS-Flak-Einheit zum Schutz von Hitlers Berghof in Berchtesgaden gegen Luftangriffe)
SS-Standarte Kurt Eggers (Oberorganisation aller SS-Kriegsberichter-Einheiten, die jeder Division zugeordnet waren)

Ärmelband der SS-Standarte Kurt Eggers zur Unterscheidung von DivisionsangehörigenSS-Wehrgeologenbataillon (Militärgeologen, die, je nach Bedarf, an die Einheiten angeschlossen wurden)
SS-Röntgensturmbann (spezielles Bataillon, dem alle Röntgen-Techniker unterstanden)

Besondere Problematik
Die Soldaten der Waffen-SSSoldaten wie andere auchzu nennen, ist wegen der besonderen verfassungsmäßigen Stellung dieser Truppe, wegen ihrer nationalsozialistischen Programmatik und über die bloße Landesverteidigung hinaus weisende Gewaltfunktion nicht angebracht. Zudem weisen die Biographien der in der Waffen-SS tätigen Führer diese nur allzu oft alspolitische Kämpferaus. Allerdings gab es auch Soldaten, die sich nicht freiwillig für den Dienst in der Truppe gemeldet hatten. Durch die hohen Verluste an der Front wurde das Prinzip der Freiwilligkeit schließlich ganz aufgegeben. Das SS-Führungshauptamt konnte sich gegen die Wehrmachtsführung durchsetzen und in bestimmten Gebieten Rekruten einziehen. Nachdem Heinrich Himmler infolge des Attentats vom 20. Juli 1944 Chef des Ersatzheeres geworden war, konnte jeder Wehrpflichtige zur Waffen-SS eingezogen werden; dsvon betroffen war insbesondere der Geburtsjahrgang 1927. Die akute Personalnot an ausgebildeten Fachleuten führte auch dazu, dass Generalstabsoffiziere oder Generäle des Heeres auf Generalstabsdienstposten in den SS-Divisionen versetzt wurden, um dort ihren Dienst zu verrichten. Vom Heerespersonalamt wurden sie weiterhin als Offiziere des Heeres geführt.

Uniformen und Embleme der Waffen-SS üben eine besondere Faszination in der rechtsextremen Szene aus. Die Bundesregierung verwies 2002 in ihrem gescheiterten Verbotsantrag gegen die NPD unter anderem auf deren Vorliebe für „Formensprache, Begriffe und Kennzeichen der NSDAP sowie ihrer Nebenorganisationen, insbesondere der Waffen-SS”.


Verbrechen der Waffen-SS
Die Waffen-SS hatte im Krieg den Ruf, rücksichtslos gegenüber Gefangenen und der Zivilbevölkerung zu sein. Insbesondere aus den Reihen von Freiwilligen- und Waffen-Divisionen wurden bei der Partisanenbekämpfung brutale Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung begangen. Dies war sicher auch durch die ideologische Ausrichtung der Führungsspitze und der verantwortlichen Truppenführer begründet.


Einige Verbrechen von Einheiten der Waffen-SS
Im Mai 1940 eroberte das motorisierte SS-Infanterieregiment „Leibstandarte Adolf Hitlerdie Ortschaft Wormhoudt in Nordfrankreich. Mindestens 45 gefangene britische Soldaten wurden von Angehörigen der „Leibstandarte” erschossen.
Einen Tag nach der alliierten Landung in der Normandie, am 7. Juni 1944, erschossen Soldaten der SS-Panzerdivision „Hitler-Jugendetwa hundert kanadische Kriegsgefangene und fuhren mit Panzern über deren Leichen.
Untrennbar mit der Waffen-SS verbunden ist das Massaker in Oradour-sur-Glane, wo eine Kompanie der 2. SS-Panzerdivision „Das Reicham 10. Juni 1944 642 Menschen, darunter auch 245 Frauen und 207 Kinder, erschossen oder mit ihren Häusern bei lebendigem Leibe verbrannt hat.
Bei Malmedy kam es 1944 zu einem weiteren Kriegsverbrechen, als Soldaten der Waffen-SS etwa 70 US-Soldaten erschossen, die sich bereits ergeben hatten.
Am 20. April 2004 begann in La Spezia, Italien, der Prozess gegen die Waffen-SS-Offiziere Gerhard Sommer, Ludwig Sonntag und Alfred Schönenberg wegen eines Massakers am 12. August 1944 in Sant'Anna di Stazzema bei Lucca in der Toskana, bei dem 560 Zivilisten ermordet wurden, darunter 142 Kinder. Im Juni 2005 wurden Sommer und neun Soldaten seiner Einheit in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt, mit dem Ziel einer Anklage in Deutschland.
Am 8. Juli 2004 begann in La Spezia, Italien, der Prozess gegen Waffen-SS-Offizier Hermann Langer wegen eines Massakers im toskanischen Kloster Farneta bei Lucca am 2. September 1944, bei dem 60 Zivilisten ermordet wurden. Er wurde jedoch 60 Jahre nach der Tat, am 10. Dezember 2004, in Abwesenheit aus Mangel an Beweisen freigesprochen.
Viele Verbrechen blieben bis heute ungesühnt, da eine Anklage gegen die Verantwortlichen aus Rücksicht auf die NATO-Partner entweder jahrzehntelang verschleppt wurde oder gar nicht stattfand.


SS-Obersturmführer der Waffen-SS und KZ-Arzt Fritz Klein in einem Massengrab im KZ Bergen-Belsen. Er war z. B. an Selektionen und Massenmorden im KZ Bergen-Belsen und neben SS-Hauptsturmführer Josef Mengele im KZ Auschwitz beteiligt. 1945 von Großbritannien verhaftet, wurde er zum Tode verurteilt.Darüber hinaus wurde auch zwischen den Feldeinheiten der SS-Divisionen und den SS-Einsatzgruppen, die hinter der Front in großem Maßstab Massaker an Juden begingen, sowie den ebenfalls zur Waffen-SS zählenden Wachmannschaften der Konzentrationslager Personal ausgetauscht. Im Kiewer Vorort Babi Jar ermordeten Einsatzgruppen der Waffen-SS- und der SS nach dem Einmarsch in Kiew am 29./30. September 1941 etwa 33.000 Menschen.

In wenigen Fällen wurden Offiziere der Waffen-SS wegen ihrer Verbrechen verhaftet und auch verurteilt, so z.B. Waffen-Brigadeführer Bronislaw Kaminski, der zusammen mit einigen seiner Offiziere der 29. Waffen-Grenadier-Division der SS „RONA” (russische Nr. 1) wegen der brutalen Plünderungen in Warschau 1944 verurteilt und sofort danach durch Erschießung hingerichtet wurde. Andere Quellen sprechen davon, dass Kaminski wegen zu weitgehender Forderungen gegenüber der SS-Führung hingerichtet wurde. Für diese These spricht, dass der Führer der Waffen-Grenadier-Division der SSDirlewanger”, Dr. Oskar Dirlewanger, für den gleichen Einsatz das Ritterkreuz erhielt. Beide Einheiten sind für ihre besonders harte und grausame Kriegsführung bekannt.

Kämpfer der Waffen-SS haben in den letzten Kriegstagen eine Vielzahl von deutschen Soldaten und Zivilisten wegenWehrkraftzersetzungoder Desertion hingerichtet.

In den Nürnberger Prozessen 1946 erklärte der Internationale Militärgerichtshof nicht nur die Allgemeine SS, sondern ausdrücklich auch die Waffen-SS als untrennbaren Teil der Gesamt-SS wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur verbrecherischen Organisation.


Waffen-SS und Einsatzgruppen
Nach dem Überfall auf die Sowjetunion wurden von sogenannten Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD Massenmorde an Zivilisten und Kriegsgefangenen begangen. Die Einsatzgruppen A, B, C und D umfassten je zwischen 500 und 1000 Mann. Die Einsatzgruppe A setzte sich aus 990 Mann, darunter 133 Mann der Ordnungspolizei und 340 Mann der Waffen-SS, zusammen. Allein am 29. August 1941 erschossen sie in Utena und Moletai 582 Männer, 1731 Frauen und 1469 Kinder jüdischer Herkunft. Bis November 1941 hatte diese Einsatzgruppe allein 136.421 JudenMänner, Frauen und Kindererschossen, wie später aufgefundene „Einsatzberichte”, die gerichtlich verwendet wurden, ausweisen.


