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! schrieb am 31.3. 2008 um 04:49:03 Uhr über

Zeitung

In Aachen griffen am Donnerstag ca. 30-40 Neonazis eine antifaschistische Demonstration an. Die Demo, die sich gegen einen Angriff auf die Wohnung eines Antifaschisten richtete, zog bis dahin lautstark durch die Aachener Innenstadt. Auf halbem Weg stürmten Neofaschisten der NPD, der Kameradschaft Aachener Land (KAL), der Anti-Antifa Aachen – Düren, des Sturmbundes Aachen, der Graffiti-Toy-CrewUN/BaamG’ und der AG-Rheinland frontal auf die Demonstration zu und griffen diese an, bewaffnet mit Teleskopschlagstöcken und Quarzhandschuhen.
Unter den AngreiferInnen befanden sich etliche Funktionäre der NPD, so Rene Laube (ausnahmsweise ohne gebrochene Hand), Vorsitzender der NPD Ortsgruppe Rhein-Erft und gleichsam Führer der neonazistischen KAL und Frank Streithoff (der die Kleinen lieber vorschickte und sich ein wenig verschüchtert im Hintergrund hielt), Jugendbeauftragter des NPD Kreisverbandes Düren, Mitglied der KAL und Gründer desNationalen Widerstand Herzogenrath“. Zudem beteiligte sich als einer der aktivsten Schläger Denis Unruh (der zwischendurch umfiel), Beisitzer im neuen NPD-Düren Vorstand, Mitbegründer derAnti-AntifaAachen/Düren und Mitglied der KAL (er wurde bereits am 10.3.2008 wegen Körperverletzung zu 8 Monaten Haft, ausgesetzt zu 2 Jahre Bewährung verurteilt), sowie sein kleiner Bruder Thomas Unruh, Mitglied der KAL und der NPD an dem Überfall. Aber auch Aachener Neonazis waren beteiligt. So Joachim Günther, Mitglied der KAL „Sektion Westwall“ und Webmaster der KAL (der auch schon mal gerne unter dem Pseudonym „Politischer Soldatim WWW auftritt und Kräfteverhältnisse in Zügen nicht wirklich einzuschätzen weiß). Aus dem Umfeld der Alemannia Ultra Nachwuchsgruppe waren folgende Neonazis involviert: Marcel Bauwens aus dem KAL/NPD Umfeld, Eric Troche, Gründer des Sturmbund Aachen, Mitglied und Mitbegründer der AG-Rheinland, derAnti-Antifa Aachen/Düren“ und schließlich Mats Bulin, der sich außerdem als Fahnen- und Transpi-Träger für die NPD Düren und die KAL bei mehreren Aufmärschen engagierte, zuletzt in Dresden.
Außerdem zugegen waren (Niemals auf Knien-)Patrick Liedloff, der auch schon mal gerne Lautischutz für die NPD macht, sich aber ansonsten eher der KAL zugehörig fühlt und das stadtbekannte Chamäleon Marc Corneli, der sich für einenautonomen Nationalistenhält (vor zwei Jahren lief er noch als ‚stolzer’ Bonehead rum) und die entsprechende Gruppe in Herzogenrath gegründet hat. Schließlich zeigten sich noch Stefan und Michael Emmerich aus dem NPD und KAL Umfeld, die die gleiche Schule wie Frank Streithoff besuchen, als eifriger Schläger, sowie der Amateur-Ringer Marc Eschweiler.
Wer fehlte war die Aachener Polizei. Diese war ausnahmsweise mal nicht in Sicht. Nach einer massiven Auseinandersetzung zwischen Demospitze und NeofaschistInnen wurden letztere in die Flucht geschlagen und mussten in die Aachener Haupteinkaufsstrasse fliehen. Die Angreifer suchten in einem großen Einkaufszentrum Schutz, dort setzte sich die Auseinandersetzung fort. Die inzwischen eingetroffenen Einheiten der Aachener Hundertschaft ermöglichten schließlich den Neonazis die endgültige Flucht, indem die AntifaschistInnen mit Pfefferspray attackiert wurden. Als Folge dieses unverantwortlichen Angriffs seitens der Polizei musste ein Antifaschist im Krankenhaus behandelt werden. Nach der Festnahme eines anderen Antifaschisten wurde der Verkehr am Elisenbrunnen durch eine Straßenblockade zum Erliegen gebracht, die bis zu seiner Freilassung ca. 30 Minuten später anhielt. Im Anschluss an die Demonstration zogen etwa hundert DemonstrantInnen spontan zum Autonomen Zentrum, in demam Vorabend mit neofaschistischen Parolen beschmiert – ein antifaschistisches Konzert stattfand.

