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Aus dem großen Archiv der Politik:
Wenn man so spazieren geht und an einem Haus vorbeikommt, hört man von drinnen lustige Stimmen. Ein Blick durch das Fenster zeigt: Da wird gefeiert. Weihnachten, Silvester...; zur Zeit folgt Feiertag auf Feiertag! Ich aber musste daran denken, dass die Menschen im Haus dort feiern, während überall auf der Welt Menschen am Hunger und an Kälte sterben. Und wir feiern hier schön – ist das gerecht? Unsere Regierung erzählt uns doch immer wieder, dass wir in einer Demokratie leben und alle freie Menschen sind. Und die Menschen in der dritten Welt? Sind wir nicht Schuld, dass Sie unterdrückt werden, wir, mit unserem Hang zum übertrieben luxuriösen? Und die Demokratie? Gibt es die? Wenn es wirklich gerecht zugehen würde, müsste uns der Staat doch wohl kaum dauernd erzählen, wie gerecht es hier zugeht. Gut, wir können ja wählen gehen – aber wen? Die Parteien sind schon vordefiniert und wer an die Macht kommt, tut in der Regel sowieso was er möchte. Dabei geht es weniger um das Wohl von uns, den Bürgern, als um die Erhaltung der eigenen Macht. Ist das nicht so? Und sind wir denn jedenfalls wirklich freie Menschen? Freie Menschen können tun und lassen, was sie wollen. Wir müssen unsere Steuern bezahlen, der Wehrpflicht genüge tun und vieles weitere. Davor kann man sich doch nicht drücken! Und die Liste der Dinge, die wir alle nicht dürfen würde Bände füllen! Gut, einige Gesetze sind durchaus sinnvoll, zum Beispiel, dass man nicht einfach einen Menschen umbringen darf. Aber anderes ist in meinen Augen Unsinn! Vortäuschung einer Straftat zum Beispiel. Wenn man im Supermarkt an der Kasse steht und sagt: „Ich habe eine Tafel Schokolade geklaut“, obwohl man das gar nicht getan hat, ist das genauso Vortäuschung einer Straftat, als wenn man allen erzählt, man habe eine Bombe deponiert. Auch das Ausländergesetz ist alles andere als demokratisch: Derjenige, der schon einen guten Job in der Tasche hat und dem Staat Geld einbringt, ist ein „guter Ausländer“, der Flüchtling aber, dem es wirklich schlecht geht, ist ein „schlechter Ausländer“ und muss abgeschoben werden! Ist das Demokratie? Dabei haben Flüchtlinge Hilfe echt nötig. Wir sind so konsumorientiert, dass wir gar nicht wissen, was Hunger oder Kälte bedeuten. Bei Kälte gehen wir in unser Haus und drehen die elektrische Heizung auf. Und wenn das Brot alle ist, essen wir Bonbons. So ist das doch. Aber was kann man tun? Ich denke, man kann bei sich selber anfangen: Nicht mehr jeder Mode, die uns diktiert wird, hinterher rennen, lieber mal Second-Hand-Kleider tragen. Im Tante-Emma-Laden oder Dritte-Welt-Laden statt im Supermarkt einkaufen und Produkte, für die Werbung betrieben wird, boykottieren. Denn wir sind ja Schuld daran, dass es den Menschen der dritten Welt so schlecht geht. Dann kann man Freunde ansprechen und dazu aufrufen, es einem gleich zu tun. Eine wahre Demokratie würde den verschuldeten Ländern die Schulden erlassen und sie ohne Gegenleistung unterstützen. Das ist menschlich. Das ist sozial, finde ich. Und so sollten wir als zivilisierte Menschen vorgehen und nicht nur an uns selber denken!
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