Verluste

Toter Soldat der Waffen-SS in Nordfrankreich.In der Literatur wurde schon zu Kriegszeiten der Mythos vom »Opfergang der Waffen-SS« gepflegt.

In den ersten Kriegsjahren fehlten in den Großverbänden der Waffen-SS ausgebildete Generalstabsoffiziere, so dass oft ohne ausreichende Beurteilung der Lage und ohne Rücksicht auf Verluste angegriffen wurde. Zudem bestand nicht nur der Ehrgeiz, von der skeptischen Wehrmachtsführung als gleichwertige Kampftruppe anerkannt zu werden, sondern auch der, den eigenen Elite-Anspruch zu bestätigen.

Die Waffen-SS errang teils sensationelle militärische Erfolge und erwarb sich den Ruf, im Kampf unschlagbar zu sein. Das aber ging freilich mit teilweise hohen Verlusten einher, und im weiteren Verlauf des Krieges wurde es zudem immer schwieriger, die Verluste durch Soldaten von ebensolch hoher Qualität zu ersetzen.

Der Kriegsverlauf und die vielen neuaufgestellten Verbände minderten den Kampfwert stetig. Zwar gab es mehr gut ausgebildete Stabsoffiziere und die Führung war taktisch besser und umsichtiger als zu Kriegsbeginn. Aber die Aufgabe der Freiwilligkeit, die Lockerung der Aufnahmekriterien und schließlich das legalisierte Einziehen neuer Rekruten senkten die Kampfmoral der Mannschaften und der Unterführer nachhaltig.

Das auch heute noch geltende Prinzip derFührung von vornließ die Verluste an Offizieren hochschnellen. Häufig wurde versucht, fehlende Erfahrung mit Tollkühnheit und Todesverachtung auszugleichen. Im Laufe des Krieges ging mit den hohen Verlusten an Führern auch eine Straffung der Offiziersausbildung einher, was sich wiederum negativ auf die Truppenführung auf Zug- und Kompanieebene auswirkte. Zudem erfolgte, auf Himmlers Betreiben, ein reger Führeraustausch zwischen Fronttruppe, SS-Ämtern, Ausbildungseinheiten und Konzentrationslagern. So kam es vor, dass gegen Kriegsende SS-Offiziere aus aufgelösten KZs in die Fronttruppe versetzt wurden (nachdem schon früher der Einsatz der KZ-Wachmannschaften wegen schlechter Kampfleistungen eingestellt worden war) und aufgrund der fehlenden Kampferfahrung als taktische Führer vollkommen versagten.

Die deutsche Rüstungsindustrie konnte, trotz enormer Produktivitätssteigerung, den Bedarf der Fronttruppen nicht decken. Daher wurde hinsichtlich Verlässlichkeit und Kampfmoral priorisiert. Bevorzugt ausgerüstet wurden sämtliche Panzerdivisionen des Heeres, der Waffen-SS und der Luftwaffe (PzKorps HG), einige Panzergrenadier-Divisionen, wenige ausgesuchte Gebirgs- und Infanteriedivisionen sowie gegen Kriegsende die Volksgrenadierdivisionen. Diese bevorzugten Verbände standen dafür auch stets im Schwerpunkt der Kämpfe und hatten die Hauptlast und die größten Verluste zu ertragen. Im Laufe des Krieges verschlechterte sich die Materiallage jedoch derart, dass auch die besten Divisionen nicht mehr vollständig ausgerüstet werden konnten. Lediglich kurz vor der Ardennen-Offensive erreichten die beteiligten Verbände des Heeres und der Waffen-SS nochmals annähernd Sollbestand nach KStAn.

Etwa 50 % der SS-Divisionen erreichten niemals das Personal- und Ausstattungs-Soll. Die Bewaffnung der Grenadier-, Gebirgs- und Panzergrenadier-Divisionen mithohen Hausnummernwar oft unzureichend oder veraltet. Trotzdem sollten diese Verbände die gleichen Leistungen vollbringen wie die reichsdeutschen SS-Panzerdivisionen. Auch solche SS-Verbände wurden oft im Schwerpunkt eingesetzt, hatten hohe Verluste und konnten die Erwartungen der Korps- und Armeeführer natürlich nicht erfüllen. Als Beispiel sei hier der Einsatz der 18. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division in Oberschlesien genannt.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Verluste der Waffen-SS über die Dauer des Krieges hoch waren. Sei es wegen fehlender Erfahrung oder später wegen immer kürzerer Ausbildung und unzureichender Ausrüstung, verbunden mit weiterhin sehr hohen Erwartungen seitens der höheren Führung.

Eine schon vor Jahren vorgenommene Berechnung, die auf Angaben der Wehrmachtsauskunftsstelle beruhte, gelangte zu dem Ergebnis, dass die Kriegstotenzahl der Waffen-SS der des Heeres exakt entsprach – insgesamt gesehen. Dies schließt unverhältnismäßig hohe Verluste einzelner Einheiten oder Verbände nicht aus.

Overmans belegt die Vergleichbarkeit der Verlustraten von Waffen-SS-Verbänden und entsprechend gegliederten Heeresdivisionen im gleichen Zeitraum und am gleichen Ort und stellt fest, „dass die Verluste der Waffen-SS insgesamt nicht signifikant höher gewesen sind als diejenigen des Heeres”.


Übernahme von ehemaligen SS-Angehörigen in Bundeswehr und Nationale Volksarmee
Nach der Wiederbewaffnung blieb die neu gegründete Bundeswehr ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS, allerdings nur oberhalb des Dienstranges des Hauptsturmführers (entspricht dem Rang eines Hauptmannes), verschlossen. 1961 waren durch den Personalgutachterausschuss 159 ehemalige Waffen-SS-Offiziere, 330 Unteroffiziere und 210 Mannschaften nach Prüfung in das Dienstverhältnis eines Berufssoldaten oder eines Soldaten auf Zeit berufen worden.

Auch die Kasernierte Volkspolizei (KVP), aus der später die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR hervorging, nahm einzelne Wehrmachts- und SS-Angehörige auf, jedoch wesentlich weniger Personen und an weniger einflussreichen Positionen als in Bundeswehr und westdeutschen Behörden.


Traditionsverbände der Waffen-SS nach 1945
Die Veteranen der Waffen-SS schlossen sich zu einem Traditionsverband, der Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS (HIAG), zusammen, der bis in die 1970er Jahre erheblichen Einfluss im Netzwerk der Soldaten- und Traditionsverbände hatte, aber auch intensive Kontakte zu den Parteien der Bundesrepublik Deutschland pflegte. Erst in den 1980er Jahren erfolgte eine Distanzierung: CDU-Bundestagsabgeordnete beendeten ihre Mitarbeit, die SPD beschloss die Unvereinbarkeit. Der Bundesverband der HIAG, der wegen seiner Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen vom Verfassungsschutz beobachtet wurde, löste sich Ende 1992 auf. Bis heute bestehen Verbände aber weiterhin auf Landesebene. Auch die Zeitung des HIAG „Der Freiwillige”, die im rechtsextremen Munin-Verlag erscheint, wird noch herausgegeben. Hauptinhalt dieser Publikation ist die Darstellung der Waffen-SS als normale kämpfende Truppe und Militärnostalgie; daneben finden sich auch geschichtsrevisionistische Artikel, die nicht allein die Geschichte der Waffen-SS betreffen. Neben der HIAG gilt in Österreich dieKameradschaft IVals Interessen- und Traditionsverband der Waffen-SS. Diese Organisation richtet alljährlich das „Ulrichsberg-Treffenin Kärnten aus.


Bekannte Mitglieder der Waffen-SS
Otto Beisheim
Herbertus Bikker
Wilhelm Bittrich
Günther Blumentritt
Karl Brandt
Léon Degrelle
August Dieckmann
Sepp Dietrich
Theodor Eicke
Hermann Fegelein
Waldemar Fegelein
Joachim Fernau
Karl Genzken
Richard Glücks
Jürgen Girgensohn
Günter Grass
Ernst-Robert Grawitz
Heinz Harmel
PaulPapa” Hausser
August Heißmeyer
Werner Georg Haverbeck
Bernhard Heisig
Henrik Herse
Waldemar Hoven
Rudolf Höß
Hans Robert Jauß
Georg Keppler
Erich Kern
Fritz Klein
Hardy Krüger
Otto Kumm
Pietro Mannelli
Josef Mengele
Kurt Meyer
Joachim Mrugowsky
Günther Niethammer
Joachim Peiper
Hermann Priess
Erich Priebke
Karl-Heinz Priester
Sigmund Rascher
Alfons Rebane
Herbert Reinecker
Günter Samtlebe
Christian Frederik von Schalburg
Hanns-Martin Schleyer
Franz Schönhuber
Max Simon
Otto Skorzeny
Karl Heinz Spilker
Sylvester Stadler
Felix Steiner
Fritz Thyssen
Cassius Freiherr von Montigny
Karl von Treuenfeld
Otto Weidinger
Giselher Wirsing
TheodorTeddyWisch
Michael Wittmann
Siegfried Zoglmann



Literatur
H. Auerbach: Waffen-SS. In: W. Benz (Hrsg) Legenden, Lügen, Vorurteile. Ein Wörterbuch zur Zeitgeschichte, München 1992
Boog/Förster/Hoffmann/Klink/Müller/Ueberschär: Der Angriff auf die Sowjetunion, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt 1991, ISBN 3-59611-008-4
H.Boog/W.Rahn/R.Stumpf/B.Wegner: Die Welt im Krieg 1941–1943, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt 1992, ISBN 3-596-11699-6
H. Buchheim: Anatomie des SS-Staates, Düsseldorf 1967.
H. Höhne: Der Orden unter dem TotenkopfDie Geschichte der SS, Orbi Verlag, ISBN 3-57201-342-9
Eugen Kogon: Der SS-Staat. Das System der deutschen Konzentrationslager. 1946 (viele Neuauflagen)
Militärgeschichtliche Zeitschrift, Hg. Militärgeschichtliches Forschungsamt 61 (2002) Heft 2 ISSN 0026-3826
Militärgeschichtliche Mitteilungen, Hg. Militärgeschichtliches Forschungsamt, Heft 2, 1980.
Rüdiger Overmans: Deutsche militärische Verluste im Zweiten Weltkrieg, München 1999, ISBN 3-48656-332-7
George H.Stein.: Geschichte der Waffen-SS, Athenäum Droste 1978, ISBN 3-7610-7215-5
Bernd Wegner: Hitlers Politische Soldaten: Die Waffen-SS 19331945, 6. Aufl. Paderborn: Schöningh 1999, ISBN 3-50677-502-2
Peter Klein: Die Einsatzgruppen in der besetzten Sowjetunion 1941/42: die Tätigkeits- und Lageberichte des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD. Berlin: Ed. Hentrich 1997
Robert M. W. Kempner: SS im Kreuzverhör: die Elite, die Europa in Scherben schlug. Nördlingen: Greno 1987
Bundesverband der Soldaten der ehemaligen Waffen-SS e.V.: Wenn alle Brüder schweigen. Osnabrück und Coburg: Munin-Verlag 1971/2003, ISBN 3-921242-15-0
Thomas Casagrande Die Volksdeutsche SS-Division 'Prinz Eugen' – Die Banater Schwaben und die nationalsozialistischen Kriegsverbrechen Frankfurt/Main: Campus Verlag 2003, ISBN 3-593-37234-7
Cüppers, Martin Wegbereiter der Shoah. Die Waffen-SS, der Kommandostab Reichsführer-SS und die Judenvernichtung 19391945 Darmstadt, 2004 Reihe: Veröff. der Forschungsstelle Ludwigsburg der Univ. Stuttgart, Bd. 4


Truppenfahne (Waffen-SS)
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Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges waren die Einheiten der SS-Verfügungstruppe, die »Leibstandarte-SS Adolf Hitler«, die SS-Standarte »Germania«, die SS-Standarte »Deutschland«, sowie die SS-Standarte »Der Führer« mit Truppenstandarten ausgestattet. Im Verlauf des Krieges wurden auf Grund der allgemeinen Anordnung keine neuen Truppenfahnen mehr an militärische Einheiten, somit auch keine an SS-Einheiten ausgegeben. Ausnahmen für diese Regel waren lediglich Fahnen und Standarten für Einheiten der Waffen-SS und anderen Verbänden, die aus ausländischen Freiwilligen bestanden.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Einheiten der SS-Verfügungstruppe
1.1 »Leibstandarte SS Adolf Hitler«
1.2 Die SS-Standarten »Deutschland«, »Germania« und »Der Führer«
2 Ausländische Freiwilligen-Legionen der Waffen-SS
2.1 Die Wallonische Legion
2.2 Die Flämische Legion
2.3 Die Norwegische Legion
2.4 Die Finnische Legion
2.5 Die Dänische Legion
2.6 Die Estnische Legion
2.7 Die Lettische Legion
3 Direkt der Wehrmacht unterstellte ausländische Einheiten
3.1 Die Kroatische Legion
3.2 Die Indische Legion
3.3 Die Französische Legion
3.3.1 Regimentsfahnen
3.3.2 Bataillonsstandarten
3.3.3 Standarte für die Ecole des Cadres
3.4 Die Spanische Legion
4 Literatur
5 Siehe auch
6 Rechtshinweise



Einheiten der SS-Verfügungstruppe [Bearbeiten]
»Leibstandarte SS Adolf Hitler« [Bearbeiten]
Erstes Modell der LSSAH-Standarte
Zweites Modell der LSSAH-StandarteDie »Leibstandarte-SS Adolf Hitler«, kurz »LSSAH« oder auch »LAH«, war ein Adolf Hitler persönlich unterstellter Truppenverband. Bei Beginn des Zweiten Weltkrieges kämpfte die Leibstandarte als motorisiertes Infanterieregiment unter Heereskommando. Der Eingliederung in die Waffen-SS 1939 folgte der Ausbau zur Division (9. September 1942 SS-Panzergrenadierdivision; ab Februar 1944 SS-Panzerdivision).

Am 15. August 1938 wurde die „LSSAH“ als stehender militärischer Verband aufgestellt und im September mit den politischen Bereitschaften zurSS-Verfügungstruppe“ zusammengefasst. Der Leibstandarte wurde bereits im September 1933 während des Parteitags in Nürnberg eine Truppenstandarte überreicht, die der in der SS (und SA) allgemein üblichen Standartenform entsprach. Sie besaß eine Breite von 70 cm bei einer Höhe von 60 cm und war an drei Seiten mit einer schwarz, weiß und roten Einfassung aus Wollfäden verziert. Die Gesamthöhe der Standarte betrug 2,30 m. In der Namenskartusche befand sich der Name »Adolf Hitler«.

Am 7. September 1940 - nach der militärischen Niederlage Frankreichs - wurde der Leibstandarte eine neue Standartenversion präsentiert. Während einer Zeremonie im »Fort Alvensleben« in Metz überreichte der »Reichsführer SS« Heinrich Himmler die neue Standarte an Oberstgruppenführer Sepp Dietrich, den Kommandeur der Leibstandarte.

Die neue Standarte unterschied sich von der ersten Version vor allem durch die vergoldete Namenkartusche sowie ein verändertes Tuch. Dieses war nun von quadratischer Gestalt mit einer Seitenlänge von vermutlich 70 cm. Es bestand aus karminroter Seide. Im Zentrum der Standarte befand sich eine weiße Scheibe auf der ein schwarzes Hakenkreuz prangte. Sie war von einem Kranz aus goldfarbenen Eichenblättern umsäumt. In den vier Ecken befand sich je ein goldfarbener NSDAP-Parteiadler. Sämtliche Aufhängungen und Verzierungen waren goldfarben ausgeführt. Über das Aussehen der Rückseite ist nichts bekannt. Mit großer Wahrscheinlichkeit entsprach sie jedoch dem Muster der linken Seite der weiter unten beschriebenen Infanterie Bataillons-Fahne mit Eisernem Kreuz.

Gleichzeitig mit der Einführung einer neuen Regimentsstandarte erhielten die Infanterie-Einheiten der Leibstandarte eine besondere Bataillons-Fahne überreicht. Sie entsprach in ihren Abmessungen den allgemeinen Heeres-Bataillons-Fahnen und hatte eine Seitenlänge von 125 cm. Das Tuch entsprach in seinem Erscheinungsbild demjenigen der Regimentsstandarte. Auf der linken Seite prangte ein großes, schwarzes Eisernes Kreuz. In den vier Ecken war je ein goldfarbener NSDAP-Parteiadler zu sehen.

Die aus Aluminium bestehende Fahnenspitze war lanzenförmig ausgebildet und trug in ihrem Innern das stilisierte Monogramm »LAH«, was für »Leibstandarte Adolf Hitler« stand. Unterhalb der Fahnenspitze war eine Fahnenbanderole angebracht, die in ihrem Aussehen dem Trageband des so genannten »Blutordens« entsprach. Das Band endete in jeweils einer silberfarbenen Quaste.

Für SS-Artillerie-Einheiten der Leibstandarte wurde ebenfalls eine neue Standarte präsentiert. In ihren Abmessungen entsprach sie denjenigen der allgemeinen Heeres-Standarten. (siehe: Truppenfahne (Wehrmacht)) Ihr Tuch war in der Gestaltung dem Muster der Infanterie-Bataillons-Fahne angepasst.


Infanterie Bataillons Fahne (linke Seite)
Infanterie Bataillons Fahne (rechte Seite)
Artillerie Standarte
(linke Seite)
Artillerie Standarte (rechte Seite)


Die SS-Standarten »Deutschland«, »Germania« und »Der Führer« [Bearbeiten]Die Standarten der drei weiteren Einheiten der SS-Verfügungstruppe unterschieden sich von derjenigen der ersten Version der Leibstandarte lediglich durch den Namen in der Namenkartusche. Während die SS-Standarte »Deutschland« die Standarte auf dem Reichsparteitag im Jahre 1935, die SS-Standarte »Germania« diese auf dem Parteitag von 1936 überreicht bekam, präsentierte man der SS-Standarte »Der Führer« diese erst im Jahr 1938 ebenfalls während des Parteitags in Nürnberg. Im Gegensatz zur »Leibstandarte SS Adolf Hitler« teilte man diesen SS-Standarten jedoch im Verlauf des Krieges keine neuen Standartenmodelle zu.


Ausländische Freiwilligen-Legionen der Waffen-SS [Bearbeiten]
Die Wallonische Legion [Bearbeiten]
Wallonische Legion
(1. Version)
Wallonische Legion (Kompaniefahne der 3. Kompanie)
Wimpel der Stabsbrigade
Wimpel der StabskompanieDie ersten 800 Freiwilligen, die in der »Wallonischen Legion« Dienst taten, verließen Brüssel am 8. August 1941. Unter der Bezeichnung »Wallonisches Infanterie Bataillon Nr. 373« - das streng genommen direkt der Wehrmacht unterstellt war - und während einer letzten Parade vor dem Abmarsch nach Polen wurde der Einheit unter dem Kommando von Leon Degrelle eine besondere Truppenfahne überreicht. Sie war quadratisch geformt, von schwarzer Grundfarbe und besaß eine Seitenlänge von 110 cm. Im Zentrum des Fahnentuchs befand sich ein rotes Schrägkreuz, das eine stilisierte Version des so genannten »Burgunderkreuzes« darstellen sollte. Die Wahl der Farben von Schwarz und Rot war offenbar durch die Farben der faschistischen »Rex«-Partei, deren Vorsitzender Degrelle war, beeinflusst. Deren Mitglieder trugen schwarze Uniformen und dunkelrote Parteiabzeichen. Auch die Parteifahne zeigte diese Farben. In Verbindung mit der goldfarbenen Fransenverzierung stimmten alle drei Farben aber auch mit der belgischen Nationalflagge überein. Die 2 m hohe Fahnenstange, deren Spitze lanzenförmig ausgebildet war, bestand aus Bambusrohr. Unterhalb der Fahnenspitze war eine Fahnenbanderole in den Nationalfarben Belgiens, Schwarz, Gelb und Rot befestigt.

Neue Fahnen und Wimpel wurden der Einheit am 10. März 1942 übergeben. Nachdem die Angehörigen des Bataillons am 1. Juni 1943 als »SS-Sturmbrigade Wallonien« in die Waffen-SS überführt worden waren, behielt man diese Fahnen und Wimpel bei. Insgesamt wurden acht Kompaniefahnen und zwei Wimpel, je einer für die Stabsbrigade sowie einer für die Stabskompanie, präsentiert.

Obwohl alle acht Kompaniefahnen individuell angefertigt worden waren, unterschieden sie sich im Wesentlichen lediglich durch die Kompanienummer. Jede Fahne hatte eine Höhe von 70 cm bei einer Breite von 82 cm. Sie war von weißer Grundfarbe und trug im Zentrum ein großes, gezacktes Schrägkreuz. Im unteren Bereich der Fahne befand sich ein gepanzerter rechter Arm, der aus einer hellblauen Gewitterwolke hervortrat. Die Hand fasste ein aufrecht stehendes Schwert. Oberhalb des Arms stand der Name der Kompanie, der in goldfarbenen Buchstaben und in einer Bogenform angebracht worden war. Die Fahne war an drei Seiten mit einer goldfarbenen Fransenverzierung eingefasst. Die Fahnenstange bestand aus braunem Holz und endete in ihrer Spitze mit einer Darstellung einer historischen Waffe. Diese Waffenspitzen waren ganz unterschiedlich gestaltet und zeigten etwa Lanzen und die verschiedensten Hellebarden-Formen. Unterhalb der Fahnenspitze war je eine Banderole in den belgischen Nationalfarben Schwarz, Gelb und Rot angebracht. Sie besaßen eine Länge von etwa 140 cm und endeten jeweils in einer zur Farbe korrespondierenden Quaste. Das zentral angebrachte rote Schrägkreuz stand nicht nur für die »Rexistische Bewegung«, sondern war auch Symbol für ein gekreuztes Paar der Äste eines Baumes. Es wurde historisch gesehen mit Burgund in Verbindung gebracht, dessen Schutzheiliger der Apostel und Märtyrer St. Andreas war (Andreaskreuz). Der gepanzerte Arm, die Wolke und das Schwert wurden als Symbol weitgehend im 16. und 17. Jahrhundert gebraucht, oft als Repräsentation des rächenden rechten Arms Gottes.

Die Wimpel für die Stabsbrigade und die Stabskompanie waren ähnlich gestaltet. Ihre Höhe betrug jeweils 110 cm bei einer größten Breite von 150 cm. Sie waren an einer 230 cm hohen Wimpelstange befestigt, die an ihrem Ende die Spitze einer mittelalterlichen Waffe zeigte. Beide Wimpel bestanden vermutlich aus weißer Seide und waren am Rand mit einer goldfarbenen, gefransten Borte verziert. In das rote »Burgunderkreuz« war jeweils ein Spruchband eingeflochten.

Der Wimpel für die Stabsbrigade enthielt ein Spruchband mit der Aufschrift »Qui s'y Frotte s'y Pique«, was übersetzt soviel heißt wie »Wer immer sich an mir reibt, wird durchstochen«. Dieses Motto wurde ursprünglich von Belgiern verwendet, die im Dienst der Kaiserin Maria Theresia standen. Unterhalb der Wimpelspitze war eine aufwändig gestaltete Wimpelbanderole befestigt. Diese war von hellblauer Farbe und trug an einem Ende die Aufschrift »LEGION VOLONTAIRE WALLONIE« bzw. am anderen Ende die Worte »CAMPAGNE D U.R.S.S. 1941-1942«.

Das Spruchband im Wimpel für die Stabskompanie trug die Aufschrift »Dur & Pur Rex Vaincra«, was übersetzt soviel bedeutete wie »Stark und rein, Rex wird siegen«. Desweiteren entsprach die allgemeine Gestaltung des Wimpels demjenigen der Stabsbrigade. Lediglich die Aufschrift auf dem Spruchband der Wimpelbanderole lautete »CAMPAGNE D U.R.S.S. 1943-1944«.

Auf zeitgenössischen Abbildungen ist ersichtlich, dass die Wimpelspitze zu unterschiedlichen Zeiten verschiedene Waffensymbole zeigte. Dies lässt den Schluss zu, dass die Wimpelspitze abnehmbar war und jederzeit durch andere Symbole ausgetauscht werden konnte. Offenbar basierten die meisten dieser mittelalterlichen Waffensymbole auf einer Sammlung, die sich im Museum am Porte de Hal, in Brüssel befand.


