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wuming schrieb am 19.3. 2003 um 14:01:18 Uhr über

reisen

Protest gegen Bushs Kriegserklärung

Nicht Abreisen. Einreisen!

Der Papst, Schröder, Chirac, Putinsollten sofort
in den Irak reisen! Sie sollten alle Kulturschaffenden
ebenfalls einladen. Hunderte von Weltstars aus allen
Teilen der Erde könnten das größte Kulturereignis aller
Zeiten feiern per Live-TV. Sie würden nicht nur das
Recht stärken und der Welt Hoffnung geben, sie würden
auch die Vereinigten Staaten schützen vor allem, was
sie so als Folge ihres Größenwahns zu erwarten haben.

ROLAND VOGEL, Cadolzburg

Um meinen Protest auszudrücken, werde ich an der
Antenne meines Wagens und an meiner Kleidung ein
schwarzes Band bzw. eine schwarze Schleife anbringen.
Ich fände es gut, wenn sich möglichst viele Menschen
dieser Idee anschließen würden, um so ihren Protest und
ihr Mitgefühl für die vielen unschuldigen Opfer
auszudrücken.

In den Städten, wo es amerikanische, britische oder
spanische Botschaften oder Konsulate gibt, könnte man
an den Absperrungen, Zäunen etc. zum Protest auch
schwarze Bänder befestigen.

HANS JOACHIM NÖLLE, Dortmund

Bushs Sprüche, die USA brächten Freiheit und
Demokratie, kann er sich sparen: Das Beispiel
Afghanistan zeigt nur zu deutlich, dass nach dem Sturz
des Regimes nichts Substanzielles folgen wird, nur eine
US-hörige Politik - zahlen sollen dann andere, und das
betroffene Volk interessiert die USA wenig. Heuchler.

BERNDT WALTJE, Edemissen

In dem Bewusstsein und mit dem Wissen, sich jenseits
der Vorstellungen, Resolutionen der UN und der Normen
internationalen Umgangs zu bewegen, erklärt Bush den
eigenen Willen und die US-amerikanische Sicht als
richtungsweisend für weltpolitisches Handeln. Eine
Nation und eine Regierung wie die US-amerikanische
bewegt sich damit nicht nur auf Abwegen, sondern
isoliert sich hiermit komplett vom Rest der Welt. Das
Beschwören einer Koalition für das Gute entpuppt sich
hiermit für jeden als Farce. Eine solche selbstzentrierte
und selbstüberhöhte Perspektive und Strategie ist weder
zukunftsweisend, wie der Präsident den Amerikanern
vormachen will, noch führt es zu Frieden oder der
Lösung der Probleme in der Golfregion oder im Nahen
Osten.

Die Schreckensherrschaft des Saddam Hussein, die
Bush beenden möchte, wird zur Schreckensherrschaft
dieser isolierten und verengten Weltsicht des George
Bush. Ich glaube, dass die Amerikaner jetzt tatsächlich
Freunde und Unterstützung brauchen, aber nicht
dadurch, dass wir Ja und Amen zu ihrem »Willen« sagen,
sondern indem wir ihnen zeigen, dass sie ohne
»Autorität und Zustimmung der Völkergemeinschaft«
weder eine zukunftsweisende Lösung für den Irak, uns,
noch für sich selbst herbeiführen können. FELIX
SCHÜRHOLZ, München

Mit einer pathetischen Rede hat Bush die USA offiziell
aus dem Kreis zivilisierter Länder verabschiedet und
eine Zeit der Barbarei eingeläutet. Viele Kinder, Frauen
und Männer werden durch amerikanische und englische
Bomben sterben. Vor den Augen der ganzen Welt
ignoriert er die Berichte der Waffeninspektoren, die
Meinung fast aller Länder der Erde und wiederholt
formelhaft die immer gleichen dreisten Lügen. Die USA
unter Bush sind zu einer Bedrohung für die Welt
geworden. KLAUS MÜLLER, Niedersayn

Die UNO wird an Bedeutung gewinnen, sobald wir
begriffen haben, was hier (wieder einmal) abgelaufen ist.
Lug und Betrug zugunsten einer Hand voll Unersättlicher.
Ich bitte die taz - als angesehenes Blatt - inständig:
Laufen Sie dagegen Sturm!

A. M. DÜRR, Glattfelden, Schweiz

Vor einigen Wochen sagte eine Spenderin unseres
Vereins einen Satz,über den wir mit dem gesamten
Vorstand noch mal nachdachten: "Toll, dass Sie - oder
ich mit meiner Spende - Natascha Kansanzewa - siehe
Homepage: www.europaeischekinderhilfe.de - neue
Beine ermöglichen. Schade nur, dass die
amerikanische Regierung demnächst dafür sorgt, dass
im Irak wieder tausende Kinder und Erwachsene ihre
Beine verlieren oder gar ihr Leben lassen." Das sind
exakt die Momente, wo selbst eine grundsätzlich
befriedigende Arbeit unseres Vereins manchmal
sisyphosartig erscheint. Die Europäische Kinderhilfe
erklärt sich gegen einen Krieg im Irak. EUROPÄISCHE
KINDERHILFE E. V., Duisburg

betr.: »Ein letzter Tag der Diplomatie« von Andreas
Zumach,
taz vom 17. 3. 03

Eine Weltmacht, die zunehmend die Realitäten verkennt,
läutet früher oder später ihre eigene Ablösung ein. "Die
USA übernimmen sich", so Peter Scholl-Latour. Es gibt
genügend Beispiele in der Geschichte. Die
amerikanische Administration unterliegt gleich mehreren
Fehleinschätzungen: Der Weltsicherheitsrat ist nicht
käuflich und andere Staaten nicht in
Kolonialherrenmanier zu »demokratisieren« - Letzteres
ist ein eklatanter, wie unaufhebbarer Widerspruch in sich
selbst.

Die Freude über einen Sieg, in dem bald stattfindenden
Krieg, wird wohl nicht lange währen. Denn die
Amerikaner brauchen langfristig die Unterstützung des
alten Europas. Zwei Trittbrettfahrer, wie Blair und Aznar,
die gegen den Willen der eigenen Bevölkerung sich an
dem Unternehmen Krieg beteiligen, werden in Zukunft
jedoch nicht genügen. Demokratie bedeutet, sich nach
dem Willen der Mehrheit zu richten. Durch ihren
offenkundigen Unilateralismus verraten die USA ihre
eigenen Verfassungsgrundsätze. Damit sind sie auf
dem besten Wege, den Rest ihres Ansehens in der Welt
zu verspielen. Geblendet von den Ereignissen des 11.
Septembers 2001 haben sich die USA auf einen
globalen Feldzug begeben, der mit Diplomatie nichts
mehr zu tun hat. Dieser Feldzug ist nicht zu gewinnen, da
man Menschen nicht mit Bomben überzeugen kann.
STEFAN DERNBACH, Siegen

Die Redaktion behält sich Abdruck und Kürzungen von
Briefen vor. Die erscheinenden LeserInnenbriefe geben
nicht unbedingt die Meinung der taz wieder.

taz Nr. 7008 vom 19.3.2003, Seite 13, 105 Zeilen
(LeserInnenbrief), 8 L


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