In Aachen ist mit diesem Angriff der Neonazis eine neue Eskalationsstufe erreicht. Deutlich sollte den NeofaschistInnen aber geworden sein, dass sie nicht durchkommen, dass ihrKampf um die Strasseaussichtslos bleiben wird, dass sie in Aachen und anderswo mit breitem Widerstand zu rechnen haben.

Offensichtlich wurdemal wiederdass wir uns nicht darauf verlassen sollten, dass irgendwelche staatlichen Institutionen einen Schutz darstellen. Der antifaschistische Selbstschutz ist unsere Sache und wir werden ihn organisieren.
Lichtblicke sind sicherlich dietrotz Differenzen – spektrumsübergreifende Teilnahme an der Demonstration und die vielen erfahrenen Solidarisierungen von PassantInnen nach dem Angriff.

Wir werten das Vorgehen der Aachener Polizei, die Angriffe auf AntifaschistInnen, die Verweigerung ärztlicher Betreuung nach Augenverletzungen als politische Richtungsentscheidung. Fragt sich nur, ob dieses Vorgehen gegen die angegriffene antifaschistische Demonstration auf dem Mist von Einsatzleiter Rehmer gewachsen ist, oder vom Aachener Polizeipräsident Oelze zu verantworten ist. Makaber hingegen ist, dass es erst die Aachener Polizei war, die den eingangs erwähnten Angriff auf die Wohnung eines Antifaschisten möglich machte.

Zur Vorgeschichte:
Diesem neofaschistischen Angriffdie AngreiferInnen warfen mit Ziegelsteinen Fenster der Wohnung eingeht eine Geschichte voraus, die die Aachener Polizei in keinem guten Licht erscheinen lässt. So wurde der nun zum wiederholten Male bedrohte Antifaschist Karneval 2008, nachdem er sich engagiert einer Gruppe von NeofaschistInnen auf dem Aachener Markt entgegengestellt hatte, von der Polizei kontrolliert und festgenommen. Die Kontrolle lief derart ab, dass Aachener PolizistInnen seinen Personalausweis offen einsehbar begutachteten. Das besondere an dieser Situation: Einige Neonazis begleiteten diese Kontrolle mit ihren Videokameras und filmten den Personalausweis des Antifaschisten samt Adressangabe ab, obwohl die Polizei auf diesen gefährdenden Umstand hingewiesen wurde. Seit diesem Vorfall wird besagter Antifaschist von Aachener Neonazis bedroht. An seiner Wohnung fanden sich unlängst Aufkleber der Anti-Antifa.
Neofaschismus, das offensive Auftreten von Neonazis, rassistische Übergriffe sind längst keine Probleme mehr, die vor der Aachener Stadtgrenze halt machen. Nahezu jedes Wochenende kommt es inzwischen zu Provokationen von Neonazis in der Aachener Innenstadt. Diese organisieren sich nicht etwanurin den Vorstädten, sondern aktiv an Aachener Schulen und am Tivoli in verschiedenen Fanclubs. Etliche Neofaschisten der Anti-Antifa sind etwa in der ‚AC-Ultras Nachwuchsgruppe’ aktiv und mitunter auch schon mal in dem Alemannia-Fanhaus in der Liebigstrasse anzutreffen.
Mit demfreundlich ausgedrückt – fahrlässigen Verhalten der Polizei, NeofaschistInnen persönliche Informationen von AntifaschistInnen zugänglich zu machen, ist die Aachener Polizei mitverantwortlich für die neuerlichen Angriffe.

Den antifaschistischen Selbstschutz organisieren!


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