Die Flämische Legion [Bearbeiten]
Flagge der Flämischen LegionAls Hitler im Juni 1941 die Sowjetunion überfiel, waren viele der Freiwilligen im Regiment »Nordwest« bereit, einer neu geschaffenen »Flämischen Legion« beizutreten, die an der Ostfront kämpfen sollte. Ursprünglich trug diese Legion eine Vielzahl deutscher Bezeichnungen. So wurde sie als »Verband Flandern«, »Landesverband Flandern«, »Bataillon Flandern« und schließlich im September 1941 als »Freiwilligen Legion Flandern« bezeichnet. Am 6. August 1941 paradierte das erste Kontingent der flämischen Freiwilligen durch Brüssel, wo es am »Palais de Beaux-Arts« ihre Truppenfahne überreicht bekam.

Die Ausmaße dieser Fahne sind nicht genau überliefert, wobei sie doch recht groß war. Das Fahnentuch war hellgelb gefärbt und zeigte im Zentrum einen schwarzen, aufrecht laufenden »Löwen von Flandern«. Den Ursprung dieses Löwen kann man bis zum Jahr 1164 zurückverfolgen. Zu diesem Zeitpunkt zierte er das Schild von Philip d'Alsace, einen Grafen aus Flandern, der im Jahr 1191 starb. Bekannt ist, dass ein solches Schild während des Dritten Kreuzzugs im Jahre 1189 mitgeführt wurde.

Die Fahne war an drei Seiten mit einer Verzierung aus schwarzen und gelben Fransen eingefasst. Am oberen und unteren Rand waren 18 schwarze Bereiche zu sehen, während es am »fliegenden Ende« 16 waren.

Die Fahne war an der Bambustange mit fünf weißen oder hellgelben Schlaufen befestigt, die vermutlich einzeln an der Fahnenstange angenagelt waren.

Die Spitze der Fahnenstange hatte die Form einer kleinen Hellebarde.


Die Norwegische Legion [Bearbeiten]
Norwegische Legion
Flagge des »Viken« Bataillons
Flagge der 1. Kompanie der PolizeikompanieAm 29. Juni 1941, gerade eine Woche nach der deutschen Invasion der Sowjetunion, verkündete der Reichskommissar für Norwegen, Josef Terboven, dass die Aufstellung einer »Norwegischen Legion« vorbereitet werde. Schon bald konnten aus zwei Regimentern, dem »Viken 1. Regiment«, dem »Viking 7. Regiment« sowie einer größeren Anzahl Soldaten der »Norges-SS« eine Freiwilligen-Legion zusammengestellt werden, die den offiziellen Namen »Freiwilligen Legion 'Norwegen' « trug. Diese schließlich zwei Bataillone umfassende Einheit hatte ihren ersten Einsatz im Februar 1942 an der Ostfront. Das erste der Bataillone trug den Titel »Viken« zur Erinnerung an die ursprünglichen Freiwilligen des »1. Hird Regiments«.

Weitere intensive Rekrutierungsbemühungen führten im Sommer des Jahres 1942 zur Aufstellung von zwei weiteren Kompanien, wobei eine im Wesentlichen aus Angehörigen des norwegischen Arbeitsdienstes und die andere aus Angehörigen der Polizei bestand. Die Polizeikompanie unter dem Kommando von Jonas Lie ergänzte im September 1942 die Norwegische Legion bei Leningrad.

Im März 1943 wurden die Reste der durch große Verluste im Wesentlichen vernichteten Norwegischen Legion von der Front abgezogen. Sie wurde schließlich am 20. Mai 1943 offiziell wieder aufgelöst.

Eine zeitlich nicht näher einzuordnende Flagge bestand aus der norwegischen Nationalflagge, die in einem Bogen angebracht die WorteDEN NORSKE LEGIONzeigte. Diese waren gelbfarben im oberen Teil des Tuches aufgebracht. Zeitgenössische Abbildungen lassen darauf schließen, dass die Flagge ursprünglich eine gewöhnliche Nationalflagge war, die zusätzlich mit der erwähnten Aufschrift sowie einer goldfarbenen Fahnenbanderole mit zwei Quasten ausgestattet wurde. Die Fahnenspitze war in ihrer Form einer goldfarbenen Lanzenspitze nachempfunden.

Die Fahne des 1. „Viken Bataillons“ der Norwegischen Legion zeigte auf rotem Grund einen aufrecht gehenden, goldfarbenen gekrönten Löwen, der in seinen Vorderpfoten die goldfarbene Streitaxt des Heiligen Olaf hielt. Dieser war als ehemaliger norwegischer König der Schutzpatron des Landes und starb im Jahr 1030. Unterhalb des Löwens standen in goldfarbenen Buchstaben die Worte „VIKEN BATALJON“. Das fliegende Ende der Fahne war V-förmig ausgeschnitten. Die Rückseite der Fahne unterschied sich etwas von der Vorderseite: Dort war das MottoAlt for Norge“ (Alles für Norwegen) sowie die Daten von fünf Schlachten aufgebracht, die von norwegischen Streitkräften in den Jahren zwischen 1808 und 1814 geschlagen worden waren. Die Fahnenspitze war einer einfachen Lanze nachempfunden, die wohl aus einem goldfarbenen Material bestand. Nicht ganz klar ist die Größe der Fahne, obwohl vermutet wird, dass sie etwa 70 cm hoch und 85 cm breit war.

Im September oder Anfang Oktober 1942 wurde die erste von vier Polizeikompanien mit einer Truppenfahne ausgestattet. Diese wurde ihr von Vidkun Quisling vor ihrem Abmarsch nach Deutschland überreicht. Die Fahne bestand aus rotem Grundtuch auf dem in gelber Farbe die Worte „POLITIKOMPANIET“ sowieDEN NORSKE LEGION“ aufgebracht waren. Das zentrale Emblem der Fahne bestand aus einem stilisierten Adlerwohl dem deutschen Adler nachempfunden – der in seinen Fängen das Symbol des „Sonnenkreuzes“ hielt. Dieses Kreuz wurde in vielen Varianten von Quislings „Nasjonal Samling“ – Bewegung verwendet. Das Sonnenkreuz war an beiden Seiten von je zwei Eichenzweigen eingefasst. Gesäumt wurde die Fahne an drei Seiten von goldfarbenen Fransen. Die vierte Seite war mit 17 Nägeln an einer Holzstange befestigt, die in ihrer Spitze lanzenförmig endete. Unterhalb dieser Spitze war eine goldfarbenen Fahnenbanderole mit insgesamt zwei Quasten angebracht.

Sicher ist, dass auch die zweite Polizeikompanie mit einer Fahne ausgestattet wurde, die sich lediglich in der Aufschrift2 POLITIKOMPANIET“ von derjenigen der ersten Kompanie unterschied. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die dritte und vierte Kompanie ebenfalls Fahnen dieses Musters überreicht bekam.


Die Finnische Legion [Bearbeiten]
Flagge des Finnischen Freiwilligen BataillonsAm 15. Oktober 1941, einen Monat nachdem das Finnische SS-Freiwilligen-Bataillon „Nordost“ in „Finnisches Freiwilligen Bataillon der Waffen-SS“ unbenannt worden war, wurde diese Einheit mit einer Truppenfahne ausgestattet. Diese wurde durch den finnischen Militär Attaché in Berlin, Oberst Walter Horn, in Groß Born übergeben. Horn war während des ersten Weltkriegs Mitglied des „Finnischen Jägerbataillons“.

Die Fahne bestand aus der finnischen Nationalflagge in quadratischer Form, einem hellblauen Kreuz auf weißem Grund. Im Zentrum der Fahne befand sich ein rotes, gelb gesäumtes Quadrat auf dem der gelb gefärbteLöwe von Finnlandprangte. Er lief aufrecht, war gekrönt und hielt in seiner rechten Vorderpfote ein silbernes Schwert, während er auf dem silberfarbenen russischen „Scimitar“ trampelte. Im Zentrum jeder der vier Ecken der Fahne befand sich ein Emblem. Oben links waren es silberne SS-Runen, die auf einem schwarzen Feld saßen. In der rechten oberen Ecke war dasFinnische Freiheitskreuz“ zu sehen. Unten rechts befand sich dasFinnische Jäger Kreuzdes Königlich Preußischen Reserve-Jäger-Bataillons Nr. 27. Die linke untere Ecke zeigte eine Darstellung des deutschen Eisernen Kreuzes. Drei Seiten der Fahne waren mit silberfarbenen Fransen verziert. Die vierte war an einer schwarz polierten Fahnenstange befestigt, die an ihrer Spitze einen goldfarbenen finnischen Löwenin gleicher Art wie im Zentrum der Fahne - zeigte. Ob die Fahne nach Auflösung des Bataillons im Juni 1943 weiterhin innerhalb der finnischen Armee Verwendung fand, ist unbekannt.


Die Dänische Legion [Bearbeiten]
Flagge des »Frikorps Danmark«
Flagge des »Schalburg Korps«Bereits innerhalb der ersten Woche nach der deutschen Invasion der Sowjetunion verkündete die dänische Regierung die Aufstellung eines „Frikorps“, das an der Seite der Wehrmacht an der Ostfront kämpfen sollte. Von Anfang an war das „Frikorps Danmark“ als Teil der Waffen-SS geplant. Am 19. Juli 1941 verließen die ersten ca. 500 Soldaten Dänemark und wurden nach Hamburg verlegt.

Die Truppenfahne der Dänischen Einheit wurde dieser vermutlich zum Zeitpunkt der Abreise aus Dänemark überreicht. Sie bestand aus der dänischen Nationalflagge (Dannebrog) , der in weißen oder gelben Buchstaben die Worte „Frikorps Danmark“ in der linken oberen Ecke hinzugefügt wurden. Die Fahne besaß keine Randverzierungen und war mit 21 Nägeln an einer hölzernen Fahnenstange befestigt. Die Fahnenspitze hatte die Form einer ornamentierten, nicht ausgefüllten Speerspitze.

Als im April/Mai 1943 das „Frikorps Danmark“ in Bayern aufgelöst wurdedie Legion hatte hohe Verluste hinzunehmen – wurden die Überlebenden in ein neues dänisches Korps überführt. Dieses trug den Namen des früheren „Frikorps“ – Kommandanten Christian Frederik von Schalburg und wurde als „Schalburg-Korps“ bezeichnet.

Die Truppenfahne des „Schalburg-Korps“ war einfach strukturiert: Sie bestand aus einem schwarzen Grundfeld (die Maße sind unbekannt) in dessen Zentrum sich ein großes, weißes Hakenkreuz befand. Dessen Schenkel wurden in einer gebogenen Form dargestellt, so dass das Hakenkreuz in einen kreisförmigen Umriss passte. In der linken oberen Ecke befand sich das Staatswappen Dänemarks, bestehend aus einem gelben Schild (ohne Krone) auf dem sich drei blaue, gekrönte Löwen befanden. Über das gelbe Schild verteilt waren neun rote Herzen zu sehen.


Die Estnische Legion [Bearbeiten]
Fahne des 1. Grenadier-Regiments der Estnischen Legion (Rückseite)Am 28. August 1942 , dem ersten Jahrestag der Befreiung der estnischen Hauptstadt Tallinn von der sowjetischen Herrschaft, verkündete der deutsche Generalkommissar für Estland, Litzmann, dass Freiwillige für eine „Estnische Legionbenötigt werden, die die deutschen Truppen beim Kampf an der Ostfront unterstützen sollten. Auf Grund der hohen Resonanz konnten bald drei Bataillone aufgestellt und in das deutsche Trainingslager bei Debica in Polen verlegt werden. Diese wurden zum1. Estnischen SS-Freiwilligen-Grenadier-Regiment“ zusammengefasst.

Von diesem Regiment ist bekannt, dass es eine Truppenfahne besaß, die noch heute im „Estnischen Archivin Lakewood, New Jersey, USA, aufbewahrt wird. Die Fahne besaß zwei unterschiedliche Seiten. Die Rückseite zeigte die estnische Nationalflagge in den Farben blau-schwarz-weiß, in deren Zentrumetwas nach oben versetztsich das Staatswappen Estlands befand. Dieses war beidseitig mit einem Zweig aus goldfarbenen Eichenblättern umsäumt. Die Fahne war an drei Seiten mit einer gold- (oder silber-) farbigen Einfassung aus Fransen verziert. Die Fahnenstange endete mit einer einfachen, schmalen, vierkantigen Speerspitze. Unterhalb dieser Spitze war eine doppelte Fahnenschnur angebracht, die in an ihrem Ende zwei Quasten trug. Anders als bei anderen Flaggen üblich hing diese nicht frei, sondern war längs der Fahnenstange fest mit dieser verbunden.

Die Vorderseite der Fahne besaß ein schwarzes Grundfeld. Im Zentrum dieses Feldes war ein Emblem abgebildet, das die Estnische Legion repräsentieren sollte, ein gepanzerter, abgewinkelter Arm, der in seiner Hand ein gezogenes Schwert hielt. Oberhalb der Armbeuge befand sich der BuchstabeE“ , was fürEstlandstand und in ähnlicher Weise auf den Kragenspiegeln der estnischen SS-Einheiten zu finden war. Links und rechts von dem abgewinkelten Arm befanden sich die BuchstabenEbzw. rechtsL“, was für „Eesti Leegioni“, also „Estnische Legionstand. Das zentrale Emblem umsäumten grüne Pinienzweige, die silberfarben ausgearbeitet waren. Am unteren Ende der Fahne befanden sich die Worte: „1. GREN.RÜGEMENT“ (1. Grenadier Regiment).


Die Lettische Legion [Bearbeiten]
Fahne der Lettischen Freiwilligen LegionDer lettische Beitrag für den Kampf an der Ostfront bestand im Wesentlichen aus Polizei-Bataillonen, die im Laufe des Krieges zu Regimentern aufgewertet wurden. Schon bald nachdem Lettland von sowjetischer Kontrolle befreit war, begann die deutsche Militärführung mit der Entwaffnung der lettischen antisowjetischen Partisanenverbände und überführte die Angehörigen in Freiwilligen-Polizei-Einheiten, die unter deutschem Kommando standen. Ursprünglich für den Einsatz auf lettischem Boden vorgesehen, wurden diese Einheiten zu Beginn der sowjetischen Winteroffensive im Jahr 1941/1942 auch zum Kampfeinsatz an die Front verlegt.

Lettische Einheiten führten eine Truppenfahne mit sich, die im Wesentlichen aus der lettischen Nationalflagge bestand, die mit zwei dunkelkarminroten und einem in der Mitte befindlichen weißen Streifen belegt war. Die Fahne war an einer Fahnenstange befestigt, die in einer einfachen, evtl. goldfarbenen Speerspitze endete.


Direkt der Wehrmacht unterstellte ausländische Einheiten [Bearbeiten]
Die Kroatische Legion [Bearbeiten]
Truppenfahne der 369. kroatischen Infanteriedivision (»Teufelsdivision«) (Vorder- und Rückseite)Schon kurz nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 bemühte sich der kroatische, faschistische Politiker Ante Pavelić um Rekrutierung von Freiwilligen, die in einer Kroatischen Legion an der Seite der Deutschen an der Ostfront kämpfen sollten. Rasch konnten zwei Bataillone aufgestellt und in Varaždin zu einem Regiment vereinigt werden.

Als Teil der deutschen 6. Armee wurde die Kroatische Legion schließlich in Stalingrad eingekesselt. Obwohl etwa 1.000 verwundete kroatische Soldaten aus dem belagerten Stalingrad ausgeflogen werden konnten, wurde der Rest der Legion schließlich im Januar 1943 vernichtet oder ging in sowjetische Gefangenschaft.

Bereits zwischen September und Dezember 1942 wurden zwei neue kroatische Infanterieregimenter aufgestellt. In eine 369. Infanterie Division eingebunden, wurde die neue kroatische Legion von Generalleutnant Fritz Neidholt kommandiert. Sie trug auch den Titel Vražja Divizija (»Teufelsdivision«) und war direkt der Wehrmacht unterstellt.

Der »Teufelsdivision« überreichte man am 16. Mai 1944 in einer feierlichen Zeremonie eine besondere Truppenfahne. Die Vorderseite der Fahne bestand aus der kroatischen Nationalflagge in den Farben rot-weiß-blau, die im Zentrum das zu der Zeit gültige Staatswappen Kroatiens enthielt. Um das zentrale Emblem waren kreisförmig die Worte »ŠTO BOG DA« bzw. »I SREĆA JUNAČKA« angebracht, was übersetzt soviel heißt wie: „Gottesgabe - Heldenglück“. In der oberen linken Ecke stand goldfarben die Zahl »369«. Die Fahne war dreiseitig mit einer alternierenden Reihe von weißen und blauen »Zungen« eingefasst und mit einem roten Rand abgeschlossen.

Die Rückseite der Fahne besaß ein weißes Grundfeld, das im Zentrum als Emblem die ineinander verschlungenen Buchstaben »AP« zeigte, die die Initialen von »Ante Pavelić« bedeuteten. Das Monogramm wurde durch einen unterbrochenen Kreis umsäumt, der goldfarben die Worte: »ZA POGLAVNIKA I ZA DOM« zeigte, was übersetztFür Führer und Vaterlandbedeutete.

Die Fahnenspitze bestand aus einer stilisierten, silberfarbenen Speerspitze, die in ihrem Innern einen aufrecht stehenden Ziegenbock zeigte, der einen Dreizack hielt. Die Verwendung eines Ziegenbocks als Symbol für diese Einheit war wohl ein Verweis auf den mittelalterlichen Helden Skanderbeg.


Die Indische Legion [Bearbeiten]
Flagge der Indischen LegionAls der Rechtsanwalt und bekannte indische Nationalistenführer Subhash Chandra Bose im Jahr 1941 nach Berlin kam, war er gerade einem britischen Hausarrest in Indien entflohen. Mit dem Segen der deutschen Militärführung begann er rasch, mit zumeist in Nordafrika gefangengenommenen indischen Soldaten, die für die britische Armee kämpfen mussten, eine militärische Einheit aufzubauen.

Das erste Freiwilligen-Kontingent, das sowohl aus kriegsgefangenen Indern als auch aus einigen indischen Zivilisten bestand, die in Deutschland lebten, verließ Berlin am Weihnachtstag 1941 mit dem Ziel Frankenberg bei Chemnitz. Im Dezember 1942 wurde die Legion schließlich mit 3500 einsatzfähigen Soldaten in vier Bataillone aufgeteilt und zunächst nach Holland geschickt, wo sie fünf Monate lang ihren Dienst verrichtete. Späteren Einsätzen in Frankreich folgte der Rückzug nach Deutschland, wo die Angehörigen der Legion in Kriegsgefangenschaft gerieten.

Die Indische Legion war der Wehrmacht direkt unterstellt, wurde jedoch gegen Ende des Jahres 1944 noch in die Waffen-SS überführt.

Das exakte Datum, wann die Indische Legion ihre Truppenfahne überreicht bekam, ist nicht bekannt. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass sie bereits etwa im September 1942 eingeführt wurde, als die indischen Truppen ihren Fahneneid auf Adolf Hitler und Subhash Chandra Bose ablegten.

Die Fahne, die vermutlich in Deutschland hergestellt worden war, hatte einen rechteckigen Umfang, wobei sie etwas höher als breit war. Das zentrale Motiv bestand aus einem springenden bengalischen Tiger in natürlichen Farben, der sich auf einem weißen Feld befand. Im oberen orangefarbenen Feld stand das Wort »AZAD«, im unteren grünen das Wort »HIND«. Zusammengenommen bedeutete dies übersetzt »Freies Indien«. Die Fahne war an drei Seiten mit einer goldfarbenen Borte aus Fransen verziert. Die vierte Seite war mit 40 Nägeln an der Stange befestigt, die in eine einfache Speerspitze auslief. Unterhalb der Spitze war eine goldfarbene Fahnenschnur angebracht, die mit zwei Quasten endete.


Die Französische Legion [Bearbeiten]
Regimentsfahnen [Bearbeiten]
LVF 1. Modell (Vorderseite)
LVF 1. Modell (Rückseite)
LVF 2. Modell (Vorderseite)
LVF 2. Modell (Rückseite)Die Legion des Volontaires Francais contre le Bolchevisme (LVF) wurde am 7. Juli 1941 während eines besonderen Treffens von Führern französischer rechts gerichteteter Parteien im Hotel Majestic in Paris gegründet. Dem Aufruf zum französischen Beitrag am Kampf gegen die Sowjetunion folgten insgesamt etwa 13400 Franzosen, von denen sich ca. 3000 in den ersten drei Monaten freiwillig meldeten. Der Einheit wurde gestattet, auf französischem Boden französische Uniformen zu tragen, während sie im Verlauf ihres Fronteinsatzes in Wehrmachtsuniform kämpfen mussten. Adolf Hitler missbilligte diese französische Einheit, da sie unter französischem Kommando stand und folglich wurde sie am 28. Dezember 1942 wieder aufgelöst. Schon bald wurde jedoch eine neue LVF aufgestellt, die zunächst in der Partisanenbekämpfung eingesetzt wurde. Im Juni 1944 musste sie während der sowjetischen Sommeroffensive schwere Gefechte austragen. Am 1. September 1944 wurden die Angehörigen der LVF schließlich vollständig in die französische Waffen-SS überführt und die Legion hörte auf, zu existieren.

Während ihres Bestehens besaß die LVF zwei unterschiedliche Truppenfahnen. Das erste Modell glich zwar oberflächlich einer französischen Regimentsfahne, entsprach jedoch nicht den offiziellen Regelungen in der französischen Armee. Auf beiden Seiten des Fahnentuchs befand sich eine Repräsentation der französischen Trikolore in den Farben Blau-Weiß-Rot. Auf der Vorderseite und zentral angebracht waren die WorteLEGION DES VOLONTAIRES“ bzw. rückseitig die Worte „HONNEUR ET PATRIE“ zu lesen. Dieser Text war auch auf allen französischen Regimentsfahnen zu lesen. Dreiseitig war die Fahne mit einer goldfarbenen Borte aus Fransen verziert. Die Fahnenstange warim Gegensatz zu französischen Regimentsfahnen – schwarz und nicht blau lackiert. An dieser war das Tuch mit 16 vergoldeten Nägeln befestigt. Die Fahnenstange lief in eine Speerspitze aus, unterhalb derer, zu einer Schleife gebunden, eine in den französischen Farben gehaltene Fahnenbanderole angebracht war. Diese endete beidseitig mit goldfarbenen Fransen. Zeitgenössische Fotografien belegen, dass diese Truppenfahne auch an der Ostfront Verwendung fand.

Das zweite Modell wurde der französischen Freiwilligen-Legion am 27. August 1943 anlässlich ihres zweijährigen Bestehens überreicht. Während einer Zeremonie im Hotel des Invalides in Paris übergab der französische Staatssekretär General Bridoux dem Kommandeur der LVF eine Fahne, die den Bestimmungen – von kleinen Modifikationen abgesehen - der französischen Armee von 1879 entsprach. Daraus darf geschlossen werden, dass die französische Regierung die LVF als Teil der französischen Armee betrachtete.

Das Fahnentuch war quadratisch geformt und besaß eine Seitenlänge von 90 cm. Der Rand aus goldfarbenen Fransen besaß eine Breite von 5 cm und bestand aus genau 320 Fäden. Beidseitig zeigte die Fahne die französische Trikolore in den Farben Blau-Weiß-Rot. Die goldfarbenen Inschriften auf dem Tuch waren handgemalt und dunkelbraun schattiert. In jeder der vier Ecken befand sich ein handgestickter Kranz aus Eichen- und Lorbeerblättern, der im oberen Teil offen war. Gewöhnlich enthielt dieser Kranz die Nummer des französischen Regiments, im Falle der LVF ließ man ihn jedoch frei. Auf der Vorderseite der Fahne und zentral angebracht waren die WorteLA FRANCE au 1er REGIMENT DE LA LEGION DES VOLONTAIRES FRANCAIS“ zu lesen. Die Rückseite zeigte den Text „HONNEUR ET PATRIE“ und unterhalb davon die Orte und Jahreszahlen der bedeutenden Schlachten der Legion: „1941-1942 DJUKOWO“ sowie „1942-1943 BERESINA“ . Das Fahnentuch war mit drei vergoldeten Nägeln an einer blau lackierten Fahnenstange angebracht. Diese endete in einer 38 cm hohen Speerspitze unterhalb derer sich das Emblem der LVF, zwei gekreuzte Kanonenrohre, befand. An der Spitze angebracht befand sich eine in den französischen Nationalfarben gestaltete Fahnenbanderole, die eine Länge von insgesamt 100 cm besaß, mit goldenen Fransen endete und im Gegensatz zu französischen Regimentsfahnen keine Regimentsnummer trug.


Bataillonsstandarten [Bearbeiten]
LVF 1. Bataillon (Rückseite)
LVF 1. Bataillon (Vorderseite)Jedes der drei Bataillone der LVF besaß eine eigenen Bataillonsstandarte. Über diese Standarten ist wenig bekannt, es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass sie zusammen mit der Regimentsfahne überreicht worden sind.

Über die Standarte des ersten Bataillons ist bekannt, dass sie auf der Vorderseite das Wappen der Isle-de-France, das dem Wappen von Saint Denis, einem Stadtteil von Paris, entsprach, zeigte. Vermutlich war das Tuch blau grundiert. Die Rückseite zeigte die InschriftLEGION DES VOLONTAIRES FRANCAIS CONTRE LE BOLCHEVISME“ , die bogenförmig über einem zentralen Emblem angebracht war. Dieses Emblem enthielt die Blüten einer blauen Kornblume, eines weißen Edelweißes sowie einer roten Mohnblume. Unterhalb des Emblems stand der Name des Bataillons „1er BATAILLON“.

Von der Standarte des zweiten Bataillons ist bekannt, dass diese auf der Rückseite das Motto „MARCHE OU CREVE“ (Marschieren oder Sterben) zeigte. Die Vorderseite zeigte den Text „2eme COMPAGNIEunterhalb dessen das Wort „BRAVOURE“ (Tapferkeit) und in der linken oberen Ecke diagonal angebracht die Buchstaben „LVF“.

Die Vorderseite des dritten Bataillons zeigte den Text „3eme COMPAGNIEund darüber das Wort „QUANDMEME“ (Trotzdem). In der linken oberen Ecke waren ebenfalls die Buchstaben „LVF“ angebracht. Über das Design der Rückseite ist nichts bekannt, ebenso wenig wie über die Farbgebungen des Grundfeldes der Standarten des zweiten oder dritten Bataillons.


Standarte für die Ecole des Cadres [Bearbeiten]
LVF Ecole des Cadres (Vorderseite)
LVF Ecole des Cadres
(Rückseite)
Die Truppenschule der LVF, die Ecole des Cadres, besaß eine besondere Standarte. Diese wurde Monsieur de Brinon, dem Botschafter der Vichy-Regierung im besetzten Paris, von Anhängern der LVF übergeben. Die Zeremonie fand am 17. Juli 1943 am Place Stanislas in Nancy statt.

Die Vorderseite besaß ein blassblaues Grundfeld auf dem sich das Wappen von Jeanne d’Arc befand. Dieses bestand aus einem Kurzschwert, dessen Spitze nach oben zeigte und eine goldfarbene Krone trug. Links und rechts davon befanden sich ebenfalls in goldener Farbe je eine „Fleur-de-Lis“. Diesen Wappen wurde den Brüdern von Jeanne d’Arc im Jahre 1429 von Charles VII gewährt.

Die ebenfalls blassblau grundierte Rückseite zeigte einen Adler mit herab gesetzten Schwingen, der auf seiner Brust ein Schild in den französischen Farben präsentierte. Gekrönt wurde dieses Schild durch das Wort „FRANCE“. Unterhalb des Schildes traten vier Blitze hervor, deren Spitzen nach unten wiesen.

Befestigt war das Fahnentuch an einer schwarz lackierten Stange, die in eine goldfarbene Speerspitze mündete.


Die Spanische Legion [Bearbeiten]
Fahne des 2. Bataillons des »Pimentel« - Regiments
Fahne des 3. Bataillons des Spanischen Freiwilligen RegimentsZwischen 1941 und 1945 stellte Spanien insgesamt zwei militärische Gruppen aus Freiwilligen zusammen, die die Wehrmacht an der Ostfront unterstützen sollten. Das erste Kontingent, das auf spanisch Division Española de Voluntarios bzw. auf deutschSpanische Freiwilligen Divisionhieß, bestand aus vier Infanterieregimentern, die nach ihrer Ausbildung in Deutschland auf insgesamt drei Regimenter reduziert wurden. Eines dieser Regimenter war das Infanterieregiment Nr. 262, das ursprünglich den Namen „Regimiento Pimentel“ trug. Das erste spanische Freiwilligenkontingent wurde im Oktober 1943 von der Frontlinie abgezogen und wieder aufgelöst.

Fast zur gleichen Zeit mit der Auflösung der ersten Spanischen Legion wurde eine neue, kleinere Einheit aus Freiwilligen aufgestellt, die den spanischen Namen Legion Española de Voluntarios trug. Umgangssprachlich wurde sie jedoch schon wie früher alsLegion Azul“ (Blaue Legion) bezeichnet. Diese Einheit kämpfte bis zum April 1944 auf deutscher Seite, bis die inzwischen hoffnungslose militärische Lage die spanische Regierung veranlasste, die Legion nach Spanien zurückzubeordern und aufzulösen.

Jedes der spanischen Bataillone besaß das Recht, eine eigene Truppenfahne führen zu dürfen. Alle waren individuell gestaltet und wurden in der Regel von den Städten gespendet, in denen sich die Legionsangehörigen ursprünglich versammelt hatten.

Die Fahne des 2. Bataillons des 262. Infanterieregiments (Pimentel) zeigte auf der Vorderseite auf gelbem Grund das spanische Staatswappen in der Ausführung von 1938. Oberhalb des Wappens waren bogenförmig die WorteDIVISION ESPAÑOLA DE VOLUNTARIOS“ angebracht. Unterhalb des Wappens waren die Worte „REGIMIENTO PIMENTEL II BATALLON“ zu sehen. Das Fahnentuch war mit 5 Tuchschlaufen an der Fahnenstange befestigt. Diese mündete in einer Repräsentation des Symbols der „Falange-Partei“, fünf Pfeilen, die unter einem Joch hindurchgesteckt waren. Unterhalb des Symbols befand sich eine Banderole in den spanischen Nationalfarben, die zur einer Schleife gebunden war.

Die Fahne des 3. Bataillons der Spanischen Freiwilligen Legion zeigte auf der Vorderseite drei Streifen in den Farben Rot-Schwarz-Rot, den Farben der „Falange-Partei“, wobei der mittlere etwas breiter war. Im Zentrum befand sich ein Schild in den spanischen Farben Rot-Gelb-Rot. Dieses wurde in gleicher Form auch auf dem linken Uniformärmel der Mitglieder der Spanischen Legion getragen. Oberhalb des Schildes befanden sich die Worte „3a BANDERA“, wörtlich3. Flagge“. Der spanische Ausdruck für Bataillon war „BANDERA“.

Die Rückseite der Flagge zeigte die spanischen Farben in waagerechter Anordnung, die zentral eine Ansammlung von Waffen, gekreuzten Gewehren mit Bajonetten sowie eine Hellebarde präsentierte.


Literatur [Bearbeiten]Davis/McGregor: Flags of the Third Reich, Vol. 2: Waffen-SS, Osprey Military, Men-at-Arms-Series Nr. 274, London, 1994, ISBN 1-85532-431-8

Siehe auch [Bearbeiten]SS-Heimwehr Danzig

Rechtshinweise [Bearbeiten]In Deutschland ist die Verbreitung und Darstellung von Symbolen des »Dritten Reichs« strafbar unter den §§ 86, 86a StGB.

Verboten ist sowohl das Verbreiten der genannten Kennzeichen als auch das öffentliche Verwenden sowie das Verwenden in einer Versammlung (Abs. 1 Nr. 1). Ebenso sind entsprechende Vorbereitungshandlungen, namentlich das Herstellen, das Vorrätighalten sowie das Ein- und Ausführen strafbar (Abs. 1 Nr. 2).

Ausgenommen hiervon sind Handlungen der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlicher Zwecke (Abs. 3 i. V. m. § 86 Abs. 3 StGB).

siehe: Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